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LOK Report – Freitag, 23.09.16

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Foto links: Alexander Hertel

Innotrans 2016

RechteckBMUB: Technologieentwicklung im Bahnbereich auf Klimakurs
Der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen hat im Verkehrssektor bereits begonnen. Davon überzeugte sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks bei einem Besuch der Eisenbahnmesse InnoTrans.
Hendricks: "Der Verkehr muss bis spätestens 2050 weitgehend treibhausgasneutral werden, damit wir die Klimaschutzziele des Pariser Abkommens einhalten. Dafür brauchen wir mehr Verkehr auf der Schiene, aber auch noch mehr Engagement bei strombasierten Kraftstoffen. Null CO2Emissionen erreichen wir nur, wenn auch alle Energie, am Ende erneuerbar ist. Die InnoTrans zeigt innovative Lösungen, die genau in diese Richtung weisen."
Die Eisenbahnmesse Innotrans zeigt in diesem Jahr Technologieneuheiten, mit denen sich der Klimaschutz im Schienengüterverkehr weiter steigern lässt. Die Schiene ist heute schon größtenteils elektrifiziert und kann damit am schnellsten auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Für einzelne Abschnitte oder "die letzte Meile" einer Wegekette, die noch nicht elektrifiziert sind, stehen mittlerweile ebenfalls Lösungen bereit: zum Beispiel eine Hybrid-E-Lok mit zusätzlichem Dieselmotor für den Güterverkehr sowie batteriebetriebene Nahverkehrstriebwagen im Personenverkehr, die zukünftig bei der Überbrückung von Oberleitungslücken eine wichtige Rolle spielen können. Daneben werden auch strombasierte Kraftstoffe auf Basis von erneuerbarem Strom wie Power-to-Gas (PtG) und Power-to-Liquid (PtL) perspektivisch einen entscheidenden Beitrag für mehr Klimaschutz im Schienenverkehr leisten. Auch der weltweit erste Nahverkehrstriebzug mit Wasserstoffantrieb wird vorgestellt.
Weiter entscheidend ist das Thema Digitalisierung: Nie war es so einfach, verschiedene Verkehrsangebote zu vernetzen. Hier können digitale Plattformen die Nutzung von Bahn, ÖPNV und Sharing-Diensten vor allem im städtischen Verkehr deutlich vereinfachen, mit mehr Reisekomfort, Zeitersparnis und Umweltfreundlichkeit.
Der Schienenverkehr ist entscheidend für die Klimaschutzziele im Verkehr. Innovationen in diesem Bereich sind notwendig und wichtig, um einerseits die Umweltbilanz des Verkehrsträgers Schiene im Hinblick auf den Energieverbrauch und die Emissionen (insbesondere auch Lärm) weiter zu verbessern, und andererseits um die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene (gegenüber der Straße) durch mehr Effizienz und verbesserte Dienstleistungen zu stärken (Pressemeldung BMUB, 23.09.16).

RechteckChina Railway: Hochgeschwindigkeitsnetz bis 2025 nahezu verdoppeln

Foto Messe Berlin.
Die China Railway-Gruppe nutzte die InnoTrans 2016, um über die rasante Entwicklung des Bahnverkehrs in ihrem Land zu informieren. Die Gesamtlänge des Schienennetzes von derzeit 121.000 Kilometern soll nach dem von der Regierung im Juli verabschiedeten Entwicklungsplan bis 2020 auf 150.000, bis 2025 auf 175.000 und langfristig auf 200.000 Kilometer ausgebaut werden. Die darin enthaltenen Hochgeschwindigkeitsstrecken sollen von momentan gut 20.000 Kilometern bis 2025 auf 38.000 und danach auf 45.000 Kilometer wachsen.
Dabei werden je acht Nord-Süd- und Ost-West-Korridore die Basis bilden, sagte Zhou Li, Generaldirektor der Abteilung für Wissenschaft und Technologie. Daneben ist das Unternehmen im Rahmen internationaler Kooperationen an zahlreichen Eisenbahnprojekten in Asien, Amerika, Europa und Afrika beteiligt.
China Railway verfügt derzeit über 21.000 Lokomotiven, 68.000 Passagier- und 769.000 Güterwaggons, darunter 2.503 Hochgeschwindigkeitszüge, die im Tagesdurchschnitt vier Millionen Passagiere befördern. 2015 hat das Unternehmen insgesamt 2,5 Milliarden Reisende befördert, die jährliche Zuwachsrate lag in den vergangenen drei Jahren bei jeweils zehn Prozent.
Etwa doppelt so hoch liegen die Zuwachsraten im Frachtbereich, der 2015 auf 3,36 Milliarden Tonnen kam. Rund 110 Milliarden Euro werden jährlich in den Ausbau und die Modernisierung des Streckennetzes investiert.
Probleme gibt es noch beim China Railway Express, bei dem Güterzüge 16 chinesische mit zwölf europäischen Städten verbinden. Während das bisher unzureichende Frachtaufkommen von Europa nach China durch gezielte Werbekampagnen gesteigert werden konnte, versucht man in Verhandlungen die hohen Streckennutzungsgebühren in den Transitländern zu senken, sagte Zhou Li. Auf jeden Fall seien die Züge preisgünstiger als Luftfracht und schneller als der Transport per Schiff (Pressemeldung China Railway, 23.09.16).

RechteckDeutsche Bahn: Preisverleihung im Wettbewerb DB Innovation Challenge
Die Deutsche Bahn hat auf der InnoTrans 2016 in Berlin, der weltweit führenden Messe für Schienenfahrzeugtechnik, im Rahmen des DB Innovation Forums die Gewinner des konzernweiten Open Innovation Wettbewerbs, DB Innovation Challenge, ausgezeichnet. In dem Wettbewerb, der im Sommer 2015 gestartet wurde, haben sechs Geschäftsfelder der DB wie zum Beispiel DB Fahrzeuginstandhaltung, DB Regio und DB Cargo konkrete Aufgabestellungen beschrieben. Dabei wurden Unternehmen, Wissenschaft und Startups eingeladen, Lösungen zu präsentieren, die mit Unterstützung der DB weiterentwickelt und umgesetzt werden können. Für diesen Wettbewerb hatte die DB Preisgelder von insgesamt 150.000 Euro ausgelobt.
"Wir wollen Impulse und Ideen von außen nutzen, um schneller Verbesserungen für Qualität und Zuverlässigkeit des Bahnbetriebs zu erzielen, von denen unsere Kunden nachhaltig profitieren", sagte Kay Euler, Chief Technology Officer (CTO) und Chief Quality Officer (CQO) der Deutschen Bahn anlässlich der Preisverleihung.
Zum ersten Mal hat die DB auf der InnoTrans 2016 das DB Innovation Forum veranstaltet. Mit dem Forum wurde eine Dialogplattform für Messebesucher und Interessierte angeboten, um innovative Entwicklungen im Kontext der Digitalisierung bei der Bahn und im gesamten Mobilitätssektor vorzustellen und zu diskutieren, wie zum Beispiel Kundenschnittstellen von morgen und Internet of Things.
Gewinner in der Kategorie Mittelstand und Großunternehmen:
• GE Sensing & Inspection Technologies GmbH: Das Unternehmen bietet ein Ultraschall-Handgerät an, mit dem sich Schäden in Faserverbundmaterialien wie zum Beispiel Teile der Verkleidung am ICE zerstörungsfrei detektieren lassen. Mit diesem zerstörungsfreien Prüfverfahren wird in der Fahrzeuginstandhaltung ein Quantensprung vollzogen.
Gewinner in der Kategorie Kleinunternehmen und Startup:
• Saxony Media Solutions GmbH: Das Startup hat ein maßgeschneidertes App-basiertes Software-System zur Personaleinsatzplanung entwickelt. Das System, das bei DB Regio Bayern pilotiert wird, ermöglicht auch die Verwaltung und den Tausch von Schichten. Dabei wird insbesondere der Fokus auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter gelegt.
Gewinner in der Kategorie Forschung und Wissenschaft:
• Hochschule für angewandte Wissenschaften München und mto engineering: Beide Teilnehmer haben sich im Laufe des Wettbewerbs zu einem Team zusammengeschlossen, um das vorhandene Know-how gemeinsam für eine technische Lösung im Bereich des Motormanagements zu nutzen. Hier ging es dem Auftraggeber DB Cargo darum, sowohl die theoretische Expertise der Hochschule München als auch die praktischen Erfahrungen der Firma mto für ein optimales Ergebnis zu nutzen. Dabei stand die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs bei DB Cargo unter Einhaltung der Einsatzfähigkeit der Lokomotiven und geltender Abgasemissionen im Vordergrund (Pressemeldung Deutsche Bahn, 23.09.16).

RechteckDeutsche Bahn: Südostbayernbahn gewinnt "ERCI Innovations Award"

Foto Deutsche Bahn.
Die DB-Tochter Südostbayernbahn (SOB) hat den "ERCI Innovation Award" der European Railway Clusters Initiative (ERCI) in der Kategorie Großunternehmen für ihr Innovationsprojekt "Eco DeMe Train" (Eco Dieselelektrisch-Multiengine Train) gewonnen. Am Abend nahm Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, den Preis auf der InnoTrans 2016 entgegen.
"Diese Auszeichnung zeigt, dass der "Eco DeMe Train" technische Innovationen und Umweltschutz ebenso im Blick hat wie den Fahrgast. Eine verbesserte Pünktlichkeit dank des flexiblen Fahrzeugeinsatzes und ein höherer Reisekomfort durch Geräuschreduzierung gehören ebenso zu den Projektzielen wie die saubere Fahrt einer ehemals reinen Diesellokomotive unter Fahrdraht", sagte DB-Chef Dr. Rüdiger Grube bei der Preisverleihung. "Damit sind wir als DB auf unserem Weg zum Umweltvorreiter wieder ein gutes Stück vorangekommen. Der Preis spornt uns noch mehr an, immer wieder alte Gleise zu verlassen und neue, kreative Ansätze für den Verkehr der Zukunft zu entwickeln."
"Eco DeMe Train" steht für die Entwicklung einer umweltfreundlichen Zweisystem-Lokomotive, die auf teilelektrifizierten Strecken Energie aus der Oberleitung nutzt. Teilelektrifizierte Strecken können bisher ausschließlich mit Dieseltraktion befahren werden. Durch den innovativen "Zweisystem-Modus" wird eine dieselelektrische Lokomotive mit Hilfe eines zusätzlichen Stromversorgungswagens zu einer Zweisystem-Lok modifiziert.
Dieser mit Stromabnehmer versehene Versorgungswagen ist so konzipiert, dass er modular erweiterbar ist, beispielsweise mit einer Brennstoffzelle oder einem Energiespeicher. Wenn diese in den Versorgungswagen integriert werden, können darin Energiereserven gespeichert und bei Bedarf entnommen werden. So wird es möglich, mit der Diesellokomotive auch auf Strecken ohne Fahrdraht abschnittsweise elektrisch mit Stromreserven aus dem Versorgungswagen zu fahren.
Die neue Technik soll in naher Zukunft einsatzbereit sein. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist das Projekt auf die technische Erweiterung und den flexiblen Einsatz vorhandener Fahrzeuge ausgerichtet. Der "Eco DeMe Train" überzeugt durch Verbesserung von Ökologie und Ökonomie. Ausgangsbasis des Projektes sind die bei der Südostbayernbahn eingesetzten Lokomotiven der Baureihe 245.
Ziel ist es, mit Hilfe der Zweisystem-Lokomotive den CO2-Ausstoß in der Endausbaustufe um rund 50 Prozent pro Fahrzeug zu reduzieren. Allein auf der Strecke München–Mühldorf könnten so mit Energiespeichern jährlich 15,2 Millionen Kilogramm CO2 eingespart werden. Das entspricht dem CO2-Ausstoß von 4.400 Personenhaushalten oder dem einer Kleinstadt wie Mühldorf am Inn.
Der "ERCI Innovation Award" wurde in diesem Jahr das zweite Mal vergeben. Die European Railway Clusters Initiative ist ein europäisches Netzwerk zur Förderung von Innovationen auf dem Gebiet der Bahntechnik. Ziel ist es, auf europäischer Ebene gegenseitig von Best-Practice-Beispielen zu lernen, Synergieeffekte zu nutzen und das Netzwerk weiter auszubauen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen zu steigern und die Zusammenarbeit im europäischen Raum zu unterstützen.
Das "Eco DeMe Train"-Projekt hat im Juli bereits den bayrischen CNA Innovationspreis "Intelligenz für Verkehr und Logistik" gewonnen. In Sachen Innovationen ist die SOB Vorreiter im Schienenpersonennahverkehr. Zusammen mit dem amerikanischen Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies arbeitet sie derzeit an einem Innovationszug, um neue Produktkonzepte für den Regionalverkehr zu entwickeln und mit digitalen Anwendungen zu verknüpfen (Pressemeldung Deutsche Bahn, 23.09.16).

RechteckDialog-Forum: Bahnen haben viel digitalen Nachholbedarf
Der Schienenverkehr hat in Sachen Digitalisierung noch erheblichen Nachholbedarf. Das war die Quintessenz einer Veranstaltung des Dialog Forums der InnoTrans 2016, die vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), dem Verband der deutschen Bahnindustrie VDB und dem Deutschen Verkehrsforum ausgerichtet wurde.
Große Hindernisse stellten der hohe Kostendruck und die langwierigen und teuren Zulassungsverfahren dar, erklärte VDV-Geschäftsführer für Eisenbahnverkehr, Dr. Martin Henke. Im Gegensatz zum Lkw lasse sich bei Güterbahnen nur schwer diagnostizieren, wo die Ware gerade ist. Durchgehende Buchungen von Haustür zu Haustür seien ebenso Zukunftsmusik wie eine zügige Implementierung des elektronischen Leit- und Sicherungs-systems ETCS.
Claudia Horn, die Leiterin der Abteilung Landverkehr im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, erklärte dazu, diese Implementierung nehme aber langsam Fahrt auf. Sie verteidigte die Zulassungsprozesse, die auch durch die rechtsstaatlich unabdingbaren Verfahren der Öffentlichkeitsbeteiligung in die Länge gezogen würden. Auf Fragen privater Bahnbetreiber versicherte sie darüber hinaus, dass es nicht nur Übergangsphasen geben werde, in denen auch mit älteren, nicht umgerüsteten Lokomotiven auf ETCS-Strecken gefahren werden könne. Es werde ein Förderprogramm für den Einbau der ETCS-Komponenten aufgelegt. Das System ermöglicht in der Endstufe auch automatisiertes Fahren, das auf der Schiene bisher noch sehr selten umgesetzt wird.
Für die damit verbundenen rechtlichen Fragen sollten sich die Bahnunternehmen und die Industrie an die Vorstöße der Autoindustrie "dranhängen", empfahl Friedrich Hagemeyer, Vorstandsmitglied des Instituts für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM). VDV-Vizepräsident Joachim Berends beklagte, dass vielfach die Möglichkeiten der Digitalisierung durch immer neue Kosten, die den Unternehmen aufgebürdet würden, zunichte gemacht werden. Für die Industrie riet VDB-Präsident und Vossloh-Vorstandsmitglied Volker Schenk, analog zur Autoindustrie mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu generieren. Dann würden auch mehr Fördermittel fließen, hoffte er (Pressemeldung Messe Berlin, 23.09.16).

RechteckGE: "Selbstkontrolle" von Loks und Wagen für DB Cargo
Der US-Konzern General Electric (GE) hat mit DB Cargo als erster europäischer Bahnbetreiber einen Vertrag über die digitale Diagnose von Lokomotiven abgeschlossen. GE-Chefin Jamie Miller gab auf der InnoTrans 2016 bekannt, dass als Pilotprojekt mit Hilfe des "RailConnect 360"-Leistungsmanagement-Systems der Zustand der DB Cargo-Lokomotiven kontinuierlich überprüft werde, sodass potenzielle Reparaturfälle entdeckt werden können, bevor sie auftreten. So können Wartungsaufenthalte besser in Umlaufpläne eingepasst werden.
General Electric stellt unter anderem selbst Lokomotiven her. Nach Angaben von Seth Bednar, dem Chief Digital Officer des Konzerns, ist die unternehmenseigene Netzwerk- und Kommunikationsplattform GoLINC als Kern des Systems bereits auf 6.000 Maschinen installiert. "Die Plattform macht die Lokomotiven zu einem mobilen Datenzentrum", sagte Miller.
Bednar wies darauf hin, dass die Digitalisierung vor allem auch für ältere Lokomotiven interessant sei, da sie naturgemäß anfälliger für Unregelmäßigkeiten seien. "Wir verlangen nicht von den Kunden, das Neueste und Größte zu kaufen, sondern wir helfen ihnen mit unserem Lokomotiv-Modernisierungsprogramm, die Lebensdauer zu verlängern und die Energieeffizienz zu erhöhen."
Laut Miller kann durch die Digitalisierung älterer Lokomotiven zehn bis 15 Prozent Treibstoff eingespart und die Zuverlässigkeit um bis zu 30 Prozent erhöht werden. GE stellte außerdem den Car Integrity Monitor vor, eine Kooperation mit der US- Softwarefirma Amsted Rail. Damit wird die Anlagenkontrolle auf die Waggons ausgedehnt. Vertriebsdirektor John Felty sagte, bereits 20.000 Waggons verfügten über diese Verbindung. Damit würden die Überwachungs- und Kontrollmöglichkeiten von einer Waggon- auf die Zugperspektive erweitert (Pressemeldung China Railway, 23.09.16).

RechteckInternational Tunnel Forum: Zuerst virtuell bauen, dann real
BIM - Ein Mehrwert für den Tunnelbau? Diese Frage beschäftigte die Referenten und Teilnehmer am ersten Tagungstag (21.09.) des zweitägigen International Tunnel Forum. BIM, also das Building Information Modeling, sei ein neues Werkzeug zur erfolgreichen Realisierung von Großprojekten bei der Deutschen Bahn, sagte Heinz Ehrbar, Head of Major Project Management der DB Netz AG. Zuerst virtuell bauen, dann real - so verstehe die Deutsche Bahn die Gebäudedaten-Modellierung.
Wichtig ist nach den Worten von Ehrbar, dass es bei den Projekten eine gemeinsame Plattform gibt und dass der Datenfluss und die Schnittstellen allen Beteiligten zur Verfügung stehen. Der wesentliche Betrachtungswinkel sei, dass es sich nicht um Vertrags-, sondern um Projektpartner handelt.
Bis Ende 2020 will die Deutsche Bahn bei allen komplexen und allen standortbezogenen Projekten BIM anwenden. Die Einführung soll in drei Stufen erfolgen und sämtliche Planungs- und Leistungsphasen abdecken. Dabei sollen möglichst alle Gewerke berücksichtigt werden, vor allem die bahntechnischen (Pressemeldung International Tunnel Forum, 23.09.16).

RechteckKONCAR: Schneller Passagierwechsel dank großer Zweiflügeltüren

Fotos Konkar, Messe Berlin

Der neue Regionalzug des kroatischen Unternehmens KONCAR ist ein dreiteiliges Niederflurfahrzeug mit Diesel-Elektroantrieb. Das Fahrzeug verfügt über 167 Sitze und 175 Stehplätze. Es hat vier Paar Zweiflügeltüren, zwei Rampen für Rollstuhlfahrer sowie Platz für Fahrräder. Dank der großen Zweiflügeltüren ist ein schneller Wechsel von Passagieren möglich. Der Zug ist mit einem modernen Heiz- und Lüftungssystem, mit Videoüberwachung und WiFi-Internetzugang ausgestattet. Dem Sonnenschutz dienen zu 60 Prozent getönte Scheiben. Beim Passagier-Informationssystem werden visuelle und akustische Botschaften verwendet, die auf GPS-Daten des Zuges basieren.
Die diesel-elektrische Antriebseinheit wurde auf der Basis der elektrischen Plattform von KONCAR entwickelt und vereint diesel-elektrische und elektrische Antriebe. Die technische Lösung für die Niederflurbahnen ermöglicht die weitere Entwicklung von Fahrzeugen sowohl für andere Versorgungsspannungen als auch für Hybridlösungen (Pressemeldung KONCAR Electrical Industry, 23.09.16).

RechteckPSI: Zug-Management-System
PSI Transcom feiert auf der InnoTrans 2016 sein 35-jähriges Bestehen und präsentiert sein Zug-Management-System PSItraffic/ZMS, das beim Regionalverkehr zwischen Bern und Solothurn in der Schweiz zum Einsatz kommt. Der entsprechende Vertrag war auf der InnoTrans 2014 unterzeichnet worden.
Das System ermittelt fortwährend die aktuelle Betriebslage, Fahrzeugstandorte, Störungen, Unregelmäßigkeiten und Konflikte. Ein integriertes Störungsmanagement und umfangreiche Dispositionsfunktionen sorgen für einen planmäßigen Zugbetrieb.
Das integrierte Zuglenkmodul übergibt die Fahrwege der Züge an die Stellwerke. Die im System erfassten Daten bilden gleichzeitig die Basis für die Versorgung der Reisenden mit aktuellen Fahrgastinformationen an den Bahnhöfen, in den Zügen sowie auf den mobilen Endgeräten der Fahrgäste (Pressemeldung PSI Transcom, 23.09.16).

RechteckSolaris: Nuer Urbino 12 electric

Der üstra Elektrobus, Urbino 12 electric von der Firma Solaris, wurde am Mittwoch, 21. September 2016, im Rahmen der IAA in Hannover zum besten Stadtbus des Jahres 2017 gekürt. Damit ließ er namenhafte Konkurrenten im Rennen um die Auszeichnung hinter sich. Foto Markus Pfetzing.
Komplett emissionsfrei, nahezu geräuschlos und ohne jegliches Ruckeln beim Anfahren – das sind wesentliche Markenzeichen der neuen elektrischen Solaris-Flotte, die der Hamburger Hochbahn AG zugestellt wurde. Die innovativen Fahrzeuge wurden offiziell in der Hafenstadt im August der Öffentlichkeit präsentiert. Die drei Exemplare vom Solaris Urbino 12 electric, dem Modell, das zum "Bus of the Year 2017" gekürt wurde – werden auf der Innovationslinie 109 eingesetzt, auf der nur Busse mit innovativen Antrieben fahren. Eines von diesen Fahrzeugen kann man auf diesjähriger Messe InnoTrans in Berlin im Sommergarten (V/810) sehen.
In den 12 Meter langen Urbino electric für den Hamburger Betreiber Hochbahn wurde eine Elektroportalachse ZF AVE 130 montiert. Die innovativen Elektrobusse wurden auch mit Lithium-Titanat-Batterien mit einer Kapazität von 100 kWh und mit der Elektroausrüstung der Firma Medcom ausgestattet. Das auf dem Dach installierte Ladesystem von Siemens ermöglicht den Fahrzeugen, den ganzen Tag auf der Linie im Einsatz zu bleiben. Dies wird dank der Nutzung eines externen Ladegeräts mit einer Kapazität von bis zu 300 kW möglich sein, das auf der Strecke platziert wird.
„Die Lieferung von drei Urbino 12 electric der neuen Generation an die Hamburger Hochbahn war für Solaris ein Auftrag besonderer Art, weil wir uns zum ersten Mal an die bereits in der Stadt bestehende Ladeinfrastruktur anpassen mussten. Seine erfolgreiche Abwicklung hat wieder einmal bewiesen, wie flexibel Solaris im Bereich der Lieferung von Batteriebussen ist. Mit diesem Projekt haben wir zusammen mit der Hochbahn auch einen großen Schritt in Richtung der Standarisierung von Ladeinfrastruktur gemacht, was in den nächsten Jahren eine noch schnellere Einführung von Elektrobussen europaweit ermöglichen wird. Solaris ist mit seinem Know-how und seiner Erfahrung für den Übergang in die Elektromobilität bestens gerüstet“, sagte Dr. Andreas Strecker, Vorstandsvorsitzender von Solaris Bus & Coach, während offizieller der Premiere der Fahrzeuge in Hamburg.
Zusammen mit dem Batteriebus wird auch die Pantograph-Ladestation von Siemens präsentiert. Dank dieser innovativen Lösung braucht der Bus in Hamburg nur 6 Minuten um vollgeladen zu werden.
Solaris hat seinen ersten Batteriebus im Jahre 2011 gezeigt. Innerhalb von 5 Jahren hat Solaris sein Angebot um weitere Fahrzeuge mit der Länge von 8,9 bis zu 18,75 Metern vergrößert. Die Busse können über verschiedene Batterien und Ladesysteme verfügen. Beinahe 80 Urbino-Fahrzeuge sind bereits in verschiedenen Ländern im Einsatz: in Österreich, Tschechien, Finnland, Spanien, Deutschland, Polen und in Schweden (Pressemeldung Solaris, 23.09.16).

RechteckŠkoda: Voll klimatisierte Fahrzeuge mit visuellem Informationssystem

Fotos Messe Berlin

Die neue "ForCity Plus"-Straßenbahn von Škoda Transportation kann 345 Passagiere (inklusive 69 Sitzplätze) befördern. Die komfortablen, voll klimatisierten Fahrzeuge sind mit einem visuellen Informationssystem ausgestattet, das es auch blinden Fahrgästen erlaubt, mit dem Fahrer zu kommunizieren. Für den Ein- und Ausstieg von Passagieren mit eingeschränkter Mobilität ist in den Wagen eine Kipp-Plattform installiert. Ein Kamerasystem mit sechs internen und sechs externen Kameras gewährleistet die Sicherheit der Fahrgäste.
Die Fahrzeuge mit einer Spurweite von 1.000 mm bestehen aus fünf Abschnitten, der jeweils erste und letzte ist als voll schwenkbares Drehgestell ausgeführt.
Neben der "ForCity Plus"-Straßenbahn zeigt der Aussteller als Weltpremiere auf der InnoTrans 2016 auch seinen neuen Doppeldeck-Triebzug für den Wendezugbetrieb für die DB Regio, der in Bayern auf der Strecke Nürnberg - Ingolstadt - München betrieben werden wird (Pressemeldung Škoda Transportation, 23.09.16).

RechteckStadler: Neuer Citylink für Chemnitz

Fotos Stadler.
Stadler präsentiert heute gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Mittelsachsen GmbH (VMS) und Vossloh Kiepe die neue Hybrid-Stadtbahn Citylink für die Deutsche Stadt Chemnitz. Die erste Bestellung von VMS umfasste acht Tram-Trains des Typs Citylink. Sie wurden im Konsortium von Stadler Valencia und Vossloh Kiepe entwickelt und produziert. Eine zweite Bestellung ist im Sommer 2015 bei Stadler eingegangen.
Chemnitz investiert in seine Mobilität und stellt in einem mehrstufigen Projekt "Chemnitzer Modell" ein flächendeckendes Verkehrsnetz bereit. Strassenbahn- und Eisenbahnschienen werden miteinander verbunden und Anschlusspunkte zwischen der Stadt und der Region Chemnitz geschaffen. Das Konsortium von Stadler und Vossloh Kiepe stellt hierzu das perfekte Fahrzeug bereit: Das Tram-Train Citylink entspricht exakt den Bedürfnissen der fortschrittlichen Mobilitäts-Stadt.
Nach der Bestellung der ersten Tranche im Jahr 2012 hat VMS im Juli 2015 vier zusätzliche Einheiten nachbestellt. Diese werden in der zweiten Stufe des Chemnitzer Verkehrsprojektes zur weiteren Verbesserung der Mobilität eingesetzt.
Die Familie der modularen Niederflur-Strassenbahnen wurde nicht nur für den Stadtverkehr entworfen, sondern speziell auch, um Innenstädte und Vororte miteinander zu verbinden. Citylink ist zudem eine der ersten Niederflur-Strassenbahnen, die den deutschen Normen der BOStrab und der EBO entsprechen.
Die modular konzipierten Citylink-Strassenbahnen werden auf dem Strassenbahnnetz mit 600V/750V DC fahren und auf den nicht elektrifizierten Strecken mit Dieselantrieb operieren. Die Fahrzeuge erreichen eine maximale Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h.
Die Chemnitzer Citylink-Züge mit einer Spurweite von 1,435 Meter sind 37,2 Meter lang, 2,65 Meter breit und haben drei Gelenkwagen und vier Drehgestelle, wovon zwei angetrieben werden. Sie können Kurven mit einem Radius von mindestens 25 Metern und Steigungen von bis zu 6 Prozent befahren.
Die Bahnhöfe im Nahverkehrsnetz von Chemnitz weisen bis zu sechs verschiedene Bahnsteighöhen auf. Das Einstiegskonzept des Citylink sieht deshalb vier Doppeltüren auf verschiedenen Stufen pro Seite vor, zwei in jedem Endabschnitt. Dies ermöglicht auch Personen mit eingeschränkter Mobilität einen einfachen Zugang aus verschiedenen Bahnsteighöhen. Die inneren Türen sind für die Verwendung auf Bahnsteigen im Strassenbahnnetz mit einer Höhe von entweder 190 oder 380 mm ab Schienenoberkante vorgesehen, die äusseren Türen für Bahnsteighöhen von entweder 380 oder 550 mm. Die Eingänge sind überdies mit automatischen Tritten und einer manuellen Rampe versehen, um die Lücke zwischen Zug und Bahnsteig an den Haltestellen zu überbrücken (Pressemeldung Stadler, 23.09.16).

RechteckStadler: Schlafwagen für die Aserbaidschanische Staatsbahn

Fotos Stadler.
Stadler präsentiert heute gemeinsam mit der Aserbaidschanischen Staatsbahn (ADY) den Schlafwagen für den Einsatz auf der internationalen Linie Baku - Tiflis - Istanbul. Um diesen grenzüberschreitenden Verkehr zu ermöglichen, hat Stadler Drehgestelle mit Spurwechselradsätzen entwickelt. Der Auftrag ermöglichte Stadler den erfolgreichen Markteintritt in Aserbaidschan.
Im Juni 2014 hat ADY bei Stadler 30 Schlafwagen bestellt. Innert zwei Jahren hat Stadler die Wagen in enger Zusammenarbeit mit ADY entwickelt und gebaut - und kann sie nun an der InnoTrans zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit präsentieren.
Die Schlafwagen für ADY sind dank spezieller Spurwechseldrehgestelle sowohl in den GUS-Staaten (Breitspur 1'520 mm) wie auch auf der europäischen Normalspur (1'435 mm) einsetzbar. In der georgischen Stadt Achalkalaki nahe der türkischen Grenze ist eine Umspuranlage geplant, die einen effizienten Einsatz der Züge auf der internationalen Verbindung Baku - Tiflis - Kars - Istanbul ermöglichen wird. Die Drehgestelle sind mit Spurwechselradsätzen "RAFIL/DBAG Typ V" ausgerüstet. Diese sind kompatibel mit anderen Spurwechselsystemen entlang der GUS-Grenzen. Somit können dieselben Umspuranlagen genutzt werden. Die Wagen halten das europäische Lichtraumprofil nach UIC ein. Der Vertrag umfasst neben der Lieferung der Züge zwischen Mitte 2016 und Mitte 2017 auch ein umfangreiches Ersatzteilpaket und Schulungen für das Zugs- und Wartungspersonal. Zudem besteht eine Option für 70 weitere Schlafwagen.
Die Aserbaidschanische Eisenbahn wird aus den 30 Wagen 10-Wagen-Züge bilden. Die Bestellung umfasst 27 Schlafwagen und 3 Speisewagen. Die Schlafwagen teilen sich auf in 3 Wagen 1. Klasse (16 Betten, jedes Abteil verfügt über eigener Nasszelle mit WC, Dusche), 18 Wagen 2. Klasse (34 Betten, 1 WC, 1 Dusche), 3 Wagen 1./2. Klasse (20 Betten, Nasszellen in den 1. Klasse-Abteilen und Familienabteilen) und 3 Spezialwagen (mit einem grosszügigen Abteil für mobilitätseingeschränkte Personen, vier Abteilen 2. Klasse mit 16 Betten sowie einem Zugchefabteil). Die 3 Speisewagen verfügen über je 28 Plätze. Ein 10-Wagen-Zug wird somit üblicherweise über 257 Betten verfügen. Jeder Wagen verfügt über Vakuumtoiletten mit geschlossenem System, eine Notstromversorgung mit Generator, welche einen 24-Stunden-Vollbetrieb erlaubt. Alle Wagen sind mit redundantem Klimagerät voll klimatisiert.
Für den Schweizerischen Schienenfahrzeughersteller war der Zuschlag für diesen Auftrag ein wichtiger Schritt, weil damit der Eintritt in den aserbaidschanischen Markt und damit in einen weiteren GUS-Markt gelang. Die Erschliessung neuer Märkte ist für Stadler eine wichtige Massnahme, um die Auslastung seiner Werke mittelfristig zu sichern - dies insbesondere, nachdem wegen der Euro- und Schuldenkrise ab 2010 die traditionellen westeuropäischen Märkte weggebrochen waren. Seit diesem ersten Erfolg konnte Stadler seine Partnerschaft mit ADY festigen und für die Staatsbahn neben den Schlafwagen auch fünf Doppelstocktriebzüge bauen. Zwei davon standen bereits während der "European Games 2015" in Baku im Einsatz (Pressemeldung Stadler, 23.09.16).

RechteckTIS: Zwölf Erlkönige rollen 2017 durch die Schweiz
Mit einem Demonstrator-Güterzug wollen Ingenieure und Manager des Schienengüter-verkehrs die Innovationsdynamik ihrer Branche befeuern. Der Zug soll im regulären Containertransport eingesetzt werden, wie der Sprecher des Technischen Innovationskreises Schienenverkehr (TIS), Jürgen Hüllen, bei einer Speakers' Corner-Veranstaltung auf der InnoTrans 2016 mitteilte.
Der Zug besteht aus 16 Waggons, von denen zwölf mit Sensoren und mechanischen Innovationen vollgepackt sind. "Zwölf komplette Erlkönige bekommen alle eine Einzel-zulassung", sagte der Fahrzeug-Direktor der SBB Cargo, Jens-Erik Galdiks. Die anderen vier Wagen sind konventionelle Fahrzeuge, die als Referenz mitfahren.
Für den TIS ist das Projekt ein großer Erfolg, denn bei der InnoTrans 2014 war es noch in der Diskussionsphase. Der Demonstrator soll 2018 auch in Deutschland verkehren. Getestet werden sollen unter anderem Sensoren, die eine Lokalisierung der Wagen, aber vor allem der Fracht ermöglichen, um den Anforderungen moderner, vernetzter Logistik gerecht werden zu können. "Wir wollen wissen, wo die Wagen sind", sagte Miroslav Obrenovic, Vizepräsident Asset Strategy bei DB Cargo.
An mechanischen Neuerungen sind unter anderem Scheibenbremsen montiert, die bisher im Schienengüterverkehr unüblich sind. Ziel ist, über die voraussichtlich ab 2020 geltenden Lärmschutzwerte hinaus weitere fünf bis zehn Dezibel leiser zu fahren. Zwei Typen einer für den Güterverkehr optimierten automatischen Kupplung halten die Waggons zusammen. Würden sie zum Standard, würde der Umbau zwar eine einmalige große und teure logistische Herausforderung für die europäischen Bahnen bedeuten, aber einen gewaltigen Fortschritt in der Fahrzeugdisposition.
Laut Hüllen haben die Hersteller die Prototypen kostenlos für den Demonstrator zur Verfügung gestellt. Parallel zu der Hardware-Entwicklung bemüht sich der TIS auch um die Definition standardisierter Software-Schnittstellen für die verschiedenen Sensoren, die einmal Daten über den Zustand der Fahrzeuge, aber auch der Fracht in Echtzeit an Eisenbahnbetreiber wie Hersteller liefern sollen. Hier sei die Stufe der Praxiserprobung ebenfalls erreicht, sagte Josef Buczynski von der Cognid Telematik (Pressemeldung Technischen Innovationskreises Schienenverkehr, 23.09.16).

RechteckVossloh: Innovative Komplettlösungen im Bereich der Bahninfrastruktur

Foto Messe Berlin.
Auf der alle zwei Jahre stattfindenden Bahntechnik-Leitmesse InnoTrans in Berlin präsentiert Vossloh sein umfassendes, integriertes Produkt- und Leistungsportfolio. Unter dem Motto "Connecting Expertise" werden Antworten auf die drängendsten Fragen in der Industrie angeboten: Wie können maximale Streckenverfügbarkeit und Effizienz gesichert werden? Wie lassen sich Geräusche und Vibrationen sowie Lebenszykluskosten im Schienenverkehr weiter senken?
Vossloh fokussiert sich im Rahmen der seit Ende 2014 laufenden Neupositionierung auf den Bereich Bahninfrastruktur. Das Unternehmen hat seine drei Kerngeschäftsbereiche schlank und effizient aufgestellt und vorhandene Kompetenzen gebündelt und eng vernetzt. Kunden können jetzt verstärkt auf Komplettlösungen zurückgreifen, die das Know-how und die Erfahrungen des Bahninfrastrukturspezialisten sinnvoll bündeln. Vossloh arbeitet intensiv an der Entwicklung wartungsarmer, langlebiger und verlässlicher Bahntechnikkomponenten und nutzt hierfür seine langjährige und fundierte Branchenerfahrung sowie seine weltweite Präsenz vor allem in den Bereichen Core Components und Customized Modules. Ziel ist es, den Kunden nachhaltig ökonomische, innovative Bahninfrastrukturkonzepte anzubieten. Dabei nehmen die Serviceleistungen des Geschäftsbereichs Lifecycle Solutions einen im-mer größeren Stellenwert im Konzern ein.
So wurden auf der InnoTrans am 20. September 2016 unter anderem Verträge mit dem chinesischen Unternehmen CRCC High-Tech Equipment Corporation Limited (CRCCE) über den Bau selbstfahrender Schleifzüge mit High Speed Grinding-Technologie unterschrieben. Vossloh wird hierfür die Schlüsselkomponenten Schleiftechnik, Hydraulik und Steuerung liefern. Neben anderen Bahnunternehmen hat die chinesische Staatsbahn, China Railway Corporation, bereits Interesse an diesen neuen Schleifzügen bekundet.
Auch operativ befindet sich Vossloh auf Kurs. Das Unternehmen hat seine Profitabilität im Geschäftsjahr 2016 wie geplant weiter gestärkt. Das stabile finanzielle Fun-dament für das angestrebte profitable Wachstum wurde mit der Ende 2015 erfolgten Veräußerung der Fahrzeugaktivitäten des Geschäftsfelds Rail Vehicles und der im Juni 2016 erfolgreich abgeschlossenen Kapitalerhöhung gelegt. Größere Aufträge, die das Unternehmen in den vergangenen Monaten gewann, belegen weiterhin die positive Entwicklung. So orderte die französische Leasinggesellschaft Akiem im Juli 44 dieselelektrische Lokomotiven des Typs DE 18. Damit hat sich Vossloh Locomotives für die nächsten Jahre bereits heute eine gute Basisauslastung des neuen Produktionsstandorts in Kiel gesichert.
Ebenso hat der Geschäftsbereich Core Components weitere wesentliche Aufträge für Schienenbefestigungssysteme in China erhalten und die Schweizerischen Bundesbahnen SBB setzen bei der präventiven Schieneninstandhaltung im neu eröffneten Gotthard-Basistunnel auf die High Speed Grinding-Technologie des Geschäftsbereichs Lifecycle Solutions.
Experten rechnen insgesamt mit einer wieder auflebenden Wachstumsdynamik des für Vossloh relevanten Marktes für Bahninfrastruktur und Infrastruktur Services. Im Vergleich der beiden Zeiträume 2011-2013 und 2013-2015 ist das zugängliche Marktsegment um durchschnittlich 2,0 % pro Jahr gewachsen. Der Umsatz im Voss-loh-Konzern hingegen nahm im selben Zeitraum jährlich um durchschnittlich 2,8 % zu. Ursprünglich war in der 2014 von UNIFE (Verband der europäischen Eisenbahnindustrie) und Roland Berger Strategy Consultants veröffentlichten World Rail Mar-ket Study ein Zuwachs von jährlich durchschnittlich 3,8 % prognostiziert worden. Gemäß der jetzt während der InnoTrans veröffentlichten World Rail Market Study 2016 soll das Wachstum des für Vossloh relevanten Marktes im Prognosezeitraum 2019-2021 bei 3,7 % liegen. Gerade in Westeuropa, dem Heimatmarkt von Vossloh, rechnen die Experten mit einer spürbaren Belebung der Nachfrage. Volker Schenk, Chief Technology Officer der Vossloh AG und Präsident des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V.: "Vossloh ist heute sehr gut aufgestellt, um an diesem Wachstum zu partizipieren. In vielen Regionen der Welt wurden Investitionsprogramme für die Modernisierung, den Aus- und Neubau von Bahnstrecken aufgelegt. Die mittel- und langfristigen Perspektiven für Vossloh stimmen." (Pressemeldung Vossloh, 23.09.16).

RechteckWindhoff: Multifunktionsfahrzeug für den ganzjährigen Einsatz

Offizielle Fahrzeugübergabe WINDHOFF - Manfred Schmitz, Geschäftsführer bei Windhoff Bahn- und Anlagentechnik, Håvard Vestgren, Director Transport, Jernbaneverket, Norwegen, Torsten Klee, kaufmännischer Geschäftsführer bei der Windhoff Bahn- und Anlagentechnik. Foto Messe Berlin.
Einen Auftrag zur Lieferung von 21 zweiachsigen Wartungsfahrzeugen zur Verwendung für den Oberbau und die Fahrstromversorgung hatte die WINDHOFF Bahn- und Anlagentechnik GmbH von dem norwegischen Infrastrukturbetreiber Jernbaneverket erhalten. Das erste Fahrzeug des WINTRAK 2.2-52 L wurde nun direkt auf der InnoTrans 2016 übergeben.
Havard Vestgren, Director Transport, Jernbaneverket, freute sich: "Mit dem WINTRAK 2.2-52 L erhalten wir ein Fahrzeug, mit dem wir alle Arbeiten auf einmal auf der Strecke ausführen können, und dies sogar bis -40 Grad Celsius."
Dass das Fahrzeug auch in einer Region wie Norwegen ganzjährig zum Einsatz kommen können, betonte auch WINDHOFF-Geschäftsführer Manfred Schmitz: "Hohe Motorleistungen und große Zugkräfte zeichnen dieses vielseitige Schienenfahrzeug aus. Zur universellen Einsetzbarkeit befindet sich am Fahrzeugheck ein spezieller Ladekran für Arbeiten am Gleiskörper und an der Oberleitung. Dank des Arbeitskorbs sind die Fahrzeuge ganzjährig als Interventionsfahrzeuge bei Störungen an der Oberleitung einsetzbar." (Pressemeldung Windhoff, 23.09.16).

Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie

Verkehrspolitik im Bund

RechteckDeutsche Bahn: Noch 444 Tage bis zur Eröffnung der Schnellfahrstrecke

Die Arbeiten auf dem rund 107 Kilometer langen letzten Neubauabschnitt der VDE 8 zwischen Ebensfeld und Erfurt gehen in die Endphase. In genau 444 Tagen wird sich die Fahrzeit zwischen Berlin und München von sechs auf rund vier Stunden verringern. Zu diesem Zeitpunkt gehen die Neubaustrecke durch den Thüringer Wald sowie die Gesamtverbindung zwischen Berlin und München in Betrieb. Die neue Bahntrasse bietet eine umweltfreundliche Alternative zu Auto, Lkw und Flugzeug.
Nach dem Lückenschluss der Neubaustrecke Ebensfeld-Erfurt zwischen Bayern und Thüringen Anfang September, stehen als nächste Meilensteine Ende September Belastungsfahrten auf den Stahlbrücken und ab Mitte Oktober die Hochtastfahrten mit schnellen Testzügen auf dem Programm. Parallel laufen im Umfeld Fertigstellungsarbeiten, beispielsweise für die neue Bahnstromleitung Süd oder bei landschaftspflegerischen Begleitmaßnahmen. Die Bahnknoten Erfurt, Leipzig und Halle(Saale), die Teil der Strecke sind, sowie die Zulaufstrecken werden für höhere Geschwindigkeiten fit gemacht (Pressemeldung Deutsche Bahn, 23.09.16).

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LOK Report

Reinhard Schulz, Sigurd Hilkenbach
Mit der Straßenbahn durch das Berlin der 60er Jahre

• Band 1: Die Linien 1, 11 und 2 ISBN 978-3-935909-31-0
• Band 2: Die Linien 3 und 4 ISBN 978-3-935909-32-7
• Band 3: Die Linien 6, 13 und 22 ISBN 978-3-935909-33-4
• Band 4: Die Linien 15 und 25 ISBN 978-3-935909-34-1
• Band 5: Die Linien 19, 26, 27 und 46 ISBN 978-3-935909-35-8

Jeweils 96 Seiten, Format 210 x 240 mm, zahlreiche Fotos (Duoton), gebunden, 22,80 Euro (zzgl. Versand)

Industrie

RechteckDonhauser: Bestes Railcatering-Unternehmen kommt aus Österreich
Die Gastronomiegruppe DoN wurde in Madrid vom internationalen Branchenverband IRCG (International Rail Catering Group) zum "Most Innovative Caterer 2016" gewählt. Der begehrte Preis wurde DoN für sein erfolgreiches Engagement im iranischen Railcateringmarkt verliehen, wo DoN – laut Jury-Expertenmeinung auch für europäische Verhältnisse - neue Standards im Bereich der Logistik und des Essens im Zug gesetzt hat.
"Wir haben von Anfang an unser Produkt nach den hohen Airline-Catering-Standards ausgerichtet", freut sich Don-Eigentümer und Geschäftsführer Josef Donhauser über die wichtige Bestätigung seines außergewöhnlichen Export-Engagements im iranischen Bahnwesen. Das Unternehmen versorgt unter der Marke DoNA als erster westlicher Bahncateringspezialist täglich Bahnreisende mit frischen Menüs. Erst kürzlich wurde in Teheran im Rahmen des ersten österreichisch-iranischen Joint Ventures seit Lockerung der Sanktionen eine hochleistungsfähige Gourmetküche samt Lebensmittellabor und Bäckerei eröffnet.
Der Award Most Innovative Caterer (MIC) wird jährlich seit 1999 von der IRCG vergeben. Der Verband ist die unabhängige Organisation der wichtigsten europäischen Bahn-Catering Unternehmen. Zu seinen Zielen gehören die Qualitätssteigerung des Bahn-Caterings und die Entwicklung von einheitlichen Standards. Die IRCG ist Mitglied im Welt-Bahn-Verband International Union of Railways. Der MIC honoriert das beste Catering-Konzept oder besonders innovative Produkte im Bahn Catering (Pressemeldung Donhauser GmbH, 23.09.16).

RechteckIVU: Ausrüstung von Bahnhöfen mit Echtzeit-Fahrgastinformation
Die IVU Traffic Technologies AG verzeichnet ihren ersten Auftragseingang aus Mexiko. In der mexikanischen Großstadt Puebla rüstet der Berliner IT-Spezialist für den öffentlichen Verkehr mehrere Bahnhöfe mit Echtzeitinformationssystemen aus.
Mit 1,5 Millionen Einwohnern ist Puebla die viertgrößte Stadt Mexikos - und zugleich eine der schönsten: Ihr historisches Stadtzentrum aus der Kolonialzeit zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Als Reaktion auf den zunehmenden Verkehrsbedarf der Einwohner und Touristen baut Puebla das öffentliche Nahverkehrssystem derzeit stark aus. Bereits 2013 eröffnete die erste BRT-Linie, eine Straßenbahn befindet sich in Planung.
Um Fahrgästen an den städtischen Bahnhöfen aktuelle Verkehrsinformationen und Abfahrtszeiten anbieten zu können, entschied sich die Regionalregierung von Puebla, ein modernes Fahrgastinformationssystem einzuführen. Die IVU stattet zunächst zwei Bahnhöfe mit IVU.realtime aus. Drei weitere Bahnhöfe sollen folgen.
Das Fahrgastinformationssystem der IVU stellt die Echtzeitdaten der Züge für die modernen TFT-Displays an den Bahnsteigen bereit. Um die Ortung kümmert sich IVU.fleet.server. Integrierte Schnittstellen zur Leitstellensoftware und anderen Umsystemen gewährleisten eine zuverlässige Übertragung aller Ist-Informationen vom Zug bis zum Fahrgast.
"Unsere Lösung passt sich den Anforderungen in Puebla optimal an und lässt sich bei Bedarf flexibel erweitern", sagt Dr. Claudia Feix, Leiterin Vertrieb und Key Account Manager der IVU für Lateinamerika. "Mit dem Auftrag bauen wir unsere Präsenz in Lateinamerika weiter aus. Insbesondere für den mexikanischen Markt ist das ein wichtiges Signal." (Pressemeldung IVU Traffic Technologies AG, 23.09.16).

RechteckRolls-Royce: 44 Bahnmotoren für Vossloh
Rolls-Royce hat mit Vossloh Locomotives GmbH eine Absichtserklärung über die Lieferung von 44 besonders emissionsarmen Bahnmotoren der MTU-Baureihe 4000 unterzeichnet. Die Motoren des Typs 12V 4000 R84 unterschreiten die aktuelle Emissionsrichtlinie EU IIIB um 50 Prozent. Sie werden in dieselelektrischen Mehrzwecklokomotiven des Typs DE 18 zum Einsatz kommen, die von Vossloh an die französische Leasinggesellschaft Akiem S.A.S. geliefert werden. Die ersten Motoren werden ab 2017 ausgeliefert. Die Marke MTU ist Teil von Rolls-Royce Power Systems.
Jürgen Blassmann, Head of Rail Business and Base Engineering MTU Engines, sagt: "Der Auftrag von Vossloh zeigt, dass unsere Bahnmotoren der Baureihe 4000 echte Alleskönner sind: Sie sind leistungsstark, auch unter härtesten Bedingungen zuverlässig und gleichzeitig umweltfreundlich." Die Zwölfzylinder-Motoren leisten je 1.800 Kilowatt und ermöglichen den Lokomotiven eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h.
Eine Besonderheit der Anforderungen von Akiem, war, dass die Grenzwerte der EU-Stufe IIIB um die Hälfte unterschritten werden müssen, da die Lokomotiven neben Streckendienst, Rangieraufgaben und Bauzugbespannung auch zu Arbeiten in Tunneln eingesetzt werden. Die reduzierten Emissionen tragen dabei zum Gesundheitsschutz der im Tunnel tätigen Mitarbeiter bei. Die MTU-Antriebe schaffen dies mittels Abgasrückführung, Common-Rail-Einspritzung und Dieselpartikelfilter. Die zweistufige, geregelte Aufladung der Motoren ermöglicht hohe Ladeluftdrücke für gesteigerte Leistung und geringste Partikel-Emissionen.
Die MTU-Lokomotiv-Motoren der Baureihe 4000 haben sich seit 20 Jahren weltweit bewährt: Sie decken in verschiedenen Emissionsstufen einen Leistungsbereich von 850 bis 3.300 Kilowatt ab. Sie treiben Strecken- und Rangierlokomotiven sowie Spezialfahrzeuge auf allen Kontinenten an, teilweise unter extremsten Umweltbedingungen: in großer Höhe, Kälte, Hitze und in Sandstürmen. Sie zeichnen sich dabei durch ihre Zuverlässigkeit und hohe Leistung bei kleinem Bauraum aus. Seit 1996 wurden mehr als 2.800 Bahnmotoren der Baureihe 4000 ausgeliefert (Pressemeldung Siemens, 23.09.16).

RechteckSiemens: Railcare bestellt sieben Vectron-Lokomotiven
Siemens gewinnt den 25. Kunden für die Vectron-Lokomotive: Das Bahnverkehrsunter-nehmen Railcare hat sieben Fahrzeuge dieses Typs bestellt. Der Vertrag beinhaltet zusätzlich die Wartung und Instandhaltung über einen Zeitraum von acht Jahren. Die Vectron-AC-Lokomotiven sollen im Güterverkehr in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingesetzt werden. Die Höchst-geschwindigkeit beträgt 160 Kilometer pro Stunde bei einer Antriebsleistung von 6,4 MW.
Railcare ist eine 100-prozentige Tochterfirma des Schweizer Detail- und Großhandels-unternehmens Coop und befördert mit eigenen Zügen und Lastwagen Güter des täglichen Bedarfs innerhalb der Schweiz. Die neuen Lokomotiven sollen im unbegleiteten kombinierten Verkehr (UKV) bei der Verteilung von Waren zum Einsatz kommen.
Alle Fahrzeuge werden mit einem Diesel Power Modul ausgerüstet. Damit lassen sich kurze Strecken ohne Oberleitung, beispielsweise auf Anschlussgleisen oder beim Rangieren, überbrücken. Durch das Diesel Power Modul kann Railcare auf den Einsatz zusätzlicher Rangierlokomotiven verzichten.
Zusätzlich zur Lieferung der sieben Fahrzeuge hat Siemens mit Railcare den ersten Fullservice-Auftrag in der Schweiz unterzeichnet: In den kommenden acht Jahren werden alle Instandhaltungsarbeiten an den Vectron-Lokomotiven durch Siemens ausgeführt (Pressemeldung Siemens, 23.09.16).

RechteckTX Logistik: Erhöhte Frequenz von Padborg nach Verona
Die TX Logistik AG hat ihre Intermodalverbindung zwischen dem dänischen Padborg und Verona in Italien jetzt von fünf aus sechs Rundläufe pro Woche aufgestockt. Diese Neuerung fällt mit dem Abschluss umfassender Arbeiten am eigenen Terminal in Padborg zusammen. "Mit beiden Maßnahmen reagieren wir auf die anhaltende Nachfrage auf der Nord-Süd-Achse", sagt Patrick Zilles. "Wir bieten unseren Kunden mit täglichen Abfahrten mehr Flexibilität, attraktive Slots für Dritte und sind am Terminal – auch für Kühltransporte – bestens aufgestellt.
Mit erweiterten Kapazitäten macht TX Logistik Mehrtransporte möglich. Dabei spielt der Frischebereich eine zentrale Rolle. "Der Bedarf an Kühltransporten steigt: Etwa die Hälfte der Einheiten in unserem Terminal in Padborg sind temperatursensible Güter", erläutert Patrick Zilles, Senior Director Sales & Marketing bei TX Logistik. Während von Dänemark aus vor allem hängendes Fleisch, Käse- und Milchprodukte in Trailern über die Schiene nach Italien transportiert werden, erreichen von Italien aus Obst- und Gemüseprodukte die skandinavischen Verbrauchermärkte. Um für diese Mehrtransporte und die besonderen Anforderungen der Frischelogistik gerüstet zu sein, hat TX Logistik im Terminal 14 neue Kühlanschlüsse für Reefereinheiten und Kühltrailer installiert.
In den beiden Jahren zuvor waren bereits die Abstellfläche auf 3.300 Quadratmeter erweitert, die vorhandenen Gleise verlängert und die Elektrifizierung des Terminals umgesetzt worden. Seitdem können dort mehrere Züge gleichzeitig und auch schneller be- und entladen werden. "Padborg ist unser Gateway nach Skandinavien", hebt Jörg Nowaczyk, Geschäftsbereichsleiter Intermodal, die Bedeutung des Standorts hervor.
Künftiges Wachstum auf der Nord-Süd-Relation verspricht sich TX Logistik auch durch vermehrten Einsatz des NiKRASA-Umschlagsystems, dessen Bedeutung zunehmend auch im Frischebereich erkannt wird. Nicht kranbare Sattelauflieger werden einfach, effizient und ohne Änderungen an Equipment und Prozessabläufen mit einer Platte verladen und gehen so per Standardtragwagen auf die Schiene. Auch Kühltrailer werden so zwischen Padborg und Verona transportiert.
Patrick Zilles: "Nie war die Verladung von der Straße auf die Schiene so einfach. Wir bieten Frischelogistikern schnelle Transitzeiten, eine hohe Pünktlichkeit und Wochenend-Öffnungszeiten im Terminal. Nicht zuletzt ist aber auch der nachhaltige Transport ein Thema, denn die Auftraggeber unserer Frischekunden erwarten zunehmend Lösungen, um ihre CO2-Emissionen zu senken – und dabei hat die Schiene eindeutige Vorteile." (Pressemeldung TX Logistik, 23.09.16).

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Bahnberufe

Aus den Ländern

RechteckBW: Go-Ahead schafft Ausbildungsplätze
Die Go-Ahead Verkehrsgesellschaft Deutschland GmbH nimmt ab 2019 den Betrieb im Stuttgarter Netz auf den Linien Franken-Enz und Rems-Fils auf. Aus diesem Grund braucht das Unternehmen Triebfahrzeugführer und bietet ab November 2016 ein umfassendes Ausbildungsprogramm an.
Geboten wird Quereinsteigern und Berufsanfängern eine rund einjährige Ausbildung, die durch die AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) zertifiziert wurde und durch Arbeitsagentur oder Jobcenter gefördert werden kann. Das Angebot richtet sich dabei an Personen, die nicht jünger als 20 Jahre sind und mindestens einen Haupt- oder Realschulabschluss haben. Zudem sollte ein gewisses technisches Grundverständnis vorhanden sein. Der Arbeitsplatz für die neuen Triebfahrzeugführer werden Triebwagen vom Typ FLIRT3 der neuesten Generation auf den Strecken Karlsruhe-Stuttgart-Aalen, Würzburg-Stuttgart und Crailsheim-Stuttgart-Ulm sein. Für diese Netze sucht Go-Ahead auch ausgebildete Triebfahrzeugführer und -führinnen, die einen beruflichen Neustart suchen.
Wenn alle gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllt werden und der Triebfahrzeugführerschein erfolgreich erworben wurde, garantiert Go-Ahead eine Festanstellung mit unbefristetem Arbeitsvertrag. Zudem legt das Unternehmen Wert darauf, die Triebfahrzeugführer nach Tarif zu bezahlen und steht daher in Verhandlungen mit den relevanten Gewerkschaften.
„Unsere Mitarbeiter sorgen für erstklassigen Service und geben dem Unternehmen in der Region ein Gesicht“, so Stefan Krispin, Geschäftsführer der Go-Ahead Verkehrsgesellschaft Deutschland GmbH, „Aus diesem Grund legen wir großen Wert auf ein kollegiales und vertrauliches Miteinander sowie auf Aus- und Weiterbildungen auf hohem Niveau.“
Das britische Unternehmen Go-Ahead wurde 1987 im Rahmen der Privatisierung der Busnetze gegründet. Mit der Deregulierung des Schienenverkehrs 1996 stieg Go-Ahead auch in diesen Markt ein. Das Unternehmen ist für 5.500 Bahnverbindungen auf 2.200 Kilometern Schienennetz in Großbritannien verantwortlich (Pressemeldung Go-Ahead, 23.09.16).

RechteckBW: VCD kritisiert Bundesfinanzierung von S21-Mehrkosten durch die Hintertür
Eine versteckte Bundesfinanzierung von Stuttgart 21 stellt für den Landesverband Baden-Württemberg des ökologischen Verkehrsclubs VCD die geplante Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bahn (DB) AG durch den Eigentümer Bund in Höhe von einer Milliarde Euro sowie die Absenkung der zukünftigen Dividendenzahlungen um weitere 1,4 Milliarden Euro dar. „
Die Mehrkosten von Stuttgart 21 belasten den Etat der Deutschen Bahn AG inzwischen so massiv, dass der Eigentümer Bund eingreifen muss“, erklärt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb. „
Aus einem ‚eigenwirtschaftlichen Projekt ‚Stuttgart 21‘ wurde inzwischen ein Bilanzrisiko ‚Stuttgart 21‘ der DB AG, das die Modernisierung des Schienenverkehrs in ganz Deutschland gefährdet“, befürchtet Matthias Lieb.
Während durch die Digitalisierung LKWs zukünftig im Konvoi auf der Autobahn mit nur noch einem Fahrer im ersten Fahrzeug fahren werden können, werde durch den Bau von Stuttgart 21 einerseits der Ausbau der für den Schienengüterverkehr ökonomisch wichtigen Rheintalbahn um über 10 Jahre verzögert (Fertigstellung nach 2035 geplant), andererseits fehle das Geld für die Modernisierung der Güterwagenflotte mit automatischen Kupplungen und leisen Bremsen, beklagt der VCD. „
Verantwortlich für diese Fehlentwicklung ist sowohl das Management der DB AG, an erster Stelle der Vorstandsvorsitzende Rüdiger Grube, aber auch die Bundespolitik, die die Deutsche Bahn gezwungen hat, das Projekt Stuttgart 21 zu beginnen“, stellt Matthias Lieb fest (Pressemeldung VCD, 23.09.16).

RechteckSchleswig-Holstein: Bad Oldesloe möchte sich von Industriestammgleis trennen
Die Stadt Bad Oldesloe veröffentlichte im Bundesanzeiger Mitte September 2016, dass sie sich vom Betrieb auf ihrem 4 km langen Industriegleis zwischen dem Bahnhof Bad Oldesloe und dem Bahnhof Blumendorf (Reststück der früheren EBOE-Strecke Elmshorn-Bad Oldesloe) mit den Anschlussgleisen zu den Gewerbegebieten Rögen und Sandkamp aus wirtschaftlichen Gründen verabschieden möchte und schrieb die Strecke gemäß § 11 AEG zur Abgabe/Stilllegung aus.
Die Strecke wird laut Ausschreibung noch von einem Anschließer mit einer Fahrt pro Woche bedient. Die Strecke trage sich aufgrund Erneuerungsbedürftigkeit infolge Alters jedoch nicht mehr (er-tz, 23.09.16).

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Farrail Tours

Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur

RechteckTermine am Wochenende
Termine am Wochenende finden Sie auf unserer Terminseite (LOK Report, 23.09.16).

RechteckWerra-Plandampf


Vom 15. bis 17. September fand wieder eine Plandampfveranstaltung zwischen Eisenach und Meiningen statt. Die teilnehmende Lokomotiven waren die 01 2066-7 sowie die ex-DR 50 1380-0, 50 3648-8 und die ölgefeuerte 50 0072-4.
Über die BR 01: Nach Gründung der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft in 1920 als Nachfolger der deutschen Länderbahnen wurde bald begonnen, den teilweise veralteten und verschlissenen Lokomotivpark durch neue, typisierte Lokgattungen zu ersetzten. Die erste Baureihe, die nach den neuen Grundsätzen entworfen wurde, war die 01. Zwischen 1925 und 1938 wurden von verschieden Fabriken 231 Exemplare dieser zwei Zylinder 2C1-Schnellzuglokomotive geliefert, verteilt auf fünf Lieferserien. Diese Einheitslokomotiven erhielten die Nummern 01 001 - 010 und 01 012 - 232.
Von 1937 bis 1942 wurden noch die 10 Lokomotiven der Baureihe 02 mit Vierzylinder-Verbundtriebwerk in Zweizylinderlokomotiven umgebaut und in die Baureihe 01 eingereiht. Dabei erhielt die ehemalige 02 001 die Nummer 01 011 und die übrigen Lokomotiven die Nummern 01 233 - 241.Die 01 066 (ex DRG 01 066, ex DR 01 066/01 2066, 01 2066-7 ab 1970) wurde 1928 bei Schwartzkopf in Berlin mit Fabriknummer 9020 gebaut und wurde zuerst dem Bw Hannover Ost zugeteilt. Ab 1944 gehörte sie dem Bw Magdeburg Hbf. und erlebte dort das Kriegsende.
Nach Aufenthalten in den Bw Leipzig Hbf. West, Nordhausen und Bw Erfurt P von 1946 bis 1954 wurde sie bis 1970 noch einmal Magdeburg zugeteilt. Danach kam sie zum Bw Dresden und war dort hauptsächlich vor schweren Schnellzügen nach Berlin zu sehen, bis am 1. November 1977 ihre Ausmusterung erfolgte. In 1978 wurde sie dann an den VEB Waschmittelwerk Genthin, Betriebsteil Nauen verkauft.
Den neuen Einsatzort als Heizlok erreichte sie noch mit eigener Kraft. Nach und nach wurden jedoch alle nicht erforderliche Teile abgebaut, sodass die Lok nur noch ein sehr trauriges Bild abgab. Im April 1989 wurde die Lok endgültig außer Dienst gestellt und konnte bereits kurz nach der Wende vom Bayerischen Eisenbahnmuseum in Nördlingen erworben werden.
Nach dem Transport in Einzelteilen in das Raw Meiningen konnte sie dort mit Teilen von Loks der BR 01, 44 und 50 wieder vervollständigt werden und konnte ab August 1993 wieder eingesetzt werden (Ad van Sten, 23.09.16).

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LOK Report 08/16

LOK Report Ausgabe 10/16

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Mit der Kamera notiert

RechteckAltefähr

Der AKE auf seiner Leerfahrt von Binz nach Stralsund, beim Verlassen der Insel Rügen in Altefähr (Norman Gottberg, 23.09.16).

RechteckDer Herbst lockt mit gutem Fotolicht


21. September, Tag- und Nachtgleiche. Der Herbst kommt mit einer harmonischen Mischung von Licht und Schatten, erste Winde häufen Wolken an den klaren Himmel. Noch gibt es nach Feierabend reichlich Fotolicht, also die Linse geputzt, und an die Strecke geradelt.
Bei Wolfershausen schnurrte der GTW nach Wildungen an mir vorbei.
Zwischen Guntershausen und Guxhagen schlägt der Nahverkehr mit Cantus und Regiotram den Takt der Strecke im Fuldatal von Kassel nach Bebra. Ich mag diese Stellen an der offenen Strecke, weil die Bahn sich frei vor der weiten Landschaft abhebt. Einfahrsignale und ein kleiner Bahnübergang geben im Prinzip eine Orientierung über das, was kommen soll. Richtung Kassel ein Cantus, Blick zurück über die Schulter: Richtung Bebra eine Regiotram nach Melsungen.
Dilemma - für wen entscheiden? Wer wird wen verdecken? Wir spielen Zugroulette – ich will die Begegnung haben. Eins, zwei, drei – Jetzt! Hat gepasst, reine Nervensache….
Dann die Aufnahmen auf dem Fuldaviadukt vor Guntershausen (Dr. Klaus-Peter Lorenz, 23.09.16).

RechteckMulhouse





In der westlichen Ausfahrt des Bahnhofs Mulhouse Ville verlaufen die beiden Strecken nach Belfort (mit Linksverkehr) und ins nördliche Elsass (mit Rechtsverkehr) auf wenigen hundert Metern parallel, bevor die elässische Strecke mit einer Brücke über den Rhin-Rhône-Kanal nach Norden abzweigt.
Am Abend des 16.09.2016 ließen sich dort in kurzen Abständen die TER 200 der Strecke Strasbourg-Basel (Wendezüge mit BB 26), TGV (Duplex 292; Lyria 4408), Güterzüge mit Bespannung verschiedener Gesellschaften (Vossloh 4404 von F-VFLI mit Mitarbeiterwerbung; Alstom-Prima E37 514 von F-CBR ; Vossloh 460 155 von SNCF Fret) sowie verschiedene Typen von Regionalzügen (Diesel-AGC X76 624, Baleine X73 908+907; 2-System ET-AGC Z27 870, Regiolis B83 509 6-teilig/2-System/bimodal) beobachten.
Auf die Organisation des SPNV und dessen Auftritt scheint sich die Fusion der Regionen bisher noch nicht ausgewirkt zu haben: alle TER-Züge tragen noch die Farbgebung der Region Elsass (Jürgen Recknagel, 23.09.16).

RechteckWaldershof

233 525-5 ist mit dem EZ 51617 am 21.09.16 in Waldershof zu sehen (Alexander Hertel, 23.09.16).

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Tanago

Europa

RechteckAlbanien/Griechenland: Eisenbahnverbindung Thessaloniki - Florina - Durres
Wie ErgOSE, die Gesellschaft zur Errichtung von Neubaustrecken in Griechenland, in einer Presseerklärung mitteilte, gibt es erneut Überlegungen, eine Bahnstrecke von Florina in Nordwestgriechenland nach Pogradec am Ohridsee in Albanien zu errichten, gleichzeitig soll der Flughafen von Kastoria auch an diese Bahnlinie angeschlossen werden.
Das Vorhaben, das im Bergland errichtet würde, hätte eine Streckenlänge von ca. 150 km und würde auch eine Verbindung Tirana bzw. Ionisches Meer - Thessaloniki herstellen. Zunächst soll eine Machbarkeitsprüfung vorgenommen werden, Finanzierung aus INTERREG IPA II Griechenland Albanien 2014 bis 2020 und TEN-T Mitteln (Prof. Dr. Johannes Schenkel, 23.09.16).
RechteckKommentar: Eine Eisenbahnverbindung Thessaloniki - Florina - Durres, so sie denn jemals gebaut würde, hätte als Alternative zur Verbindung Igoumenitsa - Kalambaka - Thessaloniki schon einen gewissen Charme: Außer dem Ausbau auf Normalspur Paleopharsalos - Kalambaka ist die weitere Verbindung in Griechenland bereits um die Jahrtausendwende dem politischen Parteienstreit zum Opfer gefallen, die Autobahn wurde gebaut, die 165 km Eisenbahnneubaustrecke in schwierigem Gelände wäre in erheblichem Umfang von der EU finanziert worden.
Die Verbindung über Albanien wäre etwa gleich weit, es müssten ca. 100 km Strecke in ebenfalls schwierigem Gelände neu errichtet und in Albanien und Griechenland jeweils etwa 150 km Bestandstrecke komplett bzw. teilsaniert werden. Der entscheidende Vorteil ist aber die deutlich kürzere Entfernung von Italien zum Hafen von Durres im Vergleich zu Igoumenitsa, der Nachteil ist, dass Albanien (noch) kein EU-Land ist. Der albanische Streckenabschnitt ist auch Teil des Korridors Albanien - Mazedonien - Bulgarien (Prof. Dr. Johannes Schenkel, 23.09.16).

RechteckFrankreich: GE könnte Alstom-Mitarbeiter übernehmen
Letzte Woche hatte sich die Regierung zehn Tage Zeit zur Lösung der Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter des Alstom-Produktionsstandortes Belfort erbeten. Nun steht eine Lösung kurz bevor, wie Europe 1 meldet. Demnach gäbe es derzeit Gespräche mit General Electric für die Einstellung von Mitarbeitern von Alstom Transport. Die Diskussionen sind im Gange, im Augenblick ist noch nichts unterschrieben.
General Electric wurde nicht zufällig gewählt. Das Unternehmen hat bereits im vergangenen Jahr die Energiesparte von Alstom übernommen und teilt derzeit den Industriestandort in Belfort mit Alstom Transport. Die Mitarbeiter beider Unternehmen benutzen die gleiche Kantine. Außerdem versprach General Electric im vergangenen Winter, 1000 neue Arbeitsplätze in Frankreich zu schaffen. Die Übernahme von Mitarbeitern würde dieses Versprechen einzulösen helfen.
Die SNCF könnte Europe 1 zufolge ebenfalls zur Rettung beitragen. Europa 1 zufolge soll die Eisenbahngesellschaft sechs Züge für die Strecke Paris - Turin - Mailand bestellen, dazu werden 12 Lokomotiven benötigt. Diese Bestellung würde für ein paar Monate Arbeit in Belfort erzeigen.
Für Montag ist ein Treffen des Betriebsrats von Alstom mit Alstom-PDG Henri Poupart-Lafarge einberufen worden (WKZ, Quelle Europe 1, 23.09.16).

RechteckItalien: Landesregierung fördert die RoLa


Fotos GK.
Von der Straße auf die Schiene: Eine der Säulen der Verkehrspolitik des Landes ist die Verlagerung des Schwerverkehrs von der Brennerautobahn auf die Schiene. Um dies zu erreichen, hat die Landesregierung am 20. September beschlossen, die rollende Landstraße (RoLa), also den begleiteten Schienengüterverkehr mit den vollständigen LKW, mit öffentlichen Mitteln zu fördern. Dafür stellt die Landesregierung auf Antrag von Mobilitätslandesrat Florian Mussner insgesamt neun Millionen Euro für die nächsten drei Jahre zur Verfügung. Das Land Südtirol beabsichtigt damit insbesondere die RoLa – Strecke vom Brennersee bis nach Trient zu unterstützen. "Ursprünglich sollte die Maßnahme von der Region finanziert werden", erklärte heute Landeshauptmann Arno Kompatscher, "da diese aber nicht über die entsprechende Zuständigkeit verfügt, sorgen nun die Länder dafür. Sie verwenden aber die von der Region zur Verfügung gestellten Mittel von jeweils neun Millionen Euro je Land."
"Die RoLa ist aus mehrerer Hinsicht ein sehr wichtiges Projekt für unsere Verkehrspolitik: erstens wollen wir damit die Umwelt und die Anrainer von der Luft- und Lärmbelastung entlang des Eisacktals und des Unterlandes entlasten und zweitens begleiten wir so den Bau des Brennerbasistunnels stufenweise", sagte Landesrat Florian Mussner. "Die RoLa ist kurz- und mittelfristig für Klein- und Mittelunternehmen eine interessante Alternative zum Straßenverkehr, da sie den Güterverkehrsunternehmen ermöglicht, ohne weitere Investitionen auf die Bahn umzusteigen", so Mussner.
Das Auf- und Abladen für Unternehmen sollte einfacher gestaltet werden. "Für die Güterverkehrsunternehmen sollen bessere Bedingungen geschaffen werden, um die RoLa effizienter nutzen zu können", so der Mobilitätslandesrat. Die Güterverkehrsunternehmen sollen mit Unterstützung der Brennerautobahngesellschaft die Informationen über freie RoLa-Plätze bereits auf der Brennerautobahn in der Nähe von Trient erhalten und über ein Ampelsystem das Terminal erreichen (Pressemeldung Autonome Provinz Bozen - Südtirol, 23.09.16).

RechteckSchweiz: SBB senkt Kosten und erhöht Wettbewerbsfähigkeit
Die SBB will ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen, damit der öffentliche Verkehr für Kunden und Besteller bezahlbar bleibt. Zudem will sie die Preise im Personenverkehr möglichst stabilisieren und sich zusätzliche Handlungsspielraum für Innovationen und neue Angebote verschaffen. Mit «RailFit20/30» wird die SBB per 2020 ihre Kosten gegenüber 2014 um 1,2 Mia. Franken senken.
Damit verbunden ist ein Umbau: 1400 Stellen werden in den nächsten Jahren abgebaut – in Administration und Verwaltung, aber dank Produktivitätssteigerungen auch im Betrieb. 200 Stellen werden zur Bewältigung der Verkehrszunahme aufgebaut. Die Kundenzufriedenheit bleibt zentral, bei Sicherheit und Qualität gibt es keine Abstriche.
Die Verkehrsperspektiven 2040 des Bundes zeigen, dass im Personen- und Güterverkehr weiterhin mit starkem Wachstum zu rechnen ist. Bis 2020 werden über 22 Mia. Franken in Rollmaterial, Infrastruktur sowie neue Angebote und Dienstleistungen investiert. Mit den Angebotsausbauten steigen auch die Kosten der öffentlichen Hand, welche Betrieb, Erhalt und Erneuerung der Infrastruktur sowie den Regionalverkehr mit heute jährlich gut 2,3 Mia. mitfinanziert. Kostentreibend sind auch hohe Qualitätsstandards, die teilweise hausgemacht sind oder auf regulatorischen Vorgaben in der Schweiz oder von der EU beruhen. Dies führt zu einem starken Anstieg der so genannten Gesamtsystemkosten der Bahn. Die öffentlichen Mittel hingegen werden nicht im gleichen Mass wachsen. Darauf muss sich die SBB vorbereiten.
Der Mobilitätsmarkt befindet sich in einem tief greifenden Umbruch: Kundenbedürfnisse verändern sich, Kunden wollen eine kombinierte Mobilität im Personen- und Güterverkehr. Andere Verkehrsträger werden mittel- bis langfristig markant günstiger, neue Anbieter drängen in den Mobilitätsmarkt, neue Technologien bringen neue Möglichkeiten. Es geht um die langfristige Stellung der Bahn als bedeutendes Glied in der Mobilitätskette.
Im November 2015 hat die SBB deshalb «RailFit20/30» lanciert, ein zentrales Programm zur Umsetzung der SBB Strategie 2020. Mit den Massnahmen von «RailFit20/30» stellt die SBB sicher, dass die Eisenbahn bezüglich Preis-Leistungs-Verhältnis ein attraktives Verkehrsmittel in der Mobilitätskette bleibt. Die Preise im Personenverkehr sollen möglichst stabil bleiben und langfristig möglicherweise sinken. Für die Besteller Bund und Kantone soll der öffentliche Verkehr bezahlbar bleiben, der erwartete Kostenanstieg für die Leistungsvereinbarung 2021 bis 2024 für Betrieb, Erhalt und Erneuerung der Bahninfrastruktur gebremst werden. Mit «RailFit20/30» verschafft sich die SBB zudem zusätzliche Handlungsspielräume für Innovationen und Investitionen und dämpft die Verschuldung. Dabei bleibt die Zufriedenheit der Kunden zentral. Alle Projekte und Massnahmen von «RailFit20/30» wurden überprüft auf Auswirkungen auf Kundenzufriedenheit, Sicherheit und Qualität. 
Per 2020 will die SBB die Gesamtsystemkosten gegenüber 2014 um 1,2 Mia. Franken reduzieren. Sie will die Verwaltungskosten senken, die Produktivität bei Bahnunterhalt, Bahnbetrieb und IT steigern, bei Investitionen und Beschaffungen mit weniger Mitteln mehr erreichen und noch stärker auf kostengünstige Lösungen setzen sowie Organisation und Prozesse straffen.
Diese Massnahmen haben einen Abbau von rund 1400 Stellen zur Folge, vorab in Administration und Verwaltung, aber auch durch Produktivitätssteigerungen z.B. bei Verkehrssteuerung, Verkauf, oder bei Rangierberufen. Zur Bewältigung der Verkehrszunahme baut die SBB gleichzeitig rund 200 Stellen auf – etwa bei Zugs- und Reinigungspersonal. Per Ende 2020 soll der Personalbestand bei rund 32 100 FTE liegen (Ende 2016: rund 33 200). Der geplante Stellenabbau wird wenn immer möglich über natürliche Fluktuationen und Pensionierungen erfolgen. In den betroffenen Berufsgruppen wechseln 500 Mitarbeitende pro Jahr die Stelle und es werden 1300 pensioniert. Die SBB gestaltet die Stellenreduktionen sozialverträglich. 
Zu «RailFit20/30» gehören auch Anpassungen bei den Sozialleistungen. Die SBB übernimmt heute einen sehr hohen Anteil der Sozialleistungen und will sich dem Marktniveau annähern: Sie will dort Korrekturen vornehmen, wo das Unternehmen eine ausserordentlich grosszügige Praxis hat. So trägt die SBB die Risikobeiträge der Pensionskasse bisher allein. Ab Januar 2017 will die SBB diese Beiträge neu paritätisch zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitenden aufteilen. Die Lohnabzüge aller Mitarbeitenden steigen dadurch um 0,8 Prozent. Die SBB trägt auch nach diesen Anpassungen weiterhin einen überdurchschnittlich hohen Sozialleistungsanteil. Sie bleibt dank gesteigerter Wettbewerbsfähigkeit eine sichere Arbeitgeberin.
Nebst Kosteneinsparungen arbeitet die SBB mit Zielhorizont 2030 auch am Einsatz neuer Technologien und Automatisierungen sowie an neuen Angebotskonzepten und Innovationen; Digitalisierungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Die konkreten Ergebnisse dazu sind im ersten Halbjahr 2017 zu erwarten. Diese Arbeiten erfolgen auch im Hinblick auf den nächsten grossen Ausbauschritt 2030, den der Bundesrat voraussichtlich 2017 in die Vernehmlassung geben wird. Dieser Ausbauschritt wird grossen Einfluss auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Bahnverkehrs haben. Als Rückgrat des Schweizer ÖV-Systems nimmt die SBB so ihre Verantwortung für die Gestaltung der Mobilität der Zukunft wahr (Pressemeldung SBB, 23.09.16).

RechteckSchweiz: SEV weist das SBB-Programm Railfit 20/30 als völlig verfehlt zurück
Die Gewerkschaft des Verkehrspersonal SEV weist das SBB-Programm Railfit 20/30 als völlig verfehlt zurück. Wie von McKinsey nicht anders zu erwarten, handelt es sich um ein reines Abbauprogramm, das die SBB nun unbesehen übernehmen will. Der SEV fordert strategische Alternativen, die die Aufgaben der SBB als Teil des staatlichen Service public in den Mittelpunkt stellen und nicht unüberlegtes Sparen.
Schon bei der Ankündigung von Railfit 20/30 im letzten November kritisierte der SEV sowohl die einseitige Ausrichtung auf einen massiven Stellenabbau als auch die Wahl der Beraterfirma McKinsey, die dafür bekannt ist, dass sie ausschliesslich auf Abbau fixiert ist. Nun haben sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigt: Der Stellenabbau soll nun 1400 Personen betreffen, und betroffen sind Berufsgruppen, die für den zuverlässigen und sicheren Betrieb der Bahn unentbehrlich sind, beispielsweise Zugverkehrsleiterinnen und -leiter.
«Die Erfahrungen der letzten Monate haben gezeigt, dass die Entmenschlichung der Bahn der grösste Fehler der SBB ist», hält SEV-Präsident Giorgio Tuti fest und ergänzt: «Wir brauchen einen Rehumanisierung der Bahn – Menschen statt Maschinen!» Dies habe sich auch bei der Abstimmung zur Service-public-Initiative deutlich gezeigt.
Dass die SBB über den Stellenabbau hinaus auch eine allgemeine Verschlechterung der Anstellungsbedingungen anstrebt, lässt den SEV im Moment kalt, da GAV-Verhandlungen erst 2018 anstehen: «Wir werden wie üblich die Abbauforderungen der SBB in den GAV-Verhandlungen zur Kenntnis nehmen und wie bereits mehrfach erfolgreich zurückweisen.»
Die SEV-Basis hatte von allem Anfang an grösste Bedenken gegen Railfit 20/30 geäussert und dem Projekt nach einer spontanen, erfolgreichen Unterschriftensammlung bereits ein würdiges Begräbnis bereitet. «Wir haben mit unserer symbolhaften Bestattung des Projekts der SBB bereits klar gemacht, dass für uns ein reines Abbauprogramm von Anfang an tot ist», erklärt der für die SBB zuständige Vizepräsident Manuel Avallone.
Höchst bedenklich ist, dass die SBB auch bei den Schwächsten spart: Sie hat die Vereinbarung mit der Pensionskasse zur Berufsinvalidität gekündigt und will den bisherigen Schutz für Mitarbeitende in den Monopolberufen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr eingesetzt werden können, massiv abbauen. Damit zeigt die SBB, dass sie nicht mehr bereit ist, soziale Verantwortung zu übernehmen für jene Leute, die aufgrund der beruflichen Laufbahn ausserhalb der Bahn gar keine Arbeit mehr finden können. Sie schiebt diese Kosten künftig auf die Allgemeinheit ab, sei es die Arbeitslosenversicherung oder gar die Sozialhilfe.
Das ganze Abbauprogramm soll quer durchs Unternehmen vorangetrieben werden. Was allerdings bisher völlig fehlt, sind Aussagen dazu, welchen Beitrag das rund 100-köpfige Top-Kader leisten wird. Der SEV verlangt, dass auch auf oberster Ebene im gleichen Ausmass Stellen reduziert und Leistungen gekürzt werden. Sonst würde endgültig eine Selbstbedienungsmentalität an der Spitze des Unternehmens um sich greifen.
Der SEV wird in den nächsten Wochen in der ganzen Schweiz regionale Versammlungen durchführen, um die Stimmung und die Bedürfnisse der Basis zu erfahren. «Danach werden wir das weitere Vorgehen festlegen; es wird zweifellos zu Widerstand kommen», betont Avallone.
Als höchst problematisch erachtet es der SEV, dass die SBB laufend Projekte ankündigt und umzusetzen beginnt, die je nach Auskunftsperson Teil des Railfit-Abbaus sind oder nicht. «Solange keine Gesamtsicht mit einem transparenten Zeitplan auf dem Tisch liegt, bleibt uns nichts anderes übrig, als das Projekt als Ganzes zu bekämpfen», stellt Giorgio Tuti klar (Pressemeldung SEV, 23.09.16).

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