Ungarn
/ Magyarorszag
Funkwerk
System soll Bahnverkehr in Ungarn überwachen
Ein typischer Arbeitsplatz der Betriebsleittechnik-Plattform
TRAVIS von Funkwerk IT. Foto Markus-Steur.de.
Das staatseigene ungarische Bahnunternehmen MÁV hat die Funkwerk
Information Technologies GmbH (Funkwerk IT) im Rahmen des Projekts FOR
mit der Lieferung eines landesweiten Informationssystems zur vernetzten
proaktiven Überwachung des Bahnverkehrs in Ungarn beauftragt. Mit
dem neuen System und der Integration heute bestehender Teilsysteme verfolgt
die MÁV konsequent den Weg der Vereinheitlichung und Einbindung
der ungarischen Planungs- und Betriebsprozesse in das europäische
Eisenbahnnetz und des diskriminierungsfreien Zugangs unterschiedlicher
Verkehrsunternehmen auf das Netz der MÁV. Das Projektvolumen beträgt
rd. 3,5 Mio. Euro (933 MHUF).
Funkwerk IT setzte sich bei der Ausschreibung mit seiner bereits seit
Jahren in Europa erfolgreich eingesetzten Betriebsleittechnik-Plattform
TRAVIS gegen starken internationalen Wettbewerb durch. Die weiterentwickelte
TRAVIS-Architektur bildet den Eckpfeiler des neuen Systems, das mit rd.
800 Arbeitsplätzen den Bahnverkehr landesweit überwachen wird.
Die Vorteile der Funkwerk-Lösung bestehen in der modularen Architektur,
den offenen Schnittstellen zur Integration vorhandener Systeme der MÁV
sowie der Zukunftssicherheit durch moderne, wartungsfreundliche Rechner-Technologie.
Die Pilotimplementierung auf der Strecke Budapest-Hegyeshalom soll bereits
sechs Monate nach Projektstart in Betrieb gehen. Die Gesamtdauer des Projekts
wird mit nur 18 Monaten angesetzt (Pressemeldung Funkwerk, 14.04.10).
Rail
Cargo Hungaria aus der Taufe gehoben
Vor rund 350 geladenen Gästen präsentierte gestern Abend die RCA-Tochter
MÁV Cargo ihren neuen Namen. Künftig wird das Unternehmen unter dem Namen
Rail Cargo Hungaria auftreten. Das ehemalige Güterverkehrsunternehmen
der staatlichen MÁV wurde 2008 privatisiert. Rail Cargo Austria bekam
damals als Höchstbieter den Zuschlag.
"Die Änderungen und Modernisierungen seit der Privatisierung führten unser
Unternehmen in eine neue Epoche seiner Geschichte. Die Qualität unserer
Dienstleistungen wurde stark verbessert, während gleichzeitig Betriebskosten
erheblich reduziert wurden. Wir setzten uns neue Ziele und formulierten
eine neue Mission. Struktur und Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens
unterscheiden sich heute wesentlich vom Stand vor der Privatisierung.
Diese positive Entwicklung nach dem Neustart unter Rail Cargo Austria
unterstreichen wir nun mit der Namens- und Markenänderung", betonte Imre
Kovács, Generaldirektor der Rail Cargo Hungaria Zrt. bei der feierlichen
Präsentation vor rund 350 geladenen Kunden und Partnern.
Friedrich Macher, Sprecher des Vorstandes Rail Cargo Austria, erklärte
in Budapest, dass der Konzern gemeinsam mit der ungarischen Tochtergesellschaft
zum führenden Güterverkehrsunternehmen auf dem südosteuropäischen Markt
wurde. Rail Cargo Austria ist mengenmäßig mittlerweile die Nummer 2 im
europäischen Schienengüterverkehr. "Rail Cargo Hungaria wird eine wesentliche
Rolle im kombinierten Verkehr in den Ländern Südosteuropas ausüben. Dies
bedeutet eine weitere Stärkung des RCA-Konzerns am Donaukorridor. Unsere
Züge fahren heute von Mailand und der Adria über Wien und Budapest bis
an das Schwarze Meer und die türkische Grenze.", erklärte Macher.
Der Grundstein für die erfolgreiche Entwicklung von Rail Cargo Hungaria
wurde nach dem Kauf von MÁV Cargo Zrt. im Projekt "Joining Forces" gelegt.
Dort wurde eine Vielzahl an Einzelprojekten gestartet, um Organisation,
Prozesse und Strukturen zu optimieren, die bereits Synergieeffekte im
Wert von mehreren Millionen Euro brachten. Bis 2012 werden Struktur- und
Prozessverbesserungen in der Höhe von rund 50 Mio. Euro zu Buche schlagen,
das Neugeschäft noch nicht mitgerechnet.
Durch die Optimierung der Verkehrsrouten gelang es beispielsweise, die
Beförderungskilometer bis zu den Bestimmungsbahnhöfen um 17% zu reduzieren.
Das bedeutet signifikant niedrigere Traktions- und Infrastrukturkosten
und führte zu wesentlich kürzeren Beförderungszeiten. Auch die Grenzaufenthalte
konnten durch Vertrauenszüge von rund zwei Stunden auf wenige Minuten
reduziert werden.
Als Meilensteine müssen auch der Auf- und Ausbau einer eigenen ungarischen
Traktion und die Modernisierung der Informationssysteme hervorgehoben
werden. Die Rail Cargo Austria fördert die Entwicklung ihrer Tochter gemäß
den Verpflichtungen im Privatisierungsvertrag mit jährlich 8,7 Milliarden
HUF. In diesem Rahmen kamen 2009 11 Taurus-Lokomotiven nach Ungarn.
Das Unternehmen begann den Ausbau der SAP-Datenverwaltung und beteiligte
sich an der Errichtung des Terminals Rail Port Arad, der zur Markterweiterung
in Rumänien als Sprungbrett dient. Das Unternehmen wirbt seit Herbst vorigen
Jahres Lokführer an. So fuhr sein erster vollständig eigener Zug (mit
eigener Lokomotive und eigenem Lokführer) im Januar 2010. Im Laufe des
Jahres wird die Zahl der Lokführer 100 übersteigen und die Lokflotte wird
auf 29 moderne Loks erweitert (Pressemeldung ÖBB, 08.03.10).
Piroschkas
in Debrecen
 
 
Nach der Umstationierung der letzten MDmot ("Piroschka") von
Pecs nach Debrecen sind diese interessanten Fahrzeuge nur noch dort im
Einsatz zu erleben. Sie bestehen aus einem Gepäcktriebwagen und ursprünglich
drei Reisezugwagen. Der Steuerwagenkopf ist dem Triebwagen optisch angepasst
und enthält statt des bei Steuerwagen üblichen Gepäckabteils
einen zweiten Dieselmotor für die Zugheizung - eine im Winterbetrieb
auch akustisch ungewöhnliche Kombination.
Neben wenigen vierteiligen Garnituren konnten am 10. und 11.02.2010 überwiegend
verkürzte dreiteilige Züge gesehen werden. Die Bilder sind im
Bahnhof Debrecen und im Endbahnhof Nagykereki der KBS 106 entstanden (Dr.
Rainer Hartmann, 22.02.10).
60.
Flirt zwei Monate vor Termin in Betrieb gegangen
 
Von den insgesamt 60 bestellten Triebzügen des Typs "Flirt"
konnte MÁV-START Zrt. am 12. Februar das letzte Fahrzeug in Betrieb
nehmen. Der Bahnhersteller Stadler Rail Group aus der Schweiz lieferte
das Fahrzeug zwei Monate vor Ablauf der vereinbarten Frist aus. Die Fahrzeuge
haben mit einem Zuver-lässigkeitsindex von 94 Prozent schon insgesamt
mehr als 16 000 000 km auf dem ungarischen Streckennetz zurückgelegt.
Die Ungarischen Staatsbahnen und Stadler unterzeichneten den Liefervertrag
über 30 elektrische Triebzüge im Jahr 2006. Der Vertrag enthielt
eine Option der MÁV auf weitere 30 Züge, die nach der erfolgreichen
Auslieferung der ersten Charge im Dezember 2007 eingelöst wurde.
Nach der Vereinbarung sollte der letzte Zug Ende April 2010 geliefert
werden, aber Stadler schloss das Projekt zwei Monate früher als im
Vertrag festgelegt ab. Der frühere Einsatz der Züge bringt der
MAV erhebliche Kosten-einsparungen.
Die letzten sieben Züge wurden in der neue Schienenfahrzeug-Schweißanlage
von Stadler in Szolnok gefertigt, einer Neuinvestition aus dem Jahr 2009.
Die ungarischen Arbeitskräfte waren verantwortlich für das Schweißen,
den Zusammenbau und die Lackierung von 28 Karosserien der bestellten vierteilen
Züge, was insgesamt sieben kompletten Zügen entsprach. Die Instandhaltung
und Reinigung der Züge werden von Stadler in Pusztaszabolcs durchgeführt,
wobei eine hohe Verfügbarkeit im Betrieb von 94 Prozent erreicht
wird.
Die
FLIRT-Züge sind im Betrieb jeden Tag auf den Strecken Budapest -
Székesfehérvár, Budapest - Pusztaszabolcs, Budapest
- Gyor und ab Anfang September auch Budapest - Hatvan unterwegs, sowie
an den Wochenenden auf Budapest - Szob und Budapest - Eger (WKZ,
Pressemeldung MÁV-START Zrt/Stadler, 16.02.10).
MÁV
bestellt 25 Traxx-Lokomotiven für den Personenverkehr
Bombardier Transportation hat von den Ungarischen Staatsbahnen MÁV einen
Auftrag zur Lieferung von 25 BOMBARDIER TRAXX P 160 ACLokomotiven mit
einem Wert von rund 80 Millionen Euro (112 Millionen US-Dollar) erhalten.
Der Vertrag beinhaltet auch eine Option auf 25 weitere Lokomotiven. Die
Lieferung der ersten Lokomotive ist für Frühjahr 2011 vorgesehen.
Nach Angaben der MÁV sollen die mit Wechselstrom (AC) betriebenen Lokomotiven
sowohl für den nationalen Personenverkehr in Ungarn wie auch für den grenzüberschreitenden
Verkehr mit Österreich und Deutschland eingesetzt werden.
Dr. Imre Márkus, Chief Executive Officer der MÁV-TRAKCIÓ Co. sagte: "Unser
Investitions- Programm für Lokomotiven und der Kauf der neuen TRAXX-Loks
sind sehr wichtig, um die Energie-Effizienz unserer Flotte zu verbessern
und die alten Fahrzeuge zu ersetzen. Die neuen Lokomotiven werden zur
Modernisierung und Effektivitiät der ungarischen Eisenbahn beitragen.
Durch sie können wir unsere Wartungskosten senken und unser Geschäft auf
internationalen Korridoren ausweiten."
Åke Wennberg, President der Division Locomotives and Equipment von Bombardier
Transportation, bemerkte dazu: „Die TRAXX-Lokomotive bewährt sich hervorragend
auf dem Markt. Derzeit sind allein in Europa ca. 800 TRAXX-Lokomotiven
im Einsatz. Es freut uns sehr, dass nun auch die MÁV auf unsere Elektroloks
setzt und wir damit zur Weiterentwicklung des schienengebundenen Personenverkehrs
in Ungarn beitragen können.“
Die Endmontage der AC-Lokomotiven für die MÁV wird im Bombardier-Werk
in Kassel erfolgen. Die Wagenkästen werden am Bombardier-Standort im polnischen
Wroclaw, die Drehgestelle im deutschen Werk in Siegen produziert. Die
Drehgestellrahmen kommen aus dem ungarischen Werk Mátranovák. Die Standorte
Mannheim und Hennigsdorf werden die Antriebs- und Steuerungstechnik sowie
die Antriebsausrüstung beisteuern (Pressemeldung Bombardier, 22.01.10).
PESA
liefert Straßenbahnen nach Szeged
Am 22. Oktober hat PESA Bydgoszcz SA im ungarischen Szeged eine
Vereinbarung über die Lieferung von neun modernen Niederflur-Straßenbahnen
unterzeichnet.
Das erste Fahrzeug wird innerhalb von 24 Monaten geliefert werden und
der gesamte Vertrag wird innerhalb von 32 Monaten realisiert werden.
Es handelt sich um die erste von PESA ins Ausland verkaufte Straßenbahn
(WKZ,
Quelle PESA, 03.11.09).
Schmalspurbahn
um Nyiregyhaza
 
 
 
1905 als Lokalbahn eröffnet erschließt das später von
der MAV übernommene Netz die strukturschwache Region zwischen der
Stadt Nyiregyhaza und der Theiß. Geprägt von Ortsdurchfahrten
durch weitläufige Dörfer konnte sie im Personenverkehr ihre
Daseinsberechtigung lange erhalten.
Wie
alle verbliebenden ungarischen Schmalspurbahnen wird die Strecke heute
ausschließlich mit Diesellokomotiven bedient. Die ursprünglich
hier eingesetzten rumänischen L45H sind inzwischen durch die in Ungarn
verbreiteten Raba-Loks ersetzt.
Seit
wenigen Tagen findet der Betrieb nur noch zwischen Nyiregyhaza und dem
Abzweigbahnhof Herminatanya statt. Die Reisezugleistungen auf den beiden
Streckan nach Dombrad und Balsa werden durch Busse erbracht, die bei Ankunft
des Zuges in Hermintanya bereitstehen.
Man
darf gespannt sein, ob der Restbetrieb den wieder einmal angekündigten
großen Kahlschlag in Ungarn überstehen wird.
Fototechnisch
bietet die Strecke keine landschaftlichen Höhepunkte. Großzügige
Bahnhöfe künden stumm von der einstigen Bedeutung der Bahn.
Die Bilder entstanden alle am letzten Montag, den 12.10.2009 (Steffen
Pötzscher, 19.10.09).
Renovierung
der Margaretenbrücke in Budapest
 
Die Margaretenbrücke (Margit-híd), die in den letzten Jahren in einen
sehr schlechten Zustand gekommen ist, wird endlich erneuert: zuerst die
Nordseite, dann die südliche. Und während die eine Hälfte in das alte
Aussehen zurückgesetzt und gleichzeitig modernisiert wird, fahren die
Straßenbahnlinien 4 und 6 und die Busse auf der anderen Hälfte.
Auf dem Foto links wird die provisorische Trasse auf der Südseite noch
gebaut, auf dem rechten Bild benutzen die Trams sie schon, während die
Busse noch auf den noch existierenden "originalen" Gleise fahren.
Während der Bauarbeiten dürfen die Fahrzeuge nur sehr langsam fahren,
was zu einer Aufstockung der Trams führt. Deshalb fahren jetzt mehr Einheiten
als sonst, was den Einsatz einiger Ganz-GTw-Doppeltraktionen nötig macht
(Akos Varga, 08.11.09).
Erster
in Szolnok gefertigter Flirt geht in Betrieb
Das ungarische Personenverkehrsunternehmen MÁV-START Zrt. hat am
11.09.09 den ersten FLIRT in Betrieb genommen, der teilweise in der neu
errichteten Schienenfahrzeugproduktionsanlage der Stadler Rail Group in
Szolnok hergestellt wurde. Der erste teilweise in Ungarn hergestellte
FLIRT ist der 50ste von insgesamt 60 elektrischen Triebzügen, die
von der ungarischen Staatsbahn bestellt wurden. Die Auslieferung der letzten
Züge soll bis Februar 2010 erfolgen.
Stadler legte den Grundstein der Fabrik zum Schweißen und Lackieren
der Aluminiumkörper der Triebwagen im April 2008. Der Bau und die
Inbetriebnahme der Anlage konnten bis Ende 2008 abgeschlossen werden (Der
LOK Report berichtete).
Tamás Kozák, Vorstandsvorsitzender von MÁV-START
Zrt. sagte: "Den S-Bahnverkehr in Budapest benutzen mehr als 100.000
Fahrgäste jeden Tag. Deshalb ist es für uns Priorität,
die Qualität des Schienenverkehrs im Rahmen der verfügbaren
finanziellen Möglichkeiten zu steigern."
"Wir sind sehr stolz auf jedes Produkt, das aus unseren Fabriken
rollt, aber wir sind besonders stolz auf diesen bestimmten Zug. Nur wenige
glaubten, dass die Anlage in der Lage sein werde, die Produktion der Flirt-Züge
zu bewältigen, aber dank der anhaltenden und begeisterten Arbeit
jeder einzelnen Person, die an diesem Projekt teilgenommen haben, wurde
das Werk in Rekordzeit aufgebaut. Die Tatsache, dass die ungarischen Fahrgäste
in ungarischen Zügen fahren können, ist ein fantastisches Ergebnis
einer hervorragenden Teamarbeit", sagt Jürg Gygax, Executive
Vice President International der Stadler Rail Group.
Die
FLIRT-Züge befahren die Strecken Budapest - Székesfehérvár,
Budapest - Pusztaszabolcs, Budapest - Gyor und ab Anfang September zwischen
Budapest und Hatvan, sowie an den Wochenenden Budapest - Szob und Budapest
- Eger. Die Züge sind behindertengerecht gebaut und klimatisiert,
können sie sorgen für eine angenehme Reise für diejenigen
mit Behinderungen auch aufgrund der voll-Niederflur-Struktur und die Zurückziehen
Plattform. Die Züge sind mit einem auf GPS-Basis beruhenden Fahrgastinformationssystem
ausgestattet
(Pressemeldung MÁV-START Zrt., 15.09.09).
Neues
Management für MAV Cargo
Die Generalversammlung der MÁV Cargo Zrt. ernennt mit 1. Juli 2009
Imre Kovács, den bisherigen Generaldirektorstellvertreter für
die Bereiche Handel und Betrieb, zum neuen Generaldirektor. Kovács
verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in Führungspositionen
im Eisenbahn-Gütertransport.
Neben
Imre Kovács wurde mit Karl Zöchmeister auch die Position des
stellvertretenden Generaldirektors neu besetzt. Kovács wird als
Vorstandsvorsitzender künftig für den Bereich Vertrieb, Zöchmeister
als Vorstandsdirektor für den Bereich Produktion verantwortlich zeichnen.
Karl Zöchmeister war bei der Rail Cargo Austria AG, dem Mutterunternehmen
der MÁV Cargo, bislang als Leiter des Transportmanagements tätig
und kann auf langjährige Erfahrungswerte mit dem MÁV-Konzern
zurückgreifen. Darüber hinaus bringt er umfangreiche Kenntnisse
in Change- und Personalentwicklungsprozessen mit, vor allem aus seiner
früheren Funktion als Geschäfts- und Betriebsleiter des ÖBB-Personenverkehrs.
László Nagy, der erst vor kurzem zum stellvertretenden Generaldirektor
und Vorstandsdirektor für den Bereich Finanzen bestellt wurde, komplettiert
den Vorstand der MÁV Cargo. Der bisherige Generaldirektor Dr. László
Átol ist mit 30. Juni 2009 aus dem Unternehmen ausgeschieden.
Eine
Änderung gibt es auch im Aufsichtsrat der MÁV Cargo: Zu den
bisherigen Aufsichtsratsmitgliedern – Dr. Balázs Czudar,
Gábor Pál, Tibor Mózes, Róbert Zlati –
kommt ebenfalls ab 1. Juli 2009 als neues Mitglied Csaba Siklós
hinzu (Pressemeldung
ÖBB, 02.07.09).
Erschließungsbahn
im Freilichtmuseum Szentendre Budapest
Im Freilichtmuseum Szentendre Budapest ging im April eine neue normalspurige
Erschließungsbahn in Betrieb. Die 2,2 km lange Bahn läuft über zwei Spitzkehren,
hat eine Maximalsteigung von 39 Promille und ist nicht mit dem BHEV-/MAV-Netz
verbunden.
Den Verkehr besorgen zwei historische und perfekt restaurierte Ganz-Dieseltriebwagen.
Näheres zum Freilichtmuseum Szentendre siehe www.skanzen.hu
(Dieter Zoubek, Austrian
Steam Base, 25.05.09).
Stadler
und MAV unterzeichnen Vertrag über Unterhalt von 30 FLIRT
Stadler Rail und die Ungarischen Staatsbahnen (MÁV) haben vor wenigen
Tagen einen Vertrag über den Unterhalt von 30 FLIRT unterzeichnet.
Der Vertrag hat eine Laufzeit von 30 Jahren und umfasst den Unterhalt
und die Reinigung der Fahrzeuge.
Die ungarischen Staatsbahnen (MÁV) haben bisher 60 FLIRT (Flinker
Leichter Innovativer Regional Triebzug) bei Stadler gekauft. Für
den Unterhalt der ersten Serie von 30 FLIRT hat Stadler bereits einen
Vertrag mit MÁV. Mit diesem Vertrag werden nun alle 60 MÁV-FLIRT
im Stadler-Unterhaltswerk in Pusztascabolcz gewartet. Der Vertrag definiert,
dass jederzeit mindestens 94% der Züge verfügbar sein müssen.
Jürg Gygax, Executive Vice President der Stadler Rail Group, erklärt:
„Wir freuen uns sehr über diesen Vertrag. Er zeigt auch, wie
zufrieden MÁV mit unseren FLIRT und ebenso mit der Wartung der
ersten Serie ist. Wir schätzen das Vertrauen, das MÁV uns
mit diesem zusätzlichen Vertrag entgegenbringt. Dieser Erfolg trägt
auch dazu bei, unsere Präsenz in Ungarn zu stärken.“
Stadler hat im Januar 2009 mit der Auslieferung der zweiten Serie von
30 FLIRT begonnen, zwei Monate früher als vertraglich vereinbart.
Der Abschluss der Auslieferung ist für Ende Februar 2010 vorgesehen
(Pressemeldung Stadler, 15.05.09).
Stadlers
Wagenkastenwerk in Szolnok eingeweiht
Peter Kiss (Minister for Social Policy), Peter Spuhler (CEO und
Inhaber der Stadler Rail Group) und Ferenc Szalay (Bürgermeister
von Szolnok) haben am 23.04.09 im ungarischen Szolnok das neue Werk von
Stadler Rail eingeweiht. Dank des Erfolges bei internationalen Ausschreibungen
benötigt Stadler Rail zusätzliche Produktionskapazität
für Aluminium-Wagenkästen. Im neuen Werk werden 200 Arbeitsplätze
geschaffen und total etwa CHF 50 Mio. investiert. Es findet keinerlei
Verlagerung aus der Schweiz nach Ungarn statt. Stadler investiert derzeit
auch in den Werkplatz Schweiz insgesamt rund CHF 100 Mio. für Aus-
und Neubauten in Altenrhein SG, Winterthur und Erlen TG.
Stadler Rail entschloss sich angesichts der zunehmenden Nachfrage aus
Zentral- und Osteuropa für einen Ausbau der Produktionskapazität
in der Region. Ungarn ist inzwischen nach der Schweiz und Deutschland
ein weiterer wichtiger Markt für Stadler Rail. Die ungarischen Staatsbahnen
(MÁV) haben bisher bereits 60 FLIRT (Flinker Leichter Innovativer
Regional Triebzug) gekauft. Stadler rechnet mit weiteren Aufträgen
aus Ungarn. Daher wurde entschieden, die benötigte zusätzliche
Kapazität in Szolnok aufzubauen.
Die ersten 30 Züge sind bereits seit längerer Zeit erfolgreich
bei der S-Bahn Budapest in Betrieb. Ende 2007 hat MÁV die Option
für eine zweite Serie von weiteren 30 vierteiligen FLIRT eingelöst.
Stadler hat bereits im Januar 2009 mit der Lieferung dieser Züge
begonnen. Dies ist zwei Monate früher als im Vertrag vereinbart.
Die letzten Züge dieser Serie werden voraussichtlich im Februar 2010
in Betrieb genommen. Das neue Werk wird die Wagenkästen von mindestens
7 dieser FLIRT schweissen und lackieren. Das sind insgesamt 28 Wagenkästen.
Somit werden die neuen Züge der MÁV einen bedeutenden ungarischen
Produktionsanteil aufweisen.
Anfang März konnte in Szolnok mit dem Schweissen der ersten Züge
begonnen werden. Momentan verfügt das Werk über eine Kapazität
von 60 Wagenkästen pro Jahr. Diese kann auf 200 erhöht werden.
Die erste Bauetappe mit einer Investition von rund CHF 25 Mio. ist abgeschlossen.
In diesem Jahr wird das Werk mit einer CNC-Produktionshalle (Fräsanlagen
für die benötigten Alu-Teile) erweitert. Dies bedeutet eine
Investition von weiteren rund CHF 25 Mio. Somit werden gesamthaft etwa
CHF 50 Mio. investiert.
Mit dieser Investition hat Stadler moderne Leichtbau-Technologie nach
Szolnok transferiert, die für Ungarn einzigartig ist. Die Bedeutung
für Ungarn wird auch durch die Teilnahme des Ministers für Social
Policy, Peter Kiss,an der Eröffnung unterstrichen.
Auch für Stadler Rail hat dieser Schritt eine grosse Bedeutung, wie
Inhaber und CEO Peter Spuhler erklärt: „Ungarn war für
uns schon immer ein attraktiver Markt. Unsere Investition unterstreicht
unser Engagement. Stadler Rail hat den Grundstein für den Neubau
vor weniger als einem Jahr gelegt. Dank der hervorragenden Unterstützung
durch die Behörden und alle Beteiligten konnten wir bereits im März
die Produktion aufnehmen. Mit unserem Unterhaltswerk in Pusztaszabolcs
und dem Produktionsbetrieb hier in Szolnok gehören wir heute zu den
wichtigsten Investoren in Ungarn.“ (Pressemeldung Stadler, 24.04.09).
Stadler
beginnt FLIRT-Produktion in Szolnok
Stadler Szolnok Kft., die ungarische Niederlassung von Stadler Rail Group,
hat die letzte Lizenz für den Betrieb und die Produktion von Aluminiumwagenkästen
am 02.03.09 erhalten. Nach den aktuellen Plänen soll die Firma die Schalen
von mindestens sieben der 30 von Stadler an die MAV zu liefernden FLIRT-Züge
schweißen und lackieren. Der lokale Anteil am Produktionsprozess
bedeutet, dass die modernsten in Ungarn eingesetzten Züge zum Teil in
Ungarn gefertigte Produkte sind.
Die Anlage in Szolnok wird eine maximale Kapazität von 60 Wagenkästen
für das Jahr 2009 aufweisen, die proportional mit der Zunahme der Zahl
der Beschäftigten steigen kann. Nach Abschluss der Investitionen wird
die Anlage voll ausgelastet in der Lage sein, etwa 200 Aluminiumwagenkästen
pro Jahr mit rund 200 Personen zu produzieren.
Das
Stadler-Werk in Szolnok wird auch an der Produktion von FLIRT-Zügen teilnehmen,
die von der MÁV am Ende des Jahres 2007 geordert wurden. Nach dem Zeitplan
der Lieferung wird die Anlage in der Lage sein, die Wagenkästen von
mindestens 7 der 30 S-Bahnzüge des Typs FLIRT für die MAV zu
produzieren. Stadler begann die Auslieferung der Züge im Januar 2009,
2 Monate früher als im Vertrag vereinbart. Die letzten Züge der neuen
Flotte werden ihren Betrieb erwartungsgemäß im Februar 2010 aufnehmen,
was bedeutet, dass bis 2010 insgesamt 60 FLIRT-Züge in Ungarn im Einsatz
sein werden (Pressemeldung Stadler, 03.03.09).
Ungarn:
Ende der MDmot in Pécs in Sicht
 
Unsere Bilder stammen vom Samstag, 31. Januar 2008:
MDmot 3034 abfahrbereit in Pécs als 8124 nach Magyarbóly, eine Garnitur
mit Steuerwagen Btx 016 voraus bei Vizvár, sowie bereits im Dunkeln steht
MDmot 3030 mit dem 8911 im Abzweigbahnhof Középrigóc. Anschluß über die
Lokalbahn nach Sellye/Villány gibt es hier freilich seit zwei Jahren nicht
mehr. Fotos Ferenc Joó.
Eine europaweit ziemlich einzigartige Konstruktion sind die MDmot-Schlepptriebwagen
der MÁV: eigentlich eine leichte Drehgestell-Diesellokomotive mit Gepäckabteil,
stets gekuppelt mit einer aus drei Wagen bestehenden Wendezuggarnitur,
deren Steuerkopf wie die Stirnfronten des MDmot selbst gestaltet ist.
Das Maschinchen verfügt über bescheidene Kenndaten von 590 kW Motorleistung
und 100 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Mit Baujahr 1970 ist "Piroska" ("Röslein") in die Jahre gekommen und mußte
vor einigen Jahren schon vom Depo Szentes Abschied nehmen. Nun schlägt
den paprikaroten Wendezügen auch die Stunde im südungarischen Pécs, das
dort verbliebene Dutzend soll Ende Mai die "Schwäbische Türkei" verlassen
und zu den Geschwistern nach Debrecen umziehen. Doch auch dort ist das
Ende der gesamten Baureihe für das Jahresende 2010 schon in Sicht ...
Der letzte Umlauf in Pécs sieht momentan noch fünf Plantage auf der Achse
Gyékényes - Pécs (KBS 60) sowie nach Mohács an die Donau (KBS 65) und
nach Magyarbóly an die kroatische Grenze (KBS 66) vor, Fotografen mögen
sich beeilen; Piroska steht zumeist in westlicher Richtung vor ihrem Wagenzug
• Turnus 606
Sz
8939 Barcs ? Nagykanizsa 04.50 ? 06.53
Sz 8914 Nagykanizsa ? Barcs 11.19 ? 12.59
Sz 8924 Barcs ? Pécs 13.37 ? 15.36
Sz 8941 Pecs ? Barcs 17.48 ? 19.26
•
Turnus 607
Tag
1
Sz
8919 Pécs ? Gyékényes 05.28 ? 08.10
Sz 8912 Gyékényes ? Pécs 09.04 ? 11.36
Sz 8923 Pécs ? Gyékényes 13.41 ? 16.06
Sz 8916 Gyékényes ? Pécs 16.55 ? 19.34
Sz 8951 Pécs ? Barcs 21.56 ? 23.25
Tag
2
Sz
8950 Barcs ? Pécs 04.33 ? 06.00
Sz 8917 Pécs ? Barcs 06.11 ? 07.33
Sz 8962 Barcs ? Pécs 08.35 ? 09.59
Sz 8121 Pécs ? Villány 10.47 ? 11.37
Sz 8115 Villány ? Pécs 11.49 ? 12.39
Sz 8134 Pécs ? Magyarbóly 13.38 ? 14.39
Sz 8123 Magyarbóly ? Pécs 15.40 ? 16.38
Sz 38818 Pécs ? Mohács 18.52 ? 20.16
Tag
3
Sz
38829 Mohács ? Pécs 05.20 ? 06.39
Sz 8124 Pécs ? Magyarbóly 14.43 ? 15.57
Sz 8121 Magyarbóly ? Pécs 17.37 ? 18.38
Sz 8911 Pécs ? Barcs 19.42 ? 21.11
Sz 8911 Barcs ? Gyékényes 21.12 ? 22.15 mo-fr, so
Tag
4
Sz
8920 Gyékényes ? Pécs 04.25 ? 07.03
Sz 8913 Pécs ? Gyékényes 16.20 ? 19.03
Sz 8918 Gyékényes ? Barcs 19.35 ? 20.48 mo-fr, so
Sz 8918 Barcs ? Pécs 20.49 ? 22.12 (Joachim
Piephans, 05.02.09).
Rekonstruktion
der nördlichen Donau-Brücke in Budapest
Die Rekonstruktion der nördlichen
Eisenbahnbrücke über die Donau in Budapest wurde im Februar
2007 von der Nationalen Infrastrukturentwicklungsgesellschaft (Nemzeti
Infrastruktúra Fejleszto Zrt.) begonnen. Die alte Stahlkonstruktion,
die jetzt ersetzt wurde, wurde zwischen 1953 und 1957 vorübergehend
mit Brückenelementen der Armee wiederaufgebaut, da die ursprüngliche
Konstruktion während des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde.
Diese Brücke hatte eine zeitlich begrenzte Betriebsgenehmigung für
nur 50 Jahre. Wegen des schlechten Zustands mussten Geschwindigkeitsbegrenzungen
von 10 km/h für Güterzüge und 30 km/h für Personenzüge
eingeführt werden.
Im Sommer 2008 erfolgten der Abriss der alten Stahlkonstruktion und die
Platzierung der neuen Struktur im Laufe von 3 Monaten. Zwischen den beiden
Seiten der Donau gab es in dieser Zeit außer einer Schiffsverbindung
keinen öffentlichen Verkehr, dies hat aber nicht zu wesentlichen
Nachteilen für die Reisenden geführt.
Die Bahnlinie Budapest - Esztergom wurde zwar von den beiden wichtigsten
Bahnhöfen auf der gegenüberliegenden Seite der Donau abgeschnitten,
für die Fahrgäste konnte aber ein neuer Bahnhof mit guter Verbindung
zu den anderen öffentlichen Verkehrsträgern errichtet werden.
Zum ersten Mal wurden in Ungarn verschiedene Arten von Eisenbahnsystemen
interoperabel in einem regulären Betrieb verbunden. Die Personenzüge
auf der Strecke Budapest - Esztergom (DMU - Diesel Multiple Units) verkehrten
zum Teil auf der elektrifizierten Strecke der im städtischen Besitz
befindlichen S-Bahn.
Im Rahmen des Projekts für den Wiederaufbau der Eisenbahnbrücke
über die Donau wurden zwei weitere Brücken ebenfalls saniert.
Auf der nördlichen Seite der Brücke wurde eine Fahrradspur,
auf der südlichen Seite ein Fußgängerweg gebaut. Die öffentlichen
Versorgungsleitungen waren unter der Stahlkonstruktion versteckt.
Seit September 2008 fahren die Züge wieder ab Westbahnhof nach Obuda.
Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2009 fertiggestellt sein.
Die Nationale Infrastrukturentwicklungsgesellschaft (Nemzeti
Infrastruktúra Fejleszto Zrt.) ist als staatliches Unternehmen
verantwortlich für die Umsetzung der Wirtschafts- und Infrastrukturprogramme.
Die Aufgaben des Unternehmens umfassen Autobahnen, Straßen und die
Eisenbahn-Infrastruktur (Pressemeldung
Nemzeti Infrastruktúra Fejleszto Zrt., 28.01.09).
Stadler
liefert zweite Serie Flirt aus
Stadler Rail Group hat mit der Auslieferung der zweiten Partie der FLIRT-Züge
an MÁV Zrt. (MÁV) begonnen. Dank der Flexibilität von
Stadler kommen die neuen Züge durchschnittlich über 2 Monate
früher als in den Liefervereinbarungen genannt zur Auslieferung.
Die letzten Züge der neuen Serie werden erwartungsgemäß
im Februar 2010 in Dienst gestellt, was bedeutet, dass bis zum Jahr 2010
insgesamt 60 FLIRT Züge bei der ungarischen Eisenbahn im Dienst stehen
werden. Die Finanzierung wird durch ein Darlehen der Raiffeisen Bank über
EUR 141,6 Mio. unterstützt.
Seit
der Auslieferung der ersten Einheiten werden die Flirt-Züge von der
MÁV auf den Bahnlinien Budapest - Gyor, Budapest - Székesfehérvár
und Budapest - Pusztaszabolcs eingesetzt. Die Züge erfuhren Anerkennung
und Bewunderung durch das Feedback der Reisenden. Die Beschaffung der
neuen Züge ist Teil des Programms zur Modernisierung der MÁV,
dass für die Entwicklung des S-Bahn-Verkehrs in Ungarn, zur Erhöhung
der Qualität der Dienstleistungen und zur Kürzung der Reisezeiten
aufgewendet wird.
Mit
der Ankunft der neuen Züge soll die Qualität der öffentlichen
Verkehrsmittel auf mehreren Strecken verbessert werden. Die ersten Züge
der neuen Flotte werden auf den Strecken Budapest - Székesfehérvár
und Budapest - Pusztaszabolcs eingesetzt. Ab Mai 2009 starten die Züge
auf der Linie Budapest - Gödöllo - Hatvan. Mit Ankunft der ersten
Züge werden alte Fahrzeuge aus dem Betrieb genommen.
Der
Einsatz
der neuen Züge wird auch eine neue Ära in der Geschichte der
Eisenbahn auf der Strecke Budapest - Vác - Szob an den Wochenenden
einleiten. Während des Sommers verkehren die Züge auch im südlichen
Teil des Balaton (Pressemeldung
Stadler/MAV, 21.01.09).
RCA
und MÁV Cargo vollziehen Zusammenschluss
"Es
ist ein historischer Tag. Heute entsteht etwas Neues!", so gibt Friedrich
Macher, Sprecher des Vorstands der Rail Cargo Austria, seiner Freude darüber
Ausdruck, dass "der Zusammenschluss der beiden Unternehmen RCA und
MÁV Cargo heute vollzogen wurde." Die von der europäischen
Wettbewerbsbehörde vorgegebenen Auflagen werden von Seiten der RCA
punktgenau erfüllt. Mit dem Kauf ergeben sich für beide Unternehmen
umfassende Synergien; womit auch die Positionierung der RCA als Top-Player
im internationalen Güterverkehr beschleunigt wird. Die MÁV
Cargo wird innerhalb des RCA Konzerns ein eigenständig agierendes
und ergebnisverantwortliches Unternehmen. "Der Kaufpreis von 400
Millionen Euro ist angemessen", so Günther Riessland, Mitglied
des Vorstands der RCA, "da der Zusammenschluss der beiden Unternehmen
eine Erweiterung des schienengebundenen Güterverkehrs in Mittel-
und Osteuropa ermöglicht." Durch die Nutzung der Synergiepotentiale
erwartet Riessland bereits im Jahr 2009 einen positiven Beitrag der MÁV
Cargo. "Die derzeitige schwierige gesamtwirtschaftliche Situation
bedeutet für uns selbstverständlich eine große Herausforderung",
so Riessland weiter, der betont, dass durch den Zusammenschluss die beiden
Unternehmen eine Spitzenposition innerhalb der europäischen Güterbahnen
eingenommen wird.
Für
den ÖBB-Konzern betont Peter Klugar, Sprecher des Vorstands der ÖBB-Holding
AG die Bedeutung des Zusammenschlusses. "Die MAV Cargo passt ideal
zu den internationalen Ambitionen des ÖBB-Konzerns. Gemeinsam werden
wir ein europäisches Schwergewicht bilden und auf Augenhöhe
mit den großen Logistikern agieren."
Ein
Netz von nunmehr rund 8.000 Schienenkilometern bindet zusätzliche
europäische Korridore ein. "MÁV Cargo ist im CEE-Raum
ein sehr gut etabliertes Gütertransportunternehmen und bringt, zusätzlich
zu rund 3.700 Mitarbeitern, unter anderem einen sehr gut betreuten Kundenstamm,
den modernen Güterterminal Bilk bei Budapest, rund 13.000 Wagons
und die Wagonproduktionsstätte in Miskolc ein", erläutert
der RCA Vorstand Ferdinand Schmidt. RCA und MÁV Cargo werden insgesamt
28,2 Milliarden Tonnenkilometer (transportierte Tonnen mal gefahrene Kilometer)
befördern.
In
Zukunft wird es gemeinsam möglich, die Abwicklung des Güterverkehrs
zwischen den unterschiedlichen Zugsystemen West- und Süd-Ost-Europas
und den GUS-Staaten zu optimieren. Zudem wird die MÁV Cargo eine
wesentliche Rolle im kombinierten Verkehr in den Ländern Südosteuropas
ausüben. Dies ergibt eine Stärkung der beiden Unternehmen RCA
und MÁV Cargo am Donaukorridor und bietet nicht nur eine durchgehende
Verbindung in die Ukraine, sondern auch bis zum Schwarzen Meer und auf
den Balkan. "Bereits jetzt werden drei Viertel des gesamten ÖBB-Güterverkehrs
grenzüberschreitend transportiert", so Schmidt, der betont,
dass die Ost-West-Achse für den Güterverkehr immer bedeutender
wird.
Rail
Cargo Austria und MÁV Cargo gemeinsam werden eine zentrale Rolle
im Wagenmanagement in Mittel- und Süd-Ost-Europa einnehmen. Záhony
ist Umladestelle von Breit- auf Normalspur und soll zum Tor zu den Märkten
in Italien, Frankreich und der Schweiz ausgebaut werden. Der Aufbau eines
Netzes von Logistikcentern und Terminalstandorten in CEE-Ländern,
die gemeinsame Nutzung und der optimierte Einsatz des rollenden Materials
werden dazu beitragen Kundenbedürfnisse noch besser zu erfüllen.
"Wir
haben Großes vor!", so Macher, der fest hält, dass die
beiden Unternehmen neue Maßstäbe für Service und Qualität
in der europäischen Bahnlogistik setzen möchten. "Um die
notwendigen hervorragenden Leistungen in der europäischen Logistik
erbringen zu können", so Macher weiter, kommt es darauf an,
innovative Bahnlösungen sicher zu stellen." Um dies zu ermöglichen,
wurde das Projekt "Joining Forces" ins Leben gerufen, das eine
Bündelung sämtlicher Kräfte in beiden Unternehmen gewährleistet.
"Die besten Ideen aus RCA und MÁV Cargo werden gebündelt
und in den jeweiligen Unternehmen eigenverantwortlich implementiert und
umgesetzt. Eine Verschmelzung von MÁV Cargo und RCA zu einer Marke
ist zur Zeit nicht geplant. Ein schlagkräftiger Konzern - zwei Unternehmen
und Marken", so die Vorstände.
Die
RCA ist davon überzeugt, dass der zukünftige gemeinsame Weg
nur mit dem, in beiden Unternehmen vorhandenen Know-how und dem Engagement
aller Mitarbeiter möglich ist. "Unser klares Ziel", so
Riessland, "ist Wachstum und Expansion. Deshalb benötigen wir
jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter." Wie in der RCA wird auch
bei MÁV Cargo in Hinkunft verstärkt in Mitarbeitergesundheitsvorsorge-Programme
investiert werden. "Gemeinsam mit allen unseren Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern wollen wir die sich ergebenden Chancen nutzen.",
so Macher, der darauf hinweist, dass "dies neben Stabilität
am jeweiligen Heimmarkt die Chance mit sich bringt, eine der europäischen
Top-Cargo-Unternehmen zu sein." (Pressemeldung
ÖBB, 03.12.08).
EU
stimmt MAV Cargo-Kauf zu
Dem Zusammenschluss-Verfahren zwischen Rail Cargo Austria und der MAV
Cargo wurde am 26.11.08 seitens der EU-Wettbewerbsbehörde stattgegeben.
"Mit großer Freude nehmen wir diese Entscheidung zur Kenntnis
und werden uns jetzt mit voller Energie auf die Zusammenarbeit mit unseren
Partnern vorbereiten", heißt es unisono seitens des RCA-Managements.
Nachdem im Herbst 2007 die Privatisierungskommission in Ungarn das Konsortium
Rail Cargo Austria/Raaberbahn als Bestbieter empfohlen hat, wurde Anfang
des Jahres der Kaufvertrag mit der ungarischen Regierung und der MAV in
einem feierlichen Akt unterzeichnet. Die letzte Hürde wurde nun auch
mit der Zustimmung der EU-Wettbewerbsbehörde erfolgreich genommen.
Die Zustimmung seitens der EU-Wettbewerbsbehörde wurde an folgende
Auflagen geknüpft:
• Auflösung des Konsortiums Rail Cargo Austria/Raaberbahn
• Auflösung der Beteiligung der Speditions Holding an der Raaberbahn
• Änderung der Beteiligungsstruktur an den Speditionen
Seitens Rail Cargo Austria werden all diese Auflagen erfüllt. Bis
zum Closing - dem Tag des tatsächlichen Eigentumsübergangs -
in einigen Tagen sind jetzt noch einige formale Prozesse abzuarbeiten.
Weitere Details zum Kauf und die ersten Aktivitäten werden Themen
eines Pressegespräches sein, das am 2. Dezember 2008 um 12 Uhr im
Hotel Kempinski, Erzsébet tér 7-8, 1051 Budapest geplant
ist (Pressemeldung ÖBB, 27.11.08).
75
Jahre Trolleybusse in Budapest
 
 
Budapest
feierte am Wochenende vom 10. bis 12. Oktober "75 Jahre Trolleybusse
(1933 - 2008)". Es gab ein Obus-Konferenz sowie einen "Tag der offenen
Tür" im Obus-Depot. Ein sehr empfehlenswertes Buch "75 Jahre Obus
in Budapest" von Jakob Laszlo und Nemeth Zoltan Adam erschien im
Verlag BKV (Gunter Mackinger,
14.10.08).
Budapest
 
 
Am 22.09.2008 konnte ich rund um den zentralen Budapester Rangierbahnhof
Ferencvarosi pu. sowie in Kispest mehrere M62 sowie eine Nohab sichten.
Der sehr rege Bahnverkehr lässt sich von der Fußgängerbrücke des Ferencvarosi
pu. gut beobachten und auch ein Besuch des Depots war ohne Probleme möglich
(Reinhard Hirsch, 24.09.08).
GYSEV
oder Raaberbahn
 
Zweimal kreuzte ich bei meiner Fahrt in den Kurzurlaub zum Balaton die
Raaberbahn oder kurz GYSEV genannt. Beide Male kamen dabei Fotos im Raum
Lövö in Ungarn zustande. Der Anlass war allerdings im ersten Fall mehr
als traurig. Bei meiner Anfahrt sah ich Zug 9952 im Bahnhof stehen. Die
GYSEV Lok V 43 328 war ab gebügelt. Passagiere waren nicht im Zug. Vor
der Lok hing eine Erdung Stange, die auch auf dem Foto zu erkennen ist,
herab. Kurz hinter dem Bahnhof sah ich später den Grund dieser Maßnahme.
Dort hatte es ca. 500 m vor der Bahnhofeinfahrt einen Zusammenstoß zwischen
dem Gegenzug und einem Pkw gegeben. Feuerwehr und Polizei hatten alles
abgesperrt. Am Abend berichtete das ungarische Fernsehen darüber und sprach
von vier Toten.
Bei meiner Rückreise passte es von der Zeit so, dass ich gerade noch einen
Containerzug bei der Durchfahrt in Lövö Rtg. Szombathely erwischte. Wenig
später folgte der Planzug, den ich bei Sopronkövesd ablichten konnte.
Interessant dabei die unterschiedliche Beschriftung der Lokomotiven. Die
Lok vor dem Containerzug trug sowohl die Aufschrift "GYSEV" als auch den
Schriftzug "RAABERBAHN". Letzteres hatte ich bisher nicht beobachten können
(Gerd Hahn, 17.09.08).
Kecskemet
 
Die KBS 149 Kecskemet - Törökfai - Kiskunmajsa ist 52 km lang bei einer
Fahrzeit von 160 min. Die Fotos zeigen zeigen P-31725 im Bhf Bugac felsö
und Reisende mit Schaffner im P-31725 am 29. August 2008 (Martin
Kubik, 08.09.08).
Palhaza
 
Die KBS 332 Palhaza - Kökapu - Rostallo ist die Reststrecke des Schmalspurnetzes
Zemplengard - Sarospatak - Satoraljaujhely - Füzerkomlos. Die Strecke
wurde im Jahre 1980 stillgelegt. Zwischen Palhaza und Rostallo wird Touristenverkehr
angeboten (Martin Kubik, 06.09.08).
Strecke
Balassagyarmat - Ipolytarnóc
 
Noch immer fahren die Studenka-Schienenbusse auf der Strecke Balassagyarmat
– Ipolytarnóc, die schon mehrfach auf Einstellungslisten
der MÁV zu finden war. Die Bilder vom 01.08.2008 zeigen den Bzmot
297 bei der Wende von Zug 33620 auf Zug 33617 sowie die planmäßige
Kreuzung der Züge 32220 und 33617 in Nógrádszakál,
wo außerdem noch die 40 44003-4 des EVU Floyd ZRt. für Bauzugeinsätze
abgestellt war (Bernhard Duschek,
06.09.08).
Dombrad
 
Die KBS 118/119 Nyiregyhaza - Herminatanya/Balsai/Domrad ist 67 km lang
und hat noch viele Reisende. Die Fotos zeigen P-31612 am neuen Bahnsteig
vor dem Bhf Nyiregyhaza und in der Endstation Dombrad am 27.August 2008
(Martin Kubik, 04.09.08).
Schmalspurbahnen
in Balaton-Nähe
 
 
Auf der letzten verbliebenen Strecke nach Somogyszentpál des ehem.
Wirtschaftsbahnnetzes von Balatonfenyves wird der Planbetrieb unverändert
mit Loks der Bauart C-50 abgewickelt. Je nach Andrang werden die Züge
aus einem oder 2 Wagen gebildet. Am Bild oben links hat sich die GV 5713
am 02.08.2008 mit Zug 31844 eben auf dem Weg nach Somogyszentpál
gemacht und fährt mit gemütlichem Tempo durch Balatonfenyves.
Oben rechts hat die GV 5713 am 03.08.2008 mit Zug 31845 schon beinahe
wieder den Endbahnhof Balatonfenyves erreicht.
Etwa 40 km von Balatonfenyves entfernt verkehren jeweils Dienstags und
Freitags 2 Zugpaare auf der 9 km langen Waldbahn Mesztegnyo zum Endpunkt
Felsokak und retour. Im Sägewerk des Ausgangsbahnhofes wird die Schmalspurbahn
noch zum werksinternen Verschub verwendet (Bernhard
Duschek, 04.09.08).
Zajta
 
Die bilder zeigen die an der Grenze zu Rumänien liegenden Lokalstrecken
Mateszalka - Csenger und Mateszalka - Zajta. In der Endstation Csenger
ist noch Fahrdienstleiter tätig, während Zajta unbesetzt ist
(Martin Kubik, 01.09.08).
Dieselpower
und modernisierte Bahnhöfe
 
Auch in der fast Provinz geht die Modernisierung bereits seit einigen
Jahren voran. Während das linke Foto aus dem Jahr 2000 stammt, ist
das rechte Foto erst in diesem Sommer aufgenommen.
Deutlich zu sehen, die Bahnsteige sind modernisiert und gepflastert. Mittlerweile
ist auch die handbediente Schranke in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof
Tolna - Mösz verschwunden und durch eine halbautomatische Anlage
ersetzt. Einige, vor zwei oder drei Jahren noch bediente Gütergleise
sind ebenfalls Geschichte.
Interessantes Detail: Es gibt aber noch einen Fahrdienstleiter, der den
Zug persönlich abfertigt und auch das Abfahrtssignal gibt. Wie lange
wird es dieses kleine Detail noch geben? (Holger
Mühlbach, 25.08.08).
"Feldbahn"
an Palinkabrennerei
 
Das es in Ungarn noch Waldbahnen und sogar Fischbahnen gibt, ist sicherlich
vielen Lesern bekannt. Auf der Suche nach einem guten ungarischen Palinka
fand ich in Siogard eine Brennerei, mit einer kleinen "Feldbahn". Das
Gleis führt direkt in die Brennerei hinein. Ist ein Kessel mit Schnaps
fertig destilliert, wird der Rest der Früchte in die Lore geschüttet und
dann anschließend nach draußen geschoben und in einem gemauerten Becken
abgelassen.
Die beiden Fotos zeigen das Gleis, wie es in der Brennerei verschwindet
und die Lore an dem Becken für die Reste (Holger
Mühlbach, 25.08.08).
Waldbahn
Gemenc
 
 
In diesem Jahr besuchte ich am 30.07.2008, mittlerweile schon traditionell,
die Waldbahn Gemenc. Ich hatte bereits im Internet gelesen, dass die Züge
ab dem Sommer nicht in Baranyfok enden, sondern in Kesselyüs. Grund
sind nach Aussagen der Touristinformation die umfangreichen Autobahnbauarbeiten
im Bereich Baranyfok. In Deutschland wäre das sicher ein Grund gewesen,
die Bahn stillzulegen, hier soll im nächsten jahr der alte Zustand
wieder erreicht sein.
Der ankommende Mittagszug war, wie auch nicht anders zu erwarten, sehr
gut besetzt. Das Umfahrgleis liegt nicht direkt am Hp. Kesselyüs,
sondern vielleicht 100 m in Richtung Wald. Vor einigen Jahren hatte ich
dort noch einen abgestellten Holzzug fotografiert (s. Foto oben links),
heute umfährt hier die Lok den Zug und drückt ihn anschließend
zum Haltepunkt zurück (Holger
Mühlbach, 25.08.08).
Talentierte
Flirts
 
Auf der ungarischen KBS 1 zwischen Györ und Budapest verkehren sowohl
Triebwagen des Typs "FLIRT" als auch des Typs "TALENT". Im ebenfalls an
dieser Strecke gelegenen Depot Komárom waren auch Triebwagen des Typs
"DESIRO" abgestellt.
Am 12.08.2008 pendelten u.a. 5341 027-0 und 5341 005-6 zwischen Komárom
und Budapest-Déli pu., aufgenommen in Komárom. 5342 008-9 und 5342 007-1
befinden sich am 14.08.2008 als Zug 4927 auf dem Weg von Györ nach Budpest-Déli
pu., aufgenommen zwischen Almásfüzito und Tata (Heiko
Müller, 19.08.08).
Modernisierung
der Verkehrsinfrastruktur mit Funkwerk-Technologie
Die Republik Ungarn modernisiert mit Unterstützung der EU ihre Verkehrsinfrastruktur
und setzt dabei auf Funkwerk-Technologie. Schon seit mehreren Jahren arbeitet
Funkwerk mit ungarischen Unternehmen bei der Ausstattung von Bahnhöfen
mit Informationssystemen und bei der Ausrüstung von Zügen mit
Kommunikationstechnik zusammen.
Jetzt wurden die weiteren Schritte beim Aufbau einer Verkehrsinfrastruktur
nach internationalen Standards und auf der höchsten technologischen
Entwicklungsstufe im Rahmen einer Fachtagung zusammen mit Repräsentanten
der ungarischen Regierung und dem ungarischen Botschafter in Berlin, Dr.
Sándor Peisch, erörtert.
Die Verkehrspolitik innerhalb der Europäischen Union muss Wege schaffen,
um für mehr Effizienz im Güter- und Personenverkehr zu sorgen
und so die Leistungsfähigkeit der Bahnverkehrssysteme im Hinblick
auf zukünftige Aufgaben zu erhöhen. Eine Voraussetzung dafür
sind einheitliche Transportverfahren und die Interoperabilität der
technischen Anlagen. Bei der Schaffung dieser Grundlagen hat Ungarn eine
Vorreiterrolle in Mittelosteuropa übernommen.
Schon seit 2003 arbeiten dabei ungarische Unternehmen mit dem Geschäftsbereich
Traffic & Control Communication von Funkwerk zusammen. So wurden gemeinsam
analoge und digitale Zugfunksysteme sowie ein Streckenfernsprecher für
die ungarische Bahn (MAV) entwickelt. Erste Pilotprojekte für die
akustische und visuelle Reisendeninformation sowie zur Videoüberwachung
von Bahnhöfen konnten in den letzten Jahren erfolgreich abgeschlossen
werden.
Jetzt wird diese langjährige Zusammenarbeit weiter vertieft. Dazu
wurde unter anderem kürzlich in Budapest von Funkwerk zusammen mit
der ungarischen Paracomtel die Funkwerk Ungarn Kft. gegründet. „Ungarn
ist in Osteuropa sicherlich das Land mit den besten Voraussetzungen, um
mittelfristig ein äußerst leistungsfähiges Bahnverkehrssystem
aufzubauen. Dazu wollen wir unseren Beitrag leisten“, so Funkwerk-Vorstand
Dr. Hans Grundner.
Von der ungarischen Regierung wird dabei der Ausbau der internationalen
„Transportkorridore“ priorisiert. In drei bis vier Jahren
soll dann die gesamte Bahninfrastruktur erneuert sein. Noch in diesem
Jahr wird das Ausschreibungsverfahren für die Umrüstung der
Kommunikationssysteme auf den internationalen Mobilfunkstandard GSM-R
abgeschlossen. Funkwerk ist auf dem Gebiet der mobilen und stationären
GSM-R Endgeräte für Bahnbetriebe seit Jahren Marktführer
in Europa (Pressemeldung Funkwerk AG, 16.07.08).
Raaber
Bahn auf 760 mm

 
Denkt man an die Raaber Bahn/GySEV, so fallen dem Eisenbahnbegeisterten
schwere Güterzüge und moderner SPNV im österreichisch/ungarischen
Grenzgebiet um Sopron/Ödenburg - natürlich auf Normalspur - ein. Bei den
Besuchern erfreut sich jedoch die nahe Ödenburg/Sopron und dem Neusiedler
See gelegene Schmalspurbahn von Fertöboz über Baratsag nach Nagycenk großer
Beliebtheit.
Als es Anfang der 1970er Jahre den Anschein hatte als würden alle Schmalspurbahnen
in Ungarn eingestellt werden, fiel der Beschluß diesen für die Wirtschaftsgeschichte
das Landes so wichtigen Institution ein Denkmal zu setzten. Die Raaberbahn
errichtete 1972 eine 3,6 km lange Schmalspurbahn vom Bf. Fertöboz zum
Schloss Szechenyi (Bf. Kastely nahe Nagycenk). Die Fahrzeuge wurden von
vielen ungarischen Schmalspurbahnen zusammengeholt - die nicht einzusetzenden
Loks-und Waggons wurden nahe dem Endbahnhof Nagycenk in einem Park aufgestellt.
Diese GySEV-Schmalspurbahn verkehrt an Wochenenden zwischen April und
Oktober - an besonderen Betriebstagen (im Jahr 2008 ca. 25 mal) ist Dampflokbetrieb
vorgesehen. Es verkehren 7 fahrplanmäßige Zugpaare - der Betrieb wird
von Kondern -und Jugendlichen unter Anleitung Erwachsener geführt. Von
Interesse auch die Vielzahl der eingesetzten Typen von Sicherungsanlagen
(Gunter
Mackinger, 15.07.08).
Staatliche
Waldbahn Csömöder/Lenti
 
 
Noch gibt es sie - aktive Waldbahnen in Europa. Zu dieser seltenen Spezies
gehört auch die staatliche Waldbahn Cösmöder/Lenti im Dreiländereck Ungarn/Kroatien/Slovenien.
Auf mehr als 100 km Strecke werden jährlich zwischen 30.000 und 40.000
Festmeter Holz zur weiteren Verarbeitung per Schmalsurbahn aus den Wäldern
geholt. Holzzüge verkehren etwar 4-5 mal pro Woche. Täglich dagegen gibt
es Personenverkehr von Mai bis September auf den Teilstrecken von Csömöder
nach Lenti bzw. Kistolmacs - an ausgewählen Tagen soger mit Dampfbetrieb
(Gunter
Mackinger, 15.07.08).
Umleitung
im Budapester Nahverkehr
Die Zeitung Reggel schreibt in
der Ausgabe vom 22.6.2008, dass die Triebwagen von Esztergom nach
Budapest wegen Rekonstruktionsarbeiten an der Nordbrücke bis 21.
9. 2008 umgeleitet werden. Ab der Station Obuda fahren sie zur Station
Kaszásdülö der HÉV Linie Szentendre – Batthány
tér und enden
in der Station Margit Sziget dirket an der Donau.
Die Nordbrücke stammt eigentlich aus den Jahr 1896 und konnte zuletzt
nur noch mit 30 km/h befahren werden. Jetzt sollen die Brückenträger
ausgewechselt werden. Ausführliche Bildberichte bei
Indóház und bei
VEKE (Matthias
Schenkel, www.donaulaender.at,
24.06.08).
Stadler-Werk
im Bau
Im Beisein von hohen Vertretern der ungarischen Politik wurde Ende Mai
der Grundstein für ein weiteres Stadler-Werk gelegt. Ab Ende 2008
werden zusätzlich zum leistungsfähigen Aluminium-Wagenkastenbau
in Bussnang TG auch am neuen Standort in Szolnok Wagenkästen hergestellt.
Durch die grossen Exporterfolge war Stadler bisher gezwungen, jährlich
über 100 Wagenkästen für den ausländischen Markt extern
herstellen zu lassen. Diese werden mit dem neuen Werk wieder durch Stadler
selbst produziert. Im Endausbau können alleine in Szolnok 200 Wagenkästen
pro Jahr gefertigt werden und das Werk wird etwa 200 Personen beschäftigen.
Ein Teil der neuen Mitarbeitenden wird in der Schweiz ausgebildet.
Der Entscheid für den Bau des Werks wurde gefällt, da Ungarn
für Stadler als einer der strategisch wichtigen Märkte gilt.
Die ungarischen Staatsbahnen MAV haben bei Stadler bisher insgesamt 60
FLIRT (Flinker Leichter Innovativer Regional Triebzug) bestellt. Die erste
Serie von 30 Zügen ist inzwischen in Betrieb. Der Grossteil der Wagenkästen
für die zweiten 30 FLIRT wird nun im neuen Werk hergestellt, welches
ausschliesslich Aufträge von ausserhalb des Heimmarktes Schweiz abwickeln
wird. Mit dieser Investition werden die Kapazitäten ausgebaut, es
findet keinerlei Verlagerung aus der Schweiz statt. Vielmehr generieren
die vielen Exporte zusätzliche Wertschöpfung in der Schweiz
(Pressemeldung Stadler, 05.06.08).
|