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LOK Report – News von Donnerstag, 28.07.16

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Foto links: Martin Kubík

Verkehrspolitik im Bund

Ausbaugesetze für den neuen Bundesverkehrswegeplan

RechteckAllianz pro Schiene: Ausbaugesetze sind "verkehrspolitische Enttäuschung
Die Allianz pro Schiene bewertet auch die Ausbaugesetze für den neuen Bundes-verkehrswegeplan (BVWP) als "verkehrspolitische Enttäuschung". Das Verkehrsbündnis aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft erneuerte in seiner Stellungnahme zum Entwurf für den "Bedarfsplan Schiene" auch die Kritik an der verkehrspolitischen Weichenstellung des Bundesverkehrsministeriums insgesamt.
"Sowohl dem Bundesverkehrswegeplan als auch den Ausbaugesetzen fehlt weiterhin ein klarer Fahrplan bei wesentlichen Schienenprojekten. Der zügige Netzausbau für 740 Meter lange Güterzüge oder die Ertüchtigung von zentralen Großknoten ist unter Experten als wesentliches Klimaschutzinstrument unstreitig, während das Ministerium nach sechs-jähriger Arbeit an der Verkehrswegeplanung noch nicht einmal die Bewertung fertig hat", bemängelte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, am Mittwoch in Berlin. "Das Kabinett bekommt am 3. August ein unfertiges Produkt: 40 Schienenprojekte aus der neugebildeten Kategorie "potenzieller Bedarf" wandern jetzt als Platzhalter in den Bedarfsplan Schiene", sagte Flege.
Wenigstens bleibe diesen Projekten damit eine Realisierungschance gewahrt, wenn die Bewertung jetzt zügig nachgeholt werde.
Bei den Ausbaugesetzen wiederhole sich der Webfehler der Bundesverkehrswegeplanung. "Der Verkehrsträger Straße bleibt mit 55 Prozent des staatlichen Geldes für Neu- und Ausbau bis 2030 klar der Hauptnutznießer der Verkehrspolitik des Bundes. Bei den Schienenprojekten fehlt es überall an Geld und der angemessen hohen Priorisierung", sagte Flege. Mit dieser Straßenlastigkeit verfehle der Bund sein eigenes Ziel, den umweltfreundlichen Verkehrsträger Schiene zu stärken, bemängelte die Allianz pro Schiene.
Kritik äußerte die Allianz pro Schiene an der extrem kurzen Rückmeldefrist und der Qualität der Bürgerbeteiligung. Gleichzeitig sei der Bund selber mit seiner Verkehrswegeplanung mehr als ein Jahr im Verzug. "Die fast 40.000 Stellungnahmen aus der Zivilgesellschaft, von Verbänden, Bürgern und Verkehrsexperten können in der Neufassung des Bundesverkehrswegeplans, die am 3. August dem Kabinett vorgelegt werden soll, kaum berücksichtigt worden sein", sagte Flege. "Eine Vision für eine moderne Mobilität kommt in solch einem Rahmen natürlich nicht zustande." (Pressemeldung Allianz pro Schiene, 28.07.16).

RechteckNEE: Stellung zum Entwurf der Ausbaugesetze für die Verkehrswege des Bundes
Das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) e.V. nimmt wie folgt Stellung zum Entwurf der Ausbaugesetze für die Verkehrswege des Bundes. Wir beziehen uns dabei auf die E-mail von Herrn Papajewski vom vergangenen Freitagnachmittag, in der mit Blick auf eine vorgesehene Kabinettsbefassung am 3. August um Rückantwort bis zum heutigen 26. Juli gebeten wurde.
Wir bitten um Verständnis für einige kurze Vorbemerkungen zum Verfahren:
• Für die extrem kurze Fristsetzung – letztlich verbleiben zwei Arbeitstage mitten in der Ferienzeit – haben wir keinerlei Verständnis. Eine qualifizierte Stellungnahme setzt eine hinreichende Bearbeitungszeit und Abstimmung innerhalb eines Verbandes voraus.
• Für uns ist nicht erkennbar, aus welchem Grund die Befassung im Kabinett zwingend am 3. August erfolgen muss oder soll.
• Aus Zeitgründen beschränken wir uns zunächst auf eine Kommentierung des Bundesschienenwegeausbaugesetz-Entwurfs, auch wenn dies nicht unseren Vorstellungen einer integrierten Verkehrspolitik entspricht.
• Die Kommentierung wird dadurch erschwert, dass ein Vergleich der vorgesehenen Festlegungen mit dem beim Verband nicht bekannten, ggf. überarbeiteten Stand des Bundesverkehrswegeplanes nicht möglich ist bzw. von Ihrem Haus nicht mitgeliefert wurde. Selbst ein Vergleich der Projektvorschläge zwischen BVWP-Entwurf und dem Gesetzentwurf musste hier "händisch" vorgenommen werden.
• Medienberichten haben wir entnommen, dass zumindest im finanziellen Bereich Änderungen gegenüber der BVWP-Fassung vom März vorgenommen wurden. Den Entwürfen der Ausbaugesetze können keine vorgesehenen Budgetansätze entnommen werden, was der Logik dieser Gesetzgebung durchaus entspricht.
Gleichwohl ist es weder uns noch vermutlich den Abgeordneten des Deutschen Bundestages und den Vertretern des Bundesrates möglich, sich ein annähernd zutreffendes Bild zu machen, wenn beispielsweise Maßnahmen im "Knoten" Köln in zwei Knoten-Positionen und darüber hinaus in einem weiteren Vorhaben sowie schließlich zweimal unter dem identischen Titel "ABS Köln – Aachen" zur Abstimmung gestellt werden – und das, ohne dass auch nur eine Ortsangabe innerhalb dieser Großstadt oder der Umfang eines Ausbaus konkretisiert worden wäre. Das federführende Ressort (und ggf. auch die DB) sind hier dringend aufgefordert, Transparenz zu schaffen oder im Gesetz ein transparentes und partizipatives Verfahren festzu-schreiben. Wir weisen diesbezüglich noch einmal auf unsere Stellungnahme vom 4. Mai 2016 hin:
(…), weil bei kleinteiligen (!) Maßnahmen eine seriöse Abschätzung der Wirkungen (und der Kosten) kaum mit den BVWP-Mechanismen möglich ist und viele besonders effektive Verbesserungen vor allem im Bestandsnetz genau durch Kleinteiligkeit charakterisiert sind. Auf der anderen Seite kann zum jetzigen Zeitpunkt nur unterstellt werden, dass die Verwendung der genannten Bundesmittel auch aus Sicht der Eisenbahnverkehrsunternehmen zielführend und vor allem zeitnah erfolgt. Eine angemessene, die Nutzer der Schieneninfrastruktur frühestmöglich einbeziehende, Bewertung (und ggf. nachträgliche Ergänzung) von Vorhaben ist erforderlich. Transparenz muss seitens der DB Netz AG hergestellt werden, in welchem Umfang hierfür bereits Planungen angestellt wurden, in welcher zeitlichen Dauer und Reihenfolge die Maßnahmen umgesetzt werden sollen und welche Kosten hierfür zu erwarten sind. Ziel muss es sein, vorbehaltlich erforderlicher Planrechtsverfahren die besagten Arbeiten bis 2022 abzuschließen. Die vorgeschlagene Vorgehensweise sollte zusammen mit dem BVWP bzw. dem Schienenwegeausbaugesetz in rechtsförmlicher Art geregelt werden."
• Wir möchten uns daher die Möglichkeit offen halten, ggf. ergänzend Stellung zu nehmen und bitten, uns die zur Beratung im Kabinett vorgesehene Fassung des BVWP-Entwurfs kurzfristig zugänglich zu machen.
• Nachdem seitens des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit verschie-dentlich und öffentlich Vorbehalte gegen die wesentlichen Inhalte des BVWP-Entwurfs vom April und Teile der Verkehrswegeplanungen vorgebracht worden waren, stellt sich darüber hinaus die Frage, ob mit Blick auf § 47 Abs. 1 Satz 2 GGO diese Vorbehalte zwischenzeitlich ausgeräumt wurden oder der im Anschreiben enthaltene Hinweis, dass die Ressortabstimmung noch nicht erfolgt ist, auch für diese Vorbehalte gilt. Im Ergebnis wäre nach der GGO der jetzige Zeitpunkt für die Verbändeanhörung als verfrüht anzusehen.
• Zusammengefasst regen wir an, eine gründlichere Beratung der Ausbaugesetze (und des BVWP) im Vorfeld der Kabinettsbefassung mit den interessierten Kreisen vorzusehen.
Inhaltlich möchten wir wie folgt Stellung nehmen:
1) Wie bereits in unserer Stellungnahme vom 4. Mai 2016 zum Entwurf des BVWP dargelegt, kann die vorge-sehene Infrastrukturpolitik des Bundes keinen wesentlichen Beitrag zur Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene leisten, was wiederum zur Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehrsbereich dringend er-forderlich wäre. Daher möchten wir die Forderung nach einer signifikanten Erhöhung der Bundesmittel für den Neu- und Ausbau der Schienenwege mit dem Ziel einer Verteilung 40 (Straße) zu 60 (Schiene) wiederholen. Zusätzliche Neu- und Ausbaumaßnahmen einschließlich einer stärkeren Elektrifizierung haben einen erheblichen zusätzlichen Finanzbedarf. Daneben ergibt sich – vergleiche dazu unsere Stellungnahme vom
4. Mai 2016 – zusätzlich ein erheblicher Zusatzbedarf aus erwartbar höheren Kosten für Erhaltungs- und Ersatzinvestitionen (unabhängig vom Ausbauanteil) in den Jahren nach 2020 im Vergleich zum Volumen, als in der aktuell gültigen Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung zwischen der DB und dem Bund fixiert sind. Höhere Kosten als im BVWP-Entwurf vorgesehen erwarten wir auch für den bedarfsgerechten Ausbau der Großknoten, die Förderung der Modernisierung der nichtbundeseigenen Schieneninfrastrukturen und die Ausweitung der Elektrifizierung. Im Bundesschienenwegeausbaugesetz sollte eine realistische Größenord-nung zur spürbaren Erhöhung des Anteil elektrifizierter Strecken über das vorgeschlagene Maß benannt werden.
2) Prioritär ist aus unserer Sicht eine Höherstufung des "740-Meter-Überholungsgleise"-Ausbauprogramms (enthalten in Pkt. 31) in den Vordringlichen Bedarf (VB-E und VB). Es kann kein Zweifel bestehen, dass die-se Maßnahmen in der Regel ein sehr positives Kosten-Nutzen-Verhältnis im Schienengüterverkehr, insbe-sondere mit Blick auf die netzweite Wirkung, haben und darüber hinaus auch der Stabilisierung des Fahr-plans bei den übrigen Verkehrsarten dienen. Eine Einzelfallprüfung der Wirtschaftlichkeit ersetzt die hier geforderte Höherstufung nicht, macht aber unmissverständlich deutlich wo die Prioritäten für den Schienengüterverkehr liegen.
3) Der gegenüber dem BVWP-Entwurf vorgenommene Verzicht auf die Einstufung von Projekten in die Kategorie "Weiterer Bedarf" wird begrüßt.
4) Die Tatsache, dass weiterhin eine große Anzahl von Projekten, insbesondere sog. "neue" Vorhaben, nicht bewertet sind und aus diesem Grund in einer Kategorie "Potenzieller Bedarf" geparkt werden, ist nicht hinnehmbar. Die dem "Unterabschnitt 2" vorangestellte Formulierung könnte durch eine schlichte Änderung der Systematik bei der späteren Bewertung der Maßnahmen den Willen des Gesetzgebers ins Leere laufen lassen. Das Gesetz wäre an dieser Stelle nicht hinreichend bestimmt, so dass entweder eine spätere und konkretisierte Beschlussfassung oder eine Höherstufung der Maßnahmen in den Vordringlichen Bedarf erforderlich ist.
5) Die Aufnahme von insgesamt sechs Projekten aus dem "Potenziellen Bedarf" des BVWP in den "Vordringlichen Bedarf" scheint uns mit Ausnahme der Maßnahmen an der Lehrter Stammbahn nicht ohne Weiteres nachvollziehbar zu sein – insbesondere in Abgrenzung zu den zahlreichen weiteren Möglichkeiten (s. z.B. 740-Meter-Überholungsgleise), Vorhaben eine höhere Priorität zu geben. Es sollte daher zunächst die Bewertung abgewartet werden.
6) Wie bereits in der Stellungnahme vom 4. Mai dargelegt, sind aus Sicht des Verbandes die folgenden Vor-haben nicht zwingend im "Vordringlichen Bedarf" anzusiedeln sondern zunächst mit anderen Maßnahmen zu vergleichen:
Lfd. Nr. 8 im Abschnitt 2, Unterabschnitt 1 – VDE 8.1 Nürnberg – Erfurt
Lfd. Nr. 10 im Abschnitt 2, Unterabschnitt 1 – Burgsinn – Gemünden – Würzburg – Nürnberg
Lfd. Nr. 13 im Abschnitt 2, Unterabschnitt 1 - ABS/NBS Hannover – Bielefeld
7) Umgekehrt sind wir der Auffassung, dass die Planung des sog. "Ostkorridors" über den "Endpunkt" Ober-traubling hinaus in Richtung Österreich (Freilassing wie auch Kufstein) erweitert und in den "Vordringlichen Bedarf" aufgenommen werden sollte, um den Knoten München wirksam zu entlasten.
8) Weiterhin sind – hier wieder mit Blick auf unsere Stellungnahme vom 4. Mai 2016 – die folgenden, dringend erforderlichen Aufgaben weder in der Projektliste enthalten und auch nicht als "Sonstige Investitionen" eindeutig zu identifizieren, so dass hier eine klarstellende, mindestens verbale Aufnahme in den Gesetzentwurf erfolgen sollte:
* Zusätzliche Kosten für den Lärmschutz, die in Folge des höheren und derzeit übergesetzlichen Anspruchs-niveaus in der Laufzeit des BVWP auch bei anderen Vorhaben zu bewältigen sein werden.
* Vollausrüstung des relevanten Netzes mit ETCS bis spätestens 2030
* Maßnahmen, die nach Überlastungsverfahren gem. den §§ 55, 58 und 59 des künftigen Eisenbahnregulie-rungsgesetzes, kurzfristig ergriffen und planerisch sowie finanzierungstechnisch bewältigt werden müssen.
* Weitergehende Elektrifizierung als derzeit vorgesehen
9) Einige Angaben sind aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar bzw. mindestens erklärungsbedürftig. Im Un-terschied zum BVWP wird die Summe der in Folge der Maßnahmen aufzulösenden kapazitätsbedingten Engpässe im Schienennetz in der Gesetzesbegründung nunmehr mit 800 Kilometern Streckenlänge angegeben. Die Summe der rechnerisch durch diese Maßnahmen auf die Schiene verlagerten Pkw-Fahrten ist zugleich drastisch gestiegen: um 50 % von 1,0 auf 1,5 Mrd. Pkw-km, wohingegen beim Güterverkehr die ver-lagerten Fahrten von 780.000 auf 724.000 Fahrten/Jahr und die Fahrleistung der Lkw von 529 auf 519 Mio. Lkw-km sinken soll. Diese Veränderungen sind nicht nachvollziehbar, zugegebenermaßen in der Größenordnung (zumindest beim Lkw) auch nahezu irrelevant, denn die auf den ersten Blick eindrucksvollen Zahlen bedeuten in einem bis 2030 gewachsenen Markt eine Verschiebung des modal split zu Gunsten der Schie-ne um nur etwa einen Prozentpunkt – und nach der neuen Angabe vermutlich noch etwas weniger. Dieses Ergebnis kann im Hinblick auf die Anforderungen aus den nationalen Klimaschutzzielen wie auch den ver-kehrspolitischen Zielen der Bundesregierung und der EU nicht ausreichen (Pressemeldung NEE, 28.07.16).

Verkehrspolitik im Bund

RechteckBundestag: Höchstens 497 Millionen Euro für S 21
Aus den Mitteln der zwischen dem Bund und den Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) des Bundes geschlossenen Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung II (LUF II) dürfen maximal 497 Millionen Euro für das Neubauprojekt "Stuttgart 21" eingesetzt werden. Dies teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort (18/9166) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/8849) mit.
Grundsätzlich würden die Mittel der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung von den Eisenbahninfrastrukturunternehmen in unternehmerischer Eigenverantwortung disponiert, heißt es in der Antwort weiter (Pressemeldung Bundestag, 28.07.16).

RechteckEVG: Zahl der Mitarbeiter erhöhen
Der stellvertretende EVG-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel hat die Ankündigung von Bahnchef Rüdiger Grube begrüßt, wonach in den nächsten Jahren die Zahl der Mitarbeiter im Bereich der Sicherheit um 500 erhöht werden soll. "Wir bewerten es als positiv, dass das Unternehmen unsere Forderung nach mehr Sicherheitspersonal zeitnah umsetzen will", sagte Hommel. Gleichzeitig warnte der EVG-Vize davor, "jetzt irgendwelche Personaldienstleister zu beauftragen, statt auf eigene, vor allem aber qualifizierte Mitarbeiter zu setzen".
"Wenn die Bahn auf mehr Sicherheit setzt, muss sie das in erster Linie mit eigenen Mitarbeitern tun", forderte Hommel. Der stellvertretende Vorsitzende der EVG kritisierte, dass die Deutsche Bahn zunehmend Aufgaben, die von DB Sicherheit wahrgenommen würden, an Dritte vergeben wolle. "Damit muss jetzt Schluss ein", so Hommel.
Ungeachtet der Ankündigung der Deutschen Bahn werde die EVG zu einem "Runden Tisch" einladen, betonte Hommel. "Wir brauchen für den Schienenpersonennahverkehr ein gesamthaftes Sicherheitskonzept, das auch die privaten Wettbewerber und die Aufgabenträger mit einbezieht", stellte der EVG-Vize fest. Erste Gespräche hierzu würden seitens der EVG bereits geführt. "Wir werden dieses Thema so lange im Interesse unserer Kolleginnen und Kollegen treiben, bis wir als EVG mit dem Ergebnis zufrieden sind", machte Klaus-Dieter Hommel deutlich (Pressemeldung Bundestag, 28.07.16).

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Bahnberufe

Industrie

RechteckContiTech: Schienenfahrzeuggeschäft erweitert
Der Industriepartner ContiTech, Teil des internationalen Technologieunternehmens Continental, hat den australischen Schienenverkehr-Spezialisten Vulcanite mit Hauptsitz in Sydney übernommen und stärkt damit sein Geschäft außerhalb der Automobilindustrie. "Die Akquisition passt perfekt zu unserer Unternehmensstrategie und eröffnet uns gleichzeitig ein zusätzliches Wachstumspotenzial für Luftfedern im Schienengeschäft", erklärt Claus-Peter Spille, Leiter des Geschäftsbereichs Air Spring Systems.
Vulcanite beschäftigt rund 60 Mitarbeiter und ist sowohl in Australien als auch in den USA gut aufgestellt. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über einen 2012 eröffneten, hochmodernen Produktionsstandort in Seremban, Malaysia.
Vulcanite entwickelt, designt und produziert Komponenten für die Schwingungsisolierung mechanisch erzeugter Vibrationen und arbeitet mit drei der vier weltweit führenden Schienenfahrzeughersteller sowie drei der weltgrößten Hersteller von Vibrationsrammen zusammen. Die Technologielösungen werden mithilfe von Gummi- und Stahl-Verbundwerkstoffen hergestellt (Pressemeldung ContiTech, 28.07.16).

RechteckDeutsche Bahn: Fahrgastrekord im Fernverkehr und steigender Konzerngewinn


Nach dem unbefriedigenden Geschäftsjahr 2015 kann die Deutsche Bahn im ersten Halbjahr 2016 wieder mit positiveren Zahlen aufwarten. Das operative Ergebnis (EBIT bereinigt) erhöhte sich um 117 Millionen Euro oder 13,1 Prozent auf 1,007 Milliarden Euro. Der Umsatz der Deutschen Bahn wuchs gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um 0,2 Prozent auf 20,03 Milliarden Euro. Im Schienenpersonenfernverkehr der Deutschen Bahn erhöhten sich die Fahrgastzahlen im gleichen Zeitraum um 6,4 Millionen auf den Rekordwert von 66,7 Millionen (+10,6 Prozent).
"Ein Jahr nachdem wir einen weitreichenden Umbau unseres Konzerns gestartet haben, können wir heute erfreulicherweise feststellen, dass sich die ersten wirtschaftlichen Erfolge einstellen", sagte der DB-Vorstandsvorsitzende Dr. Rüdiger Grube am Mittwoch in Berlin.
Nach den Anschlägen von Würzburg und Ansbach sowie dem Amoklauf von München will die DB noch stärker als bisher in den Ausbau der Sicherheit investieren. "Wir planen, in den nächsten Jahren bei der DB Sicherheit zusätzlich mehrere hundert Mitarbeiter einzustellen sowie deren Ausbildung und Qualifizierung zu verbessern", sagte Grube weiter. Die Sicherheitskräfte sollen in Zügen und Bahnhöfen eingesetzt werden und die Arbeit der Bundespolizei unterstützen. Schon heute sind rund 3.700 Sicherheitskräfte der Bahn und rund 5.000 Beamte der Bundespolizei im Einsatz. Zur besseren Abwehr möglicher Terroranschläge hatte die DB zusammen mit dem Bundesinnenministerium im vergangenen Jahr einen weiteren Ausbau der Videoüberwachung beschlossen und 85 Millionen Euro Investitionsmittel für die kommenden Jahre bereitgestellt.
Vorrangiges Ziel des Vorstands bleibt es, die Qualität bei Produkten und Dienstleistungen zu verbessern. Obwohl der Wettbewerb in allen Geschäftsfeldern der DB weiter zunehme und der Preiskampf ebenfalls härter werde, so Grube, liege das operative Ergebnis über dem Vorjahr: "Wir sind daher zuversichtlich, dass wir für das Geschäftsjahr 2016 unsere ökonomischen Ziele erreichen werden."
Der DB-Vorstandsvorsitzende wies darauf hin, "dass wir mit unserem Programm ‚Zukunft Bahn' für unsere Kunden die ersten spürbaren Verbesserungen erreicht haben." Dies gelte für die vier Kernthemen Pünktlichkeit, Reisenden-Information, Fahrzeug- und Bahnhofsqualität. So konnte in Sachen Pünktlichkeit beispielsweise an den wichtigsten Knotenbahnhöfen die Planmäßigkeit der Abfahrt deutlich erhöht werden, etwa in Köln, Leipzig und Stuttgart um mehr als 15 Prozentpunkte. Dies wirke sich zunehmend positiv auf die Gesamtpünktlichkeit aus.
Finanzvorstand Dr. Richard Lutz: "Wir investieren in Qualität, um mit besseren Produkten wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Auf diese Weise gewährleisten wir, dass wir am Kapitalmarkt ein verlässlicher Partner bleiben."
Der Fahrgastrekord im Fernverkehr lässt sich unter anderem auf Angebotserweiterungen in Verbindung mit der im Dezember 2015 eröffneten Neubaustrecke VDE 8.2 Erfurt-Halle/Leipzig zurückführen. Auch die Aktions-Sparpreise haben zum Fahrgastzuwachs beigetragen. Aufgrund verlorener Ausschreibungen ging die Verkehrsleistung im Schienenverkehr von DB Regio im ersten Halbjahr um 3,3 Prozent zurück. Die Güterverkehrssparte DB Cargo wird derzeit neu ausgerichtet. Ihre Verkehrsleistung nahm um 2,2 Prozent ab.
Weiterhin positiv entwickelt sich die internationale Tochter DB Arriva. So erhöhten sich die Fahrgastzahlen bei Arriva im ersten Halbjahr 2016 um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, nicht zuletzt aufgrund des gewonnenen Verkehrsvertrages "Northern Rail" in Großbritannien, der zum 1. April übernommen wurde. Insgesamt sind von Januar bis Juni mehr als 854 Millionen Fahrgäste in 14 europäischen Ländern mit DB Arriva unterwegs gewesen.
Der Verkehr auf dem Schienennetz in Deutschland stieg um 2,6 Prozent auf 531,4 (517,9) Millionen Trassenkilometer. Der Anteil der konzernexternen Bahnen erhöhte sich auf 29,8 (27,3) Prozent. Das beweist: Der Wettbewerb auf der Schiene funktioniert.
DB Schenker bietet ein überwiegend positives Bild. Beim Landverkehr per Lkw gab es einen geringfügigen Rückgang der Sendungen um 0,3 Prozent. Die Luftfracht legte um 0,9 Prozent zu. Ein Plus von 2,4 Prozent verzeichnete die Seefracht. Die Kontraktlogistik hat mit einem Umsatzplus von 7,8 Prozent wiederum einen Sprung nach vorn gemacht
(Pressemeldung Deutsche Bahn, 28.07.16).

RechteckHKX: Neuer Fahrplan ab 01.09.2016
Zum 01.09.2016 passt die Hamburg-Köln-Express GmbH (HKX) ihr Angebot konsequenter an die Wünsche der HKX-Kunden an. Dafür wird der Fahrplan wieder auf die alten nachfragestarken Fahrzeiten umgestellt, der Abschnitt Köln – Frankfurt wird nicht mehr bedient.
"Mit dieser Fahrplanumstellung gehen wir auf den Wunsch vieler Reisender ein, die zum Beginn des Wochenendes von Köln nach Hamburg und am späten Sonntagnachmittag zurück reisen wollen", sagt HKX-Geschäftsführer Carsten Carstensen. "Wie unsere Analysen gezeigt haben, besteht ein großer Bedarf an günstigen Angeboten für Wochenendausflüge aus dem Rheinland in den Norden. Weniger stark nachgefragt waren dagegen die Fahrten am Donnerstag. Deswegen stellen wir diese nun leider ein."
Zudem wird HKX sich in Zukunft wieder ganz auf seinen Kernmarkt entlang der Strecke Hamburg-Köln konzentrieren. Die seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015 angebotene Streckenverlängerung zwischen Köln und Frankfurt/Main wird zum 29.08.2016 wieder eingestellt. "Auf diesem Streckenabschnitt wurde unser Angebot leider viel zu selten angenommen", sagt Carsten Carstensen. "Offenbar bevorzugen die meisten Reisenden hier das deutlich schnellere Angebot auf der Schnellfahrstrecke, die die Städte Köln und Frankfurt am Main mit einer Fahrzeit von rund einer Stunde verbindet."
"Unsere Erfahrungen mit verschiedenen Angeboten und Fahrplanlagen haben gezeigt, dass es für uns wirtschaftlich sinnvoll ist, wenn wir uns ganz auf unsere Stammstrecke und einen guten Service für unsere Kunden konzentrieren", so Carsten Carstensen weiter. "Selbstverständlich gehört dazu auch, dass wir zusätzliche Fahrten an besonders nachgefragten Tagen anbieten werden, zum Beispiel zu den Feiertagen. Hier wird es auch weiterhin attraktive zusätzliche Angebote geben."
(Pressemeldung HKX, 28.07.16).

RechteckELIPTIC: Elektrifizierung des ÖPNV

Die polnische Stadt Gdynia an der Ostsee war vom 8. bis 10. Juni 2016 Schauplatz des Wissensaustauschs rund um die Elektrifizierung des ÖPNV. Die 68 Teilnehmer des dreitägigen Kongresses setzten sich aus Partnern und Mitgliedern des User Forums des EU-Projektes ELIPTIC "Electrification of public transport in cities" zusammen. Zentrale Themen waren die neuesten Entwicklungen rund um das Projekt selbst und bei weiteren Elektromobilitätsprojekten des ÖPNV in Europa.
Am ersten Kongresstag blickten die 33 Partner des ELIPTIC Projektes – Vertreter von ÖPNV- Betrieben, Wissenschaft und Interessensverbänden – auf das erste Projektjahr zurück. Sie diskutierten Entwicklungen in den lokalen Elektrifizierungsprojekten, einigten sich auf Evaluationsstandards und beschlossen sogenannte "Key Performance Indikators". Auch der nächste strategische Schritt wurde bei dem Treffen festgelegt: Bevor die geplanten ELIPTIC "use cases" starten, sollen zunächst Daten über die "Ist"-Situation gesammelt werden, um diese anschließend mit der "Soll"-Situation der geplanten "use cases" vergleichen zu können. Die Ergebnisfindung wird durch Kosten-Nutzen, "Cross-Use-Case" und SWOT Analysen unterstützt.
Am Donnerstag den 9. Juni hatten sowohl die ELIPTIC-Projektpartner als auch die Teilnehmer des User Forums Gelegenheit, an einer gemeinsamen Konferenz mit dem UITP Trolleybus Komitee teilzunehmen. Dabei standen der Einsatz von Trolley-Batterie-Hybrid-Bussen und erste Erfahrungen mit dem "charge-in-motion" Konzept im Mittelpunkt. Die Studien und Erfahrungsberichte verdeutlichten einmal mehr die Konkurrenzfähigkeit von Trolley-Batterie-Hybrid-Bussen in partiellen Oberleitungsnetzen – insbesondere für Strecken mit hohem Fahrgastaufkommen und mit dichtem Fahrplantakt. Im Vergleich mit dem Dieselbus, aber auch mit anderen E-Bus-Konzepten, stellt der Trolley-Batterie-Hybrid-Bus ein wirtschaftlich und umweltfreundliches System für die Zukunft dar.
Das User Forum des ELIPTIC-Projekts besteht aus Praktikern städtischer Verwaltungen und ÖPNV-Betrieben, die nicht Teil des ELIPTIC Konsortiums sind. Am letzten Tag der Veranstaltungsreihe trafen sich 35 Vertreter des User Forums aus 15 europäischen Ländern, um Feedback zu den Entwicklungen des Projekts zu geben und Ihre eigenen, innovativen ÖPNV-Elektrifizierungsprojekte zu präsentieren. In kleineren Arbeitsgruppen wurden Schwierigkeiten und offene Fragen der lokalen Projekte diskutiert und Lösungsansätze vorgestellt.
Die dreitägige Veranstaltungsreihe und das Rahmenprogramm wurden von ELIPTIC Partner PKT Gdynia organisiert. Unter anderem standen dabei Besuche des Trolleybus Depots und des neuen "Power Dispatch Centers", von dem aus das gesamte Trolleybus-Netzwerk gesteuert wird, auf dem Programm.
Das nächste ELIPTIC Partnertreffen findet im Herbst vom 7. bis 8. November 2016 in London statt und wird von einem User Forum am 9. November und dem ELIPTIC UK Workshop am 10. November 2016 begleitet (Pressemeldung ContiTech, 28.07.16).

RechteckVossloh: Profitabilität gesteigert und Nettofinanzverschuldung reduziert ...
Vossloh hat den positiven Trend in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres nicht nur fortgesetzt, sondern weiter verstärkt. Das EBIT im Vossloh-Konzern stieg im ersten Halbjahr 2016 auf 19,3 Mio.€ (Vor-jahr: 12,3 Mio.€) und verbesserte sich damit erheblich um 57,3 % verglichen mit dem Vorjahr, obwohl die Umsatzerlöse in Höhe von 522,7 Mio.€ um 7,6 % hinter denen des Vorjahreszeitraums zurückblieben (Vorjahr: 566,0 Mio.€). Die nachhalti-ge Fokussierung auf margenstärkere Geschäfte flankiert durch ein striktes Kosten-management und umfangreiche Programme zur Effizienzsteigerung tragen zuneh-mend messbar zum Erfolg bei. Der Auftragseingang im Vossloh-Konzern in den ersten sechs Monaten belief sich auf 521,9 Mio.€ (Vorjahr: 585,7 Mio.€).
Mit der erfolgreich abgeschlossenen Kapitalerhöhung der Vossloh AG im Juni die-ses Jahres hat sich das solide Fundament, auf dem der Vossloh-Konzern nach zwei Jahren intensiver Neupositionierung steht, weiter verfestigt. Mit Wirkung vom 17. Juni 2016 wurden 2,6 Mio. neue Vossloh-Aktien in den Börsenhandel einbezogen. Das Grundkapital der Vossloh AG stieg damit auf 45.325.167,47 €, die Anzahl der ausstehenden Vossloh-Aktien erhöhte sich auf 15.967.437 Stück. Die Eigenkapital-quote zum Stichtag 30. Juni 2016 betrug 39,3 %. Neben dem positiven Konzerner-gebnis stieg das Eigenkapital im Vorjahresvergleich auch durch den Nettozufluss aus der Kapitalerhöhung sowie den Buchgewinn aus der Veräußerung des Ge-schäftsfelds Rail Vehicles. Die Eigenkapitalquote am Ende des Jahres 2015 hatte bei 31,2 % gelegen, am 30. Juni 2015 bei 21,7 %. Gleichzeitig reduzierte sich die Nettofinanzverschuldung des Konzerns deutlich auf 125,1 Mio.€ am 30. Juni 2016. Zum Jahresende 2015 hatte sie noch 200,1 Mio.€, zum Vorjahresstichtag 328,9 Mio.€ betragen.
Im Geschäftsbereich Core Components wurden im ersten Halbjahr Erlöse in Höhe von 106,1 Mio.€ (Vorjahr: 133,0 Mio.€) und damit 20,2 % weniger als im Vorjahr erzielt. Der Rückgang ist insbesondere auf Projektverzögerungen in Argentinien zurückzuführen. Das Umsatzniveau in Saudi-Arabien lag ebenfalls unter Vorjahr, auch wenn ein deutlicher Umsatzanstieg im zweiten Quartal aus dem im ersten Quartal gewonnenen Auftrag für die Metro in Riad zu verzeichnen war. Dagegen hielt die positive Umsatzentwicklung in Katar weiterhin an. Das EBIT im Geschäfts-bereich betrug im ersten Halbjahr 12,8 Mio.€ (Vorjahr: 14,2 Mio.€). Die EBIT-Marge stieg dank eines margenstärkeren Projektmixes in China und umfangreicher Kos-tenmaßnahmenprogramme von 10,7 % im Vorjahr auf 12,0 % im Berichtszeitraum an. Der Auftragseingang erreichte 115,8 Mio.€ (Vorjahr: 194,0 Mio.€) und der Auf-tragsbestand am 30. Juni 2016 betrug 187,2 Mio.€ nach 243,7 Mio.€ am Vorjahres-stichtag. Nach dem Halbjahresstichtag meldete der Geschäftsbereich zudem den Eingang eines weiteren Großauftrags für Befestigungssysteme für eine Neubau-Hochgeschwindigkeitsstrecke in China mit einem Volumen von rund 50 Mio.€.
Die Umsätze des Geschäftsbereichs Customized Modules konnten im ersten Halb-jahr mit 246,7 Mio.€ auf hohem Niveau nahezu konstant gehalten werden (Vorjahr: 253,1 Mio.€). Einer rückläufigen Geschäftsentwicklung insbesondere in den USA und auslaufenden Projekten in Polen stand vor allem erfreuliches Umsatzwachstum in Frankreich und Italien gegenüber. Das EBIT übertraf mit 15,7 Mio.€ im ersten Halbjahr leicht das Vorjahresniveau (Vorjahr: 15,5 Mio.€). Die EBIT-Marge verbes-serte sich im Vorjahresvergleich von 6,1 % auf 6,4 %. Der Auftragseingang vermin-derte sich leicht auf 269,8 Mio.€ (Vorjahr: 281,0 Mio.€). Zum Ende des ersten Halb-jahres summierte sich der Auftragsbestand im Geschäftsbereich auf 321,3 Mio.€ (Vorjahr: 337,1 Mio.€).
Im Geschäftsbereich Lifecycle Solutions stiegen sowohl Umsatz als auch Ergebnis deutlich an. Die Erlöse lagen mit 39,7 Mio.€ um 38,0 % über dem Vorjahreswert (Vorjahr: 28,7 Mio.€). Der Anstieg war vor allem auf ein erfreuliches Wachstum in Schweden und Finnland zurückzuführen. Aber auch in Deutschland konnten die Umsätze erhöht werden. Das EBIT war nach einem Wert von Null im Vorjahr mit 3,2 Mio.€ im aktuellen Berichtszeitraum deutlich positiv. Die EBIT-Marge stieg dem-entsprechend auf 8,1 % (Vorjahr: 0,1 %). Der Auftragseingang bei Lifecycle Soluti-ons wuchs ebenfalls auf 51,8 Mio.€ (Vorjahr: 35,2 Mio.€). Ende Juni 2016 hatte der Auftragsbestand im Geschäftsbereich einen Wert von 19,9 Mio.€ im Vergleich zu 16,9 Mio.€ am Vorjahresstichtag.
Im Geschäftsbereich Transportation, der aktuell die Geschäftsfelder Electrical Sys-tems und Vossloh Locomotives umfasst, wurden in den ersten sechs Monaten 2016 Umsätze in Höhe von 136,2 Mio.€ generiert (Vorjahr: 155,6 Mio.€). Projektverzöge-rungen bei Vossloh Electrical Systems sowie die in weiten Teilen erforderliche Um-stellung der Umsatzlegung auf die Completed-Contract-Methode bei Vossloh Loco-motives sind die wesentlichen Ursachen hinter dieser Entwicklung. Dennoch ver-besserte sich das EBIT auf -5,7 Mio.€ (Vorjahr: -10,1 Mio.€). Der Auftragseingang
im Geschäftsbereich überstieg den Vorjahreswert von 79,7 Mio.€ und erreichte im Halbjahr 91,6 Mio.€. Der Auftragsbestand zum Stichtag 30. Juni 2016 verminderte sich mit der Abarbeitung größerer Aufträge bei Electrical Systems hingegen von 565,3 Mio.€ im Vorjahr auf 503,3 Mio.€.
Weiterhin wird intensiv an der Veräußerung des Geschäftsbereichs Transportation gearbeitet. Unverändert geht der Vorstand davon aus, dass dieser Schritt der Um-setzung der Konzernstrategie bis Ende 2017 abgeschlossen sein wird. Im Novem-ber dieses Jahres wird Vossloh Locomotives mit dem Umzug an den neuen Stand-ort in Kiel beginnen. Der Produktionsstart ist für das erste Halbjahr 2017 vorgese-hen. Das neue Werk wird dann eine der modernsten und effizientesten in Europa sein und eine stabile Grundlage für den künftigen Erfolg von Vossloh Locomotives bilden.
Am 30. Juni 2016 waren insgesamt 4.804 Beschäftigte im Vossloh-Konzern und damit 73 Mitarbeiter weniger als zum Vorjahresstichtag tätig (Vorjahr: 4.877 Mitar-beiter). Bei Core Components waren 636 Mitarbeiter und damit 24 Personen mehr beschäftigt als am Vorjahresstichtag (Vorjahr: 612 Mitarbeiter). Der Anstieg ist auf die in 2016 erstmalige Konsolidierung einer Tochtergesellschaft in Indien zurückzu-führen. Auch bei Lifecycle Solutions stieg die Mitarbeiterzahl im Zuge der Ge-schäftsausweitung sowie der Konsolidierung der finnischen Tochtergesellschaft um 70 auf 456 Mitarbeiter (Vorjahr: 386 Mitarbeiter). Die Anzahl der Beschäftigten bei Customized Modules war mit 2.536 Mitarbeitern am 30. Juni 2016 im Vorjahresver-gleich um 48 Personen niedriger (Vorjahr: 2.584 Mitarbeiter). Die größte Verände-rung fand bei Transportation - und hier mit einer Reduzierung um 99 Beschäftigte primär beim Geschäftsfeld Electrical Systems - statt. Insgesamt reduzierte sich die Mitarbeiterzahl im Geschäftsbereich Transportation um 118 Personen.
Aufgrund der verhaltenen Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr 2016 geht Vossloh nunmehr für das laufende Geschäftsjahr davon aus, Umsatzerlöse in etwa auf dem Niveau des Vorjahres von 1,2 Mrd.€ zu erwirtschaften. Wesentliche Gründe für die leichte Rücknahme der Umsatzprognose sind eine deutliche Abschwächung der Umsatzerwartung in den USA - im Wesentlichen durch konjunkturbedingt geringere Investitionen der Class-1-Eisenbahnbetreiber - sowie Verzögerungen bei Auftrags-vergaben und bei einzelnen Großprojekten im Geschäftsfeld Electrical Systems. Trotz der etwas niedrigeren Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr 2016 rechnet Vossloh unverändert mit einer EBIT-Marge von 4,0 bis 4,5 %. In 2017 soll die EBIT-Marge auf Basis der aktuellen Konzernstruktur 5,5 % bis 6,0 % betragen. In einer zukünftigen Portfoliostruktur ohne den Geschäftsbereich Transportation ist von einer deutlich höheren Profitabilität auszugehen. (Pressemeldung Vossloh, 28.07.16).

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Aus den Ländern

RechteckBW: Eckpunktpapier für mehr Pünklichkeit und Sicherheit in Regionalbahnen
Im regionalen Schienenverkehr in Baden-Württemberg soll die Pünktlichkeit der Züge verbessert und die Sicherheit der Fahrgäste wie des Personals erhöht werden. Dies sind wesentliche Vereinbarungen in einem Eckpunktepapier, auf das sich Vertreter von DB Regio, der Bahnmitarbeiter sowie der Bahnunternehmen Abellio und Go Ahead am Dienstag bei einem Spitzentreffen im Verkehrsministerium in Stuttgart verständigten. Weiterer Anlass des Gesprächs war der 2019 bevorstehende Betreiberwechsel in den drei Losen des sogenannten Stuttgarter Netzes (Netz 1) im Schienenpersonennahverkehr (SPNV). Hierbei sollen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der DB akzeptable berufliche Perspektiven eröffnet werden.
Die künftigen Bahnbetreiber Abellio und Go Ahead wollen mit DB Regio bei der Ausbildung des Personals eng zusammenarbeiten und den DB-Beschäftigten vorrangig Arbeitsverträge anbieten. Die Deutsche Bahn ihrerseits will ihrem Personal Möglichkeiten einer ortsnahen Weiterbeschäftigung anbieten.
Das Verkehrsministerium wird kurzfristig in Zusammenarbeit mit DB Regio die Möglichkeit prüfen, die Zugbegleitquote zu erhöhen und den Einsatz von Sicherheitspersonal in den Tagesrandzeiten und auf auffälligen Strecken zu verstärken. In den neuen SPNV-Verträgen hat das Land für fast alle Züge eine Zubegleitung vorgeschrieben.
Die DB sicherte ihrerseits dem Verkehrsministerium zu, monatliche Pünktlichkeitsberichte vorzulegen und diese auf ihrer Homepage öffentlich zugänglich zu machen. 
Das Verkehrsministerium verpflichtete sich in dem Treffen dazu, künftig einmal pro Jahr zu einem Spitzengespräch unter Beteiligung der Betriebsratsvorsitzenden und der Geschäftsführungen der Eisenbahnverkehrsunternehmen einzuladen, damit sich alle Beteiligten über den Verfahrensstand des Betreiberwechsels austauschen können.
Die zur niederländischen Abellio-Gruppe gehörende Abellio Rail Südwest GmbH wird künftig das Los 1 und die Go Ahead Verkehrsgesellschaft Deutschland GmbH, eine deutsche Tochter des britischen Unternehmens Go-Ahead, die Lose 2 und 3 des Stuttgarter Netzes betreiben. Der bisherige SPNV-Betreiber DB Regio war wegen der Nichteinhaltung von Mindestkriterien vom Vergabeverfahren im Netz 1 ausgeschlossen worden. Die neuen Verkehrsverträge auf den durch die Landeshauptstadt führenden regionalen Bahnstrecken (Stuttgarter Netz – ohne S-Bahn) haben eine Laufzeit von 13 Jahren (Pressemeldung Ministerium für Verkehr, 28.07.16).

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LOK Report 08/16

LOK Report Ausgabe 8/16

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LOK Report

Reinhard Schulz, Sigurd Hilkenbach
Mit der Straßenbahn durch das Berlin der 60er Jahre

• Band 1: Die Linien 1, 11 und 2 ISBN 978-3-935909-31-0
• Band 2: Die Linien 3 und 4 ISBN 978-3-935909-32-7
• Band 3: Die Linien 6, 13 und 22 ISBN 978-3-935909-33-4
• Band 4: Die Linien 15 und 25 ISBN 978-3-935909-34-1
• Band 5: Die Linien 19, 26, 27 und 46 ISBN 978-3-935909-35-8

Jeweils 96 Seiten, Format 210 x 240 mm, zahlreiche Fotos (Duoton), gebunden, 22,80 Euro (zzgl. Versand)

Mit der Kamera notiert

RechteckPfarrkirchen


Am 21. Juli fotografierte ich den Bhf Pfarrkirchen. Pfarrkirchen liegt an der Rotalbahn-Strecke Passau - Neumarkt - Sankt Veit. Am Bahnhof ist eine echte Bahnhofgaststätte mit Bier aus der Baron-Arentin-Brauerei Aldersbach. Am Nebengleis stand 218 348-1, Baujahr 1974 Krauss-Maffei. Der Bhf ist mit einem Fahrdienstleiter besetzt (Martin Kubík, 22.07.16).

RechteckSaalfeld

Da wurde am 26.07.16 nicht schlecht geschaut, als 1144 034 in Saalfeld/Saale stand. Nun wurde die Abfahrt abgewartet und in der Ausfahrt Saalfeld/Saale mit dem Wasserturm festgehalten (Alexander Hertel, 22.07.16).

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Tanago

Europa

RechteckItalien: Zweite Ausschreibung für die AV/AC-Strecke Napoli - Bari
Im Amtsblatt der Europäischen Union wurde die zweite Ausschreibung für die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke AV/AC Napoli - Bari veröffentlicht. Das Angebot umfasst einen Wert von 356 Mio. Euro. Die Veröffentlichung vom 25.07.16 folgt umfasst den Abschnitt Cancello - Frasso Telesino-Dugenta und folgt einer Ausschreibung vom 11.07.16 über 400 Mio. Euro zum Ausbau des Abschnitts Napoli - Cancello.
Mit den ersten beiden Ausschreibungen und dem voraussichtlichen Beginn der Bauarbeiten im Dezember 2016 erfüllt die Regierung den durch das Entblockungsgesetz "Sblocca Italia" von 2014 festgelegten Zeitplan.
Im Oktober 2016 ist geplant, die Umschläge mit den Angeboten zu öffnen, um das wirtschaftlich günstigste Angebot auszuwählen. Der Abschluss sämtlicher Bahn-Arbeiten wird voraussichtlich bis zum Jahr 2022 erfolgen.
Die Arbeiten umfassen den Ausbau der bisherigen Strecke und teilweisen Neubau entlang der alten Strecke für eine Geschwindigkeit von 200 km/h. Mit einem Gesamtpreis von geschätzen 6,2 Mrd. Euro wird die neue AV/AC-Linie Napoli - Bari innerhalb des europäischen Korridors TEN-V-Mittelmeer - Skandinavien die Fahrzeit zwischen Rom und Bari von vier auf drei Stunden und zwischen Neapel und Bari von 3.40 auf 2 Stunden verkürzen.
Neben der Reduzierung der Geschwindigkeiten wird die Verkehrskapazität erhöht und die Entwicklung modaler Austauschpunkte im Güterverkehr gefördert. Die Bahnstrecke Neapel - Bari besitzt eine Schlüsselrolle in der Entwicklung des Südens, da sie zwei Bereiche verbindet, die je einen Anteil von über 40% der Marktproduktion im Süden erreichen (WKZ, Quelle FS Italiane, 28.07.16).

RechteckSchweden: Hector Rail verlänger Vertrag mit Stora Enso
Hector Rail und Stora Enso haben vereinbart, die Zusammenarbeit zum Transport von Holz aus Norwegen zu den Mühlen in Skoghall (Karlstad) und Grums bis Ende 2022 fortzusetzen. Seit dem Start im Jahr 2008 haben sich die transportierten Volumina der Holztransporte verdreifacht. Der Service beinhaltet Transporte von rund 1,5 Mio. m3 Holz von einer Anzahl Terminals in Gudbrandsdalen und Østerdalen.
Im Rahmen der Modernisierung des Unternehmens wird Hector Rail bis zum Jahr 2018 Güterwagen mit größerem Profil und neue Lokomotiven einführen, die eine bessere Umweltverträglichkeit und einen strafferen Betrieb erlauben. Erst vor ein paar Tagen gab Hector Rail die Anschaffung von Siemens-Vectron-Lokomotiven bekannt.
Die neuen Lokomotiven besitzen ein besseres Umweltprofil, da sie Strom beim Bremsen in das Netz zurückgeben. Sie sind mit der "extra Meile"-Funktion ausgestattet, so dass sie mit Hilfe eines installierten Dieselmotors und Funkfernsteuerung effektiv Wagen zu und von den Terminals rangieren können. (WKZ, Quelle Hector Rail, 28.07.16).

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