LOK Report – News von Dienstag, 31.01.12
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TOP-Themen Bayern will Bahnverbindungen nach Böhmen ausbauen Planfeststellung "Mainzelbahn" Vorläufiger Bericht zum Brems- versagen der IC4-Züge BAV zahlt 21 Millionen Franken für alpenquerenden Kombiverkehr Metalldiebe richten große Folgeschäden in Spanien an Werk Szolnok fertigt Reisezugwagen Foto links: LR |
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Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie
Industrie
Deutsche Bahn: Dr. Rüdiger Grube stellt sich den Fragen der Facebook-User
Sie fragen, Dr. Rüdiger Grube antwortet! Vom 6. bis zum 10. Februar 2012 können Sie auf der Facebook-Seite "Deutsche Bahn Konzern" Ihre Frage an den DB-Chef stellen. Die drei beliebtesten Fragen beantwortet Rüdiger Grube am 23. Februar persönlich.
Dialog wird bei der Deutschen Bahn groß geschrieben, auch in den Sozialen Netzwerken im Internet. Nach seinen persönlichen Arbeitseinsätzen in Zügen und am Bahnhof stellt sich der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn nun auch virtuell den Fragen der Kunden. Auf dem Facebook-Kanal des Konzerns (www.facebook.com/deutschebahn) können die User in der Zeit vom 6. bis zum 10. Februar 2012 ihre Fragen zur Deutschen Bahn direkt an Dr. Rüdiger Grube richten. Die drei beliebtesten Fragen wird er am 23. Februar 2012 persönlich auf Facebook beantworten. Ob Fragen zu Zielen, zu Zügen oder zur Zukunft – zu welchen drei Fragen der Bahn-Chef schließlich Rede und Antwort steht, entscheidet die Wissbegierde der User. Denn die Besucher der Facebook-Seite können jede formulierte Frage kommentieren und sie durch das Klicken des "Gefällt mir"-Buttons unterstützen. So ist sichergestellt, dass die drei Fragen beantwortet werden, an denen die User das größte Interesse haben.
Die Antworten wird Dr. Rüdiger Grube in den Redaktionsräumen des Social-Media-Konzern-Teams verfassen. Bereits beim Start des Facebook-Auftritts am 8. Dezember 2011 war er vor Ort mit dabei. Grube unterstreicht damit die Bedeutung, die Social Media im Konzern erlangt hat: "Die Deutsche Bahn will für einen kompetenten und ernstzunehmenden Dialog stehen - auch im Internet. Deshalb nutzen wir immer mehr Kanäle, um offen und transparent mit unseren Kunden und der Öffentlichkeit zu kommunizieren."
Die Deutsche Bahn ist seit dem 8. Dezember 2011 mit zwei Profilen auf Facebook vertreten. Der Personenverkehr (http://www.facebook.com/dbbahn) beantwortet alle Fragen rund um das Reisen mit der Deutschen Bahn. Der Konzern-Auftritt (www.facebook.com/deutschebahn) stellt Themen aus den unterschiedlichen Geschäftsbereichen vor und kümmert sich um Anfragen z.B. zu Karrieremöglichkeiten, sozialem Engagement, Investitionen oder Nachhaltigkeit bei der Deutschen Bahn.
Alle Informationen zu der Aktion "DB-Chef stellt sich den Fragen der Facebook-User" finden Sie unter www.facebook.com/deutschebahn unter dem Reiter "Fragen an Dr. Grube" (Pressemeldung Deutsche Bahn, 31.01.12).
Deutsche Bahn: P. Zilles leitet intermod. Aktivitäten von DB Schenker Logistics
Zum 1. Februar nimmt Patrick Zilles seine Tätigkeit als Leiter der intermodalen Aktivitäten von DB Schenker Logistics auf. Als Head of Intermodal in der Zentrale der Schenker AG in Essen ist Zilles im Landverkehr für die effiziente Verbindung der Verkehrsträger verantwortlich, speziell auch für das Angebot DB SCHENKERhangartner. Der Service bietet Kunden aus Handel und Industrie die Kombination von Lkw und Schiene aus einer Hand. Vor- und Nachlauf übernimmt der Lkw, auf den langen Strecken reisen die Güter im unbegleiteten kombinierten Verkehr auf der Schiene.
Seine neue Funktion bei DB Schenker ist im Hinblick auf die wachsende Bedeutung intermodaler Lösungen neu geschaffen worden. Im Landverkehr ist DB Schenker Logistics in Europa marktführend, mit rund einer halben Milliarde Euro Umsatz allein in der Bahnspedition einer der wichtigsten Dienstleister. "Ich sehe gerade im intermodalen Geschäft noch Möglichkeiten, für unsere Kunden und für weiteres Wachstum. Deshalb freue ich mich, dass wir mit Patrick Zilles einen erfahrenen Manager aus der Logistikbranche für uns gewinnen konnten", sagte Karl Nutzinger, als Mitglied des Vorstandes der Schenker AG für den Landverkehr von DB Schenker verantwortlich. "Mit seiner Unterstützung werden wir unser Angebot unter Einbindung der Schiene weiter ausbauen. Das gilt sowohl für die alpenquerenden Verkehre als auch für die Verbindung von Ost und West in Europa."
Der 38-jährige Verkehrsfachwirt war bislang zuletzt in führender Position für die intermodalen Aktivitäten eines Bahnunternehmens verantwortlich (Pressemeldung Deutsche Bahn, 31.01.12).
Aus den Ländern
Bayern: Bayerisch-böhmisches Bündnis für bessere Bahnverbindungen
Bayern und Böhmen schmieden an einem Bündnis für bessere Bahnverbindungen. Wie Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil bei den 150-Jahr-Feierlichkeiten zur Aufnahme des Zugverkehrs zwischen Bayern und Böhmen in Furth i. Wald verkündet, will er noch in diesem Frühjahr mit dem tschechischen Verkehrsminister Pavel Dobeš ein Memorandum zum Ausbau des Schienenverkehrs zwischen beiden Ländern unterzeichnen. "Die Grenze ist seit fast einem Vierteljahrhundert wieder offen, aber bei der Schiene wirkt die unzureichende Infrastruktur immer noch fast wie ein Schlagbaum. Alle Beteiligten sollten bereit sein, ein größeres Rad als bisher bei diesem Thema zu drehen. Wir brauchen hier eine neue Zeitrechnung", fordert Zeil. Davon würden das bayerisch-tschechische Miteinander, die gemeinsamen Wirtschaftsbeziehungen und die Umwelt diesseits und jenseits der Grenze profitieren.
Der Minister misst dem Papier, das sich derzeit noch in der Endabstimmung zwischen Bayern, Tschechien und Deutschland befindet, neben der verkehrlichen Relevanz enorme Symbolkraft zu: "Da schlagen sich sowohl die freundschaftlichen Bande nieder, die durch die Tschechien-Besuche von Ministerpräsident Horst Seehofer Aufwind erhaltenen haben, als auch der verstärkte Fokus des Freistaats auf die Beziehungen zu den mittel- und osteuropäischen Länder generell." Zeil und Dobeš wollen in ihrer Vereinbarung festhalten, "wohin der Zug sowohl bei der Infrastruktur als auch beim Betrieb gehen soll." "Wir wollen dabei aber nicht nur mit dem Finger auf dem Bund zeigen, sondern auch unserer Verantwortung nachkommen und für uns ein Pflichtenheft festlegen. Ich verrate kein Geheimnis, dass dabei die Wiedereröffnung einer vierten bayerisch-tschechischen Zugstrecke zwischen Selb und Aš enthalten sein wird", erklärt der Minister.
Zeil begrüßt in diesem Zusammenhang zudem die heute an Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer und den stellvertretenden tschechischen Verkehrsminister Ivo Vykydal übergebene gemeinsame Deklaration der Bezirke Pilsen und Oberpfalz zum Ausbau der Schienenverbindung von München über Regensburg, Furth i. Wald und Pilsen nach Prag. "Ich hoffe, das zeigt in den Hauptstädten, wie wichtig den beiden Grenzbezirken diese Bahnverbindung für die zukünftige Entwicklung ist", so Zeil. Die Erklärung hatten unter anderem alle drei Oberbürgermeister und alle sieben Landräte der Oberpfalz unterzeichnet.
Zeil und der stellvertretende tschechische Verkehrsminister Ivo Vykydal treffen sich heute bei der bayerisch-böhmischen Festveranstaltung. Neben ihnen beiden würdigen auch weitere Persönlichkeiten vor Ort die Fertigstellung und Inbetriebnahme der ersten bayerisch-böhmischen Zugverbindung zwischen Schwandorf und Pilsen vor 150 Jahren: Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer, der Chamer Landrat Franz Löffler, der stellvertretende Hauptmann der Region Pilsen, Jaroslav Bauer, Bahnchef Rüdiger Grube, der Chef der tschechischen Bahninfrastrukturbetreibers SZCD, Pavel Habarta, und der Pro-Bahn-Bundesvorsitzende Karl-Peter Naumann. Am 15. Oktober 1861 verbanden in Furth i. Wald die Bayerische Ostbahn und die Böhmische Westbahn ihre Streckennetze und schufen die erste durchgehende Zugverbindung von Prag nach Nürnberg, Regensburg und München. Ein paar Jahre später folgten dann die Verbindungen über die Grenzen bei Schirnding und Bayerisch-Eisenstein. Minister Zeil bezeichnet die Errichtung der Strecke als "Pionierleistung". "Damit haben die Erbauer eine der Lebensadern im östlichen Bayern und westlichen Böhmen geschaffen", so Zeil abschließend (Pressemeldung Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, 31.01.12).
Bayern: Finanzierungsgesprächen zur 2. Stammstrecke in München
"Münchens Oberbürgermeister Christian Ude fährt mit dem voreiligen Stadtratsbeschluss ein durchsichtiges Manöver. Der Freistaat verhandelt derzeit mit dem Bund über die Ausgestaltung einer verbindlichen Rückzahlungszusage für die Vorfinanzierung. Das ist auch Oberbürgermeister Ude bekannt. Hier gibt es noch keine abschließenden Ergebnisse, so dass derzeit Debatten und Beschlüsse im Stadtrat verfrüht sind. Der große Zeitdruck, mit dem der Oberbürgermeister eine Entscheidung des Stadtrats herbeiführen will, lässt den Eindruck entstehen, dass er in Wahrheit von der 2. Stammstrecke abrückt. Das wäre allerdings ein unlauteres Spiel zulasten eines der wichtigsten Zukunftsprojekte für die Metropolregion.
Oberbürgermeister Ude zieht sich auf die Position zurück, dass die Stadt rechtlich nicht für die Finanzierung der Stammstrecke zuständig ist. Er will damit die Chance verstreichen lassen, jetzt die 2. Stammstrecke zu realisieren- und das allein wegen formaler Zuständigkeiten! Weiter fordert der Oberbürgermeister, dass der Freistaat für die Finanzierung der 2. Stammstrecke GVFG-Bundesmittel von anderen Projekten abzieht. Diese Position lehne ich ganz klar ab. Die Staatsregierung hat Verantwortung für ganz Bayern und nicht nur für die Landeshauptstadt.
Ich appelliere an Oberbürgermeister Ude, die 2. Stammstrecke nicht wahlkampftaktischen Spielchen zu opfern. Die Landeshauptstadt muss zu ihrer Verantwortung stehen und alles dafür tun, dass wir gemeinsam das Zukunftsprojekt 2. Stammstrecke realisieren können. Es geht derzeit um beharrliche Sacharbeit und nicht um öffentliche Deklarationen." (Pressemeldung Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, 31.01.12).
Bayern: Tram St. Emmeram auf Erfolgskurs
Die neu eröffnete Tram St. Emmeram (Effnerplatz – St. Emmeram) erfreut sich großer Beliebtheit und wird rege genutzt. Bei einer ersten repräsentativen Erhebung Mitte Januar wurden gut 13.000 Fahrgäste gezählt. Damit erreichte die Nachfrage bereits einen Monat nach Inbetriebnahme den für 2015 prognostizierten Wert. Durch die weitere Bebauung insbesondere entlang der Cosimastraße (z. B. auf dem Gelände der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne) wird das Fahrgastaufkommen in absehbarer Zeit weiter steigen.
Die neue Tramverbindung von St. Emmeram wird vielfach für Fahrten weit über den Stadtteil hinaus genutzt: Mehr als die Hälfte (ca. 60 Prozent) der Fahrgäste auf der neuen Tramstrecke fahren umsteigefrei mit der Linie 16 nach Bogenhausen, Haidhausen oder in die Innenstadt bzw. umgekehrt von dort direkt zum Cosimapark oder nach Oberföhring. Am derzeit stärksten Abschnitt zwischen Arabellapark/Klinikum Bogenhausen und Cosimabad lag die Zahl der Fahrgäste am Tag der Stichprobe um rund 56 Prozent über der Nachfrage der dort früher verkehrenden Buslinie 59. Die Zählungen wurden im Auftrag der MVG durch ein unabhängiges Ingenieurbüro durchgeführt.
MVG-Chef Herbert König: "Diese ersten Zahlen sind überaus erfreulich und bestätigen erste Trendberichte aus dem Dezember. Die Tram St. Emmeram entwickelt sich also – ähnlich wie die Tram 23 vor zwei Jahren – zu einem echten Renner. Wir haben damit unser Ziel erreicht, dass durch ein neues, attraktives Angebot auf der Schiene mehr Menschen als bisher den ÖPNV nutzen – und dadurch Autofahrten vermieden werden. Und das bedeutet: weniger Umweltbelastung und mehr Lebensqualität für alle – ein echter Standortvorteil also für Bogenhausen!" (Pressemeldung MVG, 31.01.12).
Bayern: Trambahn nach St. Emmeram ist ein voller Erfolg
Die neue Münchner Trambahnstrecke nach St. Emmeram ist ein voller Erfolg. Die Züge sind sehr gut besetzt, teilweise gibt es sogar schon Platzprobleme. Auch die Linienführung der Stammlinie 16 über den Max-Weber-Platz, das Isartor, den Stachus bis zum Romanplatz hat sich sehr bewährt. Die schmerzliche Lücke zwischen dem Effnerplatz und dem Arabellapark konnte nun endlich geschlossen werden.
Natürlich gibt es an manchen Stellen noch Nachbesserungsbedarf. So wünschen sich die Eltern und die Schulleitung des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums einen Spritzschutz an der Haltestelle Cosimabad und werden dabei auch vom zuständigen Bezirksausschuß unterstützt. Die Situation an der Haltestelle Arabellapark/Bogenhausener Krankenhaus muß durch eine zusätzliche Ampel für die Fahrgäste, die zur U-Bahn Richtung Innenstadt umsteigen wollen, verbessert werden.
"Es ist eine schöne Bestätigung für unseren Einsatz in den vergangenen Jahrzehnten für die neue Trambahnstrecke, wenn man die vollen Trambahnzüge Richtung St. Emmeram täglich sehen kann", meint dazu Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste und Mitglied im Bezirksausschuß Bogenhausen. "Möglichst bald muß auch die Trambahnlinie 18 zusätzliche Fahrten nach St. Emmeram einlegen."
Die kritischen Stimmen zum Lärm der neuen Linie sind sehr vereinzelt, wenn sie natürlich auch von manchem Lokalpolitiker aufgebauscht werden. Die übergroße Mehrheit der Fahrgäste möchte die bequeme Fahrmöglichkeit in die Innenstadt nicht mehr missen (Pressemeldung Aktion Münchner Fahrgäste, 31.01.12).
Berlin: Besuch des neuen ICE 3 in der Hauptstadt





Die DB Systemtechnik Minden unternahm am 27.01.12 die Langlaufmessfahrt eines Siemens Velaro D (DB intern: der neue ICE 3, Baureihe 407, 407 004-1 ... 407 504-0) auf der Berliner Stadtbahn, die Premierenfahrt führte von Minden nach Ostbahnhof und wieder zurück.
Inzwischen berichten Medien, dass die Deutsche Bahn mit Siemens über die Gratislieferung eines zusätzlichen ICE-3-Zuges verhandle. Darauf hätten sich Siemens-Chef Peter Löscher und Bahn-Chef Rüdiger Grube verständigt. Grund seien die auch in der Konzernbilanz 2011 von Siemens bestätigten Lieferschwierigkeiten beim Velaro D (LR, 31.01.12).
Berlin: DBV kritisiert erneute Zugausfälle zwischen Wannsee und Potsdam
Am Sonnabend Nachmittag (28. Januar 2012) fuhren schon wieder stundenlang kein Züge zwischen Berlin und Potsdam. In Wannsee war ein Stellwerk ausgefallen. Der DBV-Landesverband fordert endlich Maßnahmen zur Stabilisierung des Zugverkehrs im "Nadelöhr" Wannsee - Potsdam Hbf.
Wieder einmal konnte die DB AG ihr Versprechen, den S-Bahn-Verkehr zwischen Berlin und Potsdam stabil und pünktlich anzubieten, nicht einlösen. Verlass war lediglich auf die überflüssige Floskel "Wir bitten um Ihr Verständnis". Durch einen Stellwerksausfall in Wannsee war der Zugverkehr auf dem südwestlichen Abschnitt der S 7 zwischen Westkreuz und Potsdam und auf der S 1 zwischen Zehlendorf und Wannsee unterbrochen. Die Mitarbeiter der S-Bahn Berlin GmbH wurden wieder Zielscheibe für Gespött und und Pöbeleien der verärgerten Fahrgäste.
Dieser Ausfall, einer von vielen der vergangenen Tage, zeigt überdeutlich, dass das Notfallmanagement bei der DB AG nicht ausreicht. Stellwerke fallen inzwischen täglich aus, Signalstörungen kommen fast stündlich vor. Warum ändert sich daran nichts? Warum werden nicht bis vor einigen Jahren noch vorhandene Notfallkapazitäten wieder aufgebaut, die Ausfälle und Störungen minimieren? Warum investiert DB Netz nicht endlich, um die Störanfälligkeit der eingleisigen Streckenabschnitte zwischen Wannsee und Potsdam zu beseitigen? Alle diese Fragen stehen nach wie vor unbeantwortet im Raum.
Der zweigleisige Ausbau des gesamten Abschnittes zwischen Wannsee und Potsdam mag einige Millionen kosten und zwei bis drei Jahre dauern. Er würde aber entscheidend dazu beitragen, dass der S-Bahn-Verkehr zuverlässiger laufen und die Fahrgäste eine verlässliche Gegenleistung für ihren Fahrpreis bekommen würden. Je früher er in Angriff genommen wird, desto eher kann er zu einer Stabilisierung beitragen.
Immer noch haben die Länder Berlin und Brandenburg (die über den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg -VBB- die Zugleistungen bestellen), kaum Einfluss auf die Qualität. Sie sollten überlegen, ob nicht ein Fahrzeugpool und veränderte Verträge eine erhebliche Verbesserung bedeuten würden. Warum nicht S-Bahn-Wagen, die sich im Eigentum der Länder befinden, an die Verkehrsunternehmen vermieten? So wäre das Problem mit der unterlassenen Instandhaltung gelöst. Warum nicht die Halte auf den Bahnhöfen direkt über den Verkehrsverbund bestellen? Damit hätten die Länder ebenso direkten Einfluss auf die Qualität der Fahrgastinformation, die Zeiträume für die Wartung und Reparatur von Fahrstühlen und Rolltreppen, das Schneeräumen.
Nur wenn die Länder Berlin und Brandenburg auch gewillt sind, mehr Verantwortung wahrzunehmen, wird sich etwas verbessern! Nach Meinung des DBV ist sowohl der Fahrzeugpool als auch die Bestellung der Verkehrshalte durch den VBB durchaus durch EU-Recht gedeckt (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband Landesverband Berlin-Brandenburg e. V., 31.01.12).
Rheinland-Pfalz: Planfeststellungsverfahren für "Mainzelbahn"
Infrastrukturminister Lewentz begrüßt die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für die Verlängerung des Mainzer Straßenbahnnetzes nach Mainz-Lerchenberg. "Damit wird ein verfahrensrechtlich wichtiger Schritt in Richtung Realisierung gemacht. Die Verlängerung der Straßenbahn ist für die Weiterentwicklung des Öffenlichen Personennahverkehrs der Landeshauptstadt das derzeit wichtigste Vorhaben", so Lewentz.
Das Genehmigungsverfahren wurde mit der Einreichung der Planfeststellungsunterlagen durch die Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) gestartet. Das Land ist grundsätzlich bereit das Vorhaben zu unterstützen. Voraussetzung sei jedoch, dass ein belastbares Finanzierungskonzept vorgelegt werde, erläuterte Lewentz. Über mögliche finanzielle Beteiligungen des Bundes und des Landes könne abschließend erst entschieden werden, wenn alle Projektunterlagen – insbesondere der Zuwendungsantrag mit Kostenschätzung und Standardisierter Bewertung – vorliegen, so der Minister, der gleichzeitig auf die sehr angespannte Situation der öffentlichen Haushalte und die Vorgaben der vom Landtag beschlossenen Schuldenbremse hinwies.
In den nächsten Monaten werden die Unterlagen bei der Planfeststellungsbehörde beim Landesbetrieb Mobilität als zuständige Aufsichtsbehörde geprüft und mit den Trägern öffentlicher Belange und den Bürgern erörtert und diskutiert. "Die Information und Beteiligung der Bürger im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens ist wichtig, weil Großprojekte ohne eine breite Akzeptanz vor allem der betroffenen Menschen nur schwer umzusetzen sind", so der Innenminister. Ausdrücklich lobt er die von der MVG und der Stadtwerke Mainz AG durchgeführte freiwillige Beteiligung der Bürger beim Straßenbahnausbau im Vorfeld des Planfeststellungsverfahrens (Pressemeldung Minister des Innern, für Sport und Infrastruktur, 31.01.12).
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Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur
Rodelblitz startet in Eisenach mit 20.000-stem Fahrgast in die 14. Saison
Ilona Goethe aus Martinroda (Ilmkreis) staunte nicht schlecht, als Sie heute auf Bahnsteig 1 des Eisenacher Bahnhofs von Volker Michael Heepen, Geschäftsführer der Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen mbH (NVS), und Thomas Hoffmann, Sprecher des Verkehrsbetriebes Thüringen bei DB Regio Südost, am Dampfsonderzug "Rodelblitz" mit Blumen und einem Reisegutschein im Wert von 200 Euro überrascht wurde. Grund für die Überraschung: Ilona Goethe konnte als 20.000-ster Fahrgast begrüßt werden, die mit dem "Rodelblitz" zu einem winterlichen Ausflug nach Oberhof fährt.
In diesem Jahr startet der Traditionszug in seine 14. Saison. Der "Rodelblitz" gehört zu den Höhepunkten des Dampflokjahres in Thüringen. In den Jahren 1998 bis 2003 wurde der beliebte Zug von der Dampflok 52 8075 auf seiner Route durch den Thüringer Wald gezogen. Nachdem die Dampflok 41 1144 im Jahr 2003 mit Unterstützung des Freistaates Thüringen aufwendig instandgesetzt wurde, ist sie nun seit 2004 die Stammlok des "Rodelblitzes". Ebenfalls seit 2004 ist der Bistrowagen des Vereins IGE "Werrabahn Eisenbahn" e.V., welcher auch die Dampflok pflegt, mit dem "Rodelblitz" unterwegs. Damit erhalten die Fahrgäste Getränke und Snacks im Zug.
Der "Rodelblitz" ist Bestandteil des gemeinsamen Nostalgieprogramms der NVS und der DB Regio AG. "Das Bahn-Nostalgie-Programm erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit. So kann man zu jeder Jahreszeit mit dem Dampfzug Thüringen und touristische Höhepunkte auch über die Landesgrenzen hinaus erkunden. Einige Fahrten führen nach Sachsen-Anhalt, Sachsen und Tschechien", erläutert Heepen.
"Mit dem gemeinsamen Nostalgieprogramm bieten wir einen interessanten Einblick in die Eisenbahngeschichte und würdigen auch das umfangreiche Engagement vieler Eisenbahner und Eisenbahnfreunde bei der Wartung, Pflege und Unterhaltung der historischen Fahrzeuge. Zugleich führen die thematischen Touren durch landschaftlich reizvolle Gegenden, so dass nicht nur Eisenbahnfans auf ihre Kosten kommen", betont Hoffmann.
Das komplette Programm mit Hintergrundinformationen zu Fahrzeugen, Reisezielen, Fahrzeiten, Preisen ist im Internet unter www.bahnnostalgie-thueringen.de veröffentlich (Pressemeldung Deutsche Bahn, 31.01.12).
Rodelblitz und Schneeflocke im Thüringer Wald




Am 28.1.2012 waren 41 1144 und 01 1066 im winterlichen Thüringer wald unterwegs. In Eisenach, Mittelstille und Rentwertshausen lag kaum Schnee, aber ab Suhl war es richtig verschneit. Die Bilder geben die Winterstimmung im Thüringer Wald wieder. Danke an die Veranstalter.
Leider gab es auf der Rückfahrt Probleme mit dem Sonderzug der 01 1066 (Wilfried Hanelt, 31.01.12).
Winterdampf im Frankenland

Pünktlich und mit einer herrlichen Dampfentwicklung rauschte der Sonderzug der Ulmer Eisenbahnfreunde am Samstag durch die leicht verschneite fränkische Landschaft durch Ebenhausen zum Fahrtziel Oberhof/Arnstadt (Michael Wacker, 31.01.12).
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Mit der Kamera notiert
Abnahme einer 183


Am Freitag, den 27.01.2011 gab es wieder eine Abnahmefahrt München Allach - Augsburg. Die Lok 183 717 ist eine von den letzten 1216 (Variante B), die in München Allach gefertigt werden. Die Bilder entstanden in München Allach und München Nord (Christian Knögel, 31.01.12).
Alt und neu in Trier


Am Nachmittag des 27.01.2012 wartet die in Trier stationierte 143 905-8 im Hbf Koblenz auf den nächsten Einsatz. Mit dem Triebzug 442 205 steht schon die neue Konkurrenz für die Baureihe 143 bereit. Die Baureihe 442 wird seit Dezember 2011 im Regionalverkehr auf der Moselstrecke nach Trier neben den Loks der Baureihe 143 eingesetzt (Joachim Kratz, 31.01.12).
Autozug nach Bozen


Der einzig in Berlin startende Autozug AZ 13304/13305 nach Bozen wird mit der BR 189 gefahren, hier bei der Ankunft aus Bozen in Berlin-Wannsee und als LNF 13304 auf der Fahrt nach Berlin-Lichtenberg am Berliner Nordkreuz mit 189 908 (Holger Grunow, www.tradibahner.de, 31.01.12).
Kesselwagen rollen nach Bad Eilsen


Auf der Bahn Rinteln-Stadthagen ist zum ersten Mal in diesem Jahr wieder ein Kesselwagenzug von Hameln unterwegs gewesen. Am Sonntag wurden 10 der Wagen bei der Bückebergbahn Rinteln-Stadthagen von der Lok V 60.03 DBG in Rinteln Nord abgestellt. Die übrigen 4 fuhren mit der Lok weiter nach Bad Eilsen und wurden dort deponiert. Damit wird das frühere Ladegleis Bad Eilsen, das als einziges neben dem Hauptgleis vom einst recht umfangreichen Gleisnetz in Eilsen übrig geblieben ist, nach langen Jahren wieder genutzt.
Kesselwagen der Waggonbaufabrik Kaminski werden, wenn die DB-Mietgleise in Hameln zu voll sind, gern auf der Privatbahn längerfristig geparkt. Immer wieder werden zwischendurch aus diesem Stilllager Fahrzeuge zur Aufarbeitung dann nach Hameln zurück geholt. Die Bilder zeigen den Kesselwagenzug in Rinteln Nord auf den Restgleisen der Bahn (der größte Teil der umfangreichen Gleise musste vor einiger Zeit Gewerbebebauung weichen) und in Bad Eilsen nach dem Umsetzen der Lok, die leer nach Rinteln bzw Hameln zurück kehrt (WR, 31.01.12).
Locon hilft der Schiffahrt


Aufgrund eines Defekts an den Schleusen bei Eefde können die Schiffe zur Zeit nicht den Twentekanal benutzen. Viele Güter werden jetzt über die Straße transportiert, aber auch über die Schienen.
Vom Combi-Terminal Twente in Almelo fährt einmal pro Tag ein Containerzug von/nach Rotterdam. Die Gemeinde Almelo hat eine zeitlich begrennste Erlaubnis für maximal 8 Wochen erteilt.
Am Donnerstag 26.1. hatte der erste Zug mit bis zu 80 Containern Abfahrt aus Almelo. Die Züge werden von Locon Benelux BV mit Eloks der von NS übernommenen Baureihe 1600 (ex-NSR 1800) gefahren. Für das Rangieren in Almelo benutzt Locon die ex-DR 110 615-2 (92 80 1203 614-3 D-LOCON).
Die Bilder zeigen den Zug am Freitag in Höhe Soest unterwegs von Rotterdam nach Almelo und am Samstag bei Barneveld (Harselaar) unterwegs von Almelo nach Rotterdam (Richard Krol, http://home.richardkrol.nl/, 31.01.12).
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Europa
Dänemark: Vorläufiger Bericht zum Bremsversagen der IC4-Züge
Die dänische Unfalluntersuchungsbehörde (Havarikommissionen) hat am 30.01.12 ihren vorläufigen Bericht zu den Untersuchungen des Bremsverhaltens der IC4-Triebzüge veröffentlicht.
Am 10. und 11 Januar 2012 wurden Bremsversuche sowohl mit dem IC4 als auch dem IC3 in zwei Phasen durchgeführt: Zunächst auf trockener Schiene nach UIC-Standard, danach auf Öl-beschichteten Schienen.
Dabei ergaben sich schmierige Gleise in Kombination mit technischen Mängeln als Ursachen für die Bremswegüberschreitung:
• Der Gleitschutz des IC4 funktionierte im Vergleich zu dem des IC3 nicht einwandfrei und löste die Bremsen nicht rechtzeitig. Dies führte zu einer Reduzierung der Bremsleistung um ca. 17%.
• Die Steuerung zwischen ATC-System und Bordcomputer funktionierte nicht korrekt.
• Falsche Übersetzungen der Betriebsanleitung führten zu falschen Anweisungen für die Lokführer.
Basierend auf dem Bericht wird DSB nun Gespräche mit der Unfalluntersuchungsbehörde führen, um zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, den IC4 wieder einsetzen zu können (WKZ, Quelle Pressemeldungen DSB, Havarikommissionen, 31.01.12)
Großbritannien: ORR präsentiert finanzielle Situation der Bahnindustrie

Aktuelle Informationen zur finanziellen Situation der Bahnbetreiber, des Netzverwalters Network Rail und der Regierungen im Zeitraum 2010-11 präsentiert die Analyse "GB Rail Industry Financial Information 2010-11" der britischen Regulierungsbehörde Office of Rail Regulation (ORR):
• Insgesamt hat die Bahnindustrie in den Jahren 2010-2011 Kosten in Höhe von 11 Mrd. GBP verursacht: 52,5% der Kosten wurden für Betrieb und Wartung des Schienennetzes und 47,5% für den Betrieb von Zügen benötigt. Ein Großteil dieser Kosten wurden von Einnahmen aus dem Fahrscheinverkauf (6,6 Milliarden GBP) und staatlicher Finanzierung (4 Milliarden GBP) abgedeckt.
• Signifikante Unterschiede ergaben sich bei den Einnahmen und Ausgaben der neun regionalen Betriebseinheiten (Regional Operating Routes). Die Einheit "London Northwest" - nach der Anzahl der Fahrgastreisen die meistbefahrene Strecke - erwirtschaftete den größten Anteil an Einnahmen für die Bahnindustrie (20,5%). Die Einheit "East Midland" mit dem niedrigsten Fahrgastaufkommen erwirtschaftete auch die geringsten Einnahmen (5,3%).
• Die durchschnittliche staatliche Förderung in Großbritannien betrug 7,5 Pence pro Passagier und zurückgelegtem Kilometer. Am größten war die staatliche Förderung mit 15,6 Pence pro Kilometer in der Einheit "Schottland", am niedrigsten mit 1,7 Pence pro Kilometer in der Einheit "Wessex" (WKZ, Quelle Pressemeldung ORR, 31.01.12).
Österreich: Bilanz der Pendlerförderung durch den Verkehrsverbund Kärnten
Seit 2011 wird die Pendlerförderung durch das Land Kärnten mit Hilfe der Verkehrsverbund Kärnten GmbH abgewickelt. Darüber konnten Verkehrsreferent Landeshauptmann Gerhard Dörfler und der Leiter der Infrastrukturabteilung, Albert Kreiner, in einer Pressekonferenz eine äußerst positive Bilanz ziehen. 150.000 Euro jährlich kostet die Selbstabwicklung, während man zuvor für diese Leistungen 472.400 Euro an die Arbeiterkammer (AK) anweisen musste. Dörfler konnte also eine Einsparung von über 320.000 Euro pro Jahr vorrechnen, das seien 1,6 Mio. Euro in fünf Jahren.
Vor diesem Hintergrund wies er klar die Kritik von Arbeiterkammer-Präsident Günther Goach zurück: In Kärnten sei die Pendlerförderung nicht gekürzt worden und auch die von der AK vorgeworfenen Falschberechnungen von Anträgen habe es nicht gegeben. "Kärnten hat die mit Abstand höchste Pendlerförderung je Einwohner und die Abwicklung mit dem Verkehrsverbund läuft bravourös", betonte Dörfler.
Der Landeshauptmann sagte, dass 2011 insgesamt 24.172 Anträge auf Auszahlung der Pendlerförderung für das Jahr 2010 eingelangt seien. 20.564 davon seien gefördert worden. An die 19.494 Dienstnehmer sei ein Betrag von insgesamt 2.168.083 Euro gegangen, an die 765 Lehrlinge habe man 157.431 Euro ausbezahlt, Auszahlungen für Maut bzw. Abendschüler habe es 305mal gegeben (38.062 Euro). Die durchschnittliche Förderung pro Antrag beträgt also laut Dörfler 114,94 Euro.
Der Landeshauptmann listete zudem Vergleichszahlen mit der Pendlerförderung je Einwohner in anderen Bundesländern auf. In Kärnten seien es ganze 6,60 Euro, Oberösterreich liege an zweiter Stelle mit 2,77 Euro, danach Niederösterreich mit 2,51 Euro, die Steiermark mit 1,48 Euro, das Burgenland mit 0,77 Euro und Tirol mit 0,16 Euro (Pressemeldung Kärntner Landesregierung, 31.01.12).
Schweiz: BAV hat 21 Millionen für alpenquerenden Kombi-Verkehr ausbezahlt
Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat gestützt auf das Paket zur Abfederung der Frankenstärke weitere 21 Millionen Franken ausbezahlt. Das Geld geht an die vier Eisenbahnverkehrsunternehmen, welche 2011 im alpenquerenden kombinierten Verkehr tätig waren und dort wegen des schwachen Euro in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.
Im letzten Herbst hiess das Parlament ein 870-Millionen-Paket zur Abfederung der Frankenstärke gut. Davon entfallen 28,5 Millionen Franken auf einen Nachtragskredit für den alpenquerenden kombinierten Verkehr. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat die betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen eingeladen, entsprechende Gesuche zu stellen und hat gestützt auf deren Offerten Abgeltungsvereinbarungen abgeschlossen.
Anfang 2012 kam es nun zu Auszahlungen in der Höhe von insgesamt 21 Millionen Franken an die vier betroffenen Unternehmen BLS Cargo, SBB Cargo International, Crossrail und TX Logistik. Die Höhe der Auszahlungen erfolgte abhängig von der effektiven Anzahl gefahrener Züge sowie den währungsbedingten Ertragseinbussen der Unternehmen.
In der ersten Dezemberhälfte hatte das BAV bereits in anderem Zusammenhang 11,2 Millionen Franken aus dem Paket zur Abfederung der Frankenstärke ausbezahlt. Das Geld ging an Bahn- und Busunternehmen, Seilbahnen und Schifffahrtsgesellschaften, welche im subventionierten regionalen Personenverkehr tätig sind und dort wegen der Euroschwäche weniger Touristen unter ihren Passagieren zählen (Pressemeldung BAV, 31.01.12).
Spanien: Metalldiebe richten große Folgeschäden an
Am 30.1.2012 wurde im Bereich der Ortschaft San Vicente del Raspeig (Alicante) ausnahmsweise mal nicht der begehrte Rohstoff Kupfer von Metalldieben gestohlen. Es waren lediglich einige Gewichte zum Spannen der Oberleitung. Doch das Ganze hatte fatale Folgen für den Ablauf des Bahnverkehrs. Es ging über Stunden nichts mehr, da die Oberleitung in dem Bereich nicht mehr benutzt werden konnte.
Mehr als 3500 Reisende mussten so stundenlange Verspätungen und ein Ausweichen auf Ersatzverkehre auf sich nehmen. Der eigentliche Materialschaden mag nur einige Euro betragen haben, jedoch gehen die Auswirkungen in die Tausende.
Nach Angaben des Netzbetreibers Adif ist in der Regel der Sachschaden eines Metalldiebstahls um den Faktor acht höher als die Beute. Zudem wissen einige Altmetallhändler genau, was sie da ankaufen und drücken so die Erwartungen der Diebe. Es ist dann auch nicht weiter verwunderlich, dass die spanische Guardia Civil verstärkt Jagd auf die Diebe macht.
In letzter Zeit wurden gut 150 von ihnen dingfest gemacht. Sie hatten zum Teil erhebliche Schäden verursacht. Den Vogel hat ein Familienclan von 29 Mitgliedern aus dem Balkan abgeschossen. Ihnen konnte ein Schaden von rund 5,5 Millionen Euro nachgewiesen werden.
Alles was nicht niet- und nagelfest ist, wird auch außerhalb der Eisenbahn zur Beute. So klaute eine bulgarische Bande in mehreren Diebeszügen 6 t Kupferkabel und legte so die Versorgung ganzer Wohnbereiche lahm.
Trotz verstärkter Kontrollen der Guardia Civil und der nationalen Polizei bei Schrotthändlern - vor einem Jahr wurden so über 1000 Schrottplätze kontrolliert - gehen die Diebstähle fröhlich weiter. Bekanntlich ist das aber ein globales Problem (HD, 31.01.12).
Ungarn: Werk Szolnok fertigt Reisezugwagen
Laut Presseberichten wird der Vertrag über den Neuanfang des Schienenfahrzeugbaus in Ungarn am 31.1.2012 unterzeichnet. Die Ungarischen Staatsbahnen (MÁV) beabsichtigt, mit EU-Unterstützung neue Reisezugwagen im eigenen Aubesserungswerk in Szolnok (100 km östlich von Budapest) zu bauen.
Die ersten zwei Prototypwagen mit der Bezeichnung IC+ sollen Ende dieses Jahres fertig sein. Die Wagen mit der Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h werden voraussichtlich ab 2013 auch im internationalen Verkehr eingesetzt. Das Projekt wird mir EU-Unterstützung realisiert. Geplant sind insgesamt 50 Wagen.
Die MÁV hat früher in seinem Werk Dunakeszi (20 km nördlich von Budapest) bereits Reisezugwagen für den eigenen Bedarf gebaut, die nur im Inlandverkehr eingesetzt wurden. Das frühere MAV-Werk Dunakeszi wird heute als Joint Venture RL (65% Bombardier/35% MAV) von Bombardier geführt. Komplette Reisezugwagen wurden hier zuletzt vor vielen Jahren gebaut, doch ist das Know-how auch hier noch vorhanden, denn in den letzten Jahren erfolgte hier vor allem die Modernisierung von Reisezugwagen (András Nikodémuszl, LR, 31.01.12).







