Archiv - Verkehr und Verkehrspolitik
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Verkehr vom 31.07.10

RechteckBerlin: Senat erschwert Rückkehr zum alten S-Bahn-Fahrplan
Seit der großen S-Bahn-Krise im Jahr 2009 dauert die Rückkehr zum Normalbetrieb länger als geplant bzw. erhofft. Auch die Absicht der S-Bahn GmbH, zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 zumindest den vollständigen Fahrplan wieder fahren zu können, wenn auch mit teilweise kürzeren Zügen, wird sich nicht realisieren lassen. Daran ist allerdings der Berliner Senat mitschuldig.
Seit Monaten wird gestritten, ob der Einsatz langer Züge oder das Fahren aller fahrplanmäßigen Züge, wenn auch mit weniger Wagen, wichtiger ist.
Der Berliner Senat verlangt von der S-Bahn GmbH, dass sie dem Einsatz von 8-Wagen-Zügen auf der S7 Potsdam - Ahrensfelde Vorrang einräumt vor der Wiederherstellung einer dichten Zugfolge im Berufs-verkehr auf Abschnitten der Linien S1, S3 und S5.
Der Fahrgastverband IGEB hält die Rückkehr zum vollständigen Fahrplanangebot aus Fahrgastsicht für wichtiger und bekräftigt jetzt seine Kritik an der Prioritätensetzung des Senats, weil diese Frage nicht nur für die sogenannte Hochfahrstufe des S-Bahn-Betriebs im Dezember 2010 relevant ist, sondern weit darüber hinaus Bedeutung haben wird. Denn der Fahrgastverband IGEB hält es für unwahrscheinlich, dass die S-Bahn GmbH die vom Senat geforderte und vertraglich vereinbarte Zahl von 562 Viertelzügen und ab BBI-Eröffnung 575 Viertelzügen (ein Viertelzug hat zwei Wagen) in den nächsten Jahren einsetzen kann.
Deshalb wird sich die Frage nach der richtigen Prioritätensetzung noch über Jahre stellen - so lange, bis neue Fahrzeuge zur Verfügung stehen.
Eine richtige Prioritätensetzung erwartet die Fahrgäste bei der nächsten für den Herbst geplanten Hochfahrstufe. Dann soll endlich der vom Fahrgastverband IGEB bereits am 16. Mai geforderte 10-Minuten-Takt auf dem südlichen Abschnitt der S25 wiederhergestellt werden - und zwar nicht nur bis Lichterfelde Süd, sondern bis Teltow Stadt. Die Taktverdichtung bis zum S-Bahnhof Teltow Stadt hatte das Land Brandenburg bereits vor Beginn der großen S-Bahn-Krise für den 31. August 2009 bestellt. Zusammen mit der bevorstehenden Neuordnung des Busnetzes in Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf erhält dieser über 60.000 Einwohner zählende Raum damit endlich ein besseres Nahverkehrsangebot (Pressemeldung Berliner Fahrgastverband IGEB e.V., 31.07.10).

RechteckBerlin/Brandenburg: Fahrschein von Berlin nach Stettin für nur 10 Euro
Der Preis für die Fahrt zwischen Berlin und Stettin wird ab 1. August um 40 Prozent gesenkt. Die Einzelfahrt kostet künftig statt 16,70 Euro nur noch 10 Euro. Ab Dezember 2010 wird es zudem eine zusätzliche Direktverbindung zwischen Berlin und Stettin geben.
Für Bahnreisende zwischen den Metropolen Berlin und Stettin gibt es ab August den preisgünstigen 10 Euro-Fahrausweis. Damit die Bahnverbindung eine echte Alternative zum Minibus- und Autoverkehr wird, wurde der Fahrpreis für eine Strecke um 40 Prozent gesenkt.
Die Einzelfahrt im Ermäßigungstarif Berlin - Stettin kostet ab dem 1. August 7,50 Euro, ein Angebot zum Beispiel für Kinder von 6 bis einschließlich 14 Jahren sowie für Inhaber der BahnCard 25, der BahnCard 50 oder der polnischen REGIOkarta.
Auch der Preis der Tageskarte (eine Hin- und Rückfahrt) wurde auf 20 Euro (ermäßigt 15 Euro) gesenkt. Fahrgäste, die am selben Tag wieder zurück fahren, sparen sich dadurch den Kauf der Rückfahrkarte vor Ort.
Die Einzelfahrausweise und Tageskarten des VBB-Tarifs von und nach Stettin werden auch im Stettiner Stadtverkehr anerkannt. Ohne einen weiteren Fahrausweis lösen zu müssen, können die Fahrgäste damit also zusätzlich die örtlichen Straßenbahnen und Busse nutzen.
Der VBB und die DB Regio bewerben dieses neue Angebot gemeinsam mit einer Kampagne, die hauptsächlich in Stettin zu sehen sein wird.
Für die Verbindungen von Potsdam und Berlin Schönefeld Flughafen nach Stettin kostet die Einzelfahrt 11,40 Euro, im Ermäßigungstarif 8,50 Euro und die Tageskarte 22,80 Euro.
Um die Verbindung weiter aufzuwerten wird sich zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 zudem das Zugangebot verbessern. Insgesamt wird es dann täglich jeweils drei Direktverbindungen auf der Strecke zwischen Berlin und Stettin geben. Dadurch können Reisende künftig beide Städte morgens, mittags und abends ohne umzusteigen gut erreichen. Die Fahrzeit beträgt in der Regel weniger als zwei Stunden.
Übrigens: Auch von Berlin nach Gorzów gibt es günstige Angebote im VBB-Tarif. Der Einzelfahrausweis Berlin - Gorzów kostet 10,50 Euro, die Tageskarte 21 Euro. Die Nutzung der Straßenbahn- und Buslinien in Gorzów ist ebenfalls inklusive (Pressemeldung VBB, 31.07.10).

RechteckBundestag: Zukunft der Gäubahn
Die Zukunft der Gäubahn ist Gegenstand einer Kleinen Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/2614). Die Abgeordneten wollen unter anderem wissen, welche Auswirkungen die geplanten Streckenänderungen auf den künftigen Betrieb dieser Bahnlinie haben.
Wie es im Vorwort zu der Kleinen Anfrage heißt, drohen auf der Strecke zwischen Stuttgart und Zürich durch Umbauten und Umleitungen starke Einschränkungen (Pressemeldung Bundestag, 31.07.10).

RechteckHamburg: Vorinformation zur Direktvergabe der Hamburger S-Bahn
Die Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, hat im Amtsblatt der Europäischen Union eine Vorinformation zur Direktvergabe von Verkehrsleistungen der S-Bahn Hamburg auf dem Hamburger Stadtgebiet veröffentlicht (2010/S 146-225884).
Die Freie und Hansestadt Hamburg beabsichtigt, die S-Bahnverkehre in Hamburg durch einen frühestens ab dem 1.8.2011 auf Grund einer Direktvergabe zu schließenden Vertrag für einen weiteren Zeitraum von bis zu 15 Jahre nach dem Auslaufen der geltenden Verkehrsverträge und Vereinbarungen mit der S-Bahn Hamburg GmbH im Jahr 2017 an die S-Bahn Hamburg GmbH zu vergeben.
Für den Fall, dass eine solche Vergabe nicht zustande kommt, beabsichtigt die Freie und Hansestadt Hamburg, die S-Bahnverkehre in Hamburg durch einen frühestens ab dem 01.08.2011 auf Grund einer Direktvergabe zu schließenden Vertrag für ein weiteres Jahr (Fahrplanjahr 2018) nach Auslaufen der geltenden Verkehrsverträge und Vereinbarungen mit der S-Bahn Hamburg GmbH im Jahr 2017 an die S-Bahn Hamburg GmbH zu vergeben.
Die Verkehrsleistungen der S-Bahn Hamburg auf dem Hamburger Stadtgebiet umfassen die heutigen Linien S1, S11, S2, S21, S3 und S31. Das Leistungsvolumen soll etwa 11 000 000 Zugkilometer/Jahr betragen. Der geschätzter Wert ohne MwSt. beträgt 85 000 000 bis 95 000 000 EUR (WKZ, Quelle EU-Ausschreibung, 31.07.10).

RechteckHessen: Anschlagfeier für Neuen Bebenrothtunnel
Foto Markus PfetzingFoto Markus Pfetzing
Foto Markus PfetzingFoto Markus Pfetzing Die Tunnelpatin und Witzenhäuser Bürgermeisterin Angela Fischer (CDU) und Vertreter der Bahn und der Baufirmen beim Tunnelanschlag. Fotos Markus Pfetzing.
Am Freitag erfolgte für den 1.030 Meter langen Neuen Bebenrothtunnel bei Witzenhausen (Werra-Meißner-Kreis, Hessen) die traditionelle Zeremonie des Tunnelanschlages in Anwesenheit von Vertretern der Region und der Deutschen Bahn. Angela Fischer, Bürgermeisterin von Witzenhausen, wurde nach alter Bergbautradition mit einer ökumenischen Andacht als Patin für den Tunnel und damit als irdische Vertreterin der Heiligen Barbara, Schutzpatronin der Mineure, in ihr Amt eingeführt.
Innerhalb von nur zweieinhalb Jahren Bauzeit entsteht parallel zum 135 Jahre alten Bebenrothtunnel auf der Bahnstrecke zwischen Eichenberg und Oberrieden eine neue Tunnelröhre. Nach Fertigstellung der neuen Tunnelröhre 2012 kann der 935 Meter lange alte Tunnel - als künftig eingleisige Tunnelröhre - erneuert werden.
Ab 2015 werden die Züge durch zwei eingleisige Tunnelröhren – den erneuerten alten und den neuen Bebenrothtunnel – fahren. Beide Tunnelröhren werden mit einem Flucht- und Rettungsstollen verbunden. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 68 Millionen Euro.
Im März 2009 wurde mit dem Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahn-Bundesamtes die Baugenehmigung erteilt, im März 2010 begannen die Arbeiten. Der Tunnel wird vom Nordportal aufgefahren. Rund 150.000 Tonnen Erdmaterial werden beim Tunnelbau bewegt. Ein Teil davon wird vor Ort wieder eingebaut, der Großteil der Ausbruchmassen wird in einer nahegelegenen Tongrube deponiert.
Für den Tunnelneubau werden rund 26.000 Kubikmeter Beton und 1.400 Tonnen Stahl benötigt, für das neue Gleis 4.630 Meter Schienen, 4.300 Tonnen Schotter und 1.200 Betonschwellen.
Für die Materialtransporte wurde ein besonderes Logistikkonzept entwickelt. Die Gemeindeverbin-dungsstraße Neuseesen-Unterrieden wurde ausgebaut. Auf der zehn Kilometer langen Strecke zwischen Tunnelbaustelle und der Tongrube werden keine Ortschaften durchfahren.
Nach Abschluss der Arbeiten werden umfangreiche Maßnahmen den Eingriff in Natur und Landschaft ausgleichen. Untern anderem werden Ersatzpflanzungen und Sukzessionsflächen in den Portalbereichen und im Bereich des Bahnhofes Neu-Eichenberg angelegt. Die Fledermäuse, die den alten Bebenrothtunnel als Überwinterungsmöglichkeit nutzen, erhalten Ersatzquartiere. Die für den Bau gerodeten Waldflächen werden wiederaufgeforstet und die landwirtschaftlich genutzten Flächen rekultiviert (Pressemeldung Deutsche Bahn, Fotos Markus Pfetzing, 31.07.10).

RechteckNOB: Olaf Ernst wechselt im Herbst von NOB zu metronom
Olaf Ernst, technischer Geschäftsführer der Nord-Ostsee-Bahn GmbH (NOB) wechselt zum Oktober 2010 zur niedersächsischen metronom Eisenbahngesellschaft mbH.
Der zweite Geschäftsführer der NOB, Andreas Winter: "Die Entscheidung von Olaf Ernst bedauern wir sehr - wir hätten sehr gern weiter mit ihm zusammen gearbeitet." Das Unternehmen zeigte jedoch Verständnis: "Wir können seinen sehr persönlichen Beweggrund, den Wunsch nach einem Wohnortwechsel, nachvollziehen und respektieren diesen."
Der Niedersachse Olaf Ernst (43) war seit April 2009 bei der NOB Geschäftsführer als beschäftigt. Olaf Ernst wird bis zu seinem Ausscheiden im Herbst weiterhin als Geschäftsführer bei der NOB bleiben. Bis über eine Nachfolgeregelung entschieden ist, wird Andreas Winter (42) als alleiniger Geschäftsführer die NOB leiten (Pressemeldung Nord-Ostsee-Bahn GmbH, 31.07.10).

RechteckSchleswig-Holstein: Wieder Bahnhof in Burg auf Fehmarm
Burg - Fehmarn hat seit Donnerstag einen neuen Bahnhof in Burg. Künftig halten dort nach Angaben des Verkehrsministeriums in Kiel und der beteiligten Bahnunternehmen alle zwei Stunden die Regionalzüge aus Lübeck.
Im Sommer fahren demnach sonnabends und sonntags je zwei Direktzüge von und nach Hamburg. Im kommenden Jahr sollen auch InterCity-Züge am neuen Bahnhof halten. Dieser sei gut für die Inselbewohner, aber auch für Touristen und Tagesausflügler, sagte Verkehrsstaatssekretärin Tamara Zieschang. „Ich bin sicher, dass die vier Millionen Euro, die das Land hier investiert hat, gut investiertes Geld sind.“
Zwischenhalte für die Regionalzüge zwischen Lübeck und Fehmarn sind Großenbrode, Oldenburg, Lensahn, Sierksdorf, Haffkrug, Scharbeutz, Timmendorfer Strand und Bad Schwartau Die Geschichte des Bahnhofs in Burg auf Fehmarn ist skurril und ein Musetrbeispiel für dieVerschwendung öffentlicher Mittel. Der Bahnhof wurde bis vor etwa 35 Jahren bedient. Es gab in den Siebziger Jahren sogar Pläne für eine Art Straßenbahn von hier nach Burgtiefe. Aus denen ist nie etwas geworden.
Nachdem die Landeweite Verkerhsservice-Gesellschaft den Schienverkehr über Neustadt hinaus nach Puttgarden - der schon fast ganz eingestellt war - wieder im Zweistunden-Takt aufgenommen hatte, kamen Pläne auf, Burg erneut unmittelbar an den ÖPNV anzuschließen. Gegen diese Pläne protestierte eine Bürgerinitative, die einen neuen Bahnhof unmittelbar am Hauptgleis an der Amalienhofrücke favorisierte. Das von eingeleitete Brgerbehren scheiterte jedoch (Horst Schinzel, HS-Kulturkorrespondenz, 31.07.10).

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