| Ägypten:
Reisebericht vom Januar

 
 
 
Während eines zweiwöchigen touristischen Ägyptenaufenthalts kam ich wider
Erwarten mit dem Eisenbahnsystem in Berührung. Aus dem "Roten-Meer-Gebirge"
nach Qena führt eine eingleisige Güterstrecke, welche die Abbaubetriebe
mit der Hauptstrecke im Niltal verbindet. Kurz vor Qena stand eine Doppellok
mit einem Güterzug, an dessen Ende sich ein amerikanisch anmutender Begleitwagen
befand. Auch das Bahndienstfahrzeug wurde auf dieser Strecke fotografiert.
Zwischen Qus und Luxor wird auf weiten Flächen Zuckerrohr angebaut. Ein
weitverzweigtes Netz von schmalspurigen Feldbahnen versorgen die in Qus
ansässigen Zuckerfabriken mit dem Rohstoff. Am Morgen des 16. Januar konnten
im Vorbeifahren mindestens acht Lokomotiven verschiedenster Bauart mit
z.T. langen Zügen im Einsatz beobachtet werden.
Schließlich noch ein Blick von einem Nilkreuzfahrtschiff auf die Strecke
Luxor-Assuan. In Höhe von Al-Gaafra passiert eine DE2550 mit ihrem Personenzug
das Kreuzfahrtschiff Richtung Assuan. Nur an dieser Stelle ist die Bahn
vom Schiff aus so gut zu sehen.
Häufig wird angenommen, die Formgebung des ICE wäre in einem
Designlabor und im Windkanal entstanden. Neueste archäologische Untersunchungen
haben aber ergeben, daß die Urform des ICE bereits vor mehr als
3000 Jahren in Ägypten entwickelt wurde. Das 1:3-Modell des für
den Schnellverkehr Ramses III. vorgesehenen Triebkopfes kann noch heute
im Kom Ombo-Tempel in Oberägypten besichtigt werden (Michael
Rother, 25.01.07).
Algerien:
Flirt-Triebzüge der SNTF werden verschifft
 
 
Die
Société Nationale des Transports Ferroviaires (SNTF) beschafft
64 vierteilige Triebzüge des Typs FLIRT (Flinker Leichter Innovativer
Regional Triebzug) im Auftragswert von rund 600 Millionen Schweizer Franken.
Die Auslieferung beginnt im 2. Halbjahr 2008 und dauert bis Ende 2010.
Die Fotos zeigen die Verladung am 10.07.08 auf ein Ro-Ro-Schiff (roll-on
roll-off) im Hafen von Savona. Anwesend waren der schweizer Konsul in
Genova, Gianfranco Fenini, und der Executive Vice President Marketing
& Sales von Stadler, Peter Jenelten (Maurizio
Tolini, www.tg-trains.com,
30.07.08).
Arabische
Emirate: Metro in Dubai mit 52 Kilometern Länge gestartet
Unser Bild zeigt die Dubai Metro an der
Sheikh Zayed Road, im Hintergrund die Station 'Mall of The Emirates'.
Foto obs/ Government of Dubai, Department of Tourism and Commerce.
Das weltweit längste vollautomatische Schienennetzsystem nahm am 09.09.09
in Dubai wie geplant seinen Betrieb auf. Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie
wird Seine Hoheit Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum, Vizepräsident
und Premierminister der VAE und Herrscher von Dubai, die neue Metro um
9 Uhr abends offiziell an der Station "Mall of The Emirates" eröffnen
und zusammen mit prominenten Gästen und Medienvertretern bis zur Station
"Rashidiya" fahren.
Zunächst geht die "Rote Linie" mit zehn der insgesamt 29 Stationen auf
einer Gesamtlänge von 52,1 km in Betrieb. Die "Grüne Linie" der Metro
(23,9 km) wird im Juni 2010 den erweiterten Verkehr aufnehmen. Das Projekt
kostet insgesamt 5,38 Milliarden Euro.
Mara Kaselitz, Direktorin des Dubai Department of Tourism and Commerce
Marketing (DTCM) in Deutschland, zum neuen Verkehrssystem: "Durch die
Metro beginnt in Dubai ein neues Mobilitäts-Zeitalter. Die Metro wird
die Umwelt und das Straßennetz spürbar entlasten und dem Transport in
Dubai eine ganz neue Dimension geben. Durch die günstigen Fahrpreise und
die lückenlose Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr mit Bussen
und Taxen werden Besucher und Einwohner der Weltmetropole Dubais entspannt,
staufrei und mit großem Komfort reisen. Dubai setzt mit der neuen Metro
in der modernen Personenbeförderung Maßstäbe für die Zukunft, insbesondere
für die Gestaltung des Nahverkehrs in der Nahost-Region."
Die Metro in Zahlen:
• Insgesamt 76 Kilometer langes Metro-Schienennetz mit 47 hochmodernen
und barrierefreien Haltestellen nach Inbetriebnahme der grünen Linie und
aller Stationen Mitte 2010.
• Über 500 Ingenieure und 10.000 Arbeiter arbeiten an der Fertigstellung
des Metro-Systems.
• Ticketpreise für die Metro liegen zwischen 1,80 AED (umgerechnet
ca. 0,35 Euro) für eine Kurzstrecke bis zu 3 Kilometern und maximal 6,50
AED (ca. 1,25 Euro) für die gesamte Streckenlänge.
• Park & Ride-Anlagen an den Stationen Rashidiya, Jumeirah Islands
und Al Qusais bieten Metro-Fahrgästen jeweils 3.000 bis 6.000 Parkplätze.
Um einen reibungslosen Weitertransport zu gewährleisten, stehen Pendlern
an allen großen Metro-Haltestellen Busse, Taxen und an den Creek-Stationen
auch Wassertaxen zur Verfügung.
• Die Züge haben drei Klassen: Die Silver Class und die Golden Class,
die sich im Platzkomfort unterscheiden, sowie die separaten Abteile für
Frauen und Kinder, die je nach Wunsch und Bedarf genutzt werden können.
• Die Road and Transport Authority erwartet, dass die 79 Züge der
Metro stündlich von bis zu 27.000 Pendlern genutzt werden, sobald das
Metroprojekt mit beiden Linien voll einsatzfähig ist.
• Jeder Zug hat 5 Waggons, in denen insgesamt bis zu 634 Passagiere
Platz haben.
• Die Metro wird mit einer Geschwindigkeit von durchschnittlich
45 km/h täglich zwischen 5:00 Uhr und 01:00 Uhr fahren (Pressemeldung
Government of Dubai, Department of Tourism and Commerce Marketing, 10.09.09).
Aserbaidschan:
Bau der Eisenbahnstrecke Baku – Kars soll 2012 abgeschlossen werden
Verlauf der Eisenbahnstrecke Baku - Kars mit dem
Neubau Achalkalaki - Kars. Grafik LOK Report Europa Reiseführer 2008/2009.
Aus georgischen und aserbaidschanischen Quellen verlautete am Montag (03.08.2009),
dass auf der derzeit im Bau befindlichen Eisenbahnverbindung Baku –
Tbilisi – Kars, welche eigentlich schon 2010 eröffnet werden
sollte, nun voraussichtlich im Jahr 2012 der Betrieb aufgenommen werden
kann.
Diese Bahnverbindung, ein gemeinsames Projekt der Staaten Türkei,
Georgien und Aserbaidschan, soll die drei Länder verbinden und eine
kurze Transportroute aus Zentralasien in die Türkei schaffen. Das
Projekt war initiiert worden, als die USA und die EU die Finanzierung
einer ähnlichen Verbindung verweigerten, sofern sie unter Umgehung
Armeniens geführt werden sollte.
Der Bau der Bahnverbindung begann dann im November 2007, als die Türkei
und Aserbaidschan die Finanzierung der Linie in ihren Ländern sicherstellten
und Aserbaidschan gleichzeitig einen 200-Mio.-$-Kredit an Georgien für
die Schließung der 29 km langen Lücke der Bahnverbindung in
Georgien zusagte.
Bidzina Bregadze, Direktor der Marabda-Kartsahi-Eisenbahn erläuterte,
dass die jüngsten Ereignisse in Georgien, einschließlich des
Krieges mit Russland im vergangenen Jahr, die Transferzahlungen beeinträchtigt
und somit das Projekt verzögert hätten.
Außerdem seien technische Probleme beim Bau der Bahnstrecke aufgetreten,
weshalb man sie teilweise neu trassieren musste, um z.B. einen nicht erschließbaren
Tunnel zu umgehen.
Die Gesamtkosten der 76 km langen Neubaustrecke werden mit 76 Mio. $US
beziffert. Der georgische Teil der Strecke führt durch das armenisch
beeinflusste Gebiet um Achalkalaki ca. 200 km südwestlich Tbilisi
an der georgisch-türkischen Grenze (Rüdiger
Lüders, Quelle www.asbarez.com,
07.08.09)
Australien:
Die ersten Lokomotiven der QR 3800 treffen im australischen Brisbane ein
 

Die Verladung der Lokomotiven erfolgte in Mannheim
im Lager der Firma GEKA Maschinenhandel und in Bremerhaven. Fotos Siemens,
GEKA.
Die
ersten Lokomotiven der Baureihe 3800 für die Eisenbahngesellschaft Queensland
Rail (QR) sind nach einem 43-tägigen Seetransport Ende Juni in Brisbane,
Australien, eingetroffen. Im Anschluss an die Inbetriebnahme im QR-Depot
Jilalan werden die ersten beiden Lokomotiven im August 2008 bei QR in
Betrieb gehen. Sie wurden im Siemenswerk München-Allach, Deutschland,
gefertigt und sind die ersten Loks von insgesamt 45 Neubauloks.
Der ursprüngliche Auftrag über zwanzig sechsachsige 25kV Schmalspur-Elektrolokomotiven,
den Siemens im März 2006 erhielt, wurde im Oktober vergangenen Jahres
um weitere 25 Lokomotiven erweitert. QR ist eine der größten Eisenbahngesellschaften
in Australien und wird die neuen Lokomotiven für Kohletransporte in der
Goonyella-Kohleregion in Queensland einsetzen. Mit einem Gesamtgewicht
von 132 Tonnen und effizienten elektrodynamischen Nutzbremsen ist die
Baureihe 3800 besonders dafür geeignet, die steilen Anstiege auf der Kohletransportstrecke
bewältigen zu können.
"Dies ist ein einfaches und gleichzeitig effektives Verfahren, das bei
500 Hin- und Rückfahrten pro Jahr Energieeinsparungen um bis zu 4500 kW
pro Zug ermöglicht und zugleich den CO2-Ausstoß jedes Jahr um 175.000
kg pro Zug senkt“, erläuterte Paul Bennett, Leiter von Siemens Mobility
in Australien. Auch der Wechselstromantrieb wurde im Gegensatz zum Vorgängermodell
3700 verändert. "Durch die Nachrüstung verlängert sich die Lebensdauer
der Lokomotiven um zwanzig Jahre", so Bennett. Die Auslieferung der letzten
Lokomotiven ist für Ende des Jahres 2010 geplant (Pressemeldung Siemens,
3 Fotos GEKA Maschinenhandel GmbH & Co. KG, 22.07.08).
Australien:
Erste Siemens Class 7100 für Pacific National im Einsatz
Die ersten von Siemens gefertigten elektrischen Lokomotiven Class 7100
für Pacific National, die größte private Eisenbahngesellschaft
Australiens, verkehren nun auf den Schienen in Queensland. Insgesamt bestellte
Pacific National 23 der elektrischen Frachtlokomotiven, die alle beim
Kohletransport zum Einsatz kommen werden. Gefertigt und getestet werden
alle Loks im Siemens-Werk in München-Allach.
Bei
der Schwerlastlokomotive Class 7100 handelt es sich um ein sechsachsiges,
132 Tonnen schweres Fahrzeug. Mit jeweils drei dieser Lokomotiven befördert
Pacific National Ganzzüge mit einem Gewicht von 12.720 Tonnen. Für
Züge dieser Gewichtsklasse wurden bisher bis zu fünf mit Gleichstrom
betriebene Lokomotiven benötigt. Die modernen Loks mit Wechselstrombetrieb
von Siemens mit einer Leistung von 4.000 kW und einer Höchstgeschwindigkeit
von 80 km/h ermöglichen es, diese Last nur mit drei Lokomotiven zu
befördern. Zwei Loks befinden sich an der Spitze des Zuges, die dritte
wird in der Zugmitte eingefügt. Eine gute Zugkraftausnutzung durch
optimierten Schleuderschutz, verbunden mit der effizienten Drehstromtechnik,
macht diesen Schritt möglich.
Zur
besonderen Ausrüstung des Zuges gehört die elektronisch geregelte
Druckluftbremse, die Electronically Controlled Pneumatic Brake (ECP).
Über eine elektrische Verbindung erhalten hierbei alle Waggons gleichzeitig
den Bremsbefehl ohne Verzögerung durch Druckänderungen in der
Druckluftleitung. Mit Hilfe dieses hochmodernen Bremssystems kommt ein
Zug mit fast 13.000 Tonnen Gesamtgewicht bei einer Geschwindigkeit von
80 km/h schon nach 650 Metern zum Stehen. Sonst übliche Bremsweglängen
sind nahezu doppelt so lang. Auch die dritte Lok ist über ein ECP-Kabel
angeschlossen und nicht funkgesteuert.
Darüber
hinaus konnte Siemens Mobility, neben einer deutlichen Reduktion der Wartungskosten,
auch den Energieverbrauch im Vergleich zu Vorgängerlokomotiven senken.
So werden nun durch den Ersatz fünf alter Loks durch drei neue bis
zu 2.100 kWh und durch die Netzrückspeisung weitere 4.500 kWh bei
einer Streckenlänge von rund 380 Kilometern gespart. Damit verringern
die Frachtlokomotiven die Energiekosten des Kunden, leisten aber auch
zusätzlich einen Beitrag für eine geringere CO2-Belastung (Pressemeldung
Siemens, 20.08.09).
Australien:
Frachtlok für Pacific National verlässt München-Allach

Pacific National, die größte private Eisenbahngesellschaft
Australiens, darf bald die erste von 23 elektrischen Frachtlokomotiven
Class 7100 in Empfang nehmen. Am 16. Februar hat die Lokomotive das Werk
in München-Allach verlassen und wird Anfang April im australischen
Brisbane eintreffen. Danach geht die Reise weiter zu den Kohleminen in
Queensland. Die restlichen 22 Lokomotiven werden im Laufe der nächsten
14 Monate ausgeliefert. Gefertigt und getestet werden sie im Werk von
Siemens in München-Allach, Deutschland.
Bei der elektrischen Frachtlokomotive Class 7100 handelt es sich um ein
sechsachsiges, 132 Tonnen schweres Fahrzeug mit einer Leistung von 4000
kW und einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Sie fährt auf
einer Spurweite von 1067 Millimetern. Pacific National will die leistungsstarken
Lokomotiven beim Kohletransport in Queensland einsetzen. Ihr effizienter
Antrieb und das regenerative Bremssystem ermöglichen einen geringeren
Energieverbrauch und eine deutliche Verminderung von CO2-Emissionen im
Vergleich zu Vorgängermodellen.
Neben dem im Jahr 2007 mit Pacific National unterzeichneten Vertrag hat
Siemens bereits mehrere Frachtlokomotiven Class 3700/3800 an die australische
Eisenbahngesellschaft Queensland Rail (QR) geliefert, die ebenfalls auf
den Kohlestrecken in Queensland zum Einsatz kommen (Pressemeldung Siemens,
26.02.09).
Bangladesh/Indien:
Wiederaufnahme des Reiseverkehrs Dhaka - Calcutta
Einem Bericht
der BBC zufolge wurde am 14.04.08 zum erstenmal seit über 40
Jahren wieder der reiseverkehr zwischen Calcutta in Indien und Dhaka in
Bangladesh aufgenommen. Der Zug befährt die 500 km lange Strecke
unter dem Namen "Maitreyi" oder "Freundschafts-Express".
Der Zugbetrieb war mit dem Krieg zwischen Pakistan und Indien 1965 eingestellt
worden. 1971 wurde das ehemalige Ost-Pakistan als Bangladesh selbstständig,
die Verhandlungen zur Wiederaufnahme des Zugbetriebs zogen sich bis ins
Jahr 2001 hin (Volker Starrock,
15.04.08).
Brasilien:
Stadler baut "Mega-Lok"
Stadler Rail baut für die brasilianische Cargo-Unternehmung MRS Logistica
S.A. die grösste und stärkste Zahnradlok, die weltweit je gebaut
wurde. Für die Güterstrecke von Sao Paulo zum Hafen in Santos
hat MRS bei Stadler sieben dieser Lokomotiven im Wert von rund CHF 60
Mio. (inkl. Reservematerial) bestellt. Zusätzlich wurde eine Option
für drei weitere Lokomotiven vereinbart.
Die Fahrzeuge werden in Bussnang gebaut und 2012/2013 ausgeliefert. Damit
konnte Stadler Rail dank ihrer hohen Innovationskraft einen weiteren Auftrag
gewinnen, bei dem 80% der Wertschöpfung in der Schweiz generiert
werden.
Stadler
Rail ist der weltweit führende Hersteller von Zahnradbahnfahrzeugen.
Peter Jenelten, Executive Vice President Marketing & Sales der Stadler
Rail Gruppe, freut sich sehr über diesen Auftrag für eine bisher
einzigartige Lokomotive: „Damit konnte Stadler Rail erneut ihre
hohe Innovationskraft unter Beweis stellen. Dank unseres erfahrenen Engineering-Teams
sind wir in der Lage, jedem Kunden massgeschneiderte Lösungen anzubieten“.
In den letzten Jahren baute Stadler unter anderem neue Zahnrad-Fahrzeuge
für die Jungfraubahnen, die Bayerische Zugspitzbahn, die katalanische
FGC, die griechische OSE oder die Matterhorn – Gotthard –
Bahn. Und im vergangenen Herbst erhielt Stadler ihren grössten Zahnradbahn-Auftrag
für Interregiozüge der Zentralbahn auf der Brüniglinie.
Die
grosse brasilianische Cargo-Unternehmung MRS-Logistica SA bestellte bei
Stadler Rail die sieben starken Zahnrad-Güterzugslokomotiven hauptsächlich
für schwere Eisenerzzüge. Bei der Güterstrecke von Sao
Paulo zum Hafen von Santos handelt es sich um eine 1600mm-Breitspurstrecke,
die eine 9 km lange, mit Zahnstangen ausgestattete Rampe aufweist. Mit
5'000 kW Leistung, 350 kN Anfahrzugkraft und einer Länge von fast
18 m pro Lok werden es die grössten und leistungsfähigsten Zahnradlokomotiven
sein, die es je gegeben hat. Zwei dieser Loks in Doppeltraktion werden
eine Anhängelast von 750 t auf den 104‰-Rampen befördern
können, womit sie um 50% leistungsfähiger sind als die heute
eingesetzten Lokomotiven.
Die
vierachsigen Lokomotiven besitzen zwei Drehgestelle. Diese verfügen
über je zwei Zahnradgetriebeanlagen, welche auf die 3-lammellige
Abt-Zahnstange eingreifen. Zur Unterstützung sind zwei separate Adhäsionsantriebe
vorhanden, welche in der Steigung ca. 25% der Traktionskraft erbringen.
Auf der mit 3kVDC elektrifizierten Strecke wird die moderne Traktionsausrüstung
dank ihrer Rekuperationsfähigkeit auch eine massive Energieeinsparung
ermöglichen (Pressemeldung
Stadler, 27.02.10).
Chile:
Eisenbahnmuseum Santiago de Chile
 
 
 
 
Das Eisenbahnmuseum in Santiago de Chile bietet interessante Ausstellungsstücke.
Bei der Lokomotive Nr. 3349 der Baureihe Z der Ferrocarriles Transandinos
de Chile handelt es sich um eine Adhäsions- und Zahnraddampflok der Bauart
Kitson-Meyer, die 1909 bei Kitson & co. in Leeds gebaut wurde und bis
1971 im Einsatz war. Sie wurde 1914 in den Werkstätten der FCTC in Los
Andes umgebaut. Die Baureihe Z war auf der meterspurigen Strecke von Los
Andes in Chile nach Mendoza in Argentinien unterwegs. Teilweise war die
Strecke mit Zahnstange mit drei Lamellen ausgerüstet. Auf 3.500 m Höhe
über dem Meer befand sich der Scheiteltunnel an der Grenze nach Argentinien.
Das vordere Triebwerk war ein reines Adhäsionstriebwerk mit vier gekuppelten
Achsen. Der Schornstein war für die Fahrten im Tunnel mit einem klappbaren
Umlenkrohr ausgerüstet, das jetzt zum Schutz gegen die Witterung außen
verschlossen ist. Das hintere Triebwerk bestand aus drei nicht angetriebenen
Laufachsen. Zwischen ihnen waren zwei angetriebene Zahnradachsen angeordnet.
Auch Deutsche Lokomotiven sind im Park mit dm Eisenbahnmuseum ausgestellt,
hier eine 1009 von Henschel & Sohn in Kassel, Baujahr 1935. Insgesamt
10 Lokomotiven wurden geliefert und bis 1969/1970 waren sie im Einsatz.
Die Fabriknummer lautet 22479, Höchstgeschwindigkeit 120 km/h, Gesamtgewicht
185 t, Stokerfeuerung. Ein ungewohnter Anlick ist die amerikanische Bauform
des Tenders an der Henschel-Lokomotive.
Auch Borsig ist mit der Baureihe 51, Lokomotive Nr. 439, vertreten. Die
Nr. 439 wurde 1907 in vierzig Exemplaren gebaut und hatte eine Höchstgeschwindigkeit
von 60 km/h.
An Hässlichkeit kaum zu überbieten ist die Nr. 407, die von 1905 bis 1907
in 70 Exemplaren von Borsig gebaut wurde. Die mittlere Achse hat keinen
Spurkranz (Martin Will, 20.10.07).
China:
Bahnlinie nach Lhasa bedroht die Zukunft Tibets
"Die neue Bahnlinie nach Lhasa und Chinas Wirtschafts- und Entwicklungspolitik
bedrohen die Zukunft Tibets, aber auch großer Teile Asiens."
Zu diesem Schluss kommt der neue Bericht der International Campaign for
Tibet (ICT). "Die Bahn steht für eine Politik, die die Bedürfnisse
der Tibeter in ihrem eigenen Land bewusst übergeht.", kritisiert
ICT-Geschäftsführer Kai Müller. Tibeter hätten keinerlei
Mitspracherecht in der Gestaltung ihres eigenen Landes, während Peking
mit der Sinisierung des Landes fortschreitet, die Tibeter an den Rand
der Gesellschaft drängt und überdies mit Projekten wie der Bahnlinie
die Erschließung der Bodenschätze auf dem Hochland von Tibet
vorbereitet. "Diese Großprojekte sind zudem massive Einschnitte
in die empfindliche Umwelt auf dem tibetischen Hochland, mit Folgen potentiell
für weite Teile Asiens", zeigt sich Müller besorgt.
Der
ICT-Bericht dokumentiert die dramatischen Veränderungen seit der
1999 begonnenen "Westlichen Entwicklungsstrategie" der chinesischen
Staatsführung. Prestigeobjekt dieser Strategie sei die Eisenbahnlinie
nach Lhasa, die, so der Bericht, die Ansiedlung von Han-Chinesen in Tibet
drastisch beschleunigt habe.
Seit Eröffnung der Strecke sind rund 1,5 Millionen Passagiere befördert
worden und nur 40% hiervon seien Touristen, der Rest seien zum überwiegenden
Teil chinesische Arbeitsmigranten. Das mit Abstand schlechteste Bildungssystem
in China - fast jeder zweite Tibeter ist Analphabet - führe dazu,
dass Tibeter im Wettbewerb mit den besser gebildeten Arbeitsmigranten
keine Chance auf dem Arbeitsmarkt hätten und auf diese Weise immer
stärker an den Rand der Gesellschaft gedrängt würden.
Grund
zu großer Besorgnis gebe auch die Politik der Zwangsansiedlung tibetischer
Nomaden. Offiziellen Angaben zufolge wurden in der "Tibetischen Autonomen
Region" (TAR) bereits 540.000 der insgesamt rund 800.000 Nomaden
angesiedelt. Mit fatalen Folgen für die Betroffenen: diese würden
ihrer Lebensgrundlage beraubt, seien gleichzeitig aber für den Arbeitsmarkt
ungenügend qualifiziert, was sie von staatlicher Hilfe abhängig
macht und zu einer entwürdigenden Lebensweise zwinge. Verloren gehe
stattdessen eine jahrhundertealte ökologisch nachhaltige Wirtschaftsweise.
"Diese Ansiedlungspolitik muss daher sofort gestoppt werden",
fordert Müller.
Die
"Westliche Entwicklungsstrategie" verfolgt auch handfeste wirtschaftliche
Ziele. Grosse Vorkommen an Eisenerz, Kupfer, Blei und Zink könnten
seit dem Bau der Eisenbahn deutlich kostengünstiger transportiert
werden. An der Ausbeutung der Rohstoffe sind auch ausländische Investoren
beteiligt, die erstmals in Tibet investieren dürfen. Der rasant wachsende
Tourismus sei ein weiterer bedeutender Wirtschaftsfaktor. Im Rekordjahr
2007 wurden über vier Millionen Besucher registriert. Im Quellland
der größten Flüsse Asiens könnten Berg- und Wasserbau
sowie der aufkommende Massentourismus massive Eingriffe in das sensible
Ökosystem auf dem Hochland nach sich ziehen, mit verheerenden Auswirkungen
für ganz Asien.
ICT
appelliert insbesondere an Geberländer der Entwicklungszusammenarbeit,
u.a. in Projekte der ländlichen Entwicklung, der Aus- und Weiterbildung
von Tibetern oder in die Vergabe von Mikrokrediten an Tibeter zu investieren.
Ferner müsse die chinesische Regierung dazu aufgerufen werden, alles
zu unterlassen, was zu einer irreversiblen Beeinträchtigung von Umwelt,
Kultur und nachhaltig praktizierten Wirtschaftsweisen führen könnte.
Der Bericht beschreibe Alternativen für eine nachhaltige Entwicklung
Tibets (Pressemeldung
International Campaign for Tibet Deutschland e.V., 29.02.08).
China:
Changchun
 
 
Am 12.01.08 waren in Changchun nur -16 °C, aber immerhin Sonnenschein.
So kann man auch ohne "Jing-Peng-Dampf" nette Eisenbahnbilder in China
machen (Rüdiger Lüders,
15.01.08).
China:
DF8 am Jingpeng-Pass
 
 
Am Jingpeng-Pass in China ist im April 2007 die QJ-Zeit vergangen. Stattdessen
werden DF8 als Helfer eingesetzt (Hans Schaefer, 01.05.07).
Costa
Rica: Stadtbahn für die Hauptstadt
Costa Ricas Hauptstadt San José soll bis 2009 die erste Versuchsstrecke
einer Stadtbahn erhalten. Auf der Grundlage einer Machbarkeitsstudie aus
dem Jahre 2004 soll ab Sommer 2008 eine 5,6 Kilometer lange Stadtbahn
im elektrischen Straßenbahnbetrieb zwischen dem Bahnhof Atlántico
und dem Ortsteil Curridabat gebaut werden.
Die Versuchsstrecke soll ab Mitte 2009 privat betrieben werden und Erkenntnisse
darüber bringen, wie eine solche Bahn die Transportprobleme zwischen
der Hauptstadt und dem Vorort Herédia lösen kann. Für
die Versuchsstrecke sind 40 Millionen $ veranschlagt (Horst
Schinzel, HS-Kulturkorrespondenz, 28.12.07).
Eritrea:
Dampf in Eritrea
 
 
Vom 21.02.2009 bis zum 01.03.2009 fand die von Dietmar Kramer organisierte
Fotozugreise „Dampf in Eritrea III“ statt. Zum Einsatz kamen neben den
in den 1915er und 1930er Jahren in Genua/ Italien gebauten Ansaldo B’B-Mallets
der Reihe 440 (440.008) und 442 (442.055), auch der 1927 von Breda in
Mailand gebaute B-Kuppler der Reihe 202 (202.002) auf der sehenswerten
afrikanischen Schmalspurstrecke zwischen Asmara und Massawa. Auch die
beiden betriebsfähigen Triebwagen, die Littorina (FIAT) Baujahr 1936,
der kleinere Motocarrello und die seit langem abgestellte Krupp Diesellok
27D (F. Nr. 3602) Baujahr 1957 mit MAN Motorisierung, versahen ihren Dienst
auf der 950mm Strecke ohne Probleme.
Bemerkenswert sind der Einsatz und das Engagement der Eritreischen Eisenbahner.
Der älteste diensttuende Lokführer ist 86 Jahre alt und viele seiner Kollegen
haben ein ähnlich hohes Alter. Sie bewegen ihre ebenfalls betagten Fahrzeuge
routiniert über diese außergewöhnliche afrikanische Gebirgsstrecke mit
Steigungen bis zu 35 Promille.
Da es keine durchgehende Zugbremse gibt, ist das Anfahren und Bremsen
für Fotohalte in den Steigungen mit hohem manuellen Aufwand verbunden.
Alle Wagen sind mit Bremsern besetzt und werden handgebremst!
Der ca. 13 km Abschnitt von Arbaroba bis zur Hauptstadt Asmara ist der
steilste Abschnitt und überwindet mit 5 Viadukten (darunter ist auch die
„Teufelsbrücke“), 7 Tunnels und diversen Kehrschleifen die ca. 300 Höhenmeter.
Ein Vergleich zu den Alpenbahnen braucht diese 950-mm-Schmalspurstrecke
keineswegs zu scheuen. So gab es auf diesem sehenswerten Abschnitt für
die Fotografen und Videofilmer auch einen Mehrzugbetrieb mit den Ansaldo
Mallets und der Littorina.
Obwohl Eritrea erst seit 1993 unabhängig ist und touristisch noch in den
Anfängen steckt ist, ist das Land auch abseits der Eisenbahn sehenswert.
Architektonisch sind die Hauptstadt Asmara mit der erhalten, italienisch
geprägten Kolonialarchitektur der 1930er Jahre, und die Hafenstadt Massawa,
mit seiner arabisch geprägten Architektur, sehr sehenswert. Die nächste,
von Dietmar Kramer organisierte Eritrea Reise, wird vom 10.-16.10.2010
stattfinden. Wer die Reise zu dieser sehenswerten „afrikanischen Alpenbahn“
einmal machen möchte, sollte sich den Termin schon einmal vormerken (Claus
Nossek, 16.03.09).
Eritrea:
Fototour zu den Eisenbahnen

 
 
In der Woche vom 12.-20. Januar 2008 organisierte Dietmar Kramer aus Braunschweig
eine Fototour zu den Eisenbahnen in Eritrea. Es fanden sich dann 19 Teilnehmer
aus 8 (!) verschiedenen Ländern zum dem Abenteuer „Darjeeling
von Afrika“ ein.
Zum Höhepunkt gehörte sicher der Ersteinsatz der kleinen Mallet
440.08 bis nach Shegereni. Dabei fuhr die 440.08 auch mit einem Güterzug
an der bekannten Teufelsmauer vorbei, ansonsten als Vorspann vor der großen
Mallet 442.55. Auch als nächtliches Fotomotiv im BW Asmara dienten
diese beiden Loks.
Weiterhin gehörten der Einsatz des Fiat Triebwagens „Littorina“
und an mehreren Tagen Doppelbespannung mit den Mallets 442.54 und 442.59
zum Programm.
Im Hafen von Massawa wurde auch der Zweikuppler 202.002 angeheizt und
auf dem Hafenzufahrtsgleis eingesetzt. So konnten in dieser Woche alle
betriebsfähigen Dampfloks in Eritrea in Aktion erlebt werden.
Die wichtigsten besuchten Orte waren Asmara, Arbaroba, Ghinda, Shegereni
und Massawa. Auf Grund der nebeligen Witterung im Bereich unterhalb Arbaroba
wurden statt im Bereich um Baresa und Ghinda hauptsächlich der spektakuläre
Teil vom Arbaroba nach Asmara befahren. Drei Tage wurde auch die Umgebung
von Massawa und dessen Hafen erkundet.
Die beiden Krupp Dieselloks standen in Ghinda bzw. Asmara in den Schuppen
hinterstellt. Ob diese einsatzfähig sind ist nicht herauszufinden
gewesen. Im Bahnhof von Massawa ist die 202.002 betriebsfähig im
Freien abgestellt. Es waren um Nefasit herum deutliche Bauaktivitäten
festzustellen wobei auch relativ moderne Baumaschinen und die beide Ural
Draisinen im Einsatz beobachtet werden konnten.
Die äußerst freundlich und geduldigen Mitarbeiter der Eisenbahnen
von Eritrea und die Aussicht auf den erneuten Einsatz der kleinen Mallet
440.008, lassen die Vorfreude auf die nächste „Kramer“
Tour im November 2009 steigen (Ralf
Götze, 09.02.08).
Indien:
Streckeneröffnung nach Kaschmir
Der erste Zug sollte einem Bericht
der BBC zufolge am Samstag, 11.10.08 in das von sowohl von Indien
als auch Pakistan beanspruchte Gebiet von Kaschmir. Die Linie startet
in dem von Indien verwalteten Teil Kaschmirs und könnte dramatische
Auswirkungen auf das Leben der Menschen dort haben.
Die 117 km lange Strecke soll Baramullah im Norden mit Qazigund im Süden
verbinden und könnte im Sommer 2009 in Betrieb gehen. Der 72 km lange
Teil von Anantnag nach Rajwansher via Srinagar ist schon fertiggestellt
und sollte nun am 11.10.08 eröffnet werden (Dr.
Volker Starrock, 13.10.08).
Indonesien:
Zuckersaison Java 2007
 
 
Hier ein aktueller Kurzbericht von Ende Juni zur diesjährigen Zuckerrohr-Erntesaison
auf der Insel Java in Indonesien. Auch in diesem Jahr stehen die Chancen
nicht schlecht wieder bis zu 50 Schmalspur-Dampflokomotiven bei den Zuckermühlen
beobachten zu können.
Die Zuckermühlen in der Reihenfolge von Ost nach West: (Sichtung Anzahl
von eingesetzen Dampfloks) Asembagus (2), Olean (3), Semboro (2/4), Gempolkerep
(4), Merican (3), Karnigoro (1), Redjosarie (2), Poerwodadi (4), Pagottan
(2), Tasik Madu (3), Sragi (7), Sumberharjo (4), Pangkah (4), Jatibarang
(2), Tersana Baru (4).
Nur noch die Mühlen Asembagus, Olean und Sumberharjo betreiben Feldbahnen
mit Dampfbetrieb in die Felder, um so ihre Ernte einzufahren. In Tasik
Madu kam es im Vergleich zu 2006 zu einer starken Einschränkung der Feldbahn-Transporteistungen,
da die Verladung außerhalb des Werkes geschlossen wurde. Somit ist auch
die kleine Ortsdurchfahrt in dieser Erntesaison schon Geschichte.
Im Eisenbahn-Museum Ambarawa ist seit einiger Zeit die C12 18, eine 1'C
n2v Maschine von Hartmann aus Chemnitz, Baujahr 1896 mit der Fabriknummer
2152 wieder betriebsbereit vorhanden. Es dürfte sich um die älteste noch
betriebsfähige Hartmann-Lok überhaupt handeln, irrtümlich wurden Hohenzollern-Fabrikschilder
angebracht. Die Aufnahmen zeigen die Lok am 22.06.07 im Flachlandbereich
der Museumsstrecke von Ambarawa nach Jambu: Von Jambu nach Bedono im Zahnstangenabschnitt
verkehren nur die Kessler Maschinen (Dietmar
Kramer, 30.06.07).
Irak/Türkei:
Bahnverkehr Türkei - Irak wiedereröffnet
Nach Meldung der TCDD und irakischer Nachrichtenagenturen hat am Montag,
dem 12.10.2009 erstmals nach langer Unterbrechung wieder ein mit Stahl
und Zement beladener Güterzug aus der Türkei die Stadt Mossul im Nordirak
via Syrien erreicht. Befahren wurde die alte Bagdadbahn-Route über Nusaybin
(Norbert Tempel, 26.10.09).
Israel:
Reisebericht
 
 Bild
oben links: Bahnhofsschild Tel Aviv Savidor (Hauptbahnhof) oben hebräisch,
rechts unten arabisch, links unten lateinisch (hebräisch und arabisch
werden von rechts nach links gelesen). Bild oben rechts: Einfahrt des
Nahverkehrszuges nach Binyamina.
Bild unten links: Nahverkehrswendezug nach Modiin gezogen von der GEC-Alstom
Lok JT42BW Nr. 764 und Inter City nach Jerusalem Malha bestehend aus zwei
IC3 Garnituren mit je 3 Wagen. Bild unten rechts: Zentrale Anzeige auf
der Überführung zu den Bahnsteigen.
Die Israelischen Eisenbahnen bedienen 45 Stationen auf einem im Ausbau
befindlichem Netz mit 7 Linien und der Verbindung nach Dimona. Die meisten
Linien verkehren im Stundentakt, durch Überlagerung ergeben sich
im zentralen Bereich um Tel Aviv dichte Takte. Auf zweigleisigen Strecken
wird im Gegensatz zur Straße links gefahren.
Landschaftlich sehenswert sind die Strecken nach Jerusalem und nach Be'er
Sheva in die Wüstenstadt. Der Tel Aviver Hauptbahnhof Savidor hat
4 Bahnsteige mit 8 Gleisen und liegt wenig romantisch zwischen den Richtungsfahrbahnen
der Autobahn. Die Linie zum internationalen Ben Gurion Flughafen bei Tel
Aviv wird auch nachts im Stundentakt bedient. Allerdings ruht der Personenverkehr
am Sabbat von Freitag Nachmittag bis Samstag Abend vollständig. Unterschieden
wird zwischen Nahverkehrszügen und IC-Zügen. Die Preise in der
Einheitsklasse sind nicht zugkategorieabhängig. Als Fahrkarten dienen
kreditkartengroße Pappkarten mit Magnetstreifen in der Mitte auf
einer Seite, die sowohl beim Betreten als auch beim Verlassen des Bahnsteiges
in die Drehkreuze einzuführen sind (04.08.08).
Kanada/Vereinigte
Staaten: Reise durch Alaska und Kanada
 
 
 %7E1.jpg)
Vom 25.06. - 05.07.09 bereiste eine Gruppe europäischer Eisenbahnfreunde
im Rahmen einer vom Reiseunternehmen Intra-Express angebotenen Reise den
US-Bundesstaat Alaska sowie das Yukon-Territorium von Kanada. Ziel waren
alle schienengebundenen Bahnen in diesem Gebiet, das mehr als 5-mal so
groß wie Deutschland ist.
Erstes großes Ziel war die grenzüberschreitende White-Pass und Yukon-Railway,
die heute zwischen Skagway/Alaska und Carcross/Yukon auf 914mm-Schmalspur
einen rein touristischen Zugbetrieb anbietet. Dabei werden mit einer Diesel-Dreifach-Traktion
12 Waggons bergauf gezogen. Zweimal pro Woche wird auch Dampfbetrieb angeboten.
Zweites großes Ziel war die dem Bundesstaat Alaska gehörende Alaska-Railroad,
die eine Hauptbahn von Seward am Pazifik über Anchorage nach Fairbanks
betriebt. Hinzu kommt noch eine kurze Nebenbahn nach Whittier am Pazifik.
Diese Strecken werden im Sommer täglich von Personenzügen befahren. Starzug
ist dabei der Denali-Express Anchorage - Fairbanks, der am Denali-Nationalpark
entlangfährt und spektakuläre Blicke auf den 6194m hohen Mount Mc Kinley
ermöglicht. Viele Reisende machen dabei in Denali einen ein- oder mehrtägigen
Zwischenstopp (Werner Nüse, 14.07.09).
Kasachstan:
Zwei neue eurasische Transitwege verbinden China mit Europa
Dank seiner idealen Lage am Schnittpunkt der wichtigsten eurasischen Handelsrouten
entwickelt sich Kasachstan zu einem zentralen Transitzentrum. Mit dem
geplanten Bau von zwei neuen eurasischen Transitrouten erreichen Güter
aus China Europa in Rekordzeit.
• Schienenverkehr: Kasachstan und China planen den Bau
einer Zugverbindung, um die Transportkapazität zwischen zwei der wichtigsten
Wirtschaftsregionen zu erhöhen. Die Züge dienen dem Containertransport
und werden voraussichtlich 2’000 km pro Tag zurücklegen mit kurzen Stopps
alle 350-400 km. Güter aus China erreichen damit Osteuropa in 96 Stunden,
und die Lieferzeit von Shanghai nach Paris verkürzt sich auf 10-12 Tage.
Im Vergleich zum Schiffweg von Yokohama nach Frankfurt durch den Suezkanal
(21'500 km) und der Transsibirischen Eisenbahn (13'500 km) bietet die
neue Eisenbahnlinie (11'000 km) klare Wettbewerbsvorteile.
Die Entwicklung der Zugverbindung China-Westeuropa ist vielversprechend.
Das Handelsvolumen zwischen Europa und Asien steht zurzeit bei USD 700
Milliarden und steigt laut Schätzungen weiter an auf USD 1 Billion im
Jahre 2010. China hat 2006 knapp 3 Millionen Tonnen Fracht durch Kasachstan,
Russland und weitere Länder der Region transportiert, die eingehende Fracht
betrug 10 Millionen Tonnen.
Die Projektkosten betragen schätzungsweise USD 8-12 Milliarden, einschließlich
der Verlegung von ca. 6’000 km Geleisen durch Kasachstan, Russland, die
Ukraine und Weißrussland. Das kasachische Schienennetz wird um 2’500 km
vergrößert und die gesamte Infrastruktur wird modernisiert. Mit dem Transport
von 3’000 Containern täglich auf 15 Zügen in beide Richtungen wird das
Projekt erwartungsgemäß USD 3.5 Milliarden jährliche Einnahmen erzielen.
Weitere eurasische Transportwege im Schienenverkehr durch Kasachstan
1. Transsibirische Eisenbahn oder Nordkorridor der Transasiatischen Eisenbahn
(Westeuropa–Russland-China, Koreanische Halbinsel und Japan)
2. Südkorridor der Transasiatischen Eisenbahn (Südost-Europa–China und
Südost-Asien durch die Türkei, Iran und zentralasiatische Staaten)
3. TRACECA, Transport Corridor Europe-Caucasus-Asia (Osteuropa–Zentralasien
via Schwarzes Meer, den Kaukasus und das kaspische Meer)
4. Nord-Süd Linie (Nordeuropa–Golfstaaten via Russland und Iran)
•
Straße: Ein weiteres ehrgeiziges Projekt zum Ausbau des ost-westlichen
Warenflusses ist der Ausbau der Straßenverbindung von Westeuropa nach
China, welcher die Lastwagentransporte vervierfachen könnte. Die vorgesehene
Route verbindet die chinesische Hafenstadt Lianyungang mit St. Petersburg
und führt durch Kasachstan und Usbekistan. Die kasachische Regierung hat
bereits für USD 2.4 Millionen Machbarkeitsstudien und eine Evaluation
der Straßenbeläge, der Sicherheitsfragen und der Verkehrsintensität durchgeführt
(Pressemeldung Information Centre for Kazakhstan, www.kazakhstanlive.com,
06.12.07).
Kyrgysztan/Tadjikistan:
Gebirgsbahn Sülüktü - Proletarsk
 
Die schmalspurige, elektrische Gebirgsbahn Proletarsk (Tadjikistan) -
Sülüktü (Kyrgysztan) verkehrt nach wie vor. Es verkehren ausschliesslich
Güterzüge, mit denen vor allem Quarzsand befördert wird. Der Reiseverkehr
wurde 2005 eingestellt.
Die Strecke fängt an in Proletarsk in Nord-Tadjikistan und kreuzt bereits
nach 10 Km die Grenze mit Kyrgysztan. Ab dort fürt sie durch ein einsames
Tal bis zum Ort Kolczo. Hier befindet sich der Ladepunkt für den Quarzsand.
Ab Kolczo führt die Strecke mit eindruckvoller Schleifenentwicklung nach
Sülüktü in 1.300 m Seehöhe. Leider wird dieser Abschnitt nicht so
häufig befahren. Eingesetzt werden E-loks der Reihe PEC1 mit sechs Hochbordwagen
(Steven van Luyn, 18.10.07).
Libyen:
Weltweit größtes Eisenbahnprojekt läuft gut an
Libyen steht am Anfang eines großangelegten Projektes, das jahrelang
auf Eis gelegt war und nun mit voller Kraft vorangetrieben wird: über
3000 km Bahnstrecke sollen von Grund auf gebaut und rollendes Material
für Güter- und Personentransport soll erworben werden. Die Gesamtkosten
werden auf über sieben Mrd. Euro geschätzt. Das Projekt besteht aus zwei
Hauptstrecken: dem Verbindungsglied zwischen Ägypten und Tunesien entlang
der Küste, sowie einer Strecke Richtung Süden, die langfristig den afrikanischen
Markt anbinden soll. Die Hauptaufträge für zwei sich derzeit im Bau befindende
Teilstrecken wurden im Frühjahr 2008 an die chinesische CCECC (1,9 Mrd
Euro) und die russische RZD (2,2 Mrd Euro) vergeben.
14 von insgesamt 554 km russischer Teilstrecke zwischen Sirte und Benghazi
sind seit Beginn der Bauarbeiten vor zwei Jahren fertiggestellt und ca.
50 Weichen installiert worden, weitere zwei Jahre sind für das Projekt
vorgesehen.
Die chinesischen Teilstrecken - die westliche Küstenstrecke von Ras Jdeir
an der tunesischen Grenze nach Sirte, 650km, und die Nord-Süd Strecke
von der Küstenstadt Al Hisha nach Sebha, 810 km - sind bereits weiter
fortgeschritten, die italienische Finmeccanica hat über Tochtergesellschaft
Ansaldo STS einen 541 Mio. Euro-Auftrag für die Signaltechnik erhalten
(1.450 km).
Obwohl zwei Generalunternehmeraufträge vergeben sind, meldete die libysche
Seite großes Interesse an einer möglichen Zusammenarbeit mit österreichischen
Unternehmen an, da es den beiden Firmen an entsprechender Technologie
fehlt. Bedarf besteht in den Bereichen Signal- und Sensortechnik, rollendes
Material, Gleistechnik und Elektrifizierung der Schienen.
WKÖ-Präsident Christoph Leitl, der erst vor Kurzem mit einer Unternehmerdelegation
Libyen bereiste, spricht von "ausgezeichneten Chancen für die starke österreichische
Eisenbahn-Zulieferindustrie". Dies insbesondere, als ein Abkommen zwischen
Libyen und Österreich über die Zusammenarbeit im Eisenbahnsektor eine
gute Grundlage in diesem stark zentralisierten Land ist.
Vom 12. bis 14. Juni findet in Tripolis LIREX, die erste große Eisenbahnmesse
in Libyen, statt. Seitens der libyschen Behörden betont man die Bedeutung
der Messe, da derzeit einige Zulieferungsaufträge ausstehen und man sich
ein möglichst umfassendes Bild der interessierten Firmen machen möchte.
Eine Reihe europäischer Unternehmen versprechen sich ebenfalls viel von
der Veranstaltung; so wird die französische Wirtschaft angeblich gut vertreten
sein (Thales, Geodis, Geismar, Vinci u.a.). Insgesamt sollen sich bislang
ca. 50 Firmen angemeldet haben. Information und Formulare finden sich
auf der Internetseite: http://www.lirex.ly
(Pressemeldung Wirtschaftskammer Österreich, 22.04.10).
Malaysia/Singapur/Thailand:
Reisebericht
 
 
 
 
Am 25.01.2010 durchfuhr 4512 mit einem Kesselwagen-Ganzzug Ayuttayah Richtung
Norden. In Bangkok Hualampong Station (Hbf) findet sich ein Siemens-Dr-Stellwerk
mit original Bundesbahn-Lichtsperrsignalen. Im Bild ein Nachtschnellzug
Richtung Norden. In Sura Thani im Süden Thailands steht am Abend des 30.01.
eine V 160-Bauform (Henschel 1966) abgestellt. Im Bf von Nibong Tebal
(Strecke Butterworth - Kuala Lumpur) befindet sich das Stellwerk mitten
auf dem Bahnsteig; während einige Kilometer weiter südlich in Ipoh bereits
die Moderne Einzug gehalten hat (Blue Tiger vor Shuttle-Schnellzug am
02.02.). Die malaysischen Eisenbahnen (KTM) bauen derzeit übrigens die
gesamte Nord-Süd-Strecke massiv aus. Lok 6685 hat am 04.02. ihren Expreß
5 nach Singapur gebracht (Christian
Lüders, 09.03.10).
Marokko:
Casablanca wählt Alstoms Citadis für ihr zukünftiges
Straßenbahnnetz
Casa Transports, das mit dem Bau des Straßenbahnnetzes in Casablanca (Marokko)
beauftragte Unternehmen, hat Alstom einen Auftrag über die Lieferung und
Wartung von 74 Citadis-Straßenbahnen erteilt. Dieser Vertrag umfasst einen
Festauftrag in Höhe von ca. 120 Mio. Euro. Das Geschäft beinhaltet auch
Optionen über die Lieferung weiterer Züge sowie Wartung der Flotte über
einen Zeitraum von 15 Jahren. Der Gesamtwert dieses Vertrages, einschließlich
des Festauftrages, der Optionen und der Wartung, beläuft sich auf über
190 Mio. Euro.
Alstom Transport wird zweiteilige Citadis-Straßenbahnen mit einer Gesamtlänge
von 65 m liefern, eine Konfiguration, die den im Bau befindlichen Zügen
für Rabat entspricht. Dadurch können die Ersatzteil- und Wartungskosten
beider Netze optimiert werden. Die ersten Züge werden 24 Monate nach Inkrafttreten
des Vertrages an Casa Transports ausgeliefert, wo sie dann planmäßig im
Dezember 2012 den Betrieb aufnehmen sollen. Die 74 Citadis-Straßenbahnen
werden auf einer 30 km langen Strecke verkehren, die die Stadt in Ost-West-Richtung
durchquert. Sie sollen täglich bis zu 250.000 Fahrgäste befördern. Alstom,
das seit mehr als 40 Jahren in Marokko präsent ist, unterstützt den Ausbau
des marokkanischen Bahnnetzes, das ein entscheidendes Element in der Entwicklung
des Landes darstellt. Alstom hat bereits 27 Elektrolokomotiven seit 1992
an die ONCF (die marokkanische Staatsbahn) geliefert, und 20 Prima-Lokomotiven
der nächsten Generation werden zur Zeit gerade ausgeliefert.
Alstom hat auch das marokkanische Bahnnetz durch Verdoppelung der Gleise
auf der Strecke Fez-Meknes, die seit Juni in Betrieb ist, und durch Modernisierung
des Signalsystems über eine Streckenlänge von 900 km und an 60 Bahnhöfen,
einschließlich des Bahnhofs Casablanca, unterstützt. Alstom baut außerdem
gerade 22 zweiteilige Züge für die Straßenbahn von Rabat und ist an einem
Projekt zum Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Tanger und
Kenitra beteiligt, was Alstoms großes Engagement, Marokko mit innovativen
und umweltfreundlichen Transportlösungen zu versorgen, unterstreicht.
Bis jetzt wurden insgesamt 1.291 Citadis-Straßenbahnen von 32 Städten
weltweit bestellt, und über 60 weitere Städte planen Straßenbahn-Projekte
für die kommenden Jahre. Dank der erfolgreichen Transportlösung dieser
Straßenbahnen können wir nachhaltige Mobilität, Umgestaltung und Modernisierung
der Stadtzentren bei Erhaltung des Stadtbildes und gute Erreichbarkeit
der Städte bzw. Innenstädte erzielen (Pressemeldung Alstom, 21.11.09).
Marokko:
TAF-Züge für die Strecke Casablanca - Fès
 
Die marokkanische Eisenbahn ONCF (Chemins
de Fer du Maroc) kann das am besten ausgebaute Streckennetz Nordafrikas
vorweisen. Expresszüge verbinden Casablanca mit den Königsstädten Rabat
und Marrakech, mit dem Mittelmeerhafen Tanger und der Grenzstadt Oujda.
So wurden für den Betrieb zwischen Casablanca und Fès beim italienischen
Triebfahrzeughersteller Ansaldobreda 18 vierteilige elektrische Doppelstock
Schnellbahnzüge bestellt, die aus der Triebwagenfamilie "TAF" (Treno Alta
Frequentazione) stammen.
Für die Absolvierung mehrerer Testreihen im Klima-Windkanal der Rail Tec
Arsenal in Wien-Floridsdorf trafen am 12.04.07 im Schlepp der 1044 066
mit einem Motor- und Zwischenwagen zwei unbeschriftete Elemente einer
dieser bis zu 140 km/h schnellen Garnituren in Wien ein (Raimund
Wyhnal, www.bahnnews-austria.at,
14.04.07).
Weitere
Informationen zur Eisenbahnin Marokko: Pressemeldung
der ONCF (14.04.07).
Mauritius:
Reste des Eisenbahnbetriebs
 
Obwohl der reguläre Eisenbahnverkehr auf Mauritius bereits seit ca. 20
Jahre eingestellt wurde, findet man noch heute Erinnerungen daran. Im
Süden Mauritius im "La Vanille Crocodile Park" findet man diese Denkmallok,
die an den Privatbahnverkehr auf Mauritius erinnert (Holger
Mühlbach, Fotos S. Gruszka, Sammlung Holger Mühlbach, 12.11.07).
Mexiko:
Diebstahl von Schienen stillgelegter Strecken
Fünf Bahn-Manager sollen einem Bericht
des Spiegels zufolge in Mexiko über Jahre hinweg Schienen stillgelegter
Strecken im Wert von 140 Millionen Dollar gestohlen haben. Die
Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen vier beteiligte Firmen und fünf
verdächtigen Manager aufgenommen.
Es handelt sich um folgende Strecken:
• La Junta - Ciudad Juárez (Chihuahua) 385 km
•
Empalme - Axochiapan (Puebla) 109 km
•
Purísima - Regocijo (Durango) 55 km
•
Ocotlán - Atotonilco (Jalisco) 34 km
•
Caltzontzin - Uruapán (Michoacán) 6.1 km (Bernd
Vollmer, 11.06.10).
Myanmar
(Burma): Reisebericht
Am 10.11.06 konnte ich im Bw Bago folgende Beobachtungen machen:
• YD 964 (HU 12/2002) war mit frisch demontierten Treibstangen kalt
abgestellt und wohl nur wenige Tage davor noch im Einsatz.
Kalt und schon länger abgestellt waren:
• YB 508
• YB 534 (HU 7/2003)
• YD 974 (HU 1/2002)
• YC 630 (HU 3/2002)
• YC 629 (HU 6/1999)
• Nur noch als Rahmen existierte YB 501.
Bei der Anreise aus Yangon begegnete mir ein Güterzug mit Dampflok,
die ich aber nicht erkannt habe. Ansonsten kein Dampfbetrieb an den Tagen
10.-12.11.06 in Bago.
Ein besonderer Tipp in Myanmar ist die Gebirgsbahn Shwenyaung - Thazi,
die von 900 auf 1400 Meter ansteigt und dann auf 100 m abfällt und
mit vier Spitzkehren, einer Kehrschleife, wackeligen Brücken und
phantastischen Landschaften alles bietet, was eine Gebirgsbahn braucht.
Eine reichhaltige Gemüseernte führte zu langen Ladezeiten für
den GmP in Shwenyaung, Heho, Aungban und Kalaw. Ob die von dieser Linie
abzweigenden Strecken in Betrieb sind, blieb mir unklar (Christian
Tausch, 20.12.06).
Namibia:
Güterverkehr
 
Auf meiner Reise durch Namibia konnte ich einige der wenigen dort verkehrenden
Güterzüge im Bild festhalten. Der erste Zug ist auf der Strecke von Keetmanshoop
in Richtung Aus unterwegs, der zweite in Doppeltraktion aus Richtung Swakopmund
nach Otjiwarongo im Norden des Landes.
Die auf der Kapspur fahrenden Diesellokomotiven müssen teilweise recht
starke Steigungen bewältigen, so dass der Sound und die Abgasentwicklung
oft enorm sind (Jürgen Reichert,
21.07.08).
Paraguay:
Letzter Dampf in Encarnacion
 
 
Bild
1: Lok 60 rangiert vor der Verladestation in Encarnacion 05.04.2007. Bild
2: Lok 101 hat an diesem 05.04.2007 einen Ruhetag vor dem Lokschuppen.
Bild 3: Lok 524 steht nicht einsatzfähig hinter dem Lokschuppen. Bild
4: Lok 101 hat am 07.04.2007 Dienst in der Rangieranlage der Verladeanlage.
Bild 5: In Posadas steht diese O&K Lok auf einem Grünstreifen mitten in
der Stadt. Laut Info-Tafel hat sie das Baujahr 1897. Das Schild erinnert
an die Zeit, als Dampfloks mithalfen, die Entwicklung der Region voran
zu treiben. Fotos Jürgen Fadi.
Bei einem Besuch über Ostern 2007 in Encarnacion
an
der Grenze zu Argentinien fand noch ein wenig Dampfbetrieb statt. Morgens
um 7.00 Uhr fährt eine Lok mit dem Tender voraus zur Rangieranlage. Immerhin
sind es ca. 3 km vom Lokschuppen bis zur Verladestation. Der Streckenverlauf
ist in Google Earth gut zu "erahnen". Hier sollte man sich an der Flußbrücke
über den Fluß Parana zwischen Posadas und Encarnacion orientieren. Die
Rangieranlage befindet sich fast direkt am Brückenkopf auf der Seite von
Paraguay. Die Rückfahrt erfolgt normalerweise gegen 20 Uhr.
Wenn ein Zug mit Dünger aus Argentinien eintrifft, sind auch zwei Damploks
gleichzeitig im Einsatz. Ansonsten passiert nicht viel. Die Dampfloks
stehen sich die meiste Zeit die Radreifen platt. Nach der Befüllung mit
Soja wird der Zug um eine Wagenlänge weiter unter die Schüttanlage gedrückt.
Zum Schluß werden die befüllten Waggons wieder in die Anlage vorgezogen.
Dort werden sie dann per Diesellok in Richtung Argentinien abgefahren.
Die Rangieranlage befindet sich auf dem Firmengelände und wird gut bewacht.
Daher sollten Besucher vorher beim Chef um eine Fotoerlaubnis fragen.
Der Lokschuppen ist soweit frei zugänglich. Aber auch hier schadet ein
vorheriges Gespräch mit dem Personal wegen der Fotoerlaubnis nicht.
Der Grenzübertritt von Posadas nach Encarnacion ist mit einem Taxi recht
problemlos. Ein Taxi ist in Posadas unter der Telefonnummer 4502225 zu
bestellen, am besten nach Gabriel Carabasal fragen. Ein Grenzübergang
per Fuß über die Brücke ist nicht möglich. Es gibt zwar noch einen Fährübergang
von Posadas nach Paraguay, aber dann braucht man spätestens in Encarnacion
ein Taxi, um zu der Rangieranlage zu kommen (Jürgen
Fadi, 19.04.07).
Peru:
Hidroelectrica - Cusco
 
 
Am 23.10.2009 bespannte PeruRail-Lok 482 Zug 22 Hidroelectrica (bei Machu
Picchu) - Cusco. Die einstmals in Santa Teresa beginnende Strecke ist
dabei auf ihrem äußersten Abschnitt mittlerweile abgebaut.
Die Bilder zeigen den Zug vor Abfahrt sowie in der Ortsdurchfahrt Aguas
Calientes.
Mit IncaRail gibt es mittlerweile einen weiteren Anbieter auf der lukrativen
Strecke nach Machu Picchu. Am 24.10.2009 bestand Zug IR 4 dabei aus den
Triebwagen 903 + 914 (ehem. jugoslawischer Herkunft!) (Christian
Lüders, 05.11.09).
Peru:
Siemens elektrifiziert Erweiterung der Metrolinie Tren Urbano in Lima
Eine neue Hochbahn wird ab Mitte 2011 die bestehende Metrolinie Tren Urbano
in Lima um 11,7 Kilometer erweitern. Entlang von neun zusätzlichen
Stationen wird damit erstmals ein schienengebundenes öffentliches
Verkehrsmittel von den Vororten Limas bis ins Zentrum der Stadt führen.
Siemens Mobility wird für das Konsortium „Consorcio Tren Eléctrico
Lima“ (CTEL) die Elektrifizierung der gesamten Trasse übernehmen
und hat damit den Markteintritt in Peru geschafft.
Siemens Mobility rüstet die 11,7 Kilometer lange Streckenerweiterung
einschließlich der neun Bahnhöfe mit der kompletten Bahnstromversorgung
aus. Die auf Viadukt verlaufende Metrostrecke wird von der heutigen Endstation
Atacongo in nördlicher Richtung bis zur Station Avenida Grau, eine
der Hauptstraßen Limas, verlängert. Die besondere Herausforderung
bei diesem Auftrag ist die sehr kurze Projektlaufzeit von zwölf Monaten,
denn bereits Mitte 2011 soll der Betrieb aufgenommen werden. Neben der
Bahnstromversorgung beinhaltet der Lieferumfang eine Fernwirkzentrale
vom Typ Vicos RSC, die Oberleitungsanlage sowie die Telekommunikation
und das Fahrgeldmanagement.
Bei der Linie handelt es sich um die Erweiterung der bestehenden Metrostrecke
Tren Urbano, deren Planung und Bau bereits Ende der 80er Jahre begonnen
hatten. Statt der ursprünglich geplanten Streckenlänge von 24
Kilometern wurden damals nur 9,8 Kilometer mit sieben Stationen realisiert
(Pressemeldung Siemens, 21.04.10).
Südafrika:
Bombardiers Schnellbahnsystem für Johannesburg geht in Betrieb
Am vergangenen Wochenende wurde in Johannesburg offiziell die Eröffnung
des ersten Bauabschnitts des Gautrain-Nahverkehrssystems gefeiert. Gastgeber
der Veranstaltung war die Regierung der Provinz Gauteng. Zu den Gästen
gehörten neben der Premierministerin der Provinz Gauteng, Nomvula Mokonyane,
weitere Vertreter der Provinzregierung und der Aktionäre. Die Eröffnungsfahrt
mit dem in Südafrika Gautrain genannten BOMBARDIER ELECTROSTAR-Zug fand
zwischen dem Bahnhof Marlboro und dem O.R. Tambo International Airport
statt.
Am 8. Juni 2010 wird das System für den Linienverkehr freigegeben. Bombardier
hatte das Bauprogramm erheblich beschleunigt, damit Südafrika die Besucher
der Fußball-WM mit dem Gautrain willkommen heißen kann. Im Rahmen des
nun abgeschlossenen ersten Bauabschnitts werden fünf ELECTROSTAR-Züge
die Passagiere auf der 20 Kilometer langen Strecke zwischen dem Johannesburger
O.R. Tambo International Airport und dem Hotel-, Einkaufs- und Handelszentrum
Stanton befördern. Weitere Haltpunkte sind die Pendlerbahnhöfe Marlboro
und Rhodesfield.
Nach der für 2011 geplanten Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes
wird das Gautrain- Projekt aus einem 80 Kilometer langen zweigleisigen
Netz und zehn Bahnhöfen bestehen. Gautrain wird Südafrikas Wirtschaftszentrum
Johannesburg mit der Hauptstadt Pretoria und dem O.R. Tambo International
Airport verbinden.
Bombardier hat im September 2006 als Mitglied der Bombela Concession Company
den Zuschlag von der Regierung der Provinz Gauteng erhalten. Der Vertrag
umfasst die Bereitstellung eines integrierten Schienensystems mitsamt
einer Flotte von 96 ELECTROSTAR-Zügen, von denen ein Großteil in Südafrika
montiert wird. Weitere Lieferbestandteile sind das Zugsteuerungssystem
BOMBARDIER CITYFLO 250, Stromversorgungs- und -verteilungssysteme, Kommunikations-
und automatische Abrechnungssysteme, das Projektmanagement, der Gleisbau,
System-Engineering und -integration sowie Prüfung und Inbetriebnahme.
Bombardier wird während der ersten 15 Betriebsjahre in die Wartung des
Systems eingebunden sein.
Die enge Projektzusammenarbeit der Strategic Partners Group fördert den
Einsatz schwarzer Arbeitskräfte. Im Baubereich sind Bouygues Construction
und Murray & Roberts die Partner von Bombardier. Sie erstellen unter anderem
Tunnel, Bahnhöfe und das Wartungsdepot.
Das Design der ELECTROSTAR-Zugflotte wurde am Bombardier Transportation-Standort
im britischen Derby entwickelt. Dabei wurden 81 der 96 Fahrzeuge als sogenannte
„Flatpacks“ zur Endmontage nach Südafrika geliefert und nur die ersten
15 vollständig am Fertigungsstandort Derby montiert.
Ebenso wichtig wie der Gautrain selbst ist das damit verbundene sozialökonomische
Entwicklungs-programm SED (Social Economic Development). In dessen Rahmen
erfüllt Bombardier Anforderungen in Bezug auf die Beschäftigung lokaler
Arbeitnehmer und auf weitere lokale Wertschöpfung. Bislang hat Bombardier
alle diese Verpflichtungen erfüllt und wird die Vorgaben während der weiteren
Bauphase sogar übertreffen. Diesen Vorgaben entsprechend besteht das Bombardier-Projektteam
zu 90 Prozent aus südafrikanischen Mitarbeitern. Die verbleibenden zehn
Prozent sind internationale Fachkräfte, die sich in intensiven Programmen
zur Weitergabe von Fähigkeiten und zum Aufbau von Kapazitäten einbringen.
Im Zuge seiner Strategie der Verwurzelung in lokalen Märkten, engagiert
sich Bombardier dafür, nachhaltige Lösungen nach Südafrika zu bringen.
Ziel ist es, durch solche Produkte und Dienstleistungen die Zukunft der
Mobilität zu gestalten, die energiesparende Technologie mit bestmöglicher
Sicherheit, Zuverlässigkeit und Kosteneffizienz vereint (Pressemeldung
Bombardier, 08.06.10).
Südafrika:
Garratt in White River
 
Die beiden Fotos zeigen eine als "Denkmal" aufgestellte Garratt in White
River/Südafrika, aufgenommen am 15.04.2009. Scheinbar kümmert sich niemand
mehr um diese Lok, so dass sie teilweise von Pflanzen überwuchert ist.
Zu besseren Zeiten übernahmen diese Maschinen den Holztransport vom Bahnhof
White River in Richtung Nelspruit, nicht weit vom Krüger-Nationalpark.
Inzwischen erledigen LKW diese Aufgabe. Nur die Verladung auf den Lastwagen
findet noch am Bahnhof statt (Jürgen
Reichel, 28.04.08)
Syrien/Türkei:
Strecke Aleppo-Karkamisz
Nach Meldung des IBSE-Telegramms wurde am 22.12.2009 die grenzüberschreitende
Strecke Aleppo-Karkamis, Teil der ursprünglichen Bagdadbahn-Strecke, nach
etwa 30-jähriger Unterbrechung wiedereröffnet. Bereits am 8.1.2010 wurde
der planmäßige Reisezugverkehr mit einem zweimal pro Woche verkehrenden
Zugpaar Aleppo-Gaziantep wieder aufgenommen.
An Freitagen und Sonntagen soll eine moderne syrische Triebwagengarnitur
(gebaut in Südkorea), wie sie auch zwischen Aleppo und Damaskus eingesetzt
wird, um 5.00 Uhr in Aleppo abfahren und um 9.30 Uhr in Gaziantep ankommen.
Die Rückfahrt in Gaziantep soll am gleichen Tag um 20.30 Uhr starten.
Der Fahrpreis für die einfache Fahrt soll 9,61 EUR betragen (Norbert Tempel,
21.04.10).
Tunesien:
Verlängerung der Linie 4 in Tunis

Straßenbahn Tunis am
08.10.2009 während erster Schulungsfahrten. Foto Thomas Scherrans.
Nach knapp 2 Jahren Bauzeit wurde die Verlängerung der Linie 4 der Straßenbahn
Tunis (Métro léger) am 10.12.2009 eröffnet. Die neue Strecke verbessert
die Anbindung des Campus der Universität in Manobua an die Innenstadt,
ist 5 km lang und hat 8 Haltestellen, davon 2 Umsteigestationen zum Busnetz
der TRANSTU (Termianlstationen).
Am Ende befindet sich eine Kehranlage für die eingesetzten Zweirichtungsfahrzeuge.
Zwei neue Unterwerke, davon vorerst nur eins in Betrieb, speisen den neuen
Abschnitt. Die Oberleitung verfügt über zwei feste Tragseile und nachgespannten
Fahrdraht (Thomas Scherrans, 08.11.10).
Türkei:
Bahnhof Haydarpascha in Istanbul geht vom Netz
 
 
Früher als vorhergesehen soll der legendäre Bahnhof Haydarpascha
vom Bahnverkehr abgekoppelt werden. In Zusammenhang mit dem Bau der neuen
Hochgeschwindigkeitsstrecke Istanbul – Ankara und der Ertüchtigung
des Nahverkehrssystems mit dem neuen Marmaray-Tunnel unter dem Bosporus
soll der Abschnitt Haydarpascha – Gebze auf dem asiatischen Ufer
bereits am 8. Dezember 2008 für den gesamten öffentlichen Bahnverkehr
gesperrt werden.
Neben der Erneuerung der Nahverkehrsgleise soll die Trasse um ein durchgängiges
drittes Gleis für den Fern- und Güterverkehr erweitert werden.
Dafür werden viele Bahnbauten und Brücken, teils noch aus osmanischer
Zeit stammend, weichen müssen. Einige Fernzüge, darunter der
Taurus-Express mit Kurswagen ins syrische Aleppo verkehren bereits seit
dem Sommer nicht mehr. Die Ära der in Haydarpascha beginnenden legendären
Fernzüge nach Bagdad oder Teheran wird damit unwiderruflich der Vergangenheit
angehören.
Nach Fertigstellung des Projektes werden die Züge von Osten her nicht
mehr den Kopfbahnhof Haydarpascha anfahren, sondern an der neuen Station
Sögütlüçesme in den Untergrund abtauchen und durch
den Tunnel zum europäischen Ufer weiterfahren.
Das Bahnhofsgebäude von Haydarpascha soll zwar angeblich erhalten
bleiben – womöglich als First-Class-Hotel, wird aber durch
ein monströses Hochhausviertel „Manhattan“ massiv bedrängt,
der Hafen soll einer Marina weichen. Man plant zudem, die öffentliche
Zugänglichkeit des Geländes stark einzuschränken. Die türkische
Staatsbahn TCDD will mit den Erlösen einen Teil seiner ambitionierten
Schnellbahnpläne finanzieren. Die bisher bekannten Pläne (Power-Point-Präsentation)
lassen eine städtebauliche Katastrophe größten Ausmaßes
befürchten. Der vor 100 Jahren errichtete, an drei Seiten vom Wasser
umgebene Bahnhof kann von der Istanbuler Altstadt mit bloßem Auge
als Solitär am asiatischen Ufer des Bosporus erkannt werden.
Auch in der Türkei regt sich lebhafter Protest gegen diese unsensible
Kahlschlag-Politik von chinesischen Ausmaßen. Im Internet hatten
sich Ende Oktober bereits mehr
als 16.000 Unterzeichner dem Protest angeschlossen (Norbert Tempel,
01.12.08).
Türkei:
Istanbul
 
In Istanbul fährt noch die alte Straßenbahn ins Stadtviertel
Beyoglu-Pera zwischen Taksimplatz und Tuenel. Die Fotos zeigen die Straßenbahn
in Richtung Tuenel und den Bhf. Istanbul-Sirkeci, der europäischen
Endstation aus dem Jahre 1889 (Martin
Kubik, 26.05.07).
Türkei:
Museum der TCDD in Ankara
 
 
Die türkischen Eisenbahnen TCDD unterhalten in Ankara auf einem Gelände
neben dem Hauptbahnhof ein interessantes Eisenbahnmuseum. Die Ausstellung
war zu meinem Besuch am 05.04.2009 frei zugänglich.
Die insgesamt zehn Dampflokomotiven sind nicht wettergeschützt aufgestellt,
was man auch sieht. Dennoch ist der Zustand recht ordentlich. Es gibt
keine böswilligen Beschädigungen. Freiraum zum fotografieren ist genügend
vorhanden.
Lokomotiven deutscher Herkunft bilden die Mehrheit. Die 34 061, ein Dreikuppler,
wurde 1933 von Henschel gebaut. Acht Exemplare waren in der Türkei im
Einsatz. Die 44 015 ist vierfach gekuppelt und wurde 1912 von Vulcan gebaut.
Die Lok ist sehr fotogen aufgestellt. Man könnte denken sie wird gerade
bekohlt. Der laufachslose Fünfkuppler 55 047 wurde von Schwarzkopf 1924
gebaut. 45 Exemplare waren bei der TCDD im Einsatz. Die 56 504 hat Henschel
1943 gebaut. Insgesamt 53 Maschinen dieser Baureihe waren bei der TCDD
im Einsatz und erinnern sehr stark an die Deutsche 52.
Das Museum kann vom Bahnhof aus nicht direkt erreicht werden. Man muss
durch den Fußgängertunnel zur anderen Seite der Gleisanlagen und sich
dann nach links wenden (Udo Kunze,
22.04.09).
Vereinigte
Staaten: Bahn-Renaissance in den USA?
 
Newlands & Company, Inc. (NC3D) erarbeitet
mit der California High Speed Rail Authority (CHSRA) am Projekt einer
geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecke (high speed rail, HSR), die etwa
700 Meilen von San Diego im Süden nach Sacramento und der Bay Area
im Norden führen soll. Fotos California High Speed Rail Authority
by Newlands & Company, Inc (NC3D).
Die US-Wahlen vom letztem Dienstag stellen auch einen Wandel in der Verkehrspolitik
dar. Selbst im Autoland USA wird die Bahn mittlerweile als eine Option
gegen verstopfte Highways und zur Reduktion von Kohlendioxidemissionen
gesehen. Zudem lassen überlastete Flughäfen mit langwierigen
Sicherheitskontrollen einen 45-min-Flug schnell zu einer vierstündigen
Reise werden.
Im Wahlprogramm Barack Obamas werden Investitionen
in den öffentlichen Nahverkehr, in das halbstaatliche Eisenbahnunternehmen
Amtrak und die Unterstützung von High-Speed-Rail-Projekten angekündigt.
Versuchte
die Bush-Administration die Amtrak-Subventionen drastisch zu senken, ist
der designierte Vize-Präsident Joe Biden geradezu ein Eisenbahn-Fan.
Für seinen Arbeitsweg nach Washington nimmt er den Zug. Im Senat
setzte er sich regelmäßig für den Eisenbahn-Personenverkehr
und eine verbesserte Bahnsicherheit ein. Zudem veranstaltet er in seinem
Heimatstaat Delaware ein jährliches Weihnachts-Dinners für Amtrak-Crews.
Eine
Bahnreise im Northeast Corridor (Washington DC-New York-Boston) und den
angrenzenden Bundesstaaten ist schon heute eine angenehme Erfahrung und
einigermaßen schnell. Die Fernzüge in anderen Teilen des Landes
haben aber vor allem touristischen Wert. Neben einigen Inselbetrieben
z.B. den kalifornischen Capitol Corridor (Sacramento-Oakland (San Francisco)-San
Jose) gibt es kaum brauchbare Bahnverbindungen, auch wenn es auf lokaler
Ebene neue Light-Rail-Projekte gibt (z.B. mit Siemens Desiros in L.A.).
Ein Kernproblem besteht darin, dass die Gleise oft im Besitz privater
Güterbahnen sind. Amtrak-Züge werden zugunsten profitabler Güterzüge
auf Nebengleise geschickt. Mehrstündige Verspätungen sind die
Regel.
Am
Wahltag fanden auch einige Volksabstimmungen statt. So stimmten die Wähler
in Kalifornien, der Proposition 1A zu, in der es um die Finanzierung eines
High-Speed-Rail-Systems ging. Damit erhält die Planungsbehörde
ein Fond von 9 Milliarden Dollar, um mit dem Bau des Kernsegments von
San-Francisco nach Los Angeles zu beginnen. Dieses Geld ermöglicht
auch die Beantragung föderaler Mittel in Washington. Der Fond enthält
zudem 950 Millionen Dollar, um regionale Eisenbahnen als Feeder-Systeme
zu entwickeln.
Überraschend war der Ausgang der Abstimmung, weil US-Wähler
Großprojekten dieses Ausmaßes sehr skeptisch gegenüberstehen.
Doch hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass auch Highways Geld kosten.
Ein Vorteil des Projekts gegenüber neuen Straßen ist, dass
alte Wegerechte für Eisenbahnen bestehen und somit nur wenig Geld
in den Erwerb von Land investiert werden muss. Mit dem ersten Zugverkehr
wird in acht bis zwölf Jahren gerechnet.
Fakten, Videos und Animationen zu dem Projekt finden sich auf der Seite
der California High Speed Authority
(Falk Schützenmeister, Fotos
California High Speed Rail Authority by Newlands & Company, Inc, NC3D,
10.11.08).
Vereinigte
Staaten: Caterpillar-Tochter kauft EMD
Progress Rail Services hat am 01.06.10 eine definitive Vereinbarung mit
Berkshire Partners LLC und Greenbriar Equity Group LLC zum Kauf von Electro-Motive
Diesel (EMD) für 820 Millionen USD in bar unterzeichnet. Nach Abschluss
der Transaktion wird EMD eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von
Progress Rail, einer hundertprozentigen Tochter von Caterpillar Inc.
"Diese Akquisition ist der jüngste Schritt in unserer Strategie,
aggressiv in den globalen Bahnindustrie zu wachsen", sagte der Vice
Chairman von Caterpillar Doug Oberhelman. "Einschließlich der
heutigen Ankündigung und der Akquisition von Progress Rail, hat Caterpillar
seit 2006 über 2 Milliarden USD in das profitable Geschäftsfeld
Bahn und Transit investiert. Der Bahntransport hat sich als sehr effiziente
und nachhaltige Methode zur Verlagerung von Güterverkehr entwickelt
und wir sehen eine positive langfristige Zukunft für das weitere
Wachstum der Bahnindustrie."
Progress Rail Services ist einer der größten Anbieter von Schienen-
und Transportprodukten und Dienstleistungen in Nordamerika, einschließlich
Wartung und Reparatur, Triebwagenfertigung, Gleisbau und Signaltechnik
(Bengt Dahlberg/WKZ, Quelle Pressemeldung Caterpillar).
Vereinigte
Staaten: Wachstumsschub durch Ausbau des Hochgeschwindigkeitsverkehrs
Der geplante Ausbau des Schienennetzes mit Hochgeschwindigkeitszügen
in den USA könnte allein in den Regionen Los Angeles, Chicago, Orlando
und Albany bis zu 145.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Die in diesen
Regionen ansässige Wirtschaft könnte dadurch insgesamt bis zu
19 Milliarden US-Dollar mehr Umsatz pro Jahr erzielen. Gleichzeitig ließe
sich der CO2-Ausstoß um bis zu 2,8 Mio. Tonnen pro Jahr senken.
Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie,
die Siemens gemeinsam mit der U.S. Conference of Mayors, dem Interessenverband
von mehr als 1200 amerikanischen Städten, in Auftrag gegeben hatte.
Mit der Beteiligung betont Siemens sein starkes Geschäftsinteresse
an den Plänen der US-Regierung zum Ausbau der Infrastruktur auf Schienen.
„Hochgeschwindigkeitsverkehr ist der effizienteste und umweltfreundlichste
Weg, die Wirtschaftskraft dieser US-Regionen zu stärken. Wir sehen
uns in der führenden Marktposition und sind bereit, unseren Fertigungsstandort
in Sacramento auszubauen, um den Bedarf an modernen und schnellen Zügen
zu decken“, so Spartenchef Hans-Jörg Grundmann.
Zum ersten Mal sind nun für einzelne Städte und ihre Randgebiete
präzise Berechnungen über die die wirtschaftlichen und ökologischen
Folgen des US-Investitionsprogramms für Bahnverkehr verfügbar.
Diese können den Politikern und Städteplanern als konkrete Orientierungs-
und Entscheidungshilfen dienen. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse
der Studie bei der Jahrestagung der U.S. Conference of Mayors in Oklahoma
City. Deren Vorsitzender Tom Cochran sagte anlässlich der Veröffentlichung:
„Das Transportwesen ist das Rückgrat der amerikanischen Wirtschaft.
Unser Land kann global nicht wettbewerbsfähig sein, wenn wir es versäumen,
angemessen in unsere heimische Transport-Infrastruktur - insbesondere
in den Städten und deren Ballungsräumen - zu investieren.“
Das mit der Studie beauftragte Bostoner Institut Economic Development
Research Group (EDR) hat die Investitionsfolgen beispielhaft anhand der
vier Städte Los Angeles, Chicago, Orlando und Albany untersucht.
Alle vier Städte erhielten Zuschüsse aus dem staatlichen Förderprogramm,
für das die US-Regierung Investitionen in Höhe von rund 8 Mrd.
USD bereit gestellt hat.
Nach der EDR-Studie könnten im Großraum Los Angeles bis zu
55.000 neue Arbeitsplätze entstehen und ein zusätzlicher Umsatz
von bis zu 7,6 Mrd. US-Dollar pro Jahr erzielt werden. Für die Stadt
Chicago ergäbe sich ein Plus an 42.000 Arbeitsplätzen sowie
bis zu 6,1 Mrd. US-Dollar. In Orlando sieht die Studie bis zu 27.500 neue
Arbeitsplätze und 2,9 Mrd. US-Dollar zusätzlichen Umsatz. Und
für Albany liegen die Erwartungen bei bis zu 21.000 neuen Arbeitsplätzen
und bis zu 2,5 Mrd. US-Dollar zusätzlichem Umsatzvolumen pro Jahr.
Siemens-Studien belegen ferner, dass von der Einführung eines Hochgeschwindigkeitsnetzes
nicht nur Wirtschaft und Arbeitsmarkt profitieren könnten. Auch der
Umwelt käme der Ausbau des Schienen-verkehrs zugute: Die Berechnungen
zeigen, dass ein Hochgeschwindigkeitssystem die CO2-Emissionen des Verkehrs
allein in den vier untersuchten Städten um bis zu 2,8 Mio. Tonnen
pro Jahr senken und damit um ein Drittel reduzieren würden.
Als weltweit führender Anbieter von Mobilitätsinfrastrukturlösungen
ist Siemens mit seiner Division Mobility bereits heute erfolgreich im
amerikanischen Markt vertreten. Jede dritte Straßenbahn und jede
vierte Ampel in den USA sind von Siemens. Aus dem Werk im kalifornischen
Sacramento wurden seit 1984 über 1.000 Nahverkehrswagen für
17 Städte in Nordamerika geliefert. Der Standort wird derzeit von
rund 700 Mitarbeitern auf knapp 1.000 Beschäftigte ausgebaut. Zusätzlich
hat Siemens dort im Januar ein Grundstück von rund acht Hektar erworben,
um die Fertigungskapazitäten für den Bau von Hochgeschwindigkeitszügen
erhöhen zu können (Pressemeldung Siemens, 16.06.10).
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