| Verkehr
vom 23.07.10
Baden-Württemberg:
Gesamte S 21 Streckenführung in Planfeststellung enthalten
Die Deutsche Bahn hat im Planfeststellungsbereich 1.3 "Flughafenanbindung
und Rohrer Kurve" den gesamten Streckenabschnitt von Stuttgart-Rohr
bis Bahnhof Flughafen-Terminal einschließlich der S-Bahn-Trasse
durch Leinfelden-Echterdingen für das laufende Planfeststellungsverfahren
vorgesehen. "Ich habe mich immer dafür eingesetzt, dass die
Bürger von Leinfelden-Echterdingen sich bei der geplanten Streckenführung
in das Verfahren einbringen können", betont Wolfgang Drexler
MdL und Sprecher des Bahnprojektes Stuttgart-Ulm "damit ist klar,
das Thema Lärmschutz wird im Verfahren für den gesamten Streckenverlauf
geklärt".
Zwischen dem Bahnhof Flughafen-Terminal und der Rohrer Kurve werden in
verschiedenen Abschnitten Anpassungen an der bestehenden Trasse durchgeführt.
Im Zusammenhang mit der Ausnahme-genehmigung zur Nutzung der S-Bahn-Tunnelabschnitte
zwischen dem Bahnhof Echterdingen und dem Flughafen werden beispielsweise
die oberirdischen Streckenabschnitte mit einem derzeitigen Gleisabstand
von 3,80 Meter auf 4 Meter aufgeweitet. Diese Anpassungen stellen zwar
nach Auffassung der Deutschen Bahn keine wesentlichen Änderungen
zum Bestand dar, dennoch sind auch diese Abschnitte Bestandteil des Planfeststellungsverfahrens.
Für die Bürger besteht damit die Möglichkeit, Einwendungen
geltend zu machen, die dann im laufenden Planfeststellungsverfahren geprüft
und im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen entschieden werden.
Derzeit prüft das Eisenbahnbundesamt die eingereichten Unterlagen.
Der nächste Schritt in dem laufenden Planfeststellungsverfahren ist
die öffentliche Auslegung der Unterlagen. Die Bekanntgabe der Auslegung
wird durch das Regierungspräsidium Stuttgart erfolgen (Pressemeldung
Deutsche Bahn, 23.07.10).
Baden-Württemberg:
VCD fordert, sämtliche Bahnaufträge auszuschreiben
Der ökologische Verkehrsclub Deutschland e. V. (VCD) betrachtet den aktuellen
Fahrplan der Landesregierung für die Vergabe von Aufträgen im Schienenpersonennahverkehr
(SPNV) als hinfällig. Dies ist die Konsequenz eines Urteils des Oberlandesgerichts
Düsseldorf.
Demnach dürfen keine SPNV-Leistungen mehr ohne öffentliche Ausschreibung
an Verkehrsunternehmen vergeben werden. "Die Bundesländer werden
damit gezwungen, SPNV-Aufträge grundsätzlich europaweit auszuschreiben",
erläuterte der VCD-Landesvorsitzende Matthias Lieb. Das Instrument der
Direktvergabe habe damit endgültig ausgedient.
Die Landesregierung plane derzeit, besonders ertragreiche Regionalverkehrsstrecken
unter Umgehung fairer Wettbewerbsverfahren direkt an die Deutsche Bahn
(DB) zu vergeben. "Solche Verfahren sind nicht transparent und haben
immer ein Gschmäckle", sagte Matthias Lieb.
Nach dem jüngsten Gerichtsurteil könnten DB-Konkurrenten mit großer Aussicht
auf Erfolg gegen solche Direktvergaben und die Verschwendung von Steuergeldern
klagen. Nach Ansicht des VCD muss die Landesregierung ihren Wettbewerbsfahrplan
für die Zukunft des SPNV in Baden-Württemberg umgehend überarbeiten. "Der
Regionalverkehr muss - wie vorgesehen - in sinnvolle Netze und Strecken
aufgeteilt werden und dann ohne Ausnahme in Wettbewerbsverfahren ausgeschrieben
werden", erklärt Matthias Lieb. Nur so hätten alle interessierten
Bahnunternehmen gleiche Chancen, nur so würde sich das beste Konzept durchsetzen
und nur so könnten die Fahrgäste im Land dauerhaft mit einem attraktiven
und bezahlbaren Schienennahverkehr bedient werden.
Matthias Lieb: "Wettbewerb im Schienenverkehr führt wie überall in
der Wirtschaft zu besseren Angeboten bei geringeren Kosten. Die Strecke
Passau - München zeigt, welches Sparpotenzial die Landesregierung ungenutzt
lässt. Während die DB dort in der Vergangenheit 8,50 Euro pro Schienenkilometer
kassiert hat, fährt sie nach gewonnener Ausschreibung für 75 Cent pro
Kilometer." In Baden-Württemberg koste der durchschnittliche Schienenkilometer
aber immer noch mehr als 8,- Euro (Pressemeldung VCD Landesverband Baden-Württemberg
e.V., 23.07.10).
Bayern:
DB Regio Unterfranken überreicht den Kultur-Award 2010
Peter Weber (DB Regio Unterfranken), Wolfgang Beckmann
(Stellvertretender Einrichtungsleiter der Kinder und Jugendhilfe),Fabian,
Claudia Schönitz ,Dana, Marcel, Jane, Angela Langenstein (Schulleiterin),
Kevin, Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen.
Es ist mittlerweile schon Tradition, dass Regio Unterfranken für besondere
Leistungen im Schulbereich jährlich den KULTUR-AWARD vergibt. Dieses Jahr
war erneut die Wichern-Schule der Gewinner. Die Auszeichnung ist verbunden
mit einer Klassenfahrt mit der Bahn.
Peter Weber (Marketing, DB Regio Unterfranken): „Es ist beeindruckend,
was diese Schüler hier geleistet haben. Angefangen von den selbstgefertigten
Gemälden bis hin zu den Führungen – wenn man dabei zudem den sozialen
Hintergrund betrachtet, ist es umso erstaunlicher, wie großartig dieses
Projekt von den Schülern umgesetzt wurde. Diese Schüler haben sich diese
Auszeichnung verbunden mit der Ausflugsfahrt redlich verdient“.
DB Regio Unterfranken engagiert sich in vielfacher Hinsicht bei sozialen
Projekten; beispielhaft seien die Unterstützung von KIWI (Interessengemeinschaft
zur Förderung der Kinder der Würzburger Intensivstation), Aktion Regenbogen
und die Bahnhofsmissionen in Würzburg, Schweinfurt und Aschaffenburg genannt.
Mit der Wichern-Schule hat die Evangelischen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
(EKJFH) mit dem bayerischen Kultusministerium und den Verantwortlichen
der Regierung von Unterfranken eine Schule gegründet, die wohl einzigartig
in Deutschland ist. Hier werden Schülerinnen und Schüler unterrichtet,
die auf Grund einer Erkrankung im Krankenhaus liegen oder im Rahmen der
Jugendhilfe betreut werden und durch vielschichtige Probleme keine Regelschule
besuchen können. „Wir geben keinen auf“ – so lautet das Motto der EKJFH,
wie deren Leiter Prof. Gunter Adams betonte. Schon seit 1999 werden in
der Einrichtung in Grombühl Schüler unterrichtet, die bis dahin als „unbeschulbar“
gelten und massive Verhaltensauffälligkeiten zeigten (Pressemeldung DB
Regio Unterfranken, 23.07.10).
Bündnis
90/Die Grünen: Spitzengespräch Bahnhitze
Zum Spitzengespräch des Verkehrsausschusses mit dem Bundesverkehrsministerium
und der Deutschen Bahn AG am 22.07.10 erklärt Winfried Hermann, Vorsitzender
des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung:
Insgesamt
hat die Deutsche Bahn AG ad hoc auf die Störfälle an den Klimaanlagen
in den Zügen reagiert. Die mittel- und langfristigen Probleme blieben
allerdings ungeklärt. Dazu zählt die Frage, ob und wann die
DB AG neue Klimaanlagen in die Züge älterer Bauart, wie die
der ICE 2-Serie, einbauen wird. Unklar ist auch, ob der Konzern Reservekapazitäten
aufbauen wird, um in Ausnahmesituationen ausreichend Ersatzzüge für
die Reisenden bereitstellen zu können.
Einige
Fragen der Ausschussmitglieder wurden nur ausweichend oder gar nicht beantwortet.
Dazu zählen z.B.:
• Wird
die Deutsche Bahn AG einen Managementplan vorlegen, wie die technischen
Probleme künftig gelöst werden können?
• Wie wurden die Wartungsintervalle in den letzten 10 Jahren gestaltet?
Fanden Spreizungen bei den Wartungsintervallen statt?
Klar ist eins: die Deutsche Bahn hat massive technische Probleme. Es bedarf
dringend Investitionen in die Modernisierung und das Knowhow der Züge.
Dies wird nicht möglich sein, wenn der Bund künftig dem System
Schiene jährlich 500 Mio. Euro entzieht, um damit den Haushalt zu
sanieren (Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen, 23.07.10).
Nordrhein-Westfalen:
Brandschutzmaßnahmen in der Kölner U-Bahn
Die Nahverkehr Rheinland GmbH (NVR) hat der Stadt Köln Fördermittel
in Höhe von rund 1,14 Millionen Euro für Brandschutzmaßnahmen
in der Kölner U-Bahn bewilligt. Mit dem Geld werden Silikatplatten
in den Betriebsgängen der Streckentunnel finanziert, welche die derzeitigen
hölzernen Abdeckungen ersetzen werden.
In der Regel sind unter den Betriebsgängen elektrische Leitungen
in Kabeltrögen verlegt. Sollte es hier zu einem Kabelbrand kommen,
könnten die Holzabdeckungen Feuer fangen. Daher hat die Feuerwehr
Köln geraten, die hölzernen Abdeckungen gegen nicht brennbare
Silikatplatten zu ersetzen. Ein weiterer Vorteil der Silikatplatten ist
ihre Rutschfestigkeit. Dies ist daher für die Fahrgäste wichtig,
da die Betriebsgänge im Gefahrenfall auch als Fluchtwege dienen.
Darüber hinaus besitzen die neuen Brandschutzplatten eine hellere
Oberfläche als die vorhandenen Holzdielen und sind so besser wahrnehmbar.
Mit
dem Austausch der Platten soll im Spätsommer 2010 begonnen werden.
Die vom NVR bewilligte Summe entspricht 85 Prozent der veranschlagten
Gesamtkosten von insgesamt rd. 1,355 Mio. Euro. Die Restsumme übernimmt
die Stadt Köln (Pressemeldung
VRS, 23.07.10).
SPD:
Sicherheit der Passagiere der Deutschen Bahn darf nicht relativiert werden
Zum Gespräch über die aktuellen Probleme der DB AG mit Klimaanlagen
im Verkehrsausschuss erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe für Verkehr,
Bau und Stadtentwicklung der SPD-Bundestagsfraktion, Uwe Beckmeyer:
Die Bundesregierung muss die Pläne zur Ausschüttung einer Dividende durch
die Deutsche Bahn (DB AG) in Höhe von einer halben Milliarde Euro stoppen.
Die DB AG braucht das Geld für Investitionen in die Sicherheit der Fahrgäste
und eine gute Infrastruktur. Wir begrüßen, wenn Bundesverkehrsminister
Peter Ramsauer sich -- wie heute am Rande des Gesprächs -- positiv hinsichtlich
notwendiger Änderungen an den Plänen äußert. Nun müssen aber auch Taten
folgen. Bisher gilt der Beschluss des Bundeskabinetts -- unter Beteiligung
des Bundesverkehrsministers -- zur mittelfristigen Finanzplanung, wonach
bis 2014 jährlich eine halbe Milliarde Euro fest eingeplant ist.
Mit dem "Schwarzer-Peter-Spiel" zwischen DB AG und Bahnindustrie muss
Schluss sein. Die Bestellung eines neuen Zuges funktioniert nicht wie
der Kauf eines neuen PKW. Die Deutsche Bahn gibt als Besteller klare Vorgaben,
wie das neue Material auszusehen hat. Das ist in den Bauspezifikationen
festgeschrieben. Die DB muss ihrer Betreiberverantwortung nachkommen.
Wir rufen die Deutsche Bahn auf, die Betroffenen der Ausfälle von Klimaanlagen
in ihren Zügen großzügig und kulant zu entschädigen. Wir fordern, dass
die Nutzung der Servicehotline der DB AG künftig kostenlos ist. Es ist
ein Unding, wenn Opfer für notwendige Informationen noch teuer zahlen
müssen. Wir erwarten, dass den Opfern der Ausfälle von Klimaanlagen mit
Gesundheitsproblemen unbürokratisch und ohne den Nachweis von Krankenscheinen
geholfen und die Befristung von Reisegutscheinen aufgehoben wird.
Die aktuellen Probleme der DB AG bei den Klimaanlagen in Fernverkehrszügen
dürfen nicht relativiert und klein geredet werden. Sie können die Gesundheit
der Fahrgäste und die Sicherheit des Bahnverkehrs gefährden. Der Bundesverkehrsminister
behauptet immer noch, dass es "in der Regel keine sicherheitsrelevanten
Ereignisse, sondern lediglich komforteinschränkende Störungen" gibt.
Wir erwarten klare Antworten der DB AG zu Fragen des Eisenbahn-Bundesamtes
hinsichtlich der technischen Probleme und ihrer Konsequenzen für die Sicherheit
der Fahrgäste, die bisher den Mitgliedern des Deutschen Bundestags nicht
übermittelt worden sind.
Die bestehenden Probleme müssen schnell gelöst werden. Die Klimaanlagen
müssen zwingend in das Redesign (Generalüberholung) der ICE II-Züge aufgenommen
werden. Bisher hat die Deutsche Bahn lediglich eine Überprüfung der Frage
angekündigt (Pressemeldung SPD, 23.07.10).
Thalys:
Fans des „alten Thalys“ können Einrichtung bei Ebay ersteigern
Die Renovierung der Thalys-Flotte wird in diesem Jahr abgeschlossen und
alle Liebhaber, Sammler und Thalys-Fans können sich Erinnerungsstücke
der ersten Thalys-Generation sichern – im Online-Auktionshaus Ebay. Drei
Wochen lang, vom 25. August bis zum 18. September, stehen Sitze, Tische
und weitere Stücke zur Versteigerung bereit unter www.thalys.com/erneuerung.
120 Thalys-Einrichtungsgegenstände warten im Ebay-Shop auf Käufer, darunter:
10 Thalys-Sitze aus der 2. Klasse, 10 Einzelsitze aus der 1. Klasse, 20
Tischlampen „Cobra“, 10 Tische der 1. Klasse jeweils mit Lampe, 20 Abfallbehälter
und 50 Kopfkissen aus der 1. Klasse. Die Mindestgebote liegen bei jeweils
1 €. Die Erlöse kommen zu 100 Prozent dem Kinderhilfswerk Unicef zugute.
Highlight der Aktion: drei „Comfort 1“ Sitze wurden vom belgischen Graffiti-Künstler
Sozyone gestaltet Sozyone war bereits im Herbst 2009 einer der vier Graffiti-Künstler,
die anlässlich der Renovierung der Flotte im Pariser Bahnhof einen ganzen
Zug besprayten. Nun hat Sozyone sich auch dem Interieur gewidmet und exklusiv
für Thalys-Liebhaber drei Sitze aus der ersten Klasse mit einem neuen
Look versehen. Ab dem 25. August werden diese Stühle ebenfalls bei Ebay
versteigert.
Im Dezember wird die Modernisierung der Thalys-Flotte abgeschlossen
sein, ab Anfang 2011 verkehren ausschließlich renovierte Züge im Thalys-Netz.
Sie verfügen über ein neues, schnittiges Exterieur, bei dem eine chromglänzende
Linie über die gesamte Länge des Zuges die Schnelligkeit und Aerodynamik
des Zuges widerspiegelt. Innen hat ein französisch-belgisches Designer-Duo
den Zug neu gestaltet und für mehr Komfort gesorgt: ergonomische Sitze,
mehr Beinfreiheit und eine verbesserte Beleuchtung sorgen für eine angenehme
Reise in beiden Komfort-Klassen. In den Wagen der ersten Klasse steht
eine Business Lounge für Meetings von vier Personen während der Reise
zur Verfügung(Pressemeldung SPD, 23.07.10).
ZDF:
Störfallanalyse veröffentlicht
In der Sendung vom 20. Juli 2010 zitierte das ZDF-Magazin "Frontal
21" aus einer internen Störfallanalyse. Darin
heißt es: "Klimaanlage im ICE 846 ausgefallen. Reisende hatte
wegen zu großer Hitze von über 70 Grad Celsius in Wagen 27
Scheibe eingeschlagen. Weiterfahrt mit Reisenden nicht möglich."
Dies
wies die Bahn als in keiner Weise nachvollziehbar zurück (Der LOK
Report berichtete). Es seien 61 Grad Celsius in einem so genannten Energieversorgungsblock
der Klimaanlage festgestellt worden.
"Frontal
21" bleibt bei seiner Feststellung und
veröffentlicht die Störfallanalyse (Pressemeldung
VRS, 23.07.10).
Anmerkung
der Redaktion: Bei der Angabe "70 Grad" handelt es sich
um eine "Beschreibung" des Störfalles, aber offenbar nicht
um einen Messwert, der vom System festgestellt wurde. Ob der Wert subjektiv
empfunden oder physikalisch gemessen wurde, geht aus dem Protokoll nicht
hervor (23.07.10).
Verkehr
vom 22.07.10
Baden-Württemberg:
Neuer Internetauftritt für die Ausbaustrecke Karlsruhe - Basel
Ab sofort ist die neue Internetseite für das Großprojekt Karlsruhe-Basel
online. Unter www.karlsruhe-basel.de
finden Sie neben allgemeinen Informationen zum Projekt auch aktuelle Informationen
zum Stand der Planungen sowie den Bauarbeiten in den jeweiligen Streckenabschnitten.
Außerdem erfahren die Besucher Wissenswertes über Umwelt- und
Naturschutz, Technik und Innovation. Abgerundet wird das umfangreiche
Onlineangebot mit Streckenkarten, Vorher-Nachher-Visualisierungen von
geplanten Baumassnahmen sowie Broschüren und der Projekt-Newsletter
zum Download.
Einen besonderen Stellenwert erhält der Katzenbergtunnel, das größte
Einzelbauwerk der Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe - Basel. Hier besteht
für die Besucher die Möglichkeit sich über die spannende
Welt des Tunnelbaus zu informieren. Eine Bildergalerie sowie Videoclips
ergänzen anschaulich das Informationsangebot.
Die neue Internetseite zur Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe - Basel
ist neben dem regelmäßig erscheinenden Newsletter ein weiteres
Medium, um aktuell über Neuigkeiten und Wissenswertes im Projekt
zu informieren (Pressemeldung Deutsche Bahn, 22.07.10).
Bahn
für Alle: EBA setzt DB Fristen, Ministerium stellt sich unwissend
Das Bündnis Bahn für Alle stellt die beiliegenden Schreiben der Öffentlichkeit
zur Verfügung. Ziel des morgigen "Bahn-Gipfels" in der nicht-öffentlichen
Sitzung des Verkehrsausschusses muss es sein, auf Basis aller derzeit
verfügbaren Informationen aufzuklären. Insbesondere die Antworten auf
die Fragen in dem EBA-Schreiben vom 15.07.2010, die in Teilen mit Frist
zum 16.07.2010 von der DB AG zu geben sind, müssen dem Parlament und den
Bürgern umgehend bekannt werden.
In dem Schreiben fordert das EBA die DB AG unter anderem auf, Auskunft
darüber zu geben, welche Verfügbarkeit die Klimaanlagen in Fernverkehrszügen
der DB AG aufweisen und ob der DB AG Daten vorliegen, "ob diese Anforderungen
in Verbindung mit Ihrem Instandhaltungsregime erfüllt werden?"
Das EBA scheint Anlass zur Vermutung zu haben, dass das Instandhaltungsregime
der DB AG unzureichend ist.
Bahn für Alle fordert die im Bundestag vertretenen Parteien auf, auf Basis
der Antwort der DB AG oder anhand anderer oder weiterer einzuholender
Informationen konkret festzustellen, ob die DB AG in den vergangenen Jahren
Einsparungen in diesem Bereich vorgenommen hat, und wenn ja, in welcher
Größenordnung. Die gewählten Volksvertreter dürfen nicht länger zulassen,
dass der Zusammenhang geplantem Börsengang und der elementaren Vernachlässigung
von Gesundheits- und Sicherheitsinteressen der Fahrgäste länger geleugnet
werden kann.
Es liegt Bahn für Alle auch ein Bericht des Verkehrsministeriums zu dem
Thema vor. Dazu Carl Waßmuth, Verkehrsexperte im Bündnis und Mitglied
von attac: "Der Bericht ist denkbar dürftig. Er enthält nicht einmal ein
Datum. Die mittlerweile bekannte Dimension der Ausfälle von bis zu 50
Fernverkehrszügen wird durch Bezugnahme auf ein eine Woche altes Schreiben
des EBA verharmlost. Im weiteren behauptet das Ministerium, BMVBS 'keine
Aufsicht über die Eisenbahnen des Bundes auszuüben.' Tatsächlich ist der
Bund Alleineigentümer und kann den Kurs vollständig bestimmen."
Carl Waßmuth weiter: "Die konkreten Forderungen des Verkehrsministeriums
sind völlig unzureichend: So heist es ' Die DB AG erwägt für anstehende
neue Baureihen den Wert [für die Klimaanlagen] auf 40 bzw. 45 Grad anzuheben.'
- also nicht vor 2017. Bedeutet das für die Fahrgäste weitere sechs Jahre
ICE-Grill-Parties? Für den Bestand der Fernverkehrszüge gibt es auch kaum
mehr als vage Versprechungen: 'Die DB AG prüft jetzt, im Rahmen der laufenden
Generalüberholung der ICE-Reisezugflotte die Klimaanlagen in der ICE 2-Flotte
auf die neuen Anforderungen nachzurüsten.' Die Sendung "Frontal21"berichtet
von einem ICE, in dem 70 Grad gemessen wurden. Mit Einzelmaßnahmen im
Zuge einer Generalüberholung im Herbst kann dem nicht begegnet werden.
Der Bund als Eigentümer muss hier über eine ausserordentliche Aufsichtsratssitzung
sofort eingreifen und endlich das Heft selbst in die Hand nehmen. Und
das Parlament muss den Börsengang, zentrale Ursache der Probleme, endlich
endgültig absagen".
Weiterführende Informationen:
• Auskunftsersuchen
EBA zum Betrieb überhitzter Fahrzeuge
• DB
Fernverkehr AG zum Betrieb überhitzter Fahrzeuge
• Bericht
des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
• Winfried
Wolf: Vorsätzliche Körperverletzung im Sauna-ICE (Pressemeldung
Bahn für Alle, 22.07.10).
Bayern:
Infrastruktur im Dezember startklar für die Erweiterung des Nürnberger
S-Bahnnetzes
Der Ausbau des Nürnberger S-Bahnnetzes kommt planmäßig
voran. Nach nur 3 Jahren Bauzeit steht die Infrastruktur pünktlich
für den Einstieg in das neue Nürnberger S-Bahn-Konzept ab dem
Fahrplanwechsel im Dezember 2010 zur Verfügung. Über den Stand
des Ausbaus berichtete die DB Netz AG heute vor Vertretern des Bundesministeriums
für Verkehr, des Freistaates Bayern, der Bayerischen Eisenbahngesellschaft
(BEG) und des Nürnberger Verkehrsverbundes VGN.
Am 4. September 2007 unterzeichneten der Freistaat Bayern und die Bahn
den Bau- und Finanzierungs-vertrag für das S-Bahn-Ergänzungsnetz.
Das heute 67 Kilometer lange Netz der Nürnberger S-Bahn wächst
mit dem Ausbau von Strecken und Stationen auf das Dreifache: Künftig
fährt die S-Bahn auf 224 Kilometern mit 74 Stationen durch die Metropolregion.
S-Bahnverbindungen nach Ansbach, Forchheim/Bamberg, Hartmannshof und Neumarkt
(Oberpf.) kommen hinzu. Insgesamt werden über 500 Millionen Euro
investiert. Der S-Bahnausbau ermöglicht dichtere Zugfolge und mehr
Verkehr. Die Region Nürnberg mit ihren rund 2,2 Millionen Einwohnern
erhält damit einen schnellen, zuverlässigen und umweltfreundlichen
Nahverkehr.
Unter anderem in Nürnberg, Henfenfeld, Happurg, Hartmannshof und
Neumarkt können bereits die neuen S-Bahn-Stationen begutachtet werden.
Auf allen neuen Strecken wird derzeit intensiv gebaut. Zwischen Nürnberg
und Ansbach bedeutet das in den Sommerferien vom 31. Juli bis 14. September:
Busse fahren statt Bahnen. Für den S-Bahnausbau und Gleisbauarbeiten
auf 22 Kilometern ist die Strecke für sechs Wochen komplett gesperrt.
Für den S-Bahn-betrieb umgebaut werden Gleise und Weichen in den
Bahnhöfen Roßtal, und Ansbach, gearbeitet wird an weiteren
Stationen, an Signal- und Stellwerkstechnik. Zusätzlich zum S-Bahnausbau
werden die umfangreichen Gleisbauarbeiten zur Instandhaltung und Qualitätsverbesserung
auf der Strecke durchgeführt. Zwischen Ansbach und Nürnberg
ersetzen Busse den Regionalverkehr. Die IC-Linie Karlsruhe-Stuttgart-Nürnberg
wird über Treuchtlingen umgeleitet (Pressemeldung Deutsche Bahn,
22.07.10).
Bayern:
RSE übernimmt Neumarkt-St. Veit - Frontenhausen-Marklkofen
Zum 30.6., 0.00 Uhr nahm die RSE Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH mit Sitz in
Bonn eine weitere Eisenbahnstrecke in ihren aktiven Bestand mit auf. Es
handelt sich um die Strecke von Neumarkt-St. Veit nach Frontenhausen-Marklkofen.
Die Strecke wurde bereits im August 2006 erstmalig zur Übernahme durch
andere Eisenbahninfrastrukturunternehmen durch den Eigentümer Deutsche
Bahn Netz AG ausgeschrieben. Die seit 2009 geführten Verhandlungen, vornehmlich
mit der Südostbayernbahn in Mühldorf a.Inn, führten nun zielgerichtet
zum Abschluss eines Pachtvertrages. Dies beruhte auch besonders auf der
intensiven und fast schon kollegialen Kooperation zwischen Südostbayernbahn
und der RSE zur Verwirklichung dieses Projektes.
Das Bayerische Wirtschaftsministerium hatte bereits Anfang April die gemäß
§6 Allgemeines Eisenbahngesetz notwendige Betriebsgenehmigung auf die
kommenden 50 Jahre erteilt, kürzlich konnte sich nun auch die Aufsichtsbehörde
des Freistaates Bayern vom Zustand der Eisenbahnstrecke überzeugen und
erteilte am 24.6. die Genehmigung nach §7f AEG zur Betriebsaufnahme am
30.6.2010.
Die RSE betreut dieses Projekt zum ersten Mal in Bayern ohne lokalen Kooperationspartner,
und führt die Instandhaltung und Instandsetzung auf eigene Rechnung durch.
Der Betrieb und die Infrastruktur werden durch einen Örtlichen Betriebsleiter
der RSE überwacht. Der Eisenbahnbetriebsleiters der RSE Herr Dipl.-Ing.
Daniel Preis sagte, dass „für die kurz- bis mittelfristige Zukunft Brückenarbeiten
und der Austausch von etlichen Kilometern von Holzschwellen geplant sind,
der momentane Zustand aber ohne weiteres ein sicheres Befahren mit Eisenbahnfahrzeugen
zulässt“.
Die Strecke wurde 1875 in Betrieb genommen, der Personenverkehr endete
aber bereits 1970. Die Strecke ist ca. 23km lang und führt von Neumarkt
St.Veit über die Gemeinden Gangkofen und Trennbach nach Frontenhausen-Marklkofen.
Zur Zeit befährt täglich ein Güterzugpaar der Fa. DB Schenker Rail Deutschland
GmbH die Strecke, um die Abfallumladestation des Zweckverbandes Abfallwirtschaft
Südostbayern in Marklkofen zu bedienen. Weitere Güterverkehrsprojekte
sind für diese Strecke in Planung. Auch sporadische Personensonderzüge
sind denkbar, wie sie z.B. die Freunde der Eisenbahn mit Sitz in Mühldorf
in den letzten Jahren sehr erfolgreich durchgeführt haben.
Insgesamt betreibt die RSE damit in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen
und Bayern nun ca. 183 km Eisenbahnnebenstrecken und erhält somit wertvolle
Verkehrsinfrastruktur für die Regionen (Pressemeldung RSE Rhein-Sieg-Eisenbahn
GmbH, 22.07.10).
CNA:
Schaeffler Gruppe erhält Innovationspreis für das Train Support System
(TSS)
Den Innovationspreis „Intelligenz für Verkehr und Logistik“ verleiht das
Center for Transportation & Logistics Neuer Adler e.V. (CNA) zum achten
Mal an Unternehmen, die einen besonderen Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaftswachstum,
zur Sicherung von Arbeitsplätzen sowie zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit
der bayerischen Wirtschaft leisten. „Wirtschaftlichkeit und Sicherheit
der umweltfreundlichen Schiene als Transportweg können mit diesem System
noch weiter gesteigert werden“, betonte der Vorstandsvorsitzende des CNA
e.V., Jürgen Nutz bei der Überreichung des Preises an Bernd Gombert, Leiter
Mechatronik der Schaeffler Gruppe.
Bei der Preisverleihung vor rund 70 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft,
Wissenschaft und Medien am Unternehmenssitz der Schaeffler Gruppe in Herzogenaurach
würdigte der Erste Bürgermeister von Herzogenaurach, Dr. German Hacker,
die innovative Technologie als „wesentlichen Baustein zur Erweiterung
von Telematiksystemen im Schienenverkehr“.
Mit dem Generator-Sensor-Lager ist man - bevorzugt im Güterverkehr - in
der Lage, eine eigenständige autarke Energiequelle zu generieren. Für
das Train Support System hat die Schaeffler Gruppe darüber hinaus Elektronik
und Software entwickelt und mit dem Generator-Sensor-Lager zu einer On-Board-Unit
integriert. In Kombination mit einem Informationsmanagementsystem ermöglicht
das System Streckenbetreibern und Bahnunternehmen, die Sicherheit auf
der Strecke zu erhöhen und die Logistik zu optimieren.
Bisher konnten solche „On-Board-Units“ insbesondere im Güterschienenverkehr
nicht verwirklicht werden. Die Informationsund Datenbereitstellung bevorzugt
über Satellitentechnik funktioniert nur über ein eigenständiges und unabhängiges
Energieversorgungssystem. „Erst mit der Entwicklung des Generator-Sensor-Lagers
von Schaeffler steht dieses zur Verfügung. Die Nachrichtenkommunikation
per Satellit eröffnet dem Güterverkehr neue Möglichkeiten zur Optimierung
der Logistik, aber auch zur Erhöhung der Transportsicherheit“, so Bernd
Gombert, der sich mit seinem Team über den Preis freute.
Der Sonderpreis für „herausragende unternehmerische oder wissenschaftliche
Leistungen“ geht 2010 an AEbt Angewandte Eisenbahntechnik für das Projekt
International Requirement List“ (IRL), das die Zulassung von Eisenbahnfahrzeugen
in Europa deutlich vereinfacht.
Mit dem prämierten „Train Support System“ verfolgt die Schaeffler Gruppe
das Ziel das Generator-Sensor-Lager mit einer „On Board Unit“ und einem
Informationsmanagementsystem zu verknüpfen, welches unter anderem die
Möglichkeit der online Fahrplangenerierung, der Trassenführung, Prozess-
und Risikoanalyse, Ortsbestimmung, Verweildauer und damit einhergehend
die Kontrolle von abrechnungspflichtige Schienenstreckenabschnitten erschließt.
Die „On Board Unit“ stellt ein elektronisches Gerät dar, welches betriebseigene-
und satellitengestützte Daten erkennt, verarbeitet und an einen übergeordneten
Leitrechner weitergibt. Bisher konnten solche „On Board Units“ insbesondere
im Güterschienenverkehr nicht verwirklicht werden, weil keine autarke
Energieversorgung am Waggon für elektrische Informationseinheiten zur
Verfügung stand. Dies ist erst mit der Entwicklung des Generator-Sensor-Lagers
umsetzbar.
Durch das Zusammenfügen von Mechanik, Mikromechanik, Sensorik, Elektronik
und Software im Train Support System von Schaeffler sieht Bürgermeister
Hacker den Waggon von heute als „intelligenten, kommunizierenden, sicheren
und hoch effizienten Logistikbaustein.“
Die Neuentwicklung mache es einer Vielzahl Bayerischer Unternehmen möglich,
sich in die komplexe Entwicklung eines neuen Verkehrsleitsystems einzureihen,
so Hacker. „Sei es auf dem Gebiet der Elektronik, der Sensorik oder in
der Datenverarbeitung und deren Bereitstellung. Eine der Schlüsselkomponenten
ist das Generator-Sensor-Lager von Schaeffler.“ (Pressemeldung CNA e.V.,
22.07.10).
CNA:
Sonderpreis 2010 Angewandte Eisenbahntechnik in Nürnberg
 
Bei der internationalen Zulassungen von Eisenbahnfahrzeugen und –komponenten
ist der Marktzugang in der Europäischen Union (EU) auch 20 Jahre nach
Vollendung des europäischen Binnenmarktes noch immer erschwert. Die aktuell
geltenden Normen, technischen Spezifikationen der jeweiligen Schienen-Netze,
die betrieblichen Anforderungen, Rechtsvorschriften und unterschiedlichen
nationalen Sicherheitsanforderungen können von den Herstellern der Fahrzeuge
und den Betreibern bisher nur mit sehr hohem personellem und zeitlichem
Aufwand erschlossen werden.
Die AEbt Angewandte Eisenbahntechnik GmbH hat mit dem IRL-Projekt die
Beschleunigung und Vereinfachung des länderübergreifenden Zulassungsprozesses
für Eisenbahnfahrzeuge und –komponenten in Europa einen entscheidenden
Schritt voran gebracht. Besonders herausragend bei diesem Projekt ist,
dass fünf nationale Sicherheitsbehörden (aus Deutschland, Österreich,
Niederlande, Schweiz und Italien) sowie die jeweiligen Infrastrukturbetreiber
die europäische Idee in Eigeninitiative umgesetzt haben.
Die an dem Projekt beteiligten Behörden und Netzbetreiber haben sich unter
dem Namen Task Force Interoperabilität, kurz TFI zusammengeschlossen.
Um die internationale Bedeutung dieses Projektes aus der Metropolregion
Nürnberg zu würdigen, verleiht die Kompetenzinitiative CNA e.V. für diese
Leistung den „Sonderpreis für herausragende unternehmerische oder wissenschaftliche
Leistungen“ an die AEbt Angewandte Eisenbahntechnik GmbH zusammen mit
der Task Force Interoperabilität (TFI).
„Die IRL macht erstmals die unterschiedlichen nationalen Anforderungen
und Standards vergleichbar. Dies erhöht die Transparenz bei allen am Zulassungsprozess
beteiligten Partnern und leistet so einen wertvollen Beitrag zur Harmonisierung
des internationalen Zulassungsprozesses in der EU“, erläutert Jürgen Nutz,
Vorstandsvorsitzender des CNA e.V., die Entscheidung des Gutachtergremiums.
23 hochkarätige Bewerbungen um den Innovationspreis machten den Gutachtern
auch 2010 die Entscheidung wieder besonders schwer.
„AEbt setzt mit der International Requirement List neue Maßstäbe für ein
harmonisiertes Eisenbahn-system in Europa. Die hoch innovative IRL-Datenbank
sorgt für mehr Transparenz und erleichtert den produzierenden Unternehmen
den internationalen Marktzugang. Die Vereinheitlichung spezifischer technischer
Standards steht für Innovation, Qualität und Sicherheit auf höchster europäischer
Ebene. Über diesen herausragenden Erfolg eines mittelständischen Unternehmens
sind wir als Europäische Metropolregion Nürnberg besonders stolz“, gratuliert
Nürnbergs Wirtschaftsreferent und Geschäftsführer des Forums „Wirtschaft
und Infrastruktur“ der Metropolregion Nürnberg, Dr. Roland Fleck.
Die IRL beinhaltet etwa 10.000 Datensätze mit rund 1.000 Anforderungen
von acht beteiligten Organi-sationen, die aktuell in vier Sprachen abrufbar
sind. Sie beinhaltet Verweise auf rund 330 Normen, Richtlinien und Gesetze.
Der Entwicklungsaufwand für das Datenbank- und Softwaresystem, Internet-portal
sowie den Anforderungskatalog belief sich auf ca. 9.500 Mannstunden
„AEbt hat es geschafft die Anforderungen für die Zulassung von Eisenbahnfahrzeugen
aus fünf Ländern, vollständig nebeneinander zu stellen und damit Transparenz
zu schaffen. Das übergeordnete Ziel war es, nicht an Sicherheit des Eisenbahnfahrzeuges
zu sparen, sondern am Abwicklungsverfahren der Zulassung. Vorreiter bei
der europäischen Zulassungsvereinfachung sind die Mitglieder der Arbeitsgruppe
TFI mit ihren erzielten Ergebnissen, die AEbt als mittelständisches Unternehmen
mit erarbeitet hat, worauf wir sehr stolz sind,“ erläutert Norbert Schäfer,
Geschäftsführer von AEbt in Nürnberg. Vor Erstellung der IRL benötigte
ein Hersteller für die Zulassung eines Fahrzeuges, das von der Nordsee
über die Alpen bis zum Mittelmeer fährt insgesamt etwa 105 Aktenordner
mit unterschiedlichen Strukturen in den Sprachen der fünf Länder. Heute
sind es dank Cross Acceptance nur noch etwa 25 Aktenordner. Durch die
Zulassungsvereinfachung und schnelle Recherchemöglichkeit mit Hilfe des
IRL-Webportals können Hersteller, Eigentümer und Halter jährlich erhebliche
Kosteneinsparungen im fünf- bis sechsstelligen Bereich erzielen. Die Anwendung
hilft gleichermaßen Fahrzeugherstellern, Betreibern, Fahrzeugeigentümern
und Fahrzeughaltern.
Je nach Bedarf kann die IRL zukünftig z.B. um zusätzliche Sprachen oder
Fahrzeugkategorien erweitert werden, um weitere Länder und deren spezifische
Regularien in das Portal zu integrieren. Darüber hinaus ist die Erweiterung
auf Straßenbahnen (in Deutschland nach TAB-Verfahren) und U-Bahnen möglich
(Pressemeldung CNA e.V., 22.07.10).
Deutsche
Bahn: 500 Euro Schmerzensgeld für gesundheitlich beeinträchtigte
Fahrgäste
Die Deutsche Bahn zahlt allen Fahrgästen, die aufgrund ausgefallener
Klimaanlagen ärztlich behandelt werden mussten, ein zusätzliches
Schmerzensgeld in Höhe von 500 Euro in bar. Unabhängig davon
erhalten diese Fahrgäste 150 Prozent des Fahrpreises als freiwillige
Entschädigungsleistung in Form eines Reisegutscheins.
„Wir haben eine schnelle und unbürokratische Wiedergutmachung
angekündigt“, sagte Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender
der Deutschen Bahn AG. „Mit den jetzt beschlossenen Maßnahmen
halten wir Wort. Leider können wir damit die Vorfälle nicht
rückgängig machen, setzen aber alles daran, dies künftig
zu verhindern.“
Weiterhin gilt: 50 Prozent des Fahrpreises bietet die Bahn allen Passagieren
als Reisegutschein an, die massive Komforteinschränkungen durch ausgefallene
Klimaanlagen im ganzen Zug hinnehmen mussten. Die Anwendung der regulären
Fahrgastrechte, die beispielsweise bei Verspätungen zu Gunsten der
Bahnkunden greifen, bleibt davon unberührt.
Über die zentrale Anlaufstelle der DB, die nach den jüngsten
Vorfällen am vorletzten Montag eingerichtet worden war, sind bereits
über 2.200 Antragsteller im Gesamtwert von rund 130.000 Euro entschädigt
worden.
Mit Vorlage der Originalfahrkarte können DB-Kunden einen Erstattungsantrag
über die folgenden Wege stellen:
•
Per E-Mail: hitzewelle@deutschebahn.com
•
Per Post: DB Fernverkehr AG, Kundendialog, Stichwort „Hitzewelle“,
Postfach 10 06 13, 96058 Bamberg (Pressemeldung
Deutsche Bahn, 22.07.10).
Mecklenburg-Vorpommern:
Ostseeland Verkehr mit guten Servicewerten
Das Veolia-Verkehr-Tochterunternehmen Ostseeland Verkehr (OLA) punktet
mit Kundenfreundlichkeit und Service. Die Kundenzufriedenheitsanalyse
2009 hat erneut gute bis sehr gute Werte für die Ostseeland Verkehr
GmbH ergeben.
Die OLA erzielte in Mecklenburg-Vorpommern einen Gesamtwert von 1,6 (2008:
1,54). Damit erreichte das größte private Verkehrsunternehmen
im Land einmal mehr einen besseren Durchschnittswert als alle sechs Eisenbahnbetriebe
im Land zusammen, der bei 1,78 liegt (2008: 1,8). Im November letzten
Jahres wurden im Auftrag der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern
mbH (VMV) rund 1.000 Fahrgäste zu 14 verschiedenen Qualitätskriterien
im Schienenpersonennahverkehr befragt. Die repräsentativen Kundenzufriedenheitsanalysen
werden seit 2000 einmal jährlich durchgeführt.
Die besten Werte erreichte die OLA mit 1,3 bei der Freundlichkeit und
Kompetenz des Zugpersonals, 1,43 für die Pünktlichkeit und 1,47
für verständliche Informationen sowie 1,5 für das Sicherheitsempfinden
und den Fahrscheinerwerb im Zug. Keinen Einfluss hat die OLA auf den Zustand
und die Ausstattung der Bahnhöfe, die Anschlusssicherung sowie auf
das Sicherheitsempfinden auf den einzelnen Stationen. Dort wurden ausnahmslos
die schlechtesten Werte ermittelt, die sich dann auch auf die Gesamtnote
der OLA auswirken.
„Unsere Stärken liegen bei unseren Mitarbeitern und im Service“,
freute sich Geschäftsführer Dirk Fischer über die guten
Ergebnisse. „Preiswerte und faire Snacks sowie der Ticketverkauf
direkt am Platz, saubere und moderne Züge werden von den Fahrgästen
honoriert. Hohe Zufriedenheit spricht sich rum und zieht weitere Fahrgäste
auf den umweltfreundlichen Schienenverkehr“, unterstrich Fischer
den Anspruch des privaten Verkehrsunternehmens (Pressemeldung Veolia Verkehr
GmbH, 22.07.10).
Nordrhein-Westfalen:
Eröffnung Streckenabschnitt Blumenthal-Hellenthal
Am 01.08.2010 findet die Eröffnung des letzten noch nicht in Betrieb befindlichen
Teilstückes der Oleftalbahn (Kall nach Hellenthal in der Eifel) statt.
Von Blumenthal nach Hellenthal fahren dann seit 1997 wieder die ersten
öffentlichen Züge.
Ein Sonderfahrplan gilt für diesen Tag, daher bitte die Fahrplaninformationen
unter www.oleftalbahn.de
beachten (Pressemeldung RSE Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH, 22.07.10).
Nordrhein-Westfalen:
OLG hält Vertrag zwischen VRR und DB Regio für unwirksam
Der Vergabesenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf hält den
im November 2009 zwischen dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR (VRR)
und der DB Regio NRW GmbH (DB Regio) geschlossenen Vergleichsvertrag zum
Betrieb der Nahverkehrslinien im Rhein-Ruhrgebiet für vergaberechtswidrig.
Die DB Regio hatte am 12.7.2004 einen Vertrag mit dem VRR geschlossen,
mit dem die DB Regio die Nahverkehrslinien im Rhein-Ruhrgebiet bis Dezember
2018 betreiben sollte. Nachdem es zwischen beiden Unternehmen zu Streitigkeiten
gekommen war, der VRR teilweise Forderungen nicht beglichen und den Vertrag
gekündigt hatte, verurteilte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen
den VRR im Dezember 2008 zur Zahlung (vgl. die Pressemitteilung
des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen vom 19.12.2008).
Daraufhin hatten der VRR und die DB Regio Vergleichsverhandlungen aufgenommen.
Am 24.11.2009 schlossen sie dann einen Vergleichsvertrag, mit dem die
DB Regio die S-Bahn-Linien bis Dezember 2023 betreiben sollte. Außerdem
wurden weitere Änderungen vorgenommen (z. B. hinsichtlich Linienführung,
Zuglänge).
Die Abellio Rail NRW GmbH hat sich hiergegen gewandt und geltend gemacht,
der Vertrag von November 2009 sei vergaberechtswidrig. Die Vergabekammer
bei der Bezirksregierung Münster ist dem gefolgt und hat den Vergleichsvertrag
insgesamt für unwirksam erklärt (Beschluss vom 18.3.2010, Aktenzeichen
VK 1/10).
Auch der Vergabesenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf hält
den im November 2009 geschlossenen Vertrag für vergaberechtswidrig.
Die Bahnleistungen hätten nicht freihändig an die DB Regio vergeben
werden dürfen, sondern hätten ausgeschrieben werden müssen.
Es handle sich um ausschreibungspflichtige Dienstleistungen. So seien
Änderungsverträge dann als Neuvergabe anzusehen, wenn sich der
Vertragsinhalt, hier die Laufzeit des Vertrages, wesentlich ändere.
§ 15 Absatz 2 Allgemeines Eisenbahngesetz, der eine Ausschreibung
in das Ermessen der zuständigen Behörde stelle, sei nicht vorrangig
und schließe die Anwendbarkeit vergaberechtlicher Vorschriften nicht
aus.
Da das Oberlandesgericht Düsseldorf von einer Entscheidung des Oberlandesgerichts
Brandenburg abweichen will, das eine Ausschreibungspflicht wegen §
15 Absatz 2 Allgemeines Eisenbahngesetz in derartigen Fällen verneint
hatte (Beschluss vom 2.9.2003, Aktenzeichen Verg W 3/03 und Verg W 5/03),
hat der Vergabesenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf mit Beschluss
vom heutigen Tage die Sache dem Bundesgerichtshof zur Entscheidung vorgelegt.
(Beschluss des Vergabesenats vom 21.07.2010, Aktenzeichen VII-Verg 19/10)
(Pressemeldung Oberlandesgericht Düsseldorf, 22.07.10).
Sachsen:
Offizieller Baustart für Elektrifizierung der Strecke Reichenbach
– Hof
 
 
 
Jan Mücke, Parlamentarischer Staatsminster für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr, Bau und Stadtent-wicklung; Dr. Jörg Sandvoß, Vorstand
der DB Netz AG; Sven Morlok, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr und Artur Stempel, Konzernbevollmächtigter der Bahn
für den Freistaat Sachsen, führten den ersten Spatenstich aus und
enthüllten das Bauschild für die Elektrifizierung der Strecke Reichenbach
- Hof. Auf dem Göltzschtalviadukt kann der Zugverkehr zwischen Reichenbach
und Netzschkau nur eingleisig erfolgen, das zweite Gleis wurde bereits
in den letzten Tagen zurückgebaut. Mit seinem Gemälde der eingerüsteten
Göltzschtalbrücke setzte Dr. Ulrich Tröger, freischaffender Künstler aus
Langenstein bei Netzschkau, Akzente. Das eindrucksvolle Bild ist derzeit
in der Ausstellung zum Baugeschehen in der Ketzel's Mühle in Mylau zu
sehen. Fotos Volker Jacobi, Kai Michael Neuhold.
Am 10. Juli begann die Deutsche Bahn mit der Elektrifizierung des Streckenabschnitts
Reichenbach–Hof auf der Sachsen-Franken-Magistrale Dresden–Chemnitz–Hof–Nürnberg.
Für die Bauarbeiten auf dem mehr als 70 Kilometer langen Bauabschnitt
will die DB rund 120 Millionen Euro aus EU-, Bundes-, Landes- und Eigenmitteln
investieren. Dafür vollzogen heute Jan Mücke, Parlamentarischer
Staats-sekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung,
Sven Morlok, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit
und Verkehr, Dr. Tassilo Lenk, Landrat des Vogtlandkreises, Dr. Jörg
Sandvoß, Vorstand der DB Netz AG, und Artur Stempel, Konzernbevollmächtigter
der Bahn für den Freistaat Sachsen, den symbolischen Baustart.
Ende
2012 soll der Abschnitt von Reichenbach nach Plauen elektrisch in Betrieb
genommen werden und zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 die Elektrifizierung
gesamthaft bis Hof abgeschlossen sein. Renaturierungs- und andere ergänzende
Arbeiten dauern bis 2014 an.
Insgesamt
werden auf dem 73 Kilometer langen Streckenabschnitt rund 3.000 Oberleitungsmasten
gesetzt und 170 Kilometer Gleis mit Oberleitung überspannt. Hinzu
kommt der Aufbau der Bahnstrom-versorgungs- und Einspeisungseinrichtungen
in Hof und Plauen.
Darüber
hinaus sind Anpassungen an der bestehenden Infrastruktur notwendig. Da
unter einigen Straßen- oder Fußgängerbrücken, die
die Gleise überqueren, nicht genügend Platz für die elektrische
Oberleitung ist, müssen diese entweder abgebrochen und durch neue,
höhere Brücken ersetzt werden. An einigen Brücken werden
dagegen die Gleise um mehrere Zentimeter abgesenkt.
Die
Elektrifizierungsarbeiten gliedern sich in vier Projektabschnitte, die
aufgrund des engen Zeithorizonts zum Teil parallel geplant, genehmigt
und realisiert werden. Die zuständige Planfeststellungsbehörde
ist das Eisenbahnbundesamt, das für den ersten Abschnitt von Reichenbach
bis Herlasgrün (rund 10 Kilometer) bereits den Planfeststellungsbeschluss
erteilt hat. Der zweite Abschnitt führt von Herlasgrün bis Plauen
(rund 15 Kilometer), der dritte von Plauen bis Gutenfürst (Landesgrenze
Sachsen/Bayern, rund 35 Kilometer) und der vierte Abschnitt von Gutenfürst
bis nach Hof (rund 13 Kilometer).
Rund
16 Monate lang dauern die jetzt beginnenden Elektrifizierungsarbeiten
im ersten Projektabschnitt, in dem sich auch das Göltzschtalviadukt
befindet. Die Herausforderung dabei: Alle Arbeiten finden bei laufendem
Betrieb statt. Damit ist der Verkehr über die Göltzschtalbrücke,
also auch während der Bauarbeiten, eingleisig möglich. Das bedeutet,
dass die Arbeiten zunächst an der östlichen Seite realisiert
werden und danach das Gleis „umgeschwenkt" wird, um anschließend
Baufreiheit für die Westseite zu haben.
Die
weltbekannte Ziegelbrücke erhält im Zuge der Bauarbeiten auf
der Oberseite eine neue Fahrbahn-wanne, auf der sich die Fundamente für
die insgesamt 22 Oberleitungsmasten befinden. Aus diesem Grund müssen
zunächst die Gleise vollständig zurück gebaut werden. Im
Anschluss werden die Fahrbahnwanne und die Oberleitungsmasten errichtet
(Pressemeldung
Deutsche Bahn, Fotos Volker
Jacobi, www.fotoverlagjacobi.de,
Kai Michael Neuhold, www.kmn-network.de,
22.07.10).
Stern:
Grube kritisiert ICE-Hersteller
Nach der Hitze-Pannenserie kritisiert Bahnchef Rüdiger Grube die
Hersteller der ICEs wegen des schlechten Zustands der Fahrzeugflotte.
"Wir haben von der Industrie bislang fast nie Züge geliefert
bekommen, die auch das geleistet haben, wofür wir bezahlt haben",
sagt Grube in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Hamburger
Magazins stern.
Die Bahn hat derzeit nicht nur Probleme mit überlasteten Klimaanlagen
des ICE 2. Auch die Radachsen des ICE 3 und ICE T müssen nach einem
Achsbruch im Juli 2008 häufiger per Ultraschall auf Risse hin kontrolliert
werden. Damals war ein ICE in Köln entgleist. Die Kontrollen binden
große Teile der Wartungskapazitäten. "Wir fahren in den
Werkstätten einen Drei-Schicht-Betrieb. Keine Frage, die sind stark
ausgelastet", sagt Grube im stern.
Bahnkunden macht der Konzernchef wenig Hoffnung auf eine baldige Verbesserung
der Situation. "Wir setzen alle Züge ein, die wir haben",
so Grube: "Früher konnten wir jeden zehnten Zug in Reserve halten.
Aufgrund der zehnmal häufigeren Kontrollintervalle ist die Reserve
jedoch geschmolzen." Wenn heute ein Zug ausfalle, "haben wir
bei den ICEs eben kaum noch Ersatz" (Pressemeldung stern-Redaktion,
22.07.10).
Verkehr
vom 21.07.10
Bayern:
45 000 Besucher der Landesgartenschau fuhren bisher mit DB Regio
Nach drei Monaten Landesgartenschau zieht DB Regio Oberbayern eine erste
erfreuliche Bilanz. Rund 45000 Besucher fuhren mit den roten Regionalzügen
nach Rosenheim. Jeder neunte Besucher reiste mit dem Zug an. Allen Bahnfahrern,
die mit dem Bayern-Ticket, dem Bayern-Ticket-Single oder dem Südostbayern-Ticket
unterwegs sind, bieten DB Regio Bayern und die Landesgartenschau eine
Eintrittsermäßigung in Höhe von 1,50 Euro. Im Stundentakt
verbinden die Regionalzüge Rosenheim mit vielen anderen Bahnhöfen.
Die Fahrzeit von München beträgt 40 Minuten. Vom Bahnhof in
Rosenheim fährt ein kostenloser Shuttle-Bus zum Gartenschau–Gelände.
„Wir freuen uns über die rege Nachfrage, denn die Bahn ist
das ideale Verkehrsmittel für die Landesgartenschau. Angebot und
Preis passen gut zusammen. Und wer mit dem Bayern-Ticket zu fünft
anreist, bekommt den ermäßigten Eintritt natürlich auch
pro Person“, so Antonia von Bassewitz, Geschäftsleiterin DB
Regio Oberbayern.
Die Südostbayernbahn (SOB) stockt ihr Zugangebot zwischen Mühldorf
und Rosenheim zur Landesgartenschau auf. Ab Mühldorf verkehrt täglich
um 9.35 Uhr ein zusätzlicher Zug nach Rosenheim (Ankunft: 10.29 Uhr),
der unter anderem auch in Waldkraiburg (9.43 Uhr), Gars (9.52 Uhr) sowie
Wasserburg (10.04 Uhr) hält. Auch in der Gegenrichtung gibt es ab
Rosenheim mit der Regionalbahn um 17.30 Uhr eine tägliche Zusatzverbindung.
Der Einsatz der zusätzlichen Züge erfolgt auf Bestellung der
Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die im Auftrag des Freistaats
Bayern den Regionalverkehr auf der Schiene bestellt und koordiniert. Dank
der Zusatzzüge kann die Südostbayernbahn stündliche Verbindungen
aus Richtung Mühldorf zur Landesgartenschau anbieten. In Mühldorf
besteht jeweils Anschluss in und aus Richtung Dorfen, Landshut, Pfarrkirchen/Pocking,
Simbach/Neuötting sowie Burghausen/Altötting (Pressemeldung
Deutsche Bahn, 21.07.10).
Brandenburg:
Verjüngungskur für Bahnhof Seelow-Gusow
Brandenburgs Verkehrsstaatssekretär Rainer Bretschneider wird am
20. Juli am Bahnhof Gusow Station machen. Im Oderbruch – dem Gemüsegarten
Berlins und zugleich eine der beliebtesten Ausflugsregionen des Landes
– soll eine der Visitenkarten des Ortes einer Verjüngungskur
unterzogen werden. Denn mit im Gepäck hat Bretschneider einen Fördermittelbescheid
in Höhe von rund 650.600 Euro – genug Geld, um die Gesamtinvestition
im Umfang von mehr als einer Million Euro in Gusow sicherzustellen.Bretschneider:
„Wie bei allen vergleichbaren Projekten des Landes geht es nicht
nur um Verschönerung, sondern auch im Verbesserung: Von der Umgestaltung
werden Ältere, Menschen mit Behinderungen, aber auch Familien mit
Kleinkindern profitieren durch optimierte Umstiegsmöglichkeiten,
bessere Wege und eine moderne Beleuchtung.” Das Geld stammt aus
dem ÖPNV-Programm des Landes. Zuwendungsempfänger ist das Amt
Neuhardenberg.
Das bewilligte Bauvorhaben „Seelow-Gusow, Ausbau Bahnhofsumfeld“
gliedert sich in die Neugestaltung des zentralen Bahnhofsvorplatzes einschließlich
Errichtung einer Bushaltestelle nördlich vor dem Bahnhofsgebäude.
Weiterhin gehören eine Park&Ride-Anlage mit 70 Stellplätzen,
darunter vier Behindertenstellplätze, und eine Bike&Ride-Anlage
mit 20 Stellplätzen östlich des Bahnhofsgebäudes dazu.
Ausgebaut werden die östliche Zufahrt aus Richtung der B 167 und
die westliche Teilzufahrt mit dem Neubau einer Buswendeschleife.
Die Wanderausstellung „Auf den Spuren der Ostbahn in Geschichte
und Gegenwart“ wird zum ersten Mal außerhalb der Räume
der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) gezeigt.
Der Bahnhof liegt an der von der NEB bedienten Ostbahn. Im Einstundentakt
verkehrt die Regional-bahnlinie N 26 zwischen Lichtenberg und Küstrin
und ist damit einer der wichtigen Schienenanbindungen zwischen Berlin
und Polen.
Gusow - geschichtsträchtig ausgestattet mit dem alten Derfflinger-Schloss
- liegt am Rand des Oderbruchs und der Seelower Höhen sowie etwa
sechs Kilometer vom Naturpark Märkische Schweiz entfernt. Die Landschaft
ist abwechslungsreich und bietet für Erholungssuchende vielfältige
Möglichkeiten zur Entspannung und aktiven Erholung.
Theodor Fontane hat dem Ort in seinen „Wanderungen“ ein eigenes
Kapitel gewidmet und festgestellt: „Wer hier um die Sommerzeit seines
Weges kommt, wenn die Rapsfelder in Blüte stehen und ihr Gold und
ihren Duft über das Bruchland hin ausstreuen, der glaubt sich wie
durch Zauberschlag in ferne Wunderländer versetzt, von denen er als
Kind geträumt und gelesen.“ (Pressemeldung Deutsche Bahn, 21.07.10).
Deutsche
Bahn: Keine 70 Grad im Fahrgastraum des ICE 846
Die Deutsche Bahn weist die Behauptung
der ZDF-Sendung „Frontal 21“ vom Dienstag (20.07.10) als
in keiner Weise nachvollziehbar zurück. Danach hätten Fahrgäste
im Innenraum des ICE 846 am 09.07.10 Temperaturen von bis 70 Grad Celsius
ertragen müssen.
Der DB liegen keinerlei Anhaltspunkte für diese Behauptung vor. Eine
interne Störfall-Analyse hatte bis zu 61 Grad Celsius im sogenannten
Energieversorgungsblock der Klimaanlage festgestellt. Dieses Aggregat
befindet sich jedoch außerhalb des Fahrgast-Innenraums an der Unterseite
des Zuges (Pressemeldung Deutsche Bahn, 21.07.10).
Sachsen-Anhalt:
Neuer Haltepunkt „Bad Schmiedeberg Kurzentrum“ eingeweiht
 
Nach gut halbjähriger Bauzeit eröffnete heute die Deutsche Regionaleisenbahn
GmbH den neuen Haltepunkt „Bad Schmiedeberg Kurzentrum“ im Süden der Kurstadt.
Damit können insbesondere Gäste der Kurkliniken und die Mitarbeiter aller
Einrichtungen vor Ort auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen.
Der neue Haltepunkt ist ein weiterer Meilenstein im Ausbau der Angebote
an der Strecke Lutherstadt Wittenberg – Bad Schmiedeberg, wo anfänglich
der Betrieb nach der Abbestellung des SPNV Ende 2007 mit 5 Zugpaaren werktäglich
weitergeführt wurde. Nunmehr kann über den neuen Haltepunkt ein für den
Erhalt und Fortbestand des Bahnbetriebs wichtiges zusätzliches Fahrgastpotential
erschlossen werden.
„Die Deutsche Regionaleisenbahn GmbH und die Vetter Bus GmbH sind hier
wirtschaftliche Risiken eingegangen für ein gänzlich neues Verkehrsmodell,
welches nun sicher auch in ganz Deutschland Überlegungen auslösen wird,
ob nicht so die grundgesetzlich verankerte Daseinsfürsorge und die finanziell
enger werdenden Spielräume im Schienenpersonennahverkehr zusammen gebracht
werden können und trotzdem ein vernünftiges Angebot an öffentlichem Verkehr
aufrecht erhalten werden kann“, so Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Dr.
Karl-Heinz Daehre. „Reine Ein- und Aussteigezahlen sollten nicht das alleinige
Kriterium für den Fortbestand einer Strecke sein.
Zukünftig sollte dieses Modell bei jeder notwendigen Abbestellung von
Strecken immer geprüft werden“, so Daehre.
„Die Deutsche Regionaleisenbahn GmbH hat als privatwirtschaftlich agierendes
Unternehmen den überwiegenden Teil der Investitionen zum Bau des Haltepunktes
aus eigenen Mitteln bestritten – für ein Bahnunternehmen unserer Größe
eine große Kraftanstrengung“, betonte Gerhard J. Curth, Vorsitzender der
Geschäftsführung der Deutschen Regionaleisenbahn GmbH. „Auch deshalb freuen
wir uns besonders, mit dem heutigen Tag nun dieses Ziel erreicht zu haben.
In Zusammenarbeit mit den vielen freiwilligen Helfern des Deutschen Bahnkunden-Verbandes
vor Ort konnten wir damit eine weitere Verbesserung der Attraktivität
der Strecke erreichen, was sich sicherlich auch deutlich auf die Fahrgast-Zahlen
niederschlagen wird“, so Curth.
Der neue Haltepunkt ist bislang der Endpunkt der Strecke Lutherstadt Wittenberg
– Bad Schmiedeberg im Schienenpersonennahverkehr. Das nächste größere
Ziel des Deutschen Bahnkunden-Verbandes als Interessenvereinigung der
Bahnkunden ist nun die Fortführung des Verkehrs bis nach Eilenburg in
Sachsen. Hierfür sollen noch bis Ende des Jahres die ersten Gespräche
geführt werden (Pressemeldung Deutsche Regionaleisenbahn GmbH, 21.07.10).
Siemens:
Aufträge aus Australien und Österreich
Aus zwei Ländern hat Siemens Aufträge zur Lieferung von Lokomotiven
erhalten. In Australien bestellte der größte private Bahnbetreiber
Pacific National neun Frachtlokomotiven für den Kohletransport in
der Region Queensland.
In Österreich orderte der Betreiber Wiener Lokalbahnen Cargo (WLC),
ein Unternehmen der Wiener Stadtwerke, vier Universallokomotiven für
den Verkehr auf der wichtigen Ost-West-Achse von Hamburg nach Budapest.
Die Aufträge haben zusammen ein Volumen von rund 45 Millionen Euro.
Gefertigt werden die Lokomotiven für Pacific National im Siemens-Werk
in München, die Loks für WLC in München sowie im Werk des
Technischen Service der Österreichischen Bundesbahnen in Linz. „Die
Bestellung zeigt, dass im Güterverkehrssektor wieder investiert wird“,
sagte Hans-Jörg Grundmann, CEO der Siemens Division Mobility.
Für
die beiden Betreiber in Australien und Österreich sind bereits Lokomotiven
von Siemens im Einsatz. Pacific National hatte 2007 bereits 23 Lokomotiven
des Typs Class 7100 bestellt. Entscheidender Vorteil der Loks dieses Typs
sind die niedrigen Wartungskosten und der reduzierte Energieverbrauch
im Vergleich zu Vorgängermodellen. Auf dem Weg von der Mine zum Hafen
(ca. 380 km) können die neuen Loks bei Netzrückspeisung der
Bremsenergie bis zu 4.500 kwh einsparen. Das entspricht dem jährlichen
Stromverbrauch eines 4-Personenhaushalts.
WLC
ist ein wichtiger Anbieter von durchgehenden Transporten auf der Ost-West-Achse
in Österreich. Bereits seit 2002 fahren Siemens-Loks für das
Unternehmen. Die neuen Loks werden in Deutschland, Österreich, der
Slowakei, Tschechien und Ungarn zum Einsatz kommen. Der nun abgeschlossene
Vertrag umfasst auch die Wartung und Instandhaltung der Lokomotiven (Pressemeldung
Siemens, 21.07.10).
Verkehr
vom 20.07.10
Bayern:
Mercedes Benz investiert in GVZ Region Augsburg
Mit dem Verkauf von 45.000 Quadratmetern Fläche an die Mercedes-Benz Grundstücksverwaltungs-gesellschaft
erreicht das GVZ Region Augsburg einen aktuellen Vermarktungsstand von
42 Prozent. Direkt an der Autobahn A 8 entsteht, ab dem Spatenstich im
August, eines der deutschlandweit modernsten Nutzfahrzeug-Center für Transporter,
LKW und Busse.
Bis Spätsommer 2011 errichtet die Augsburger Mercedes-Benz Niederlassung
im Güterverkehrszentrum der Städte Augsburg, Gersthofen und Neusäß das
modernste Nutzfahrzeug-Center in Deutschland. Der geplante Neubau mit
rund 100 Arbeitsplätzen für den Verkauf und die Instandhaltung von Nutzfahrzeugen
beherbergt als besonderen Kundenservice auch ein Trucker-Restaurant. Es
ist das erste Hotel- und Gastronomieangebot im GVZ.
"Die Entscheidung für den Standort fiel insbesondere aufgrund der
hervorragenden Infrastruktur- und Verkehrsanbindung an die A 8 wie auch
im Süden mit dem neuen Anschluss an die B 17," kommentiert Niederlassungsleiter
Helmut Kaftan die Standortentscheidung.
Der für die Flächenvermarktung zuständige Geschäftsführer der GVZ-Entwicklungsmaßnahmen
GmbH, Kurt Forner, sieht in der Ansiedlung ein großes Plus für die Qualität
des Standortes: "Direkt an der Schnittstelle von Schiene und Straße
etablieren wir das Güterverkehrszentrum als wichtige Drehscheibe für den
regionalen, überregionalen und internationalen Güterverkehr. Ein wichtiger
Standortfaktor ist dabei ein guter Mix an Transport-, Logistik-, Immobilien-
und Serviceangeboten. Das Mercedes-Benz Nutzfahrzeug-Center setzt hier
neue Impulse." (Pressemeldung GVZ-Entwicklungsmaßnahmen GmbH,
20.07.10).
BMVBS:
Ramsauer trifft Bussereau zu Verkehrsfragen
Am Dienstag, den 20. Juli 2010 wird Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer
in Paris seinen für Verkehr zuständigen Amtskollegen Dominique
Bussereau treffen.
Im
Mittelpunkt des Gespräches werden unter anderem die Auswirkungen
der isländischen Aschewolke und die Konsequenzen für die europäische
Luftfahrt sein. Ramsauer setzt sich nachdrücklich für eine europäische
Lösung ein. Von Beginn an drängt der Bundesminister darauf,
dass ein einheitliches Messsystemnetz für Europa entwickelt wird,
das auf Daten von Boden- und Luftmessstationen in den Mitgliedstaaten
beruhen wird.
Weitere
Themen des Treffens werden die Regelungen zum einheitlichen europäische
Luftraum (Single European Sky) sowie die europäischen Eisenbahn-Güterverkehrskorridore
und das Projekt Galileo sein (Pressemeldung
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, 20.07.10).
Bombardier:
Prof. Dr. Wilhelm Bender zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt
Der Aufsichtsrat von Bombardier Transportation in Deutschland hat Prof.
Dr. Wilhelm Bender zu seinem neuen Vorsitzenden gewählt.
Prof. Dr. Bender war von 1993 bis 2009 Vorsitzender des Vorstands der
Fraport AG und dabei maßgeblich für den Ausbau des Frankfurter Flughafens
sowie den erfolgreichen Börsengang und die Internationalisierung der Fraport
AG verantwortlich. Zuvor war Prof. Dr. Bender unter anderem Vorsitzender
der Geschäftsführung der Großspedition Schenker, Mitglied des Vorstands
der Schenker-Rhenus AG, Vorstandsvorsitzender der Schenker Waggon und
Beteiligungs AG sowie Mitglied im Direktorium der Stinnes AG.
Seine berufliche Laufbahn begann der Jurist 1974 bei der Deutschen Bundesbahn,
wo er in verschiedenen Funktionen tätig war. 1984 übernahm Prof. Dr. Bender
die Geschäftsführung des Industrieverbandes „Verkehrsforum Bahn“ (heute
Deutsches Verkehrsforum). Prof. Dr. Bender ist unter anderem Mitglied
der Aufsichtsräte von MTU Aero Engines, Lufthansa Cargo, Signal Iduna
und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Eintracht Frankfurt Fußball AG.
Er berät als Senior Advisor Advent International, die Royal Bank of Scotland
und die Anwaltskanzlei Norton Rose.
André Navarri, Präsident und COO von Bombardier Transportation, sagte
zur Ernennung: „Prof. Dr. Wilhelm Bender hat sehr große Erfahrungen und
Kompetenzen in der Verkehrsbranche und ist seit langem ein ausgewiesener
Experte im Bereich des Schienenverkehrs. Ich freue mich sehr, dass wir
ihn für den Vorsitz des Aufsichtsrates in unserem wichtigsten europäischen
Markt gewinnen konnten.“
In der Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender von Bombardier Transportation
in Deutschland ist Prof Dr. Bender Nachfolger von Peter Witt, der diese
Position seit 2003 inne hatte.
Peter Witt war seit 1991 in zahlreichen Leitungsfunktionen bei Bombardier
Transportation und ihren Vorgängerfirmen tätig. Von 1991 bis 1998 war
er Vorstandsvorsitzender der Deutschen Waggonbau AG (DWA). Nach dem Kauf
der DWA durch Bombardier wurde er Präsident der Division Continental Europe
und war für die Neustrukturierung und den Ausbau des Bombardier-Werkverbundes
in Zentraleuropa verantwortlich.
Peter Witt hat Bombardier darüber hinaus in wichtigen Industriegremien
vertreten, unter anderem war er von 1998 bis 2000 Präsident des Verbandes
der Bahnindustrie in Deutschland.
André Navarri würdigte die Verdienste von Peter Witt: „Über lange Jahre
hat Peter Witt an entscheidender Stelle unseren erfolgreichen Weg mitgeprägt.
Dazu gehören die Konsolidierung und Neuausrichtung unserer Werke in Ostdeutschland,
die Integration unserer Vorgängerfirmen zu einem leistungsfähigen Unternehmensverbund
in Mitteleuropa und später die Leitung des Aufsichtsrates von Bombardier
Transportation in Deutschland. Ich danke ihm herzlich für die geleistete
Arbeit.“ (Pressemeldung Bombardier, 20.07.10).
Deutsche
Bahn: DB Schenker Award 2010 ausgeschrieben
Eine der wichtigsten internationalen Auszeichnungen der Logistikbranche
geht in die nächste Runde. Bis zum 13. August 2010 können sich
junge Wissenschaftler mit ihrer Dissertation, Habilitation oder einer
vergleichbaren wissenschaftlichen Arbeit um den DB
Schenker Award 2010 bewerben.
Der
DB Schenker Award wird seit 1978 jährlich zur Förderung von
jungen Nachwuchswissenschaftlern vergeben, die sich mit wissenschaftlichen
Arbeiten auf dem Gebiet Logistik, Transport und Verkehrswesen auszeichnen.
Heute zählt der DB Schenker Award zu einer der höchsten europäischen
Auszeichnungen für Logistiker. Der Preis ist mit 10.000 Euro für
den Gewinner sowie 5.000 Euro für den betreuenden Lehrstuhl dotiert.
„Angewandte
Forschung treibt den gesellschaftlichen Wandel und den wirtschaftlichen
Aufschwung. Mit dem DB Schenker Award fördern wir die praxisnahe
Logistikforschung, um Deutschlands führende Position in diesem Sektor
weiter auszubauen“, so Dr. Karl-Friedrich Rausch, im Vorstand der
DB Mobility Logistics AG verantwortlich für das Ressort Transport
und Logistik.
Der
DB Schenker Award ist Bestandteil des Research & Innovation Programms
von DB Schenker. Dazu zählt auch die Forschungseinrichtung DB Schenker
Lab, ein An-Institut der TU Berlin, das im engen Zusammenspiel von Theorie
und Praxis als Innovationsschmiede für den Transport- und Logistikbereich
der DB wirkt. „Innovationsmanagement in der Logistikbranche heißt:
Für unsere Kunden die besten Leistungen der Zukunft anzubieten“,
so Michael Kadow, Leiter Business Excellence DB Schenker.
Neben
der engen Zusammenarbeit mit der TU Berlin entwickelt DB Schenker Labs
auch weitere Hochschulkooperationen. Im März 2010 wurde in St. Petersburg
das Center of International Logistics and Supply Chain Management mit
der russischen Staatsbahn RZD eröffnet. Der Lehrbetrieb startet im
Herbst (Pressemeldung
Deutsche Bahn, 20.07.10).
Hamburg:
15 Prozent mehr Fahrgäste bei Flughafen-S-Bahn
Die Flughafen-S-Bahn kann im ersten Halbjahr 2010 eine Fahrgaststeigerung
von über 15 Prozent verzeichnen. Neben vielen der rund 14.000 Beschäftigten
am Flughafen nutzen immer mehr Urlauber und Geschäftsreisende diese
bequeme und zuverlässige Verbindung. Im letzten Jahr waren etwa 4,1
Millionen Fahrgäste mit der S-Bahn gefahren.
Auch
die sonstigen S-Bahnlinien verzeichnen einen stetigen Zuwachs. Gegenüber
dem Vorjahr sind die Fahrgastzahlen um weitere drei Prozent gestiegen.
In 2009 war mit rund 210 Millionen Fahrgästen ein neuer Fahrgastrekord
erreicht worden und damit eine Steigerung von rund 11 Prozent seit 2007
auch durch die Inbetriebnahme der Strecken nach Buxtehude und Stade sowie
zum Hamburger Flughafen.
Neben
der positiven Fahrgastentwicklung konnte trotz des strengen Winters die
Pünktlichkeit der S-Bahnen weiter gesteigert werden. So sind vom
Jahresanfang gerechnet 94,5 Prozent aller S-Bahnen pünktlich gewesen.
Kay
Uwe Arnecke, Sprecher der Geschäftsführung der S-Bahn Hamburg:
„ Das Jahr ist bisher sehr gut gelaufen. In diesem Zusammenhang
möchten wir uns bei unseren Kunden für das uns entgegengebrachte
Vertrauen bedanken . Gleichzeitig arbeiten wir daran den Service und die
Angebote für unsere Kunden noch weiter zu verbessern.“
Von
den bis zu 700.000 Fahrgästen täglich nutzen alleine rund 320.000
Fahrgäste die Linien S 3 und S 31 zwischen Pinneberg und Stade. Derzeit
laufen Planungen, das Zugangebot auf der Strecke zwischen Hauptbahnhof
und Harburg zu erweitern.
Mit
rund 12,2 Millionen Zugkilometern pro Jahr, einer Durchschnittsgeschwindigkeit
von 40 Stundenkilometern und einer Energieversorgung ausschließlich
aus Ökostrom ist die S-Bahn das schnellste und umweltfreundlichste
Verkehrsunternehmen im Hamburger Öffentlichen Nahverkehr (Pressemeldung
Deutsche Bahn, 20.07.10).
Sachsen-Anhalt:
Verkehrsminister Daehre übergibt neuen Haltepunkt in Bad Schmiedeberg
Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Dr. Karl-Heinz Daehre nimmt am 19.07.10
am Nahverkehrsforum zum Schmiedeberger Modell teil. Damit soll ein Weg
aufgezeigt werden, wie Bahnstrecken im ländlichen Raum trotz der
demografischen Entwicklung erhalten werden können.
Hintergrund
des Projektes ist, im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)
die Abstimmung zwischen Bus und Bahn zu verbessern. Im Dezember 2007 war
die Bahnstrecke Lutherstadt Wittenberg – Bad Schmiedeberg wegen
zu geringer Fahrgastzahlen abbestellt worden. Anschließend hatte
der Landkreis das Land darum gebeten, unter Fortführung eines reduzierten
Bahnangebotes ein Projekt zu starten, das Bus und Bahn in der Region besser
verknüpft: Das „Schmiedeberger Modell“.
Seitdem
wird unter anderem der Schülerverkehr über den Schienenpersonennahverkehr
abgewickelt. Die Strecke wurde teilweise saniert und ist nun mit bis zu
60 Kilometer in der Stunde befahrbar. Heute wird der neue Haltpunkt „Bad
Schmiedeberg Kurkliniken“ eingeweiht. „Damit wird insbesondere
das Kurgebiet der Stadt besser erschlossen“, sagte Daehre. Er freue
sich, dass es gelungen sei, auf die demogra-fischen Gegebenheiten in Bad
Schmiedeberg zu reagieren, und relevante Schülerverkehre in Richtung
Lutherstadt Wittenberg und Bad Schmiedeberg auf die Bahn zu verlagern.
Bewirtschaftet wird die Strecke durch ein privates Unternehmen, die Deutsche
Regionaleisenbahn GmbH. Das Modellprojekt soll bis Dezember 2011 fortgesetzt
werden.
Kern
des Modells ist die Verknüpfung von Bahn- und Busangeboten nach der
Maßgabe der Fahrgastzahlen, die über den Tag stark schwanken.
Die Bahn übernimmt dabei die Hauptachse durch die Dübener Heide
von Lutherstadt Wittenberg nach Bad Schmiedeberg in den aufkommensstarken
Zeiten und bietet damit weiterhin eine schnelle und komfortable Verbindung
in die Heide. Die übrigen Tageszeiten mit weniger Fahrgastaufkommen
übernimmt der Bus, welcher eine Feinbedienung der Gemeinden zu geringeren
Kosten leisten kann (Pressemeldung
Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, 20.07.10).
Verkehr
vom 19.07.10
Baden-Württemberg:
Echtzeitinformation im Verkehrsverbund Rhein-Neckar
Umweltministerin Tanja Gönner gab am 16. Juli 2010 grünes Licht
für ein System der Echtzeitinformation und der Anschlusssicherung
des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar. Das Land bezuschusst das voraussichtlich
rund 1,3 Millionen Euro kostende Projekt mit rund 670.000 Euro aus Mittel
des Innovationsprogrammes. "Wir wollen damit die Attraktivität
und die Qualität des ÖPNV weiter steigern", erklärte
Ministerin Gönner. Durch die Verknüpfung von Echtzeitdaten der
Fahrzeuge des öffentlichen Personenverkehrs und einem Datenaustausch
zwischen den im Verkehrsverbund agierenden Verkehrsunternehmen sollen
die Anschlüsse an den Umsteigepunkten sowohl zwischen Bus und Bus
als auch zwischen Bahn und Bus verbessert werden. Diese Daten sollen den
Fahrgästen in den Fahrzeugen oder an wichtigen Umsteigepunkten angezeigt
werden. Dadurch soll der derzeitige Standard der Fahrgastinformation deutlich
verbessert werden.
Ziel des neuen Informationssystems sei es, die Fahrgäste über
das tatsächliche Verkehrsangebot in Echtzeit zu informieren. Dies
könne über Anzeigetafeln oder über Durchsagen vom Fahrer
geschehen. Auch die Fahrzeugdisposition könne verbessert und betriebliche
Störungen könnten reduziert werden. "Fahrten in öffentlichen
Verkehrsmitteln werden dadurch pünktlicher, berechenbarer und damit
deutlich attraktiver. Auch komplexe Reiseketten mit Umstieg werden erleichtert.
Zu Recht erwartet der Fahrgast heutzutage, nicht über die geplanten,
sondern über die tatsächlichen Fahrtzeiten und auch aktuell
über Betriebsstörungen informiert zu werden", betonte Ministerin
Gönner. Gerade im ländlichen Raum, in dem kein dichter Taktverkehr
angeboten werden könne, seien Echtzeitinformationen für den
Fahrgast sehr hilfreich.
Echtzeitdaten würden derzeit bereits bei Verkehrsunternehmen erzeugt,
die über ein Rechnergestütztes Betriebsleitsystemen (RBL) verfügten.
Im Verkehrsverbund Rhein-Neckar sei derzeit aber nur bei der Rhein-Neckar-Verkehr
GmbH ein RBL vorhanden. Von den weiteren circa 60 Verkehrsunternehmen
habe lediglich die Deutsche Bahn ein vergleichbares System. Die Einführung
eines RBL sei aufgrund der hohen Kosten nur großen Verkehrsunternehmen
möglich. Für kleinere Unternehmen, die in der Regel den ländlichen
Raum bedienten, sei ein vollfunktionales RBL nicht finanzierbar. Dort
biete sich ein vereinfachtes und kostengünstigeres System an. Die
Ausstattung der Fahrzeuge mit Mobilfunkgeräten erlaube es, die GPS-Ortungsdaten
der fahrenden Busse und Bahnen zentral zu erfassen. Mit Hilfe einer sogenannten
Datendrehscheibe würden die Daten der einzelnen Verkehrsunternehmen
erfasst und weitergeleitet. In das System würden in einem ersten
Schritt die Echtzeitdaten der Südwestdeutsche Verkehrs-AG (SWEG),
der Stadtwerke Eberbach und des Verkehrsunternehmens einbezogen, das das
ausgeschriebene Busbündel Sinsheim übernehmen wird. Das Land
bezuschusse die Installation der zentralen Datendrehscheibe und die die
Ausstattung der genannten Verkehrsunternehmen mit dem vereinfachten RBL.
Vergleichbare Projekte gebe es auch in den Regionen Stuttgart und Ulm.
"Unser Ziel ist, das System zur Echtzeitinformation und zur Anschlusssicherung
landesweit zu verbreiten und hierzu eine Landesdatendrehscheibe aufzubauen",
so Gönner. Das Projekt des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar sei hierfür
ein wichtiger Meilenstein.
Das dritte Innovationsprogramm ÖPNV des Landes startete 2009 mit
einem Programmbudget von 12 Millionen Euro. Unter den 38 Projektvorschlägen
aus den Bereichen Vertrieb, Technik, Betrieb und Marketing entschied sich
der ÖPNV-Innovationsbeirat des Landes Baden-Württemberg für
Förderschwerpunkte wie die Verbesserung der Fahrgastinformation und
Anschlusssicherung oder verbundübergreifende elektronische Verkaufssysteme.
Das Land übernimmt dabei höchstens die Hälfte der notwendigen
Investitionskosten (Pressemeldung Ministerium für Umwelt, Naturschutz
und Verkehr Baden-Württemberg, 19.07.10).
Bombardier:
40 weitere CHR1-Hochgeschwindigkeitszüge für China
Bombardier Sifang (Qingdao) Transportation Ltd. (BST), ein chinesisches
Joint-Venture von Bombardier Transportation, hat vom chinesischen Eisenbahnministerium
einen Auftrag für 40 zusätzliche CHR1-Hochgeschwindigkeitszüge
im Wert von ca. 5,2 Milliarden CNY (591 Millionen Euro, 761 Millionen
US-Dollar) [1] erhalten. Der Anteil von Bombardier beläuft sich auf
ca. 2,5 Milliarden CNY (289 Millionen Euro, 373 Millionen US-Dollar) [1].
BST ist ein Joint-Venture zwischen Bombardier und der CSR Sifang Rolling
Stock Co., Ltd.
Die 40 neuen Triebzüge bestehen aus je acht Wagen, die jeweils bis
zu 604 Fahrgäste befördern können und eine Höchstgeschwindigkeit
von 250 km/h erreichen. Die Lieferung der zusätzlichen Wagen wird
im September 2010 beginnen und bis Ende Mai 2011 abgeschlossen sein. Mit
diesem Zusatzauftrag wurden insgesamt 1.280 CRH1-Wagen für Betriebsgeschwindigkeiten
von bis zu 250 km/h bei Bombardier Sifang in China bestellt.
Die Bestellung schreibt den größten jemals in der chinesischen
Eisenbahngeschichte vergebenen Einzelauftrag im Personenverkehr fort und
unterstreicht den Erfolg des CRH1-Zuges, der Teil der BOMBARDIER ZEFIRO-Hochgeschwindigkeits-Plattform
ist. Die jetzt bestellte neueste Generation umfasst unter anderem einen
speziellen VIP-Wagen mit Erste-Klasse-Sitzen (Pressemeldung Bombardier,
19.07.10).
Deutsche
Bahn: Stellungsnahme zu angeblicher Distanzierung gegenüber Mitarbeitern
Zu Meldungen über eine angebliche Distanzierung von DB-Chef Rüdiger
Grube gegenüber Mitarbeitern verweist die DB auf die folgende Originalpassage
im neuen Spiegel-Interview:
"Es gibt klare Richtlinien, wie das Zugpersonal in solchen Fällen
reagieren muss. Nämlich bei einem Komplettausfall der Klimaanlage
die Reisenden so schnell wie möglich aus diesen Zügen herausbringen.
Aber es gibt nichts zu beschönigen: Es sind anscheinend Fehler gemacht
worden. Die Staatsanwalt-schaft und auch wir untersuchen diese Fälle
derzeit ganz genau. Und die Wahrheit muss auf den Tisch. Aber eins sei
auch klipp und klar gesagt: Gegen Vorverurteilungen verwahre ich mich
ebenso wie gegen eine pauschale Verunglimpfung unseres Zugpersonals. Die
machen einen sehr guten Job und genießen meine volle Unterstützung."
(Pressemeldung Deutsche Bahn, 19.07.10).
Hafen
Hamburg: Fachkonferenz zum Thema Eisenbahngüterverkehr in Hamburg
Über den aktuellen Stand und die Entwicklungsperspektiven im Eisenbahngüterverkehr
diskutieren am 25. August 2010 Experten auf der von Hafen Hamburg Marketing
e.V. erstmals organisierten Fachkonferenz „Hamburg: Europas Hub im Eisenbahngüterverkehr“.
Veranstaltungsort ist der Konferenzraum „Elbkuppel“ im Hotel Hafen Hamburg.
Die inhaltlichen Schwerpunkte der eintägigen Fachkonferenz bilden die
Themenbereiche Infrastruktur und Betrieb.
Die Fachkonferenz gliedert sich in zwei Veranstaltungsblöcke mit Vorträgen
und anschließenden Diskussionsrunden mit Experten aus der Praxis. Im Mittelpunkt
stehen Fragen der aktuellen Güterverkehrspolitik, Entwicklungsperspektiven
der Schieneninfrastruktur, Anforderungen an den Hinterlandverkehr der
deutschen Seehäfen, schienenbasierten Logistiknetzwerke, Herausforderungen
des grenzüberschreitenden Bahnbetriebs und integrierte Lösungen in globalen
Transportketten.
Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Lutz Lauenroth, stellvertretender
Chefredakteur der DVZ. Das Grußwort von Seiten der Stadt Hamburg wird
Dr. Stephan Hugo Winters, Staatsrat der Behörde für Stadtentwicklung und
Umwelt der Freien und Hansestadt Hamburg sprechen.
„Wir freuen uns besonders über die Teilnahmezusage hochkarätiger Referenten
und Konferenzteilnehmer“, sagt Hafen Hamburg Marketing Vorstand Claudia
Roller. „Wir konnten unter anderen folgende Experten für die Fachkonferenz
gewinnen: Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium
für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Torsten Schein, Leiter Netzinvestitionen
der DB Netz AG, Dr. Sebastian Jürgens, Vorstand der Hamburger Hafen und
Logistik AG (HHLA), KR Friedrich Macher, Prof.,VD/Sprecher des Vorstands
der Rail Cargo Austria AG, Alfred Manke, Mitglied der Geschäftsleitung,
Seefracht Central Europe, Kühne + Nagel (AG & Co.) KG, Dr. Bernd Pahnke,
Hafenbeauftragter Nord der DB Schenker Rail, Raimund Stüer, Vorstand der
TX Logistik AG, Harald Kreft, Mitglied der Geschäftsleitung der Hamburg
Port Authority AöR (HPA), Ulrich Koch, Geschäftsführer der EVB Eisenbahnen
und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH, Michail Stahlhut, Vorstand der OHE
Osthannoversche Eisenbahnen AG“.
Weitere Informationen zur Fachkonferenz und den Anmeldemodalitäten sind
auf der Internetseite www.hafen-hamburg.de
unter der Rubrik Events zu finden (Pressemeldung Hafen Hamburg, 19.07.10).
International
Maglevboard: Machbarkeitsstudie Magnetschnellbahn Moskau - Berlin
Auf dem 10. Petersburger Dialog, der in diesem Jahr vom 13. bis 15. Juli
in Jekaterinenburg stattfand, hat Prof. Dr.-Ing. Roland Lipp, Präsident
der Assoziation StrassenHaus e.V., das Projekt einer Magnetschnellbahn
zwischen Moskau und Berlin vorgestellt.
Das Hochgeschwindigkeitsverkehrs-Projekt soll die Städte Moskau,
Minsk, Warschau und Berlin verbinden. Die etwa 1800 km lange Hochgeschwindigkeitsstrecke
wurde bereits auf der russisch-deutschen Infrastruktur-Fachkonferenz im
Juni in Moskau diskutiert und ist dort auf großes Interesse gestoßen.
Das Ergebnis: Experten der russischen Ingenieurskammer drängen nun
auf die schnelle Durchführung einer Machbarkeitsstudie. "Eine
umfassende Machbarkeitsstudie wird die Perspektiven des Projektes konkret
aufzeigen und die verantwortlichen Entscheider der beteiligten Länder
einbinden", so Prof. Dr. Klühspies vom International Maglevboard
e.V.
Aufgabe
der Studie wird es sein, die Perspektiven im Einzelnen zu verdeutlichen.
Die Magnetschnellbahn kann mit einer Geschwindigkeiten von über 550
km in der Stunde bis zu 1200 Personen pro Zug oder auch Expressgüter
in gut dreieinhalb Stunden zwischen Moskau und Berlin transportieren.
Im Vergleich dazu, benötigt heute ein herkömmlicher Schnellzug
auf Schienen für die dieselbe Strecke etwa 28 Stunden.
Die
Petersburger Dialoge stellen sich traditionell gesellschaftlichen, kulturellen
und wissenschaftlich-ökonomischen Fragen und dabei speziell den Aspekten
der deutsch-russischen Beziehungen. Die Petersburger Dialoge gelten außerdem
als Ideengeber für konkrete Projekte (Pressemeldung
The International Maglevboard e.V., Assoziation StrassenHaus e.V., 19.07.10).
Komitee
Deutscher Seehafenspediteure: Willem van der Schalk ist neuer KDS-Sprecher
Willem van der Schalk, Geschäftsführer der a. hartrodt (GmbH & Co) KG,
Hamburg, ist kürzlich zum Sprecher des Komitees Deutscher Seehafenspediteure
im Deutschen Speditions- und Logistikverband e.V. (KDS im DSLV e.V.) gewählt
worden.
Der Speditionsunternehmer wurde einstimmig auf der jüngsten KDS-Sitzung
zum Sprecher des Komitees Deutscher Seehafenspediteure im Deutschen Speditions-
und Logistikverband e.V. (KDS im DSLV e.V.) gewählt. Damit ist er auch
Vorsitzender des DSLV-Fachausschusses Seehafen- und Seeschifffahrtsspedition.
Außerdem ist van der Schalk seit einem Jahr Vizepräsident des DSLV.
"Ich möchte in meinem neuen Amt als KDS-Sprecher und als Vizepräsident
des DSLV dazu beitragen, die Interessen der deutschen Seehäfen noch besser
im Gesamtkonzept des DSLV auf politsicher Seite zu vertreten", erklärt
van der Schalk.
Die Seehäfen seien von überragender strategischer Bedeutung für den Wirtschaftsstandort
Deutschland, würden aber in der Verkehrspolitik des Bundes immer noch
viel zu stiefmütterlich behandelt. "Als Vizeweltmeister des Exports
gehen unsere Warenströme zu einem überwiegenden Teil über die Seehäfen",
sagt der neue KDS-Sprecher. Die deutschen Seehäfen müssten daher verstärkte
politische Unterstützung bekommen, damit sie der starken Konkurrenz aus
den Westhäfen standhalten könnten. (Pressemeldung Komitee Deutscher Seehafenspediteure,
19.07.10).
SCI
Verkehr: Vorstellung Weltmarkt Bahn 2010
Im Vorfeld der Innotrans wird SCI Verkehr wieder einem ausgewählten
Teilnehmerkreis die neuen Ergebnisse ihrer Studie "Weltmarkt Bahn
2010" vorstellen. Mit dieser Studie fasst SCI Verkehr die Ergebnisse
ihrer vertiefenden Marktstudien zu den Einzelsegmenten der weltweiten
Bahnmärkte zusammen. So liefern wir kontinuierlich buttom-up projektbasierte
Analysen und Bewertungen mit hoher Aussagequalität.
In
der Studie "Weltmarkt Bahn 2010" werden die Bestände, Projekte,
Trends sowie die Prognose bis 2015 vorgestellt. Eine besondere Rolle spielt
in diesem Jahr die Bewertung der Instandhaltungsmärkte und ihrer
Dynamik.
Die
Teilnahme an der Vorstellung "Weltmarkt Bahn 2010" ist kostenlos.
Die Teilnehmer erhalten im Anschluss eine Kurzfassung der Ergebnisse.
Hier
können Sie sich für
weitere Informationen registrieren (Pressemeldung
SCI Verkehr GmbH, 19.07.10).
Voith
Turbo: 20 Dieseltriebwagen mit Voith-Powerpacks für SNCFT
Für China ist es ein Meilenstein im stetig wachsenden Exportgeschäft.
Der Verband der südchinesischen Schienenfahrzeughersteller China
South Locomotive & Rolling Stock (CSR), zu dem auch Puzhen Rolling
Stock gehört, erhielt im Januar 2010 von der tunesischen Staatsbahn
SNCFT den offiziellen Auftrag zur Lieferung von 20 Dieseltriebwagen. Erstmals
exportiert die CSR damit Nahverkehrszüge mit Dieselantrieb ins Ausland.
Voith Turbo liefert dazu 42 RailPacks mit Turbogetriebe T212bre, Radsatzgetriebe
SK/KE 485, Dachkühlanlagen und Gelenkwellen sowie Schaku-Kupplungen.
Pro Fahrzeug sorgen zwei Voith-Powerpacks mit jeweils 530 kW für
zuverlässigen Antrieb. Zwei weitere Voith-Powerpacks hält die
SNCFT für schnelle Servicearbeiten bereit.
Die Fahrzeuge werden komplett in Nanjing in China produziert. Das erste
Prototypfahrzeug soll Mitte 2011 in Tunesien getestet werden. Deshalb
liefert Voith im März 2011 die ersten Voith-Powerpacks nach China.
Puzhen plant, alle Fahrzeuge bis 2012 nach Tunesien auszuliefern. Dort
werden sie auf zwei Strecken rund um die Hauptstadt Tunis in Einsatz gehen.
Die Kühlanlagen der Voith-Powerpacks wurden mit einer besonderen
technischen Lösung lärmoptimiert und auf Außentemperaturen
von 50 Grad Celsius ausgelegt. Da in Tunesien sowohl auf Standardspur
(1 435 mm) als auch auf Schmalspur (1 000 mm) gefahren wird, hat die SNCFT
die Triebwagen in zwei Varianten bestellt. Um beide Bedingungen zu erfüllen,
erfolgte die Anpassung nur im Drehgestell. Voith Turbo musste lediglich
die Übersetzung der Radsatzgetriebe auf die unterschiedlichen Geschwindigkeiten
anpassen. Zwölf Dieseltriebwagen werden auf der Standardspurbreite
mit 160 km/h unterwegs sein, weitere acht Fahrzeuge sind auf 130 km/h
für die Meterspurbreite konzipiert (Pressemeldung Voith-Turbo, 19.07.10).
Verkehr
vom 17.07.10
Bayern:
Variobahnen in München vorübergehend nicht im Einsatz
In Abstimmung mit der Technischen Aufsichtsbehörde (TAB) bei der Regierung
von Oberbayern nimmt die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) die neuen
Variobahnen des Herstellers Stadler ab Montag, 19. Juli, vorübergehend
aus dem Fahrgastbetrieb. Grund ist, dass sich die endgültige Zulassung
der Fahrzeuge durch die TAB aufgrund noch fehlender Nachweise durch den
Hersteller und deren Bewertung durch den beauftragten Gutachter verzögert.
Bisher waren drei der insgesamt vier neuen Züge mit einer vorläufigen
Zulassung auf den Linien 19, 20 und 21 im Einsatz. Einer dieser drei Züge
befindet sich beim Hersteller zur Installation des neuen Energiespeichers,
der vierte Zug war noch nicht im Einsatz.
Die vorübergehende Abstellung der beiden im Einsatz befindlichen Züge
wirkt sich derzeit nicht auf den Fahrgastbetrieb aus, da sich der Fahrzeugbedarf
bis Mitte September infolge der zeitgleich laufenden Bauarbeiten auf der
Linie 17 sowie des Ende des Monats einsetzenden Ferienverkehrs reduziert.
Die Zulassung neuer Schienenfahrzeuge wird gerne mit der TÜV-Zulassung
bei Autos verglichen. Doch der Vergleich hinkt, weil der Zulassungsprozess
anders und wesentlich komplizierter abläuft; rechtliche Grundlage ist
die so genannte Bau- und Betriebsordnung für Straßenbahnen, kurz „BOStrab“,
die durch eine Vielzahl von technischen Regeln und Normen ergänzt wird.
Anders als bei Autos gibt es nicht eine überall geltende Typenzulassung,
sondern jedes Schienenfahrzeug muss spezifisch für das Netz, auf dem es
eingesetzt werden soll, zugelassen werden. Diese Zulassung muss vom Betreiber
bei der jeweils für ihn zuständigen TAB beantragt werden; dies ist für
München die TAB bei der Regierung von Oberbayern, in Nürnberg die Regierung
von Mittelfranken, in anderen Bundesländern wiederum andere Stellen.
Der genaue Umfang und Ablauf der Abnahme wird ebenfalls von der jeweils
zuständigen TAB festgelegt, kann sich also von Betrieb zu Betrieb unterscheiden,
auch wenn es sich um ein anderenorts bereits zugelassenes Fahrzeug handelt.
Da aber jeder Verkehrsbetrieb natürlich nur Fahrzeuge bestellt und bezahlt,
die letztlich auch in seinem Netz zugelassen sind, muss der Hersteller
der Fahrzeuge dafür sorgen, dass diese zulassungsfähig sind. Deshalb ist
z. B. in den Verträgen zwischen SWM/MVG und dem Hersteller der Variobahnen
festgelegt, dass eine Abnahme (und vollständige Bezahlung) der Fahrzeuge
durch den Besteller erst erfolgt, wenn die Fahrzeuge von der TAB endgültig
und uneingeschränkt zugelassen wurden. Da dies noch nicht der Fall ist,
gehören die Fahrzeuge auch noch dem Hersteller.
Die TAB bedient sich bei der Zulassung wiederum anerkannter und zugelassener
Gutachter, die von der TAB ausgewählt und beauftragt werden. Die vom Gutachter
und der TAB geforderten technischen Nachweise sind vom Hersteller vorzulegen.
Auslöser für die Entscheidung, die zwei Fahrzeuge nun vorübergehend außer
Betrieb zu nehmen, sind neue Fragen der TAB an Gutachter und Hersteller
zur Vollständigkeit der vorgelegten Nachweise. Vor allem geht es um die
Bestätigung des theoretischen Nachweises für die vollständige Einhaltung
des Lichtraumprofils. Der Lichtraum ist der Flächenbedarf, den ein Fahrzeug
im Betrieb, also bei der Fahrt, beansprucht. Er muss frei von festen Einbauten
und im Begegnungsverkehr mit anderen Straßenbahnen frei von Berührungen
sein.
Michael Richarz, Ressortleiter Schiene und Betriebsleiter bei MVG und
SWM: „Wir haben alle Beteiligten für nächste Woche zu einem Gespräch geladen,
um die schnellstmögliche Herstellung der endgültigen Abnahme zu erreichen.
Dabei werden wir den Hersteller auffordern, umgehend die nach Meinung
von Gutachter und TAB noch fehlenden Nachweise zu liefern. Die vorübergehende
Außerbetriebsetzung seiner Fahrzeuge wird das Verfahren hoffentlich beschleunigen.
Ich bin sehr zuversichtlich, dass das bei entsprechendem Engagement der
Beteiligten baldmöglichst erfolgen kann. Schließlich waren die Fahrzeuge
auf Basis der vorläufigen Zulassung nun schon seit rund 7 Monaten im Fahrgasteinsatz,
dem rund 5 Monate Testbetrieb (ohne Fahrgäste) vorangingen. Dieser vorläufige
Einsatz – zunächst nachts und leer, später auch im Fahrgastbetrieb – war
notwendig und sinnvoll, um Erkenntnisse über das Verhalten des Fahrzeugs
im Alltagsbetrieb sowie bei der Instandhaltung zu gewinnen und notwendige
Optimierungen beim Hersteller zu veranlassen, z. B. bezüglich Türöffnungszeiten
beim Fahrgastwechsel und Fahrzeughandhabung durch das Fahrpersonal. Der
praktische Nachweis, dass im Bereich des Lichtraumprofils keine Probleme
auftreten, ist also längst erbracht. Dieser muss jedoch für eine endgültige
Abnahme und Zulassung durch die TAB auch als rechnerischer Nachweis mit
Bestätigung durch den Gutachter vorliegen.“ (Pressemeldung MVG, 17.07.10).
Deutsche
Bahn: 25.000. Kind reist mit „Kids on Tour“
„Kids on Tour“, das erfolgreiche Serviceangebot der Deutschen
Bahn in Kooperation mit der Bahnhofsmission zur Betreuung allein reisender
Kinder im Alter von sechs bis einschließlich 14 Jahren feiert in
seinem siebten Bestehungsjahr wieder ein Jubiläum. Am Freitag begrüßten
die Deutsche Bahn, die Bahnhofsmission und Ravensburger in Köln das
25.000 Kind, das mit „Kids on Tour“ auf Reisen ging. Bereits
im Oktober 2009 verzeichnete „Kids on Tour“ 20.000 Buchungen.
Neben der Übernahme der Reisekosten durch die DB bekam das 11-jährige
Jubiläumskind, Ira Lily W., Geschenke durch Vertreter der Bahn, der
Bahnhofsmission und des Kooperationspartners Ravensburger überreicht.
Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Zeichenmaschine
„Mandala-Designer“ sponserte Ravensburger eine persönliche
Birthday-Edition für Ira Lily.
Wie
wichtig „Kids on Tour“ ist, zeigt die zunehmende Nachfrage.
Das Angebot ist mittlerweile fast durchgängig ausgebucht. Deshalb
möchte die Deutsche Bahn gemeinsam mit der Bahnhofsmission das Streckenangebot
für „Kids on Tour“ Ende des Jahres erweitern. In Zeiten
von wachsenden Anforderungen an berufliche Mobilität und steigenden
Trennungsraten bietet „Kids on Tour“ eine adäquate Antwort
auf die veränderten Familienmodelle in Deutschland.
Die
pädagogisch geschulten Betreuer der Bahnhofsmission begleiten die
Kinder von der Abfahrt bis zum Ziel auf ihrer Reise im ICE oder im IC.
Sie kümmern sich auch während der Reise um die Kinder, wobei
ein Betreuer für maximal fünf Kinder verantwortlich ist. Um
ihnen die Reise so kurzweilig und unterhaltsam wie möglich zu machen,
führen die Betreuer einen großen Spielekoffer mit, der mit
Spielsachen und Büchern aller Kooperationspartner, und nun auch mit
den Mini Mandala-Designern von Ravensburger, gefüllt ist.
Kinder
können künftig unter der Schirmherrschaft der Bundesfamilienministerin
reisen. Dr. Kristina Schröder unterstützt die mobilen Begleitdienste
der Bahnhofsmission, unter anderem auch die Kinderbegleitung im Rahmen
des Angebotes „Kids on Tour“. Kristina Schröder würdigt
mit der Übernahme der Schirmherrschaft die Arbeit der Bahnhofsmission
im Allgemeinen und im Besonderen im Zusammenhang mit mobilen Begleitdiensten.
Der
familienfreundliche Service „Kids on Tour“ wird freitags und
sonntags auf bisher sieben Städteverbindungen angeboten: Hamburg
– Stuttgart, Hamburg – Berlin, Köln – Stuttgart,
Köln – Hamburg, Frankfurt (Main) – Basel Bad, Frankfurt
(Main) – Leipzig, Frankfurt (Main) – Berlin.
Die
Betreuung durch „Kids on Tour“ kostet zusätzlich zur
Kinderfahrkarte 25 Euro pro Strecke. Zu buchen ist das Angebot unter der
Servicenummer der Bahn 0180 5 99 66 33* (Stichwort „Betreuung“),
bei der die Kinder spätestens sieben Werktage vor Reiseantritt anzumelden
sind.
Ausführliche
Informationen zu „Kids on Tour“ gibt es auch im Internet unter
www.bahn.de/familien-kinder
(Pressemeldung
Deutsche Bahn, 17.07.10).
Niedersachsen:
Rückbau und Abbindung des Bahnhofes Sulingen
Hiermit wird öffentlich bekannt gemacht, dass die DB Netz AG mit Antrag
vom 30.04.2010 folgende Änderungen im Bereich der Reststrecken 1744 und
2982 beantragt hat:
• Rückbau/Abbindung des Bahnhofes Sulingen
• sowie der nördlich Sulingen gelegenen Reststrecken 1744 und 2982
• Lückenschluss südlich Sulingen mittels Verbindungsspange der Strecken
1744 und 2982
• somit Schaffung einer direkten Fahrmöglichkeit von Diepholz nach
Barenburg
Durch den geplanten Rückbau mit Lückenschluss werden sämtliche Gleise
im Bahnhof Sulingen sowie die nördlich Sulingen gelegenen Reststrecken
1744 und 2982 mit den dazugehörigen Weichen dauerhaft vom restlichen Schienennetz
getrennt
(Pressemeldung EBA, 17.07.10).
Saarland:
Regionalbahn als Klimaschutz-Express
Die jährlich 10,6 Millionen Fahrgäste im saarländischen
Schienen-Regionalverkehr sind besondere Kunden: Sie fahren seit 15.Juli
2010 mit erneuerbaren Energien. Strom aus Wasserkraft ersetzt seitdem
Kohle- und Atomstrom.
Das Saarland ist das erste Bundesland, das den Schienennahverkehr der
gesamten Region auf „grün“ umstellt (nur der Stadtstaat
Hamburg betreibt die S-Bahn mit Ökostrom).
Die
Bahnkunden müssen keine Mehrkosten durch den Ökostrom befürchten;
die Umstellung auf Ökostrom erfolgt kostenneutral. Insgesamt verbraucht
die Bahn im Saarland für den Zugbetrieb nach eigenen Angaben 30 Gigawattstunden
Strom im Jahr, soviel wie etwa 7.500 Haushalte. 18.000 Tonnen des Treibhausgases
Kohlendioxid werden dadurch eingespart. Umweltministerin Simone Peter
sieht darin einen weiteren Imagegewinn des ÖPNV, dessen Fahrgastzahlen
im Saarland in den letzten Jahren ständig steigen.
Die
Umstellung auf Ökostrom des Schienen-Regionalverkehrs ist ein Element
des nachhaltigen Verkehrskonzepts des Landes, das die CO2-Emissionen reduzieren,
die Mobilitätschancen und die Sicherheit für alle verbessern
soll. Die nachhaltige Mobilität im Saarland setzt auf den Ausbau
des öffentlichen Personennahverkehrs (Saarbahn bis Lebach, neue Haltepunkte,
Mittelumschichtung aus dem Straßenbau), effizientes Verkehrsmanagement,
leistungsfähiges Straßennetz, Verringerung des Güterverkehrs
und die solargetriebene Elektro-Mobilität (Pressemeldung
Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr, 17.07.10).
Verkehr
vom 16.07.10
Allianz
pro Schiene: Frankreich stoppt Bau neuer Autobahnen – Deutschland
baut und baut
Frankreich plant eine radikale Wende in der Verkehrspolitik: Von den 170
Mrd. Euro, die nach einem Regierungsplan in den kommenden zwei Jahrzehnten
in die Verkehrsinfrastruktur investiert werden sollen, sind 90 Prozent
für Verkehrsmittel bestimmt, die Alternativen zum Flug- und Straßenverkehr
bieten sollen (siehe die LOK-Report-Meldung im Europa-Teil).
Allein 85 Mrd. Euro und damit die Hälfte des Geldes sollen in neue
Trassen für Hochgeschwindig-keitszüge investiert werden. Mit
zusätzlichen 53 Mrd. Euro soll die Infrastruktur für den Öffentlichen
Nahverkehr ausgebaut werden. Für neue Nationalstraßen sind
lediglich 4,5 Prozent des Geldes eingeplant. Dies sieht der in dieser
Woche von der Regierung in Paris veröffentlichte Entwurf des „Nationalen
Strategieplans der Verkehrsinfrastruktur“ vor.
„Während
Frankreich faktisch den Bau neuer Autobahnen stoppt und mit aller Kraft
auf den Ausbau des effizienten Schienenverkehrs setzt, wird in Deutschland
immer noch Jahr für Jahr dreimal soviel Geld für den Bau neuer
Autobahnen und Bundesstraßen ausgegeben wie für den Bau neuer
Schienenwege“, kritisierte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer
Dirk Flege am Donnerstag in Berlin. Aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung
auf eine Anfrage der Grünen Bundestagsfraktion geht hervor, dass
der deutsche Staat von 2006 bis 2010 insgesamt 13,2 Milliarden Euro in
den Neu- und Ausbau von Autobahnen und Bundesstraßen investiert
hat, in den Neu- und Ausbau von Bundesschienenwegen dagegen lediglich
4,3 Milliarden Euro. „Pro Kopf und Jahr zahlt jeder Deutsche 13
Euro für den Bau neuer Autobahnen und Bundesstraßen und lediglich
4 Euro für den Ausbau des Schienennetzes. Diese einseitige Bevorzugung
des Straßenbaus durch die Bundesregierung ist nicht mehr zeitgemäß“,
monierte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer.
Bereits
seit Jahren investieren Österreich und die Schweiz mehr Geld in die
Schienen- als in die Straßeninfrastruktur – mit beachtlichen
verkehrspolitischen Erfolgen. „Sätze wie ‚Und wenn wir
in die Schienen investieren, rechnet sich das auch, weil die Bahn ein
ökologisches, modernes Verkehrsmittel ist, dass mir in der Verkehrspolitik
allemal wichtiger ist als die Straße‘ (Österreichs Verkehrsministerin
Doris Bures im Interview mit dem „Standard“) sind hierzulande
von Regierungsseite nach wie vor undenkbar“, sagte Flege und warnte,
Deutschland dürfe „verkehrspolitisch nicht den Anschluss verpassen“
(Pressemeldung
Allianz pro Schiene, 16.07.10).
Brandenburg:
Neues Elektronisches Stellwerk in Cottbus im Bau
Die DB Netz AG investiert in diesem Jahr erheblich in die Erneuerung der
Gleise, Weichen und in den Aufbau einer modernen Sicherungstechnik als
Ersatz für die jetzige Stellwerkstechnik auf dem Bahnhof Cottbus.
Die
Oberbaumaßnahmen an Weichen und Gleisen sind bereits abgeschlossen,
das Modulgebäude für das Elektronische Stellwerk (ESTW) ist
aufgestellt und wird mit Computer- und Haustechnik ausgerüstet. Die
Aufstellung neuer Signale, der Kabeltiefbau und die Kabelmontage sind
im Zeitplan.
Der
weitere Baufortschritt erfordert jedoch nochmals die Sperrung einzelner
Bahnhofsgleise, so dass Reisende gebeten werden, die Veränderung
des Abfahrtgleises ihres Zuges zu beachten; darüber wird an der großen
Anzeigetafel im Empfangsgebäude informiert.
Weiterhin
werden auch Umbauarbeiten an Bahnübergängen durchgeführt,
um gesetzliche Anforderungen wie z. B. die der Anordnung der Lichtzeichen
über dem Andreaskreuz zu erfüllen. Dazu lassen sich Straßensperrungen
nicht ganz vermeiden. Das Programm ist mit der Stadt Cottbus so abgestimmt,
dass es nicht zur gleichzeitigen Sperrung benachbarter Bahnübergänge
kommt (beispielweise Bautzener Str. und Parzellenstr.).
Die
eigentliche Inbetriebnahme des ESTW erfordert die Auswechslung und Funktionsprüfung
der Sicherungstechnik an rund 800 Bauteilen.
Das
ist jedoch nicht im laufenden Betrieb möglich und daher weist die
Deutsche Bahn schon jetzt darauf hin, dass der Zugbetrieb vom 19. November
2010, 15:15 Uhr durchgehend bis zum 22. November 2010, 03:15 Uhr rund
um den Bahnhof Cottbus eingestellt wird und alle sechs Verkehrsrichtungen
mit Schienenersatzverkehr (nach Lübbenau, Calau, Senftenberg, Kerkwitz,
Klinge und Bagenz) bedient werden.
Bis
zu 35 Busse werden zeitgleich je Stunde am Hauptbahnhof Aus- und Einsteiger
bedienen. Deshalb wird der große Parkplatz rechts neben dem Empfangsgebäude
ab 19. November 2011, ab 6.00 Uhr nicht für das individuelle öffentliche
Parken zur Verfügung stehen. Ersatzweise wird die Fläche am
Wasserturm und weitere kleine Flächen in dessen Nähe zum Parken
angeboten (Pressemeldung
Deutsche Bahn, 16.07.10).
Deutsche
Bahn: Keine Wartungsmängel bei Klimaanlagen
Die Deutsche Bahn hat die Untersuchungsergebnisse der gemeinsamen Task
Force mit den Herstellern zu den Ausfällen von Klimaanlagen ausgewertet.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse: Die Wartungen sind gemäß
dem geltenden Regelwerk und den Empfehlungen der Hersteller durchgeführt
worden.
Im
Rahmen der regelmäßigen Wartung der Klimaanlagen wird ab sofort
noch einmal besonders überprüft, dass die Leistungsfähigkeit
der Kühlsysteme sichergestellt ist.
Auf
längere Sicht werden außerdem die Klimaanlagen in die bereits
beschlossene Generalüberholung der ICE 2-Flotte einbezogen. Dieses
sogenannte Redesign umfasst 44 Fahrzeuge, startet im November 2010 und
kostet über 100 Millionen Euro. Insgesamt umfasst die ICE-Flotte
252 Züge. Bei den Modellen ICE 1, ICE 3 und ICE T traten bislang
keine Schadenshäufungen auf.
„Die
Untersuchung hat gezeigt, dass hier weder ein Wartungsmangel noch ein
systematischer technischer Fehler bei den Klimaanlagen der ICE 2-Flotte
vorliegt“, sagte Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der Deutschen
Bahn.
„Die Klimaanlagen haben bislang gemäß ihrer zum Zeitpunkt
der Produktion geltenden Auslegung ohne Auffälligkeiten funktioniert
und sind erst jetzt in Teilen der ICE 2-Flotte durch die extreme Hitze
an die Grenze ihrer Belastbarkeit gekommen.“ (Pressemeldung
Deutsche Bahn, 16.07.10).
Deutsche
Bahn: Schnellumbauzug der Bahnbau Gruppe auf den Namen „Büffel“
getauft
 
Symbolisch nahm der Sprecher der Geschäftsführung
der Bahnbau Gruppe, Jörg Bistritz (links im Bild), den "Goldenen Schlüssel"
entgegen. Die Mannschaft des neuen Schnellumbauzuges enthüllt im Standort
Königsborn der Bahnbau Gruppe feierlich die entsprechende Anschrift. Bereits
Ende Juli wird die neue Maschine in Kläden, in der Nähe von Stendal, die
ersten Kilometer Gleis umbauen. Fotos Mai Michael Neuhold.
Am 15.07.10 taufte die Geschäftsführung der Gesellschaften der
Bahnbau Gruppe zusammen mit Berthold Huber, Vorstandsmitglied der DB Netz
AG, in Anwesenheit zahlreicher Vertreter aus Wirtschaft und Politik den
Schnellumbauzug SUM 315 auf den Namen „Büffel“.
Der
Schnellumbauzug SUM 315 ist ein neues Modell der SUM-Baureihe des Herstellers
Plasser & Theurer aus Österreich. Er entstand als eine optimierte
Variante eines Gleis-Schnellumbauzuges in enger Zusammenarbeit mit der
Deutschen Gleis- und Tiefbau GmbH (DGT), einer Gesellschaft der Bahnbau
Gruppe im DB-Konzern. Mehr als 40 Jahre Erfahrungen mit dieser Gleisbautechnologie,
der Fließband-Technik, sind in die Konzeption und Bau der SUM 315
eingeflossen.
„Mit
der SUM 315 setzen wir auf höchste technologische Standards; sie
sind bei der effizienten Abwicklung der Infrastrukturbauprojekte für
ein modernes Netz nicht mehr wegzudenken“, so Berthold Huber bei
der Taufe.
Der
450 Tonnen schwere „Büffel“ bietet ein Höchstmaß
an Flexibilität und Leistungsfähigkeit im Neubau und Umbau von
Gleisen. Durch den Einsatz des neuen hochautomatisierten Verlegeaggregats
mit „Zwei-Schwellen-Verlegung“ je Takt ist die SUM 315 noch
schneller und präziser als ihre Vorgängermodelle der SUM-Baureihe.
Während der Arbeit wird der Maschinenrahmen beim Gelenk hochgespindelt,
so dass das mittlere Drehgestell frei ist für alle erforderlichen
Arbeiten in diesem Bereich. Das Schotterplanum wird von einer Räumkette
vorbereitet. Größere Schottermengen werden mittels Transportbändern
zu einer Einschottervorrichtung am Ende der Maschine oder wahlweise in
Material-, Förder- und Siloeinheiten (MFS) verladen. Mit der Möglichkeit
der Schotterspeicherung, der Verschwenkmöglichkeit, dem integrierten
Rußpartikelfilter und der intelligenten Achslastverteilung ist die
Maschine für alle Schwellen- und Schienenarten mit Schotterunterbau
im Bereich von Bahnsteigen, auf oder unter Brücken sowie in Tunneln,
ohne wesentliche Einschränkungen einsetzbar. Die Zulieferung des
Materials erfolgt über das Arbeitsgleis, sodass der Verkehr auf dem
Nachbargleis nicht beeinträchtigt wird.
Der
„Büffel“ ist 114 Meter lang und wird mit einem 760 PS
starken Dieselmotor angetrieben. Er baut in einem Arbeitsprozess Schiene
und Schwelle aus und schafft in einer Stunde rund 350 Meter Gleisumbau
(Pressemeldung
Deutsche Bahn, Fotos Kai Michael Neuhold,
www.kmn-network.de,
16.07.10).
GDL:
Defekte Klimaanlage im ICE
„Es
ist ein Unding, dass Zugbegleiter oder Lokomotivführer nach solchen
Vorfällen angeklagt werden.“ Das erklärte der Bundesvorsitzende
der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer Claus Weselsky als Reaktion
auf die Anklage des Zugchefs im Zusammenhang mit der defekten Klimaanlage
des ICE. Beide erhalten ihre Anweisungen von den Betriebs- oder Transportleitungen.
Eigenständig dürfen sie nur bei Gefahr für Leib entscheiden.
Bei den defekten Klimaanlagen und überhitzten ICEs bestehen bei der
Einschätzung der Lage gleich zwei Probleme:
• Erstens
ist das Empfinden der Reisenden bei hohen Temperaturen sehr unterschiedlich.
Für den einen ist es lediglich heiß, während andere sehr
viel empfindsamer reagieren.
• Zweitens
leiden Lokomotivführer und Zugbegleiter unter den gleichen schlechten
Bedingungen in den Zügen. Beide sind jedoch in erster Linie Eisenbahner,
die ihre Verantwortung wahrnehmen, die Reisenden trotz technischer Mängel,
die nicht betriebsgefährdend sind, pünktlich ans Ziel zu bringen.
Eine
regelmäßige Unterbesetzung mit Zugbegleitern führt darüber
hinaus zu enormen Belastungen unserer Kollegen. Damit einhergehend ist
eine notwendige Präsenz in den einzelnen Zugabschnitten nicht immer
gewährleistet. Ein Zugbegleiter kann daher nicht immer sehen, ob
es einem Fahrgast schlecht geht.
Die
DB hat mittlerweise eine Weisung herausgegeben, wie bei hohen Temperaturen
in den ICEs zu verfahren ist. Das richtige Verhalten hätte auch in
der Aus- und Weiterbildung geschult werden können. Leider musste
erst ein Vorfall passieren.
Es
sind Mängel in den Zügen, die zwar nicht betriebsgefährdend
sind, die aber trotzdem sehr unangenehm sein können, wie die defekten
Klimaanlagen zeigen. Ursache ist sicher auch eine nicht voll umfängliche
Wartung aller Komponenten in den Zügen. „Dies wurde früher
gewährleistet, ist aber durch den Spar- und Börsenkurs zunehmend
verloren gegangen. Eine vorbeugende Instandhaltung aller Komponenten ist
das, was diese Eisenbahn nicht nur für ihr Image, sondern auch für
einen qualitativ hochwertigen Eisenbahnverkehr benötigt. Nur dadurch
können die Belastungen von Lokführern und Zugbegleitern gesenkt
und damit einhergehend auch die Kundenzufriedenheit gewährleistet
werden, so Weselsky: „Hier muss das DB-Management unter Herrn Grube
noch wesentlich schneller und härter korrigierend eingreifen als
bisher.“ (Pressemeldung
GDL, 16.07.10).
Nordrhein-Westfalen:
Harry Kurt Voigtsberger neuer Verkehrsminister
Einen Tag nach ihrer Wahl hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin
Hannelore Kraft am 15.07.10 ihr Kabinett ernannt. Am Nachmittag wurden
die Minister im Landtag vereidigt.
Minister für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr ist Harry
Kurt Voigtsberger. Er wurde am 10. Juli 1950 in Hindelang im Allgäu
geboren und absolvierte ein Studium für Flugzeugbau an der FH-Aachen und
studierte anschließend Politik-, Wirtschafts-, und Erziehungswissenschaften
an der RWTH Aachen.
Zehn Jahre war er Schulleiter des Medienberufskollegs der Stadt Köln,
bis er 2003 Erster Landesrat und Kämmerer des Landschaftsverbands Rheinland
wurde.
Im Jahr 2008 übernahm Harry K. Voigtsberger als Verbandsdirektor die Leitung
des Landschaftsverbands Rheinland.
Parlamentarischer Staatssekretär für Verkehr wird Horst
Becker (Pressemeldung Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen,
16.07.10).
Thüringen:
Durchschlag für Tunnel Baumleite
Am Donnerstag war nach 1.317 Metern und neun Monaten Vortrieb durch den
Berg das sprichwörtliche Licht am Ende des neuen Tunnels Baumleite
zu sehen. Der Tunnel stellt die Verbindung zwischen der Grümpentalbrücke
und dem viergleisigen Streckenabschnitt bei Theuern her.
Mit einem traditionellen Durchschlag wurde dieser Augenblick gefeiert.
Dabei waren Tunnelpatin Sibylle Abel, Ministerialrat Hans-Jürgen
Hummel, Referatsleiter Schienenverkehr / ÖPNV im Thüringer Ministerium
für Bau und Verkehr, Volker Hädrich, Konzernbevollmächtigter
der Deutschen Bahn AG für Thüringen, und Michael Ahlgrimm, Leiter
Großprojekte Nord der DB Netz AG. Der Tunnel wird von Norden her
im bergmännischen Verfahren mit Spritzbetonsicherung aufgefahren.
In einem zweiten Arbeitsschritt erhält er eine zweite, eine innere
Röhre, in welcher dann die Züge fahren. Die Einzelinvestition
beträgt fast 50 Millionen Euro.
Das
Bauvorhaben umfasst umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen. So entstehen
aus den 800.000 Kubikmetern Ausbruchsmassen Landschaftsmodellierungen
auf dem in unmittelbarer Nähe gelegenen Galgenberg, der aufgeforstet
oder mit Waldmantel- und Staudenvegetation eine landschaftstypische Gestaltung
erhält. Der Durchschlag erfolgte vorfristig, trotz teilweise anspruchsvoller
Geologie. Im Landkreis Sonneberg ist damit der dritte von vier Tunneln
durchgeschlagen (Tunnel Baumleite, Müß, Goldberg). Der Längste
Tunnel des Projektes, der 8,3 Kilometer lange Tunnel Bleßberg ist
bereits zur Hälfte mit der zweiten, der inneren Schale fertig gebaut,
während von Norden bisher zwei von vier Kilometern Vortrieb geschafft
sind.
Mit
einer langen Kette aufeinander folgender großer Ingenieurbauwerke
von 29 Brücken und 22 Tunneln werden die Höhenzüge der
107 Kilometer langen Neubaustrecke vom Oberfränkischen Ebensfeld
über den Thüringer Wald bis nach Erfurt überwunden. Die
Neubaustrecke gehört zur 500 Kilometer langen Verbindung zwischen
Nürnberg und Berlin, dem Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE) Nr.
8. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt etwa 10 Milliarden Euro.
Nach Abschluss aller Maßnahmen wird sich die Reisezeit zwischen
München und Berlin von heute sechs Stunden auf etwa vier Stunden
verringern. Die Kunden im Personen- sowie im Güterverkehr erhalten
eine konkurrenzfähige und umweltgerechte Alternative zu Straße
und Flugzeug.
Gegenwärtig
konzentriert sich der Bau zwischen Nürnberg und Berlin auf die über
230 Kilometer langen Neubaustrecken Ebensfeld–Erfurt sowie Erfurt–Leipzig/Halle.
Alle Bauzeit bestimmenden Ingenieurbauwerke, die Tunnel und Talbrücken,
befinden sich in der Realisierung (Pressemeldung
Deutsche Bahn, 16.07.10).
Verkehr
vom 15.07.10
Baden-Württemberg:
VCD fordert Wiedereinsetzung von Zugbegleitern
Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert von der Deutschen Bahn (DB) mehr
Kundenservice und die Wiedereinsetzung von Zugbegleitern im Regionalverkehr
von Baden-Württemberg, um Fahrgästen in kritischen Situationen schnell
helfen zu können.
"Defekte oder versagende Klimaanlagen in DB-Zügen sind auch im Regionalverkehr
in Baden-Württemberg ein Thema", sagt Birgit Maier, verbraucherpolitische
Sprecherin beim VCD Baden-Württemberg. Die derzeitigen Probleme seien
nicht auf den Fernverkehr und den ICE begrenzt.
Birgit Maier: "Fahrgäste berichten immer wieder, dass zum Beispiel Klimaanlagen
in einzelnen Doppelstock-Wagen schlecht eingestellt sind oder gar komplett
versagen, so dass im Sommer teils unerträgliche Hitze besonders im Oberdeck
herrscht. DB-Zugbegleiter, die für Abhilfe sorgen könnten, gibt es jedoch
keine."
Von Stuttgart aus verkehren regelmäßig Doppelstockzüge zum Beispiel in
Richtung Heilbronn, Ulm, Singen, Heidelberg oder Tübingen. Diese Fahrzeuge
sind vollklimatisiert, Fenster lassen sich nicht öffnen. Aus VCD-Sicht
ist es fatal, dass ausgerechnet in diesen Zügen in der Regel auch keine
Zugbegleiter anwesend sind. Einziger Ansprechpartner für die Fahrgäste
ist im Notfall der Lokführer, der sich jedoch in der Lokomotive außerhalb
der Wagen befindet. Auch die Notsprechanlagen in den Waggons seien häufig
defekt.
"Das ist ein unhaltbarer Zustand", sagt Maier. "Aus reiner Profitgier
hat die DB in den vergangenen Jahren fast flächendeckend die Zugbegleiter
in Baden-Württemberg eingespart, um aus dem bis 2016 laufenden Verkehrsvertrag
mit dem Land maximalen Gewinn zu ziehen."
Doch auch das Land trägt nach VCD-Meinung Mitschuld an der Misere: "Offensichtlich
hat das Land auf Grund eines miserabel ausgehandelten Verkehrsvertrages
keinen Einfluss auf die Angebotsqualität der DB im Regionalverkehr, diese
kann machen, was sie will und was den Profit mehrt", so Maier.
Der VCD kritisiert diesen mangelnden Kundenservice aus reiner Profitgier
und fordert das Unternehmen auf, auf eigene Kosten wieder mehr Zugbegleiter
im Regionalverkehr einzusetzen. Bei künftigen Ausschreibungen von Nahverkehrsleistungen
durch das Land muss die Besetzung von Zügen mit Zugbegleitern wieder zur
Grundlage der Verkehrsverträge mit Bahnbetreibern werden (Pressemeldung
VCD Landesverband Baden-Württemberg e.V., 15.07.10).
Bundestag:
Fehmarnbeltquerung
Die feste Fehmarnbeltquerung wird nach derzeitigem Planungsstand rund
817 Millionen Euro kosten. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung
(17/2398)
auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion (17/2203)
hervor.
Die Bundesregierung werde Investitionen in die Bundesverkehrswege in der
Finanzplanung bis 2014 auf einem hohen Niveau fortführen, heißt
es weiter (Pressemeldung Bundestag, 15.07.10).
Bundestag:
Kombilösung Karlsruhe
Der Bundesrechnungshof hat sich bislang nicht wegen einer Prüfung
des Nahverkehrsprojektes ”Kombilösung Karlsruhe“ an das
Bundesverkehrsministerium gewandt.
Dies betont die Bundesregierung in ihrer Antwort (17/2401)
auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/2244)
(Pressemeldung Bundestag, 15.07.10).
Funkwerk:
20.000stes Cab Radio für für die Zugfunkkommunikation ausgeliefert
Das weltweit erfolgreichste Mobilfunk-Gerät für die Zugfunkkommunikation
und Steuerung des Bahnverkehrs kommt aus dem thüringischen Kölleda:
In 19.999 Zügen von Norwegen, über Saudi-Arabien bis Indien
und China sind die „Cab Radios“ von Funkwerk bereits installiert.
Jetzt wurde das 20.000ste Mobilfunk-Terminal für die Kommunikation
zwischen Zug und Bahnzentrale ausgeliefert. Damit ist die Funkwerk-Eigenentwicklung
die führende Lösung auf dem Weltmarkt für die Zugfunk-Kommunikation
via GSM-R.
„Mit unseren Cab Radios sind wir mit großem Abstand Marktführer
in Europa und damit auch in der Welt, denn in Europa ist der GSM-R Mobilfunk
im Bahnverkehr am weitesten fortgeschritten. Wir sehen aber nun auch in
anderen Ländern einen zunehmenden Bedarf und zusätzliche Investitionen
in die Bahninfrastruktur, von denen unser Geschäft in den nächsten
Jahren profitieren sollte“, bilanzierte Funkwerk-Vorstand Dr. Hans
Grundner anlässlich der Auslieferung des 20.000 Cab Radios.
Bei den Bahnen nimmt der Zugfunk innerhalb des Betriebsdienstes eine immer
wichtigere Stellung ein. Denn er sichert die Kommunikation der mobilen
mit der stationären Infrastruktur. Das ist eine der Grund-bedingungen
für einen sicheren, pünktlichen und zuverlässigen Bahnverkehr.
Eine wichtige technologische Weichenstellung war dabei die Einigung der
Bahngesellschaften auf die Einführung von GSM-R (Global System for
Mobile Communication for Railways) als neuen Standard für die Informationsübertragung
im europäischen Schienenverkehr.
Das war die Voraussetzung für die immer schneller voranschreitende
internationale Harmonisierung und die damit verbundene grenzüberschreitende
Interoperabilität des Eisenbahnverkehrs, wie sie in Zeiten der Globalisierung
immer stärker gefordert wird.
Funkwerk setzte als einer der ersten Anbieter seit 1999 auf diesen Technologiewechsel.
Dabei kam dem Unternehmen zugute, dass am Standort Kölleda bereits
seit 1982 analoge Zugfunktechnik entwickelt und produziert wurde. Auf
Basis dieser langjährigen Erfahrungen und der genauen Kenntnisse
des Anwenderbedarfs konnten schnell modulare GSM-R-Endgerätefamilien
für den analogen wie für den digitalen Zugfunk entwickelt werden.
So hat sich Funkwerk einen technologischen Vorsprung gesichert, den wir
nach dem Jahrtausendwechsel weiter ausgebaut haben“, so Dr. Grundner.
Nachdem Funkwerk als Lieferant der Deutsche Bahn AG den Durchbruch auf
dem Weltmarkt geschafft hatte, folgten in rascher Folge weitere Großaufträge
der französischen SNCF, der belgischen SNCB, der schweizerischen
SBB, den österreichischen ÖBB sowie der norwegischen NSB. Mittlerweile
nutzen Bahnen in insgesamt 30 Ländern die Cab Radios von Funkwerk.
Damit steuern die digitalen Kommunikationssysteme von Funkwerk nun weltweit
den Daten- und Sprechfunkverkehr der wichtigsten öffentlichen und
privaten Verkehrsträger.
Die Nachfrage nach Bahn-Kommunikationstechnik „made by Funkwerk
in Germany“ dürfte jedoch in Zukunft weiter ansteigen. „Schlüsselfaktoren
wie Effizienz, die Vermeidung von Emissionen und eine erhöhte Verkehrssicherheit
sind für jeden Bahnbetrieb lebenswichtig. Sie lassen sich jedoch
nur durch den Einsatz von intelligenter Kommunikationstechnik steigern.
Deshalb nehmen die Investitionen in diesem Sektor zu. Innovative, individuelle
Systemlösungen, wie sie Funkwerk anbietet, stehen hier an erster
Stelle“, beschreibt Funkwerk-Vorstand Dr. Hans Grundner den aktuellen
Trend. „Es hat gut zehn Jahre gedauert, bis wir das 20.000 Cab Radio
ausliefern konnten, das 40.000ste werden wir sicher in der Hälfte
der Zeit schaffen.“ (Pressemeldung Funkwerk, 15.07.10).
Brandenburg:
Förderbescheid für den weiteren Ausbau des Hafens Wittenberge
Morgen erhält die Stadt Wittenberge einen Förderbescheid in
Höhe von 1,3 Millionen Euro den weiteren Ausbau des Hafens. Der Präsident
des Landesamtes für Bauen und Verkehr (LBV), Jan Drews, wird den
Bescheid am 14. Juli um 10.00 Uhr an den Bürgermeister der Stadt
Wittenberge, Dr. Oliver Hermann, überreichen. Damit können die
Bauarbeiten am Hafen Wittenberge fortgesetzt werden.
„Im alten Stadthafen war bisher nur in begrenztem Umfang Warenumschlag
möglich. Deshalb verlagert die Stadt Wittenberge den Hafen in ein
bereits bestehendes Industriegebiet, um auch in Zukunft als Wirtschaftsstandort
gut aufgestellt zu sein. Wir unterstützen dieses Vorhaben seit 2009.
Es wurden bereits mehr als eine Million Euro für Planung und einen
ersten Bauabschnitt bewilligt. Wir wollen damit auch einen Beitrag leisten,
in Zukunft mehr Verkehr von der Straße auf das Wasser zu verlagern“,
unterstreicht Infrastrukturstaatssekretär Rainer Bretschneider in
Potsdam.
Es werden zwei Binnenhafenanlegern errichtet: Ein Anleger für Flüssigkeiten
und Getreide und ein Anleger für den Containerumschlag. Der neue
Binnenhafen Wittenberge wird als öffentlicher Hafen betrieben und
bietet als trimodaler Umschlagpunkt mit Zugang zur Elbe und in der Nähe
der Bahnstrecke Berlin-Hamburg sowie der zukünftigen Autobahn A 14
hafentypische und logistische Funktionen an.
Das zur Verfügung gestellte Geld aus dem Konjunkturpaket II wir für
den Bau der befestigten Hafenfläche und der Zufahrt an die vorhandene
Straße genutzt. Außerdem kann mit der Oberflächenentwässerung
begonnen werden. Dazu gehört der Bau eines Regenrückhaltebeckens.
Spätestens im Frühjahr 2011 sollen dann alle Bauarbeiten abgeschlossen
sein.
Seit Beginn der Bauarbeiten im Jahr 2009 wurde bereits ein Hafenanleger
für den Umschlag von Flüssigkeiten fertig gestellt. Einmal wöchentlich
wird hier ein Schiff mit Biodiesel beladen. Die Arbeiten am zweiten Hafenanleger
für den Umschlag von Containern und Stückgut werden in Kürze
beendet. Voraussichtlich im August beginnen die Arbeiten für den
Bau der Hafengleise einschließlich des Gleisanschlusses an das öffentliche
Netz der Deutschen Bahn.
Das Projekt wird zu einem großen Teil aus Mitteln des Konjunkturpaketes
des Bundes finanziert. Auch die EU unterstützt den Hafenausbau mit
Fördergeld aus dem Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) (Pressemeldung
Funkwerk, 15.07.10).
Bremen:
DB Schenker Logistics wächst im Industriepark Bremen
Die Schenker Deutschland AG baut ihre Kapazitäten im Industriepark
Bremen kontinuierlich weiter aus. Die jetzt übernommene 20.000 Quadratmeter
große Halle 4 wird derzeit in der Entlade- und Verladezone komplett
umgebaut und vom Hallenbelag bis hin zum Dach umfangreich modernisiert.
Insgesamt werden die Arbeiten noch bis Ende des Jahres andauern.
"Um die steigenden Anforderungen unseres Kunden optimal zu erfüllen,
ist Wachstum hier im Industriepark unerlässlich", erklärt
Hans Kleer, Leiter der Geschäftsstelle Bremen-Logistik der Schenker
Deutschland AG. Der Bremer Logistikpark ist ein Beispiel dafür, wie
DB Schenker den Kundennutzen im Rahmen langfristiger Partnerschaften konsequent
ausbaut.
In
den kommenden Monaten werden die Logistikexperten der Schenker Deutschland
AG die neue Halle sukzessive in Betrieb nehmen. Zur Zeit lagern auf rund
8.000 Quadratmetern Vorder- und Hinterachsmodule für die Produktion
im nahe gelegenen Werk der Daimler AG. Bis Mitte 2011 werden die unterschiedlichsten
Komponenten, vom Kabelsatz über Sicherheitsgurte bis hin zu Türschließeinheiten,
folgen. Mit dem neuen Lager bewirtschaftet die Schenker Deutschland AG
im Logistikpark eine Hallenfläche von rund 60.000 Quadratmetern.
Seit
2007 bündeln die Logistikexperten von DB Schenker im Industriepark
Bremen Montage- und Bauteile von mehr als 35 Zulieferern und führen
sie minutengenau im Takt der Produktion den Montagebändern zu. Täglich
schleusen sie dabei rund 25.000 Fahrzeugteile und -module in den Produktionsprozess
von Daimler in Bremen ein. An jedem Arbeitstag werden rund 70 Lkw-Ladungen
mit Teilen von Lieferanten aus Deutschland und Europa entladen, gelagert
und just in sequence zum Werk geliefert (Pressemeldung
Deutsche Bahn, 15.07.10).
Deutsche
Bahn: DB Schenker konzentriert Steuerungsfunktionen in Frankfurt am Main
DB Schenker, das Ressort Transport und Logistik der Deutschen Bahn, bündelt
künftig seine Management-Funktionen in Frankfurt am Main. Die derzeit
in Berlin, Mainz und Essen angesiedelten Leitungen der Unternehmenseinheiten
werden an dem neuen Standort konzentriert. Das hat gestern der Vorstand
der DB Mobility Logistics AG beschlossen.
In Frankfurt am Main werden künftig rund 330 Arbeitsplätze aus
dem Management der Geschäftsfelder DB Schenker Logistics und DB Schenker
Rail sowie aus übergreifenden Funktionen des Ressorts zusammengezogen.
DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Rüdiger Grube begrüßte die
Entscheidung für das Ressort Transport und Logistik, stellte aber
auch klar: „Der Sitz der DB ist und bleibt selbstverständlich
Berlin, in der Hauptstadt arbeiten mehr als 17.000 Menschen für unser
Unternehmen“.
„Frankfurt ist als bedeutende internationale Wirtschaftsmetropole
ein attraktiver Logistik-Standort“, sagte Dr. Karl-Friedrich Rausch,
Vorstand Transport und Logistik der DB ML AG. „Wir werden unser
internationales Geschäft von Frankfurt aus weiterentwickeln. Die
Zukunft der Logistik liegt in effizienten, Verkehrsträger übergreifenden
Angeboten für unsere Kunden. Mit einem vereinten Management stellen
wir uns optimal auf. Frankfurt bot sich uns als Verkehrsknotenpunkt im
Herzen Deutschlands und Europas an“, sagte Rausch.
Den neuen, zentralen Sitz in der Nähe des Flughafens beziehen Mitarbeiter
aus dem in Berlin angesiedelten Ressortvorstand, aus der europäischen
Leitungsebene der DB Schenker Rail GmbH aus Mainz sowie aus dem Management
von DB Schenker Logistics aus Essen. Die Standorte Mainz und Essen bleiben
als Sitz der DB Schenker Rail Deutschland bzw. der Schenker AG bestehen.
Der Umzug soll innerhalb einer Frist von ein bis zwei Jahren erfolgen
– abhängig von der Entscheidung für eine Immobilie.
Mit einem Umsatz von rund 15,3 Milliarden Euro und mehr als 90.000 Mitarbeitern
in 130 Ländern (Geschäftsbericht 2009) steht DB Schenker für
die Transport- und Logistikaktivitäten der DB. DB Schenker verfügt
über Top-Positionen in der weltweiten Luft- und Seefracht, das dichteste
Landverkehrsnetz und die Schienen-Kompetenz der größten Güterbahn
Europas.
In Frankfurt am Main sind die Ressorts Infrastruktur und Personenverkehr
der DB angesiedelt sowie weitere Geschäftsfelder. Insgesamt hat die
DB in Frankfurt am Main rund 14.000 Mitarbeiter. Im nahen Kelsterbach
ist die Schenker Deutschland AG beheimatet, in Mainz die DB Schenker Rail
Deutschland AG (Pressemeldung Deutsche Bahn, 15.07.10).
Hessen:
Modernisierung des Bahnhofs Groß-Gerau-Dornberg
Das Land unterstützt die Stadt Groß-Gerau auch beim
2. Bauabschnitt der Modernisierung des Bahnhofs Groß-Gerau-Dornberg.
Der hessische Verkehrsstaatssekretär Steffen Saebisch übergab
am Mittwoch an den Ersten Stadtrat Kurt Trumpfheller einen Zuwendungsbescheid
in Höhe von 3.128.000 Euro.
Der jetzt anstehende Bauabschnitt auf der Ostseite der Station umfasst
die Herstellung einer Fußgänger-unterführung, einer P+R-
(Park und Ride) / B+R- (Bike und Ride) Anlage sowie die Errichtung von
Bus-haltestellen. Die Gesamtkosten des Abschnittes belaufen sich auf 5.318.300
Euro.
Gegenwärtig
wird auf der Westseite des Bahnhofs der 1. Bauabschnitt realisiert, der
ebenfalls vom Land Hessen gefördert wurde. Die Zuwendung für
diesen Abschnitt betrug 902.900 Euro, bei Gesamtkosten von 1.268.600 Euro.
Mit
den Arbeiten für den 2. Abschnitt erfolgt die Erschließung
der Bahnsteige auch von Osten einschließlich der Neugliederung der
Freiflächen und Erneuerung der Zugangsanlagen. Die bestehende Treppenanlage
vom Hausbahnsteig zur vorhandenen Personenunterführung wird instandgesetzt.
Westlich der historischen Windschutzwand wird ein neuer Aufzug als barrierefreie
Erschließung der Unterführung gebaut. Da die Windschutzwand
und das Dach denkmalgeschützt sind, müssen sie zur Realisierung
der Maßnahme abgebaut und entsprechend den Erfordernissen des Denkmalschutzes
wieder aufgebaut werden. An den Mittelbahnsteigen 2 und 3 werden gegenüber
der Treppenanlage ebenfalls Aufzüge hergestellt.
Die
Unterführung verbindet die Westseite des Bahnhofs mit den Bahnsteigen.
Sie soll nun bis zur Ostseite verlängert werden. Die Verlängerung
wird durch eine kleine Treppe und eine Rampe angebunden. Auf der Ostseite
sind außerdem auf einer brach liegenden Fläche eine neue P+R-
/ B+R-Anlage sowie zwei zentrale Bushaltestellen geplant. Insgesamt sollen
41 überdachte Fahrrad- und 143 Pkw-Stellplätze (davon 2 für
behinderte Menschen) entstehen. Die Anbindung der Anlage erfolgt über
ein Gewerbegebiet.
Weitere
Maßnahmen sind die Fahrbahnmarkierung, Beschilderung sowie die Errichtung
von Leit- und Schutzeinrichtungen.
„Nach
den Um- und Ausbaumaßnahmen wird der Bahnhof Groß-Gerau-Dornberg
künftig für die ÖPNV-Nutzer östlich und westlich der
Gleisanlagen optimal erreichbar sein“, sagte Saebisch. „Den
Bürgern Groß-Geraus und den auswärtigen Gästen wird
ein moderner und den heutigen Anforderungen entsprechend gestalteter Bahnhof
zur Verfügung stehen“.
Die
Bauarbeiten konnten durch Zurverfügungstellung eines vorläufigen
Zuwendungsbescheides bereits Anfang Juli 2010 beginnen und sollen voraussichtlich
im Dezember 2011 abgeschlossen sein (Pressemeldung
Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, 15.07.10).
Mecklenburg-Vorpommern:
Desiro und Talent 2 für das Teilnetz Warnow
Am 12.Juli hat die DB Regio AG den Zuschlag für das Teilnetz Warnow
erhalten. Das Teilnetz Warnow umfasst die Verkehrsleistungen:
• S 1 Rostock Hbf-Warnemünde,
• S 2 Güstrow-Schwaan-Rostock Hbf-Warnemünde,
• S 3 Güstrow-Laage-Rostock Hbf-Warnemünde und
• S 4 Rostock Seehafen Nord-Rostock Hbf-Warnemünde
• RB 12 Rostock Hbf-Graal-Müritz/Ribnitz-Damgarten West
• RE 8 Wismar-Rostock-Tessin
• RE 4 Wismar-Schwerin-Ludwigslust
• RE 1 Rostock Hbf-Schwerin Hbf (Einzelleistungen)
Mit der ersten Betriebsstufe gehen ab Dezember 2011 die Regionalbahnleistungen
mit einem Umfang von 1,44 Mio. Zugkilometer in Betrieb. Hier kommen zwölf
Triebzüge des Typs DESIRO von Siemens (BR 642) zum Einsatz. Diese
verkehren bereits heute auf der Linie RE 8 Wismar-Rostock-Tessin, der
RB 12 Rostock Hbf-Graal-Müritz/Ribnitz- Damgarten West und der S
3 zwischen Rostock Hbf und Rostock Seehafen Nord. Sie erhalten bis zur
Betriebsaufnahme ein Redesign und werden dabei in einen neuwertigen Zustand
gebracht.
Mit der zweiten Betriebsstufe gehen dann ab Dezember 2012 alle Elektrotraktionslinien
(S-Bahn und RE-Verkehre) in den Betrieb. Diese Leistungen in einem Umfang
von 2,57 Mio. Zugkilometer werden mit 23 Neubautriebzügen des Typs
TALENT 2 von Bombardier (BR 442) erbracht. Alle S-Bahn-Linien werden dann
bis nach Warnemünde verkehren. Die Züge auf der S 1 werden in
den Hauptverkehrszeiten alle siebeneinhalb Minuten fahren. Die Züge
der S 2 und S 3 werden zwischen Rostock und Güstrow werktags durchgängig
im Einstundentakt verkehren.
Die DB Regio AG behält sich den möglichen Einsatz eines Subunternehmers
für einen Teil der Fahrbetriebsleistungen vor. Eine entsprechende
EU-weite Ausschreibung läuft. Die Tariftreueerklärung, wie sie
durch DB Regio abgegeben wurde, ist auch Bestandteil der Anforderungen
dieser Ausschreibung (Pressemeldung Deutsche Bahn, 15.07.10).
Pro
Bahn: Fahrgastverband fordert neue Prioritäten für deutsches
Schienennetz
Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert die Bundesregierung auf, die bisherigen
Prioritäten für Investitionen in das Schienennetz in Deutschland
den Anforderungen der Europäischen Union anzupassen und Engpässe
auf den internationalen Transitkorridoren vorrangig zu beseitigen.
Das Europäische Parlament hat am vergangenen Dienstag eine Verordnung
gebilligt, nach der internationalen Güterzügen auf drei Transitkorridoren
durch Deutschland künftig Vorrag eingeräumt werden soll.
„Vorrangig müssen nun neue Kapazitäten auf den Transitstrecken
von Rotterdam nach Genua, von Stockholm nach Palermo und von Brüssel
nach Warschau geschaffen werden,“ erläutert der PRO BAHN-Bundesvorsitzende
Karl-Peter Naumann die Situation. „Engpässe gibt es auf den
Abschnitten Emmerich - Duisburg, Frankfurt - Mannheim, Offenburg - Basel,
Minden - Hannover, sowie zwischen Lübeck und Kufstein. Die deutsche
Politik hat aus Prestigegründen die notwendigen Investitionen auf
allen diese Streckenabschnitten vor sich hergeschoben und war nicht bereit,
den Anforderungen eines Transitlandes Rechnung zu tragen. Die in Deutschland
kritisierte Entscheidung für den Vorrang des Güterverkehrs ist
eine Antwort auf diese hinhaltende Investitionspolitik. Wir wissen, dass
Fachleute von DB-Netz diese Probleme sehen und lösen möchten,
aber bisher steht dafür zu wenig Geld zur Verfügung.“
Vor allem der schleppende Ausbau der Oberrheinstrecke ist für den
Fahrgastverband PRO BAHN ein Beispiel für die fehlgeleitete Investitionspolitik
in Deutschland. „Trotz internationaler Verpflichtungen wird hier
immer noch diskutiert statt gebaut,“ so Naumann. „Die DB muss
hier wie an anderen Ausbaustrecken um jeden Euro mit Umweltschützern
und lärmgeplagten Bürgern feilschen, während an anderen
Stellen des gleichen Bundeslandes Milliarden versenkt werden, die keine
neuen Kapazitäten schaffen.“
Auf der Verbindung von Stockholm nach Palermo, die vom Fehmarnbelt bis
nach Kufstein durch Deutschland führt, sollen nach den bisherigen
Planungen alle internationalen Güterzüge über die überlasteten
Elbbrücken in Hamburg fahren. Hier sieht der Verbraucherverband die
Möglichkeit, mit geringen Mitteln neue Kapazitäten zu schaffen.
„Dafür muss ein neuer Korridor durch Ausbauten zwischen Lübeck
und Stendal sowie Elektrifizierung von Reichenbach im Vogtland über
Hof an der Saale bis Regensburg und von Landshut bis Rosenheim geschaffen
werden. Das gleiche gilt für die Verbindungen von den Häfen
Hamburg und Bremerhaven bis Uelzen. Hier liegt wertvolle Infrastruktur
brach, die zur Entlastung verstopfter Strecken nicht zur Verfügung
steht, weil der Blick der Politik sich nur auf ICE-Strecken richtet.“
Trotz knapper Haushaltsmittel sieht PRO BAHN die Chance, dass die Entscheidung
der EU Güter- und Personenverkehr gleichermaßen voranbringt.
„Die Bundesregierung hat nun die Wahl, bekannte Engpässe kurzfristig
zu entschärfen oder zu riskieren, dass ICE-Züge unpünktlich
fahren und Anschlüsse versäumen und Pendler nicht mehr pünktlich
zur Arbeit kommen. Eine Verlagerung des Güterverkehrs auf Transitzüge
dient dem Klimaschutz, denn mehr als ein Viertel des Kohlendioxids wird
in Europa durch Lastkraftwagen in die Luft geblasen.“ (Pressemeldung
Pro Bahn, 15.07.10).
Nordrhein-Westfalen:
Bahn informierte zur Zukunft der Müngstener Brücke
Bei einem Treffen in Düsseldorf hat die Deutsche Bahn AG am 14.07.10
Vertreter der Städte Solingen und Remscheid sowie der Industrie-
und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid über den Sachstand
zur Sanierung der Müngstener Brücke informiert. An dem Gespräch
nahmen u. a. die Remscheider Oberbürgermeisterin Beate Wilding sowie
der erste Beigeordnete der Stadt Solingen, Hartmut Hoferichter teil.
Alle Teilnehmer betonten, dass in dem gut zweistündigen Treffen alle
Themen offen angesprochen wurden und die Diskussion konstruktiv geführt
wurde. Im Ergebnis wurde gemeinsam festgehalten, dass die Arbeiten für
die statische Nachrechnung des unter Denkmalschutz stehenden Wahrzeichens
des Bergischen Landes voll im Zeitplan liegen.
Bis Ende August werden die Belastungsmessungen mit Versuchsfahrten unter
Beteiligung eines vom Eisenbahn-Bundesamt anerkannten Prüfstatikers
an der Brücke durchgeführt. Zuvor müssen die erforderlichen
Messeinrichtungen installiert werden. Bis zum 30. September muss die Bahn
dann die Ergebnisse des statischen Nachweises dem Eisenbahn-Bundesamt
übergeben.
Erst danach können abschließende Ergebnisse bewertet werden.
Dies beinhaltet auch die Frage, welche historischen Fahrzeuge zum Brückenfest
verkehren könnten.
Die Teilnehmer des Gesprächs vereinbarten, dass bis Ende August bei
einem weiteren Treffen der dann aktuelle Sachstand (vorliegende Zwischenergebnisse
der Prüfungen) erneut ausgetauscht wird.
Daneben laufen derzeit schon Instandhaltungsarbeiten an der Brücke
nach einem dem Eisenbahn-Bundesamt vorgelegten Maßnahmenkatalog.
Sie umfassen Korrosionsschutzarbeiten und stahlbautechnische Arbeiten
an den Knotenblechen und Nieteinrichtungen. Dazu ist ein Arbeitstrupp
durchgängig im Einsatz (Pressemeldung Deutsche Bahn, 15.07.10).
Sachsen-Anhalt:
Bahnhofsumfeld in Bad Dürrenberg umgestaltet
Die
Umgestaltungsarbeiten am Bahnhof in Bad Dürrenberg sind abgeschlossen.
In den vergangenen zehn Monaten entstanden auf dem Bahnhofsvorplatz neben
drei neuen Bushaltestellen 36 P+R- sowie 40 Fahrradstellplätze. Außerdem
wurde an den Fußgängerachsen zwischen Innenstadt und Straßenbahnendstelle
am Lützener Platz der Weg zur Straßenbahnlinie 5 Halle –
Bad Dürrenberg neu gepflastert und beleuchtet. Des Weiteren bietet
ein überdachter Wartebereich vor dem Busbahnhof den Fahrgästen
Sitzbänke und Informationstafeln zum Bahn- und Busverkehr. Die Kosten
für die Umgestaltungsarbeiten betragen etwa 1,6 Millionen Euro, davon
trägt das Land den Löwenanteil von 1 Million Euro.
Sachsen-Anhalts
Verkehrsminister Dr. Karl-Heinz Daehre sagte bei der Übergabe des
Bahnhofs-vorplatzes, dass Bad Dürrenberg mit der Umgestaltung den
Besuchern und Fahrgästen ein attraktives Eingangstor biete. „In
der Kurstadt wurde ein architektonisches Zeichen gesetzt“, betonte
der Minister. „Dank der neuen Bushaltestellen, Fahrrad- und PKW-Stellplätze
wird den Reisenden der Einstieg in den öffentlichen Personennahverkehr
erleichtert“. So werde die Bahn noch besser mit der Straßenbahn
und dem regionalen Busverkehr verknüpft.
Die
Verschönerung des Bahnhofs wird noch in diesem Jahr fortgesetzt.
Geplant ist der Abriss eines Anbaus, der das Bahnhofsgebäude wieder
in seiner historischen Form sichtbar machen soll. Außerdem entstehen
weiter Parkplätze.
Der
Bahnhof Bad Dürrenberg wird täglich von rund 300 Reisenden genutzt.
Wochentags fahren stündlich Züge in Richtung Leipzig und Weißenfels
(Pressemeldung
Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, 15.07.10).
Transnet:
Warnung vor Vorverurteilung - Beschäftigte leiden unter Hitze
Zu Meldungen, nach denen gegen den Zugchef des in Bielefeld jüngst
gestoppten ICE nunmehr u. a. wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt
wird, erklären GDBA-Vize Peter Tröge und TRANSNET-Vorstand Reiner
Bieck:
„Wir warnen vor einer öffentlichen Vorverurteilung unseres
Kollegen. Die aktuellen Probleme mit den Klimaanlagen müssen untersucht
und Schwachstellen beseitigt werden. Das ist die DB AG den Reisenden,
aber auch den Beschäftigten schuldig. Wir weisen darauf hin, dass
unsere Kolleginnen und Kollegen gerade in diesen Hitze-Tagen besonders
unter diesem Klima zu leiden haben. Sie verrichten ihren Dienst unter
extrem schwierigen Bedingungen. In diesem Zusammenhang muss das Unternehmen
möglicherweise auch zusätzliches Personal zur Betreuung der
Fahrgäste bereitstellen.“ (Pressemeldung Transnet, 15.07.10).
Verkehr
vom 14.07.10
Baden-Württemberg:
Bahn bereitet Abriss des Nordflügels vor
Neben den laufenden Arbeiten zum Umbau des Gleisvorfeldes am Stuttgarter
Hauptbahnhof beginnt die Deutsche Bahn jetzt auch mit den Vorbereitungen
zum Abriss des nördlichen Seitenflügels. Das dafür erforderliche
Baurecht hat die Bahn schon seit 2005 mit dem bestandskräftigen Planfeststellungs-beschluss
für den Abschnitt 1.1 "Talquerung und neuer Hauptbahnhof".
Damit kann der stufenweise Rückbau des Gebäudeteiles in den
nächsten Wochen und Monaten erfolgen.
Der Abriss des nicht mehr benötigten Gebäudeteils wird als stufenweiser
Rückbau durchgeführt. Dabei werden die einzelnen Materialien
beim Ausbau entsprechend separiert und durch die Baufirma entsorgt. Zunächst
werden im Gebäude z.B. Rohr- und Elektroleitungen, Fenster oder der
Innenausbau entfernt. Dann wird das Gebäude stockwerksweise bis auf
Erdgeschossniveau abgetragen.
Die Abbruchmaterialien werden nach der Separierung auch zur Verfüllung
des Kellergeschosses verwendet. Zum Schutz des laufenden Bahnbetriebs
wird teilweise zwischen dem Gebäude und den Gleisen mit einem Mobilkran
eine "Stahlmatte" verwendet. Für den gesamten Rückbau
des Gebäudes sind etwa 2 ½ - 3 Monate veranschlagt Alle anfallenden
Stoffe, auch z.B. die Natursteine der vorderen Fassade, sind Eigentum
der mit dem Bau beauftragten Fa. Wolff & Müller aus Stuttgart,
die am 18.05.2010 den Zuschlag erhalten hat.
Bevor mit den eigentlichen Rückbauarbeiten begonnen werden kann,
sind im Umfeld zahlreiche Vorbereitungen erforderlich. Sichergestellt
ist dabei, dass während der Abrissarbeiten des Nordflügels die
Vorfahrt z.B. mit Taxis und der Zugang zum Bahnhof über den Nordausgang
noch bis November unverändert erhalten bleibt.
Eine wichtige Voraussetzung, denn der Nordausgang stellt den einzigen
barrierefreien Zugang zum heutigen Kopfbahnhof dar. Auch die Parkmöglichkeiten
bleiben, während des Abrisses erhalten, es kann bauzeitlich bedingt
jedoch zu Einschränkungen durch andere Baumaßnahmen kommen.
Nach Abriss des nördlichen Seitenflügels stehen diese Flächen
für eine kundenfreundliche Anpassung der Wegeführungen am Nordeingang
zur Verfügung. Diese Änderungen werden durch den Neubau des
zweigeschossigen unterirdischen Technikgebäudes unmittelbar am Nordeingang
notwendig (Pressemeldung Deutsche Bahn, 14.07.10).
Baden-Württemberg:
Drexler will Fakten schaffen statt Lösungen
Der ökologische Verkehrsclub VCD hat mit Empörung auf die Ankündigung
von Stuttgart 21-Sprecher Wolfgang Drexler reagiert, mit dem Abriss der
Seitenflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofes noch im August beginnen zu
wollen. Im Zusammenhang mit dem Prestigeprojekt Stuttgart 21 seien noch
so viele Fragen ungeklärt, dass weitreichende Baumaßnahmen völlig unverantwortlich
seien. Anstatt Fakten zu schaffen, sollten sich die Stuttgart 21-Planer
um die Lösung ihrer Probleme kümmern.
VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb sagte: "Für jeden Geräteschuppen
im Kleingarten braucht es eine ordentliche Genehmigung. Für Stuttgart
21 meint man, auf die noch ausstehenden Planfeststellungs-verfahren verzichten
zu können und will stattdessen scheibchenweise Fakten schaffen. Das ist
verantwortungslos und soll den falschen Eindruck erwecken, Stuttgart 21
sei unumkehrbar."
Das Stuttgarter S-Bahn-Chaos zeige, dass die DB bis heute mit der Planung
und dem Bau von Stuttgart 21 überfordert sei. Und die in der letzten Woche
bekannt gewordene Kritik im SMA-Gutachten des Landes zeige, dass die DB
auch keinen vernünftigen Fahrplan nach einer eventuellen Realisierung
von Stuttgart 21 anbieten könne. Darüber hinaus sei völlig unklar, ob
überhaupt und bis wann die Neubaustrecke nach Ulm realisiert werde.
"Stuttgart 21 hat bisher mehr Probleme erzeugt als Lösungen geboten",
sagte Matthias Lieb. "Bis die Vielzahl dieser Probleme nicht gelöst
sind, dürfen keine weitreichenden Maßnahmen wie ein Teilabriss des Bahnhofsgebäudes
erfolgen. Sollten die Projektverantwortlichen bei ihren Abrissplänen für
diesen August bleiben, dann kann nur politischer Starrsinn die Triebfeder
sein. Planerische Verantwortung sieht anders aus." (Pressemeldung
VCD Landesverband Baden-Württemberg e.V., 14.07.10).
Bayern:
SWM Ausbildungszentrum öffnet am 17. Juli seine Türen
Top Ausbildungsqualität, erfahrene Ausbilderinnen und Ausbilder, beste
Zukunftschancen – die Ausbildung bei den SWM hält, was sie verspricht.
Auch für das kommende Jahr wird motivierter Nachwuchs gesucht. Zum 1.
September 2011 haben die SWM über 100 Ausbildungsplätze in 13 verschiedenen
Berufen zu besetzen. Alle, die mehr über ihren Start in eine erfolgreiche
berufliche Zukunft erfahren wollen, sollten sich den kommenden Samstag
vormerken.
Beim Tag der offenen Tür am 17. Juli im SWM Ausbildungszentrum (Hans-Preißinger-Str.
16; U3 „Brudermühlstraße“, MetroBus 54 „Schäftlarnstraße“) können Interessierte
einen Blick hinter die Kulissen eines der größten und renommiertesten
Ausbildungsbetriebe Münchens werfen. Von 9 bis 15 Uhr informieren Auszubildende
und das Ausbildungsteam über die verschiedenen Berufe, Einstellungsvoraussetzungen
und spätere Perspektiven.
Bei den SWM sind übrigens auch die weiteren Aussichten bestens: Die SWM
unterstützen ihre neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unterschiedlichen
Einstiegs- und Qualifizierungsangeboten auf ihrem Weg im Unternehmen.
Ausführliche Informationen zur Ausbildung bei den SWM gibt es unter www.swm.de/ausbildung.
(Pressemeldung Deutsche Bahn, 14.07.10).
Deutsche
Bahn: Entschädigung der Fahrgäste für hitzebedingte Ausfälle
von Klimaanlagen
Die Deutsche Bahn wird Fahrgäste, die während der aktuellen
Hitzeperiode von Ausfällen der Klima-anlagen in den Fernverkehrszügen
(ICE und IC/EC) massiv betroffen sind, schnell und unbürokratisch
entschädigen. Dazu richtete die DB am Montag eine zentrale Anlaufstelle
ein.
„Wir wollen uns nicht nur ausdrücklich bei unseren Kunden entschuldigen,
sondern Wiedergutmachung leisten und das Vertrauen in die DB zurückgewinnen“,
sagte Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn. „Bei
den jetzt beschlossenen Kulanzmaßnahmen handelt es sich um freiwillige
Zusatzleistungen der Deutschen Bahn über die generellen Fahrgastrechte
hinaus.“
Fahrgäste, die gesundheitliche Beeinträchtigungen erlitten und
ärztlich versorgt werden mussten, sollen als Entschädigung Reisegutscheine
in Höhe von 150 Prozent des Fahrpreises erhalten. 50 Prozent des
ursprünglichen Fahrpreises bietet die Bahn allen Passagieren an,
die massive Komforteinschränkungen durch ausgefallene Klimaanlagen
im ganzen Zug hinnehmen mussten.
Mit Vorlage der Originalfahrkarte können DB-Kunden einen Erstattungsantrag
über die folgenden Wege stellen:
• Per E-Mail: hitzewelle@deutschebahn.com
• Per Post: DB Fernverkehr AG, Kundendialog, Stichwort „Hitzewelle“,
Postfach 10 06 13, 96058 Bamberg.
• Per Telefon: DB-Kundenportal 0180 5 99 66 33 (14 Cent/Min. aus
dem deutschen Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 42 Cent) (Pressemeldung
Deutsche Bahn, 14.07.10).
Mecklenburg-Vorpommern:
Vergabe Landesweite Verkehrserhebung im SPNV
Die VMV - Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH - hat im Amtsblatt
der Europäischen Union die Vergabe "Landesweite Verkehrserhebung
im Schienenpersonennahverkehr" an die Bietergemeinschaft Intraplan
Consult GmbH / Omniphon GmbH bekanntgegeben (2010/S
133-203817).
Der Auftrag umfasst Vorbereitung, Durchführung, Aufbereitung, Hochrechnung
und Auswertung einer Verkehrserhebung (Zählungen und Befragungen)
aller Linien des SPNV und ausgewählter Fernverkehrsangebote im Land
Mecklenburg-Vorpommern sowie des ÖPNV-Angebotes auf der Insel Rügen,
ergänzend Ermittlung von Daten zur Erlösbestimmung auf ausgewählten
Linie (Quelle EU-Ausschreibung, 14.07.10).
Nordrhein-Westfalen:
Ausländische Investoren mit dem NRW.INVEST AWARD 2010 prämiert
Zum sechsten Mal verliehen gestern (12.07.2010) die NRW.INVEST GmbH und
das Land Nordrhein-Westfalen den NRW.INVEST AWARD. Mit diesem Preis ehrt
das Land Unternehmen für ihre mutigen und innovativen Investitionen
am Standort Nordrhein-Westfalen. Einer der Preisträger ist der neue
Logistikstandort des Unternehmens Danone Waters in Duisburg.
Verliehen
wird die Ehrung in den Kategorien Innovation, Erweiterungsinvestition
und Neuinvestition. In der Kategorie Innovation erhält dieses Jahr
die australische Firma Ceramic Fuel Cells die Auszeichnung für ihre
neue Brennstoffzellenproduktion in Heinsberg. Der Preis für Erweiterungsinvestition
geht 2010 an den japanischen Hersteller von Elektrowerkzeugen und benzinbetriebenen
Gartengeräten Makita in Ratingen. Das Investorentrio Danone Waters,
Garbe Logistic und Reiner Bohnen Internationale Spedition werden gemeinsam
in der Kategorie Neuinvestition für ihr neues Logistikzentrum im
Duisburger Hafen prämiert.
Christa
Thoben, Ministerin für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes
Nordrhein-Westfalen, unterstreicht anlässlich der Preisverleihung:
"Um die Bedeutung ausländischer Investoren für den Standort
Nordrhein-Westfalen zu würdigen, verleihen wir einmal im Jahr den
NRW.INVEST AWARD. Ausländische Unternehmen am Standort geben uns
wirtschaftlich und kulturell wichtige Impulse für die Entwicklung
des Landes." Mehr als 11.500 Unternehmen mit mehr als 50 Prozent
ausländischem Kapitalanteil sind in Nordrhein-Westfalen inzwischen
zuhause. Sie beschäftigten rund 700.000 Mitarbeiter. Viele von ihnen
steuern von Nordrhein-Westfalen aus ihre Deutschland- und Europaaktivitäten.
Dies gilt sowohl für internationale Konzerne wie 3M, Ericsson, Ford,
LG Electronics, QVC, Toyota oder Vodafone, als auch für mittelständische
Investoren. Trotz Wirtschaftskrise blieb Nordrhein-Westfalen auch 2009
einer der beliebtesten Standorte für internationale Investoren. Die
landeseigene Ansiedlungsgesellschaft NRW.INVEST siedelte im vergangenen
Jahr 102 Unternehmen aus der ganzen Welt an und erreichte damit ihr zweitbestes
Ergebnis seit Bestehen der Gesellschaft.
In
der Kategorie Neuinvestition geht der NRW.INVEST AWARD diesmal an ein
Investorentrio: Danone Waters, Garbe Logistic und Reiner Bohnen Internationale
Spedition. Prämiert wird dabei nicht nur eine wirtschaftlich, sondern
auch ökologisch sinnvolle Investition. Die Garbe Logistic baute im
vergangenen Jahr für 15 Millionen Euro ein Logistikzentrum im Duisburger
Hafen. Der mittelständische Logistikprofi Reiner Bohnen investierte
weitere sieben Millionen in die Ausstattung der Logistik-Hallen und schafft
so 60 neue Arbeitsplätze. Der Standort wird logistische Zentrale
von Danone Waters für die Befüllung von Evian- und Volvic-Kästen
sowie die Verteilung im Norden Deutschlands. Dank dieser Investition spart
Danone Waters 30 Prozent der Emissionen ein, die bisher beim Transport
von und nach Frankreich und bei der Lagerung entstanden sind (Pressemeldung
LOG-IT Club e.V., 14.07.10).
Sachsen-Anhalt:
Novelliertes ÖPNV-Gesetz sichert stabiles Nahverkehrsangebot
Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Sachsen-Anhalt
soll auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels flächendeckend
gewährleistet werden. Die Novellierung des ÖPNV-Gesetzes, der
die Landesregierung heute zugestimmt habe, definiere dafür die rechtlichen
Rahmenbedingungen, teilte Verkehrsminister Dr. Karl-Heinz Daehre am 13.07.10
nach der Kabinettssitzung in Magdeburg mit. „Mit den Änderungen
schaffen wir die Voraussetzung dafür, auch in den nächsten Jahren
ein attraktives und zugleich stabiles Nahverkehrsangebot zu sichern“,
betonte der Minister.
Mit
der Neuregelung erhalten die Landkreise und kreisfreien Städte als
so genannte Aufgabenträger in den nächsten drei Jahren eine
planbare Mittelausstattung von insgesamt 70 Millionen Euro pro Jahr. Künftig
können sie den öffentlichen Nahverkehr und die Schülerbeförderung
aus einer Finanzmasse organisieren und so ein nachhaltiges Gesamtsystem
entwickeln. Zudem soll bei allen Investitionen, die vom Land gefördert
werden, die Barrierefreiheit grundsätzlich gewährleistet sein.
Mit
der Änderung des ÖPNV-Gesetzes nutzt das Land Sachsen-Anhalt
eine Öffnungsklausel im Personenbeförderungsgesetz des Bundes.
Danach können landesspezifische Regelungen im Bereich der Ausgleichsleistungen
für Ausbildungsverkehre erlassen werden.
Bisher
flossen die Mittel des Landes für den Ausbildungsverkehr direkt an
die Unternehmen und waren von Schülerzahlen und Reiseweiten abhängig.
Wegen zurückgehender Schülerzahlen hat diese Säule der
ÖPNV-Finanzierung jedoch in den zurückliegenden Jahren zunehmend
an Tragfähigkeit eingebüßt. Außerdem ist mit dieser
Finanzierung ein erheblicher Verwaltungsaufwand verbunden, der künftig
entfällt.
Nach
der ersten Kabinettsbefassung im April dieses Jahres wurde die Gesetzesnovelle
bis Ende des vorigen Monats mit den Beteiligten diskutiert. Nach der zweiten
Kabinettsbefassung kann das veränderte ÖPNV-Gesetz jetzt dem
Landtag zugeleitet werden und ab 1. Januar 2011 in Kraft treten (Pressemeldung
Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt, 14.07.10).
VDI:
Klimaanlagen kühlen bei regelmäßiger Wartung auch bei
35 Grad
Der VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. sieht aus technischer Sicht kein
Problem mit Klimaanlagen in Personenzügen. "Klimaanlagen können
auch bei Temperaturen über 35 Grad und vollen Zügen ordnungsgemäß
funktionieren - gerade in modernen Fahrzeugen", sagt Thomas Terhorst,
Geschäftsführer der VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik.
Der VDI hat bereits 2004 eine Richtlinie (VDI 6032 "Hygiene-Anforderungen
an die Lüftungstechnik in Fahrzeugen zur Personenbeförderung")
erstellt. Diese zeigt auf, wie Klimaanlagen in Bahnen funktions-fähig
gehalten werden können. "Regelmäßige technische Wartungen
müssen durch geschultes Personal durchgeführt werden",
ergänzt Terhorst. "Aus medizinischer und hygienischer Sicht
stellen Temperaturen zwischen 20 und 28 Grad in einem Wagon einen akzeptablen
Bereich dar. Alles was darüber hinaus geht, ist sicherlich gesundheitlich
nicht zuträglich."
Die VDI-Richtlinie 6032 beschreibt die Maßnahmen, mit denen Lüftungstechnische
Anlagen in Fahrzeugen (wie der Bahn) den z.B. wetterbedingten Anforderungen
gerecht werden. Eine Checkliste zur Kontrolle des Hygienezustandes ist
zur Unterstützung der Wartung jedes Fahrzeugtyps der Richtlinie beigefügt.
Ziel der Richtlinie ist es, Verbrauchern, Fahrzeugherstellern, Konstrukteuren
und dem Wartungspersonal Sicherheit für den Umgang mit Fragen der
Lufthygiene zu geben. Bei Einhaltung der Richtlinie besteht aus medizinischer
und technischer Sicht kein Zweifel an der Unbedenklichkeit der Nutzung
von Lüftungsanlagen in Fahrzeugen (Pressemeldung VDI, 14.07.10).
VDV:
Besucher der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft mit dem ÖPNV fahren
Die Besucher der 2011 in Deutschland stattfindenden FIFA Frauen-Weltmeisterschaft
können mit ihren Eintrittskarten den Öffentlichen Personennahverkehr
(ÖPNV) nutzen. Dies gaben am 13.07.10 im Bochumer Stadion, einem
der neun Spielorte der WM, Steffi Jones, Präsidentin des Organisations-komitees
der FIFA Frauen Weltmeisterschaft und Horst Klein, Vizepräsident
des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) bekannt.
„Die Eintrittskarte berechtigt nicht nur für die Fahrt zum Stadion und
zurück, sondern gilt am gesamten Spieltag bis zum Betriebsschluss in allen
Bussen und Bahnen am jeweiligen Austragungsort und im dortigen Verkehrsverbund“,
erklärt Horst Klein. „Das Kombi-Ticket bietet den Fans und Medienvertretern
einen hervorragenden Service und ist gleichzeitig ein wichtiger Beitrag
für eine kompetente und glaubwürdige Umwelt-Verantwortung. Daher freut
es uns sehr, diese Vereinbarung mit dem VDV getroffen zu haben“, erläutert
OK-Präsidentin Steffi Jones die Hintergründe dieser Partnerschaft.
Für
die Fußballfans aus dem In- und Ausland bedeutet diese Regelung, dass
sie sich am Spieltag weder für die An- und Abreise zum Spiel noch für
weitere Fahrten mit Bus und Bahn, um beispielsweise Sehenswürdigkeiten
in der Umgebung zu besuchen, eine Fahrkarte kaufen müssen. Auch die Fahrten
zu den zahlreichen Veranstaltungen abends nach den Spielen und wieder
zurück ins Hotel sind inklusive. „Die Stadionbesucher müssen nur darauf
achten, dass sie ihre Eintrittskarte immer dabei haben, denn diese ist
gleichzeitig das ÖPNV-Ticket“, so Klein. „Solche Großveranstaltung sind
nur durch einen nachhaltig leistungsfähigen, öffentlichen Personennahverkehr
zu bewältigen“, erinnert der VDV-Vize-präsident an den Einsatz von Bussen
und Bahnen zur letzten WM in Deutschland.
Das
kombinierte Ticket aus Eintrittskarte und ÖPNV-Fahrschein, auch Kombiticket
genannt, ist ein wichtiger Beitrag für das erklärte Ziel der FIFA-Frauen
Weltmeisterschaft, „klimafair“ zu sein,also eine Veranstaltung ohne negative
Folgen für das Klima. „Green Goal 2011", so die offizielle Bezeichnung,
ist ein übergreifendes Umweltkonzept in den fünf Kernbereichen Wasser,
Abfall, Catering, Energie und Mobilität. Mit dem Kombiticket ist ein wesentliches
Ziel im Bereich Mobilität erreicht (Pressemeldung
VDV, 14.07.10).
WAZ:
Zentrale der Bahn-Logistiksparte kommt nach Frankfurt
Die Entscheidung über den künftigen Sitz der Zentrale der Logistiksparte
der Deutschen Bahn ist gefallen. Wie die Zeitungen der Essener WAZ-Mediengruppe
unter Berufung auf Unternehmenskreise berichten, erhält Frankfurt
den Zuschlag.
Neben Frankfurt hatte sich auch der Duisburger Hafen als Standort für
den Hauptsitz des Logistikriesen beworben. Der bestehende Schenker-Standort
in Essen solle weitgehend erhalten bleiben, hieß es in den Unternehmenskreisen.
Nur wenige Führungskräfte würden von Essen an den neuen
Firmensitz wechseln.
Von der Entscheidung sind insgesamt mehrere hundert Arbeitsplätze
betroffen, die von den Standorten Berlin und Mainz verlagert werden (Pressemeldung
WAZ, 14.07.10).
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