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Europäisches Nachrichtenmagazin für Eisenbahnfreunde

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LOK Report – Freitag, 24.06.16

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TOP-Themen
Willkommen beim LOK Report
Knorr-Bremse weiht
neues Entwicklungszentrum ein

Absatzlinie
Akiem unterzeichnet Rahmen-
vertrag über 52 TRAXX-Loks

Absatzlinie
Herausforderungen für HGK
Absatzlinie

Erste zehn neuen Stuttgarter
S-Bahn-Fahrzeuge im Juli

Absatzlinie
Wer wird neuer Chef der SNCB?

Absatzlinie
Ausbau der Fehmarnbelt-
Anbindung bis Nykøbing/Falster

Absatzlinie
Reiseberichte Lombardei,
Japan und Usbekistan

Willkommen beim LOK Report

Foto links: Frank Thomas

Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie

Verkehrspolitik im Bund

RechteckDeutsche Bahn: Günstig und flexibel unterwegs mit dem Sommer-Ticket
Pünktlich zu den Sommerferien bietet die Deutsche Bahn (DB) ab dem 1. Juli erstmals ein Sommer-Ticket für flexibles Reisen an. Zum Preis von 96 Euro erhalten junge Reisende bis 26 Jahre Tickets für vier einfache, frei wählbare Fahrten innerhalb Deutschlands. "Sommerzeit ist Reisezeit, gerade für unsere jungen Kunden", so Birgit Bohle, Vorstandsvorsitzende DB Fernverkehr. "Mit dem Sommer-Ticket möchten wir jungen, preissensiblen Reisenden die Möglichkeit geben, Deutschland zu erkunden und dabei die Bahn als Verkehrsmittel neu oder wieder zu entdecken."
Die Tickets können vom 1. Juli bis 30. September genutzt werden. Erhältlich ist das Ticket vom 1. Juli bis 15. August in allen DB Reisezentren, DB Agenturen, am DB Automaten und auf bahn.de. Das Angebot gilt in allen Zügen der Deutschen Bahn. Es besteht keine Zugbindung. Für den IC Bus und die Nachtzüge der DB ist eine Reservierung oder ein Aufpreis erforderlich. Die Tickets sind am eingetragenen Reisetag und bis 10 Uhr des Folgetages gültig. Auch bei diesem Aktionsangebot reisen Familienkinder unter 15 Jahren in Begleitung der Eltern oder deren Lebenspartner kostenlos mit, wenn die Anzahl der Kinder auf der Fahrkarte eingetragen ist. Umtausch oder Erstattung sind bei diesem Angebot ausgeschlossen, auch BahnCard-Ermäßigungen oder Mitfahrerrabatte können nicht in Anspruch genommen werden.
Mit dem Sommer-Ticket reagiert die DB auf die hohe Nachfrage nach einem flexiblen und günstigen Ticket während der Hauptreisezeit. Das Sommer-Ticket richtet sich damit auch an alle jungen Kunden, die in den letzten Jahren den Deutschland-Pass genutzt haben. Diesen wird die DB ab diesem Sommer nicht mehr anbieten. Mit der Nutzung der vier flexiblen Fahrten und der Möglichkeit, mehrere Sommer-Tickets miteinander oder mit Sparpreisen zu kombinieren, ist das neue Angebot für viele Reisende ein individuelleres und günstigeres Mobilitätsangebot als der Deutschland-Pass (Pressemeldung Deutsche Bahn, 24.06.16).

RechteckPro Bahn: SommerTicket - Ende einer Ära
Flatrates sind heute in vielen Bereichen ein attraktives Angebot für Kunden, die ein Produkt gerne, häufig und unkompliziert nutzen wollen. Solche "Flats" werden nicht nur im Telekommunikationsbereich sondern auch in vielfacher Ausprägung im öffentlichen Personen-Nah- und Regionalverkehr angeboten. Es sind nicht nur die Monats- oder Jahreskarten für Pendler, sondern auch Tageskarten wie die Ländertickets oder die vielfältigen Angebote zur touristischen Nutzung z.B. die KONUS-Gästekarte im Schwarzwald oder das GUTi im bayerischen Wald. Hier kann der Bahnunerfahrene einfach die umweltfreundliche Schiene für seine Fahrten nutzen.
Für den Fahrgastverband PRO BAHN ist es daher völlig unverständlich, dass es dieses Jahr keinen Deutschland-Pass mehr geben wird. Damit begräbt die Deutsche Bahn ein einzigartiges Angebot, das aufgrund des zur Verfügung stehenden Netzes so von keinem anderen öffentlichen Verkehrsangebot übertroffen wurde. Der Deutschland-Pass und seine Vorgänger, wie das Tramper-Monats-Ticket sind Fahrscheine gewesen, die eine niedrige Einstiegsbarriere hatten und die Möglichkeit boten, Deutschland problemlos, spontan und ohne große Vorplanung mit der Eisenbahn zu erkunden.
"Viele, die in der Jugend, wenn das Verkehrsverhalten noch nicht ausgeprägt ist, das Tramper-Monats-Ticket oder den Deutschland-Pass nutzten, haben der Bahn und dem öffentlichen Verkehr nie den Rücken gekehrt. Sie sind treue Kunden geblieben." sagt dazu der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbandes PRO BAHN Karl-Peter Naumann.
Ebenso haben viele Erwachsene den Deutschland-Pass als Einstieg zur vermehrten Nutzung der Eisenbahn gesehen. Sowohl die Einfachheit des Ticket-Erwerbs wie auch das breite Angebot aller Bahnen haben sie überzeugt. Die Abschaffung dieses unikalen Angebots ist besonders bedauerlich. "Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert die Deutsche Bahn auf, ein zeitlich begrenztes Flat-Angebot anzubieten, welches deutschlandweite Mobilität ohne Tarifabitur ermöglicht", so Jörg Bruchertseifer, Tarifexperte und stv. Bundesvorsitzender des Fahrgastverbandes PRO BAHN. "Mit einer derartigen Offerte können Familien mit Kindern, Jugendliche und Erwachsene die Vorzüge des Eisenbahnverkehrs kennen und lieben lernen. Ganz Deutschland, ganz einfach, egal wohin, egal wie oft".
Das jetzt als Nachfolger angebotene SommerTicket ist äußerst dürftig. Es fehlt völlig ein Angebot für Erwachsene über 26 und für Familien.
Das SommerTicket ist de facto nur eine Mehrfahrtenkarte, deren Preis auch noch durch die Kombination von JugendBahnCard und Sparpreis unterboten werden kann (Pressemeldung Allianz pro Schiene, 24.06.16).

Industrie

RechteckBombardier: Akiem unterzeichnet Rahmenvertrag über 52 TRAXX-Lokomotiven


Lokomotiven-Vermieter Akiem und der führende Bahntechnikanbieter Bombardier Transportation haben einen Rahmenvertrag über die Lieferung von 52 BOMBARDIER TRAXX AC und MS* Lokomotiven mit der Option für weitere Abrufe unterzeichnet. Dieser Vertrag ist aufschiebend bedingt durch den Abschluss einer finanzrelevanten Umstrukturierung bei Akiem Holding. Vorbehaltlich der Erfüllung dieser Bedingung umfasst die erste verbindliche Bestellung 26 Lokomotiven und wird nach Listenpreis mit etwa 95 Millionen Euro (107 Millionen US Dollar) beziffert. Die Auslieferung der ersten Fahrzeuge soll 2017 erfolgen.
Aufgrund der großen Auswahl von TRAXX AC3- und MS-Lokomotiven ermöglicht diese Partnerschaft eine große Bandbreite an technischen Lösungen, wie die Last Mile und Remote-Control-Funktion für TRAXX AC-Lokomotiven. Die TRAXX-Lokomotiven werden für den Einsatz in 13 verschiedenen Ländern konfiguriert und werden mit den neuesten europäischen Standards vollständig kompatibel sein - einschließlich bei Bedarf ETCS (European Train Control System) Baseline 3. Dies gibt Akiem die Möglichkeit, den Radius seiner Lokomotiven zu erweitern und seinen Kunden ein hohes Maß an Flexibilität anzubieten.
Zusätzlich zu der oben genannten Rahmenvereinbarung hat Akiem eine Option für die Lieferung von fünf TRAXX DC* Lokomotiven aus einem früheren Vertrag eingelöst.
"Diese bedeutende Investition mit Bombardier wird Akiems Flotte bis zum Jahr 2018 auf 100 TRAXX-Lokomotiven erweitern. Wir beschleunigen unsere Positionierung im deutschen und österreichischen Markt, sowie auf den wichtigsten europäischen Korridoren in Richtung Schweden, Benelux, Schweiz, Italien, Polen und Mitteleuropa", sagte Fabien Rochefort, Geschäftsführer von Akiem: "Durch diese erfolgreiche Partnerschaft mit Bombardier kann Akiem weitere Dienstleistungen entwickeln, die Leistungsfähigkeit, Kundennähe und Sicherheit kombinieren, um die Anforderungen unserer Kunden zu erfüllen."
Michael Fohrer, President, Locomotives, Light Rail Vehicles and Services, Bombardier Transportation, meinte dazu: "Wir arbeiten bereits seit 2011 mit Akiem zusammen und freuen uns, dass wir mit diesem Rahmenvertrag unsere langjährige Zusammenarbeit fortsetzen können. Durch diesen Vertrag kann Bombardier seine TRAXX-Lokomotiven in einigen der aussichtsreichsten Eisenbahnkorridoren noch besser platzieren."
Die Lokomotiven werden von den unerreicht zuverlässigen BOMBARDIER MITRAC-Traktionsstromrichtern angetrieben. Das fortschrittliche MITRAC-Steuerungssystem bietet eine sichere und energieeffiziente Traktionskraft und ist damit ein Garant für nachhaltige Mobilität. MITRAC-Systeme treiben weltweit über 3.000 Lokomotiven an (Pressemeldung Bombardier, 24.06.16).

RechteckBombardier: Vertragsverlängerung für 10 Nahverkehrszüge in Perth, Australien

Der führende Bahntechnikanbieter Bombardier Transportation gab heute bekannt, dass sein australisches Joint Venture mit Downer EDI, die EDI Rail Bombardier Transportation Pty Ltd, von der westaustralischen Verkehrsbehörde (PTA) einen Auftrag zum Bau von 10 weiteren dreiteiligen Nahverkehrszügen (30 Wagen) im Rahmen einer Vertragsverlängerung für die Elektrotriebzüge (EMU) der "Baureihe B" in Perth erhalten hat. Der Auftrag umfasst zudem Wartungsdienstleistungen bis 2026 für die Flotten der Baureihen "A" und "B". Der gesamte Auftrag hat einen Wert von rund 511 Millionen (384 Millionen US Dollar, 340 Millionen Euro). Der direkte Anteil von Bombardier beträgt rund 61 Millionen australische Dollar (46 Millionen US Dollar, 40 Millionen Euro). Bombardier besitzt 50% der Anteile an dem EDI Rail Bombardier Trans Pty Ltd Joint Venture und wird die Ergebnisse dieser Tochtergesellschaft nach der Equity-Methode ausweisen.
Perths wachsende Vorstadtbevölkerung stellt PTA vor die Herausforderung, der steigenden Nachfrage nach S-Bahn-Dienstleistungen gerecht zu werden. Mit der bewährten Flotten-Management-Lösung von Bombardier und Downer wird PTA durch Kapazitätssteigerungen im Schienenverkehrsnetz und eine höhere Verfügbarkeit der A und B Baureihen profitieren.
"Wir freuen uns sehr, unseren langjährigen Kunden PTA mit weiteren Elektrotriebzügen der Baureihe B und Wartungsarbeiten unterstützen zu können. Neben der Kapazitätserhöhung in Perths S-Bahn-Netz bieten die Züge eine komfortable und nachhaltige Mobilitätslösung für die wachsende Bevölkerung. Bombardier wird zudem seine Flotten-Management-Expertise einbringen um die Flotten in ihrer Gesamtleistung, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit zu optimieren", so Rene Lalande, Managing Director von Bombardier Transportation Australia.
Die EMU-Plattform für die Baureihe B wurde vor Ort von Bombardier in Australien entwickelt. Dieser jüngste Auftrag ergänzt die EMU-Flotte bestehend aus 1.180 Fahrzeugen, die Bombardier im Laufe der letzten rund 40 Jahre für Queensland, Victoria, Südaustralien und Westaustralien bereits geliefert hat. Die neuen Züge werden mit dem bewährten Antriebssystem MITRAC Energy Saver von Bombardier ausgestattet, das einheitlich bei sämtlichen EMU-Flotten von Bombardier in Australien eingesetzt wird.
Die Elektrotriebzüge werden im Werk von Downer in Maryborough, Queensland, gefertigt, wobei die Vormontage der elektrischen Systeme von Bombardier am australischen Fertigungsstandort in Victoria erfolgt. Die Auslieferung des ersten Zuges ist für Ende 2019 geplant.
Bombardier ist seit über 60 Jahren in Australien aktiv. Heute zählt das Unternehmen mehr als 1.100 Mitarbeiter an 21 Standorten und ist ein Komplettanbieter von Schienenverkehrslösungen und -dienstleistungen (Pressemeldung Bombardier, 24.06.16).

RechteckHGK: Erfolgreich in einem schwierigen Markt

Das Geschäftsjahr 2015 war für die Häfen und Güterverkehr Köln AG von großen Herausforderungen geprägt. Eine langanhaltende Niedrigwasserphase auf dem Rhein und starker Wettbewerb durch den LKW aufgrund niedriger Dieselpreise haben die Binnenschifffahrt und den Schienengüterverkehr erheblich belastet. "Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen hat sich die HGK erfolgreich behauptet und ein gutes Ergebnis erzielt", betonen die Vorstände Horst Leonhardt und Wolfgang Birlin.
Mit einem Jahresergebnis von 3,2 Millionen Euro (nach 4,6 Millionen im Jahr 2014) konnte die HGK an die positive Entwicklung der vergangenen Jahre anknüpfen, obwohl weniger Güter per Schiff und Bahn befördert wurden. Die RheinCargo, das Gemeinschafts-unternehmen der HGK und der Neuss-Düsseldorfer Häfen, hat 2015 in den Hafenstandorten Köln, Neuss und Düssel-dorf insgesamt 26,8 Millionen Tonnen Güter bewegt – 3,3 Prozent weniger als 2014. Hier wirkte sich die außergewöhnlich lange Niedrigwasserphase in der zweiten Jahreshälfte negativ aus. Zudem ging der Kohleumschlag aufgrund geringerer Nachfrage der Kraftwerke zurück.
Dagegen legte der Containerumschlag in Köln, Neuss und Düsseldorf gegenüber dem Vorjahr um 6,3 Prozent auf 1,3 Millionen Standardcontainer zu. Die Transportleistung der RheinCargo im Schienengüterverkehr wuchs um 11,4 Prozent auf 4,7 Milliarden Nettotonnenkilometer, wäh-rend die transportierte Menge um 2,8 Prozent auf 23,4 Millionen Tonnen zurückging.
Auch beim Massengut-Logistiker HTAG, einer 100-Prozent-Tochter der HGK, haben Niedrig-wasser und rückläufiges Kohlegeschäft zu Rückgängen bei Umschlag und Transport geführt. Trotzdem konnte die HTAG ein Ergebnis über Plan erzielen.
Ein zentrales Ereignis im Geschäftsjahr war der vollständige Erwerb der neska-Gruppe und der dazugehörigen Beteiligungen durch die HGK im Dezember 2015. Das 1925 in Köln gegründete Unternehmen bietet umfassende Dienstleistungen in der Massen- und Stückgutlogistik sowie im Kombinierten Verkehr und ist schon seit Jahren Teil des Logistiknetzwerks der HGK-Gruppe. "Mit dieser wichtigen Investition verfolgt die HGK konsequent ihre Strategie, Beteiligungen im Bereich Binnenschifffahrt und Bahn auszubauen", betont Leonhardt.
Auch im Bereich Projektentwicklung hat die HGK 2015 einen bedeutenden Schritt vollzogen. "Mit dem Bau des neuen Terminals Köln-Nord für den Kombinierten Verkehr, das im Frühjahr 2015 eröffnet wurde, hat die HGK neue Kapazitäten für die Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene geschaffen", unterstreicht Wolfgang Birlin. (Pressemeldung HGK, 24.06.16).

RechteckKnorr-Bremse: Zukunftsweisendes Entwicklungszentrum eröffnet

Offiziell eröffneten Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, Eigentümer Heinz Hermann Thiele, Architekt Prof. Dr. Gunter Henn sowie Vorstandsvorsitzender Klaus Deller am 23.06.2016 das Entwicklungszentrum von Knorr-Bremse in München (von links).
Nach knapp zweijähriger Bauphase war es am 23. Juni 2016 soweit: Im Beisein von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter sowie zahlreichen Gästen aus Politik und Wirtschaft wurde das neue Entwicklungszentrum des Knorr-Bremse Konzerns in München offiziell eröffnet.
"Das neue Entwicklungszentrum von Knorr-Bremse ist in mehrfacher Hinsicht zukunftsweisend. An diesem Ort bringen wir Ingenieure und Techniker aus beiden Divisionen – Systeme für Schienenfahrzeuge und Systeme für Nutzfahrzeuge – zusammen. Mit dieser Bündelung von Know-how rund um die Bremssysteme nutzen wir Synergien und schaffen Mehrwert für unsere Kunden. Dafür bieten wir eine technologisch erstklassige Infrastruktur", sagte Klaus Deller, Vorsitzender des Vorstands der Knorr-Bremse AG. Ziel sind Lösungen, die den Kunden in puncto Produkt- und Betriebssicherheit sowie der Einhaltung strenger gesetzlicher Vorgaben unterstützen, die Total Cost of Ownership senken und neue Geschäftsmodelle eröffnen.
In dem Neubau finden sich auf einer Fläche von knapp 17.000 Quadratmetern auf fünf Etagen insgesamt 100 hochmoderne Prüfstände und Testeinrichtungen für die technische Erprobung und Qualitätssicherung. Er bietet Arbeitsplätze für 350 Ingenieure und Techniker. "Mit Hilfe dieser erstklassigen Ausstattung können unsere Ingenieure und Techniker neue wegweisende Systemlösungen für die Schienen- und Nutzfahrzeuge von morgen entwickeln und erproben. Das Entwicklungszentrum ist die größte Einzelinvestition in der Geschichte von Knorr-Bremse und stellt zugleich unser Bekenntnis zum Technologiestandort Bayern dar. In München ist unsere Systemkompetenz zu Hause und von hier aus werden wir mit unseren Innovationen die Mobilität auf Schiene und Straße weltweit weiterentwickeln", erklärte Klaus Deller weiter. Insgesamt 90 Mio. Euro hat Knorr-Bremse in das Entwicklungszentrum investiert, das in weniger als zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt und in Betrieb genommen werden konnte.
Mit dem architektonisch herausragenden Gebäude hat Knorr-Bremse die Voraussetzungen geschaffen, um für seine Kunden Systeme mit Mehrwert zu entwickeln. Dank der modernen Prüfstände und Testeinrichtungen können technische Konzepte für Schienen- und Nutzfahrzeuge besonders rasch validiert und für den Kunden umgesetzt werden. Die Zeitspanne bis zur Markteinführung (Time to Market) sinkt.
Ziel ist es, die nächste Generation von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge zu entwickeln, die den zukünftigen Anforderungen Rechnung trägt. Beispielsweise arbeiten die Knorr-Bremse Entwickler im Bereich Systeme für Schienenfahrzeuge an zukunftsweisenden Lösungen, die ein verschleißarmes und punktgenaues Abbremsen von Zügen ermöglichen werden – unabhängig von Beladungszuständen oder Witterungseinflüssen. Damit können Taktzeiten verkürzt und die Pünktlichkeit weiter verbessert werden.
Im Bereich Systeme für Nutzfahrzeuge zielt eine neue Generation der Bremsensteuerung von Knorr-Bremse auf komplexe Steuerungsvorgänge, die vor dem Hintergrund einer sich weiter durchsetzenden Funktion der Fahrerassistenz sowie der Automatisierung von Fahrfunktionen für das automatisierte Fahren erforderlich werden. Durch die intelligente Vernetzung von Bremssteuerung mit weiteren Subsystemen wie zum Beispiel der Lenkung kann Knorr-Bremse erweiterte automatisierte Fahrfunktionen anbieten, wie die bislang nur aus dem Pkw-Bereich bekannte aktive Spurhaltung auf Autobahnen sowie neue nutzfahrzeugspezifische Funktionalitäten wie Platooning, das automatisch gesteuerte Kolonnenfahren in geringem Abstand, oder autonomes Fahren auf dem Speditionshof (Yard-Maneuvering).
Ob sie ATLAS oder UZP heißen: Jeder der 100 Prüfstände ist bereits für sich genommen ein Beispiel für ausgereifte Ingenieurskunst und ein Branchenglanzlicht: Solch ein Gebäude mit kombinierten Testeinrichtungen und gemeinsamer Entwicklungsarbeit der Divisionen Rail und Truck bietet erstklassige Voraussetzungen für die komplexen Anforderungen unserer Branche. Den technischen Höhepunkt des Maschinenparks bildet der 15 Meter hohe und 760 Tonnen schwere Prüfstand ATLAS (Advanced Test Laboratory for Adhesion based Systems). Er simuliert die Fahrt auf Schienen für Laufräder, Radsätze oder Drehgestelle – bei Geschwindigkeiten von bis zu 350 Stundenkilometern. Dabei kann der Prüfstand alle Spurweiten, Standards und verschiedenste Umgebungsbedingungen wie Regen, Fahrtwind und Temperaturen simulieren.
Technologisch nicht weniger beeindruckend ist der Universelle Zugprüfstand (UZP). Er simuliert das Bremsverhalten von kompletten Personen- und Güterzügen mit bis zu 208 Wagen und mehr als drei Kilometern Länge. Dazu ist der Zug im Prüfstand anhand der Hauptluftleitung quasi wie zu einer großen Spirale aufgewickelt. Prüfungen und Homologationen für international unterschiedliche Normen im Schienenverkehr können durchgeführt werden.
An einem Schwungmassen-Reibungsprüfstand können Vollbremsungen simuliert werden, um Bremsscheiben für Nutzfahrzeuge unter Extrembedingungen auf Verformung und Rissbeständigkeit zu testen. Mit den NVH-Schwungmassenprüfständen – NVH steht für Noise, Vibration und Harshness – ist Knorr-Bremse ein Vorreiter für die Senkung von Lärmemissionen im Straßengüterverkehr (Pressemeldung Knorr-Bremse, 24.06.16).

RechteckSCI: Neue Studie zu Reisezugwagen

Reisezugwagen trotzen der zunehmenden Bedeutung von modernen Trieb- und Hochgeschwindigkeitszügen im weltweiten Personenfahrzeuggeschäft und werden in konstanten Stückzahlen ausgeliefert. Während China gegen den Trend vergangener Jahre die Produktion für den heimischen Markt drastisch heruntergefahren hat, sind Reisezugwagen in Indien die Zukunft des Bahnverkehrs. Auch in Nordamerika und einigen westeuropäischen Bahnländern sowie Kasachstan besitzen sie eine Langzeitperspektive. Reisezugwagen liefern ohnehin bis heute die weltweit größten Beförderungskapazitäten innerhalb der Personenverkehrsflotte.
Überdies ist zunehmend das Bestreben erkennbar, das lange angestaubte Image veralteter Wagen abzulegen und das Fahrzeugsegment neu zu positionieren und von der hohen Flexibilität gegenüber starren Triebzugkonzepten (Anpassung der Zuglänge an die Nachfragesituation) weiter zu profitieren. Dies betrifft vor allem die Aspekte Geschwindigkeit, Sicherheit und Qualität. Zu diesem Ergebnis kommt die Analyse von SCI Verkehr in ihrer neuen Studie "Passenger Coaches - Global Market Trends".
Der Trend der fortlaufenden Substitution lokbespannter Reisezugwagengarnituren durch moderne Triebzüge ist eine Grundfeste der jüngeren europäischen Eisenbahnentwicklung im Personenverkehr. In Deutschland wurden die letzten Regionalverkehrs-doppelstockwagen aus dem aktuellen Rahmenvertrag mit dem Hersteller Bombardier im Jahr 2011 abgerufen, seitdem sind alle weiteren Bestellungen als doppelstöckige Elektrotriebzüge ausgeführt. Es gibt jedoch auch eine Gegenströmung: Die Deutsche Bahn AG hat für schnelle Regionalverkehre in Bayern bei Skoda insgesamt 36 neue Wagen für Geschwindigkeiten bis 200 km/h bestellt und lässt damit die Grenze zwischen Nah- und Regionalverkehr verschwimmen. Im Fernverkehr sollen über die bereits bestellten 44 Zugeinheiten mit insgesamt 220 Wagen hinaus bis zu 80 weitere Züge bis 2030 für mittlere Entfernungen bestellt werden.
Auch in Belgien trägt man der Einsatzflexibilität im vereinbarten Rahmenvertrag über bis zu 1 367 M7-Wagen Rechnung. Davon sollen bis zu 540 Wagen als nicht angetriebene Mittel oder Steuerwagen entweder in Triebzugkonzepten oder kombiniert mit der bestehenden Flotte von M6-Wagen verkehren.
In Österreich wird der Railjet, eine Kombination von einstöckigen Intercity-Wagen mit einer Taurus-Lokomotive, das Gesicht des Fernverkehrs auf lange Sicht bleiben; in der Tschechischen Republik ist er es seit 2014 geworden. Die ungarische Staatsbahn MAV wird eine Flotte von mind. 100 Intercitywagen in Eigenregie fertigen. Es bleibt im Ergebnis festzuhalten, dass das Marktvolumen für neue Reisezugwagen in Europa zwar insgesamt aufgrund des fortlaufenden Trends der Substitution durch Trieb- und HGV-Züge weiter sinkt, trotzdem aber interessante Einzelprojekte wieder auf die moderne lokbespannte Lösungen - insbesondere im Bereich des Doppelstocks - setzen.
Anders als in Europa stellen lokbespannte Reisezugwagen vor allem in Asien das verlässliche Rückgrat des Schienenverkehrs dar. Fast 80% der zwischen 2011 und 2015 ausgelieferten Wagen, verkehrt nun in den beiden TOP-Märkten China und Indien, was monetär aufgrund der geringen Fahrzeugpreise einem Anteil am Weltmarkt von etwa 50% entspricht. Konträr dazu generieren die Bahnen in den USA, Italien und Österreich etwa 12% des weltweiten Marktvolumens mit nur etwa 3,5% der ausgelieferten Fahrzeuge.
Während in China der Fokus zunehmend auf Trieb- und HGV-Züge gerichtet wird und die Nachfrage nach Neufahrzeugen in Russland sinkt, versucht Indian Railways (IR) weiter, die stark steigende Mobilitätsnachfrage mit verhältnismäßig günstigen neuen Reisezugwagen zu bedienen. Doch nicht nur Quantität, sondern auch Aspekte wie höhere Geschwindigkeiten, Sicherheitsstandards und Verarbeitungsqualität für eine höhere Lebensdauer gewinnen weiter an Bedeutung. Das daraus resultierende moderne Design indischer Reisezugwagen trägt diesen Kriterien Rechnung, führt jedoch gleichzeitig zu einer starken Steigerung des Fahrzeugpreises bis hin zu einer Verdopplung.
In Indien, den USA und Kasachstan sind es vor allem die laufenden und geplanten Flottenerneuerungsprogramme, in deren Rahmen im Verlauf der nächsten Jahre die vielfach sehr alten Bestände verjüngt werden sollen. In Indien ist langfristig mit jährlichen Produktionszahlen von bis zu 5 000 Wagen zu rechnen. In den USA plant der Fernverkehrsbetreiber Amtrak langfristig die die Inbetriebnahme mehrerer hundert ein- und doppelstöckiger Reisezugwagen. Zur Erneuerung der eigenen Flotte hat die kasachische Staatsbahn KTZ mit dem spanischen Hersteller Talgo das Joint-Venture Tulpar Talgo gegründet, welches in einem Werk in Astana langfristig Wagen des traditionellen spanischen Designs ausliefern wird. Auch die indische Staatsbahn IR hat in Kooperation mit Talgo erste Wagen zu Testzwecken übernommen. Inwieweit Talgo auch im indischen Markt nennenswerte Marktanteile erzielen kann, bleibt abzuwarten (Pressemeldung SCI Verkehr GmbH, 24.06.16).

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Bahnberufe

Aus den Ländern

RechteckBW: Die ersten der zehn neuen S-Bahn-Fahrzeuge kommen im Juli
Die zehn neuen S-Bahn-Fahrzeuge, die der Verband Region Stuttgart mit über 80 Millionen Euro finanziert, werden in der zweiten Jahreshälfte spürbare Verbesserungen bringen. "Mit längeren Zügen und überschlagenen Wenden leisten wir einen wichtigen Beitrag zu größerem Komfort und zur Luftreinhaltung", hat Dr. Jürgen Wurmthaler heute im Verkehrsausschuss angekündigt. Die ersten Züge sollen vertragsgemäß im Juli ausgeliefert und schrittweise eingesetzt werden.
Im Endzustand wird es in den Zügen der S-Bahn-Linien S1, S2 und S3 in den Hauptverkehrszeiten morgens und abends ein Plus von 3.300 Sitzplätzen geben. Die zusätzlichen Betriebskosten werden sich ab 2017 auf knapp 300.000 Euro jährlich belaufen. Um zeitliche Puffer im Fahrplan zu schaffen und damit die Pünktlichkeit der S-Bahn zu erhöhen, sollen an den Endhaltestellen in Schorndorf, Filderstadt und Stuttgart-Vaihingen je eine zusätzliche Fahrzeug-Garnitur zum Einsatz kommen. Durch entspanntere Zeiten beim Wenden sollen mögliche Folgeverspätungen im Netz vermieden oder abgebaut werden. Auch dafür werden die neuen Fahrzeuge eingesetzt.
Von einer deutlichen Qualitätsverbesserung für die S-Bahn sprach Helmut Noë (CDU). Der Kauf der S-Bahn-Züge sei die richtige Entscheidung gewesen. "An dieser Stelle können wir uns auch mal selber loben", findet Eva Mannhardt (Grüne). "Das ist unser Beitrag zu mehr Pünktlichkeit." Jürgen Lämmle (SPD) freute sich ebenfalls über die deutlichen Verbesserungen. "Mehr Komfort, mehr Qualität und mehr Betriebssicherheit" bringen die Züge laut Rainer Gessler (Freie Wähler). Die Züge seien notwendig, um das "System zu stabilisieren", sagte Ingo Mörl (Piraten/Linke). "Ich erwarte, dass die Pünktlichkeit durch die überschlagenen Wenden enorm gesteigert wird", machte Armin Serwani (FDP) deutlich. "Das Geld ist gut angelegt", ist sich auch Dr. Burghard Korneffel (Innovative Politik) sicher (Pressemeldung VRS, 24.06.16).

RechteckBayern: Halbzeit im Tunnel bei Oberstaufen
Seit drei Monaten fahren keine Züge durch den Bahntunnel bei Oberstaufen. Dafür sind Bauarbeiter am Werk. Nun haben sie fast die Hälfte der Sanierungsarbeiten geschafft – Anlass für DB Netz heute einen "Tag des offenen Tunnels" abzuhalten. Bei einer kleinen Feier im über 160 alten Bauwerk würdigten Vertreter der Kommunalpolitik und der Bahn die Arbeiten und betonten die Wichtigkeit des Zugverkehrs im Oberallgäu. Anschließend hatten die Bürger von Oberstaufen Gelegenheit sich ein Bild von den Arbeiten im Tunnel zu machen.
Der einzige Bahntunnel im Allgäu erhält in den kommenden Monaten ein vollständiges Lifting. DB Netz erneuert und modernisiert das 123 Meter lange Bauwerk mit einer Betoninnenschale und mit neuen Gleisen. Bahnreisende müssen sich deshalb noch bis 20. Oktober auf veränderte Fahrzeiten und im Abschnitt zwischen Immenstadt und Oberstaufen auch auf Busersatzverkehre einstellen.
Im April starteten die Arbeiten mit einem Gleisumbau im Bahnhof Oberstaufen. DB Netz baute Weichen ein und passte die Signaltechnik an, um künftig mehr Flexibilität auf der Strecke zu erhalten, auf der zur Zeit 52 Züge pro Tag unterwegs sind. Parallel dazu erneuerte die Bahn südlich des Tunnels  9,5 Kilometer Gleis und errichtete drei neue Brücken über Bäche sowie acht Durchlässe. Auch der Bahnübergang an der Kalzhofer Straße musste umgebaut werden und ist nun ausgerüstet mit einer Vollschranke.
Im Mittelpunkt der Tunnelarbeiten stand bisher die Aufweitung des Querschnitts von acht auf 12 Meter. Dabei wurden große Mengen Fels weggesprengt. 3,5 Tonnen Sprengstoff waren nötig um rund 15 000 Tonnen Gestein auszubrechen, denn die beiden Gleise verlaufen künftig mit einem größeren Abstand – Züge können dann mit höheren Geschwindigkeiten fahren. Außerdem musste Platz geschaffen werden für eine neue Innenhülle aus Beton. Auch die alten Tunnelportale mussten abgebrochen werden, damit auf beiden Seiten der Tunnel um rund 20 Meter verlängert werden kann. An diesen Stellen sorgen neue Stützwände künftig für Schutz vor Steinschlag.
Volker Hentschel, Produktionsleiter DB Netz Bayern: "Der 1853 errichtete Tunnel musste erneuert werden, weil starke Verwitterung, eindringendes Wasser und Frostschäden ihm arg zusetzen. Diese Arbeiten sind sehr aufwändig. Sie erfordern eine lange Bauzeit und schlagen insgesamt mit 25 Millionen Euro zu Buche. Wir setzen auf das Verständnis von Bahnreisenden und Anwohnern, denn alle wissen am Ende steht eine leistungsfähige Bahnstrecke, die fit ist für die kommenden Jahrzehnte und von der alle einen Nutzen haben."
(Pressemeldung Deutsche Bahn, 24.06.16).

RechteckThüringen: Einigkeit der Ost-Ministerpräsidenten führte zu Nachbesserungen
"Ich begrüße das nachgebesserte Angebot des Bundes zum Schienenpersonennahverkehr. Mit jährlich 200 Millionen Euro zusätzlich für den Osten Deutschlands können die bislang drohenden Abbestellungen von Nahverkehrsleistungen abgewendet werden", sagte Verkehrsministerin Birgit Keller heute in Erfurt zum Ergebnis der Ministerpräsidentenkonferenz in der vergangenen Woche. "Das Veto der ostdeutschen Länder gegen die Absenkung der Regionalisierungsmittel im Oktober 2015 hat damit Wirkung gezeigt."
"Mit dem um jährlich rund 30 Millionen Euro nachgebesserten Angebot für den Freistaat können wir das bislang erreichte Niveau im Thüringer Schienenpersonennahverkehr fortführen", so Keller weiter. "Die ausreichende Versorgung mit öffentlichem Personennahverkehr bleibt zwar angesichts knapper Finanzen weiter eine schwierige Aufgabe. Die bislang drohende Katastrophe für Thüringen konnte aber mit dem neuen Beschluss zur Finanzausstattung der Länder abgewendet werden."
Der Bund hatte im vergangenen Jahr Regionalisierungsmittel für den öffentlichen Nahverkehr auf einem Niveau von acht Milliarden Euro und einer Dynamisierung von jährlich 1,8 Prozent bis 2031 angeboten. Dies hätte steigende Fixkosten für den Betrieb und die steigenden Trassenpreise nicht aufgefangen. Durch die gleichzeitige Verteilung nach dem ‚Kieler Schlüssel' ohne Sperrklinke wäre im Osten eine Unterversorgungslücke von rund 3,5 Milliarden Euro bis 2031 entstanden. Auf Thüringen wäre hiervon ein Minus von rund 500 Millionen Euro entfallen, das zu erheblichen Einschränkungen im Schienenpersonennahverkehr geführt hätte.
"Es war richtig, dass sich die ostdeutschen Länder gemeinsam für eine Veränderung bei der Verteilung der Mittel eingesetzt haben und sich der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow in enger Abstimmung mit seinen ostdeutschen Kollegen für eine faire Lösung stark gemacht hat", so die Ministerin. "Ohne diese Aufstockung durch den Bund hätte es langfristig erhebliche Einschnitte im ÖPNV in Thüringen gegeben. Dies hätte nicht nur zu Taktausdünnungen geführt. Auf ganzen Strecken hätte der Schienenpersonennahverkehr entfallen müssen. Auch bei der Investitionsförderung und dem Straßenpersonennahverkehr der Kommunen hätte es negative Auswirkungen gegeben." (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, 24.06.16).

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LOK Report 06/16

LOK Report Ausgabe 7/16

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Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur

RechteckTermine am Wochenende
Termine am Wochenende finden Sie auf unserer Terminseite (LOK Report, 24.06.16).

RechteckSommerfest im DB Museum Koblenz



Am Sonntag wurden im DB Museum Koblenz, unter dem Motto: "60 Jahre Einheitsloks der Deutschen Bundesbahn" einige Exponate auf der Drehscheibe präsentiert, des weiteren wurden Nahverkehrsrundfahrten mit der E69 03 und Silberlingen nach Neuwied so wie Pendelfahrten nach Koblenz Hbf mit 218 105 und 140 423 angeboten. Führerstands-Mitfahrten gab es auf dem "Knallfrosch" 141 228. Die Historische Eisenbahn Frankfurt kam mit ihrem Dampfsonderzug "Rheinpfeil" mit der 52 4867 und der Luxemburgischen CFL 5519 nach Koblenz. Beide Dampfloks mussten natürlich auf die Drehscheibe und wurden dort nebeneinander präsentiert (Harald Becker, 24.06.16).

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IGE Werrabahn Eisenach

Mit der Kamera notiert

RechteckSiófok

Am 03.06.2016 stand die Train Hungary 91 53 0400 748-6 mit einem Güterzug im Bahnhof von Siófok. Auch die Denkmallok MÁV 376.649 gibt es in Siófok noch zu sehen, leider in keinem schönen Zustand (Frank Thomas, www.unstrutbahn.de, 24.06.16).

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Tanago

Europa

RechteckBelgien: Wer wird neuer Chef der SNCB?
Die Zeit drängt. Jo Cornu, Geschäftsführer (administrateur-délégué) der SNCB, bestätigt seine Absicht, seinen Posten schon vor dem Ende seiner Amtszeit zu verlassen. Zum 31. August muss die Eisenbahngesellschaft deshalb einen neuen Chef gefunden haben. Im jetzigen Stadium - Ende Juni - sind "alle Szenarien möglich", wie die Zeitung La Libre aus gut informierten Kreisen der Regierung erfahren hat. Obwohl Namen wie Johan De Cuyper (Belgocontrol) oder Bernard Delvaux (Sonaca) genannt werden, scheint noch keine Persönlichkeit die "Pole-Position" eingenommen zu haben.
Neben parteipolitischen Fragen muss als erstes Problem die Zweisprachigkeit des Landes gelöst werden: Wenn der CEO der SNCB frankofon ist, muss eigentlich der Präsident des Verwaltungsrats Flame sein. Dies ist im Moment nicht der Fall, im Verwaltungsrat sitzt der ebenfalls frankofone Jean-Claude Fontinoy, der dem Vize-Premier Didier Reynders sehr nahe steht und gestützt wird.
Bei Infrabel ist der CEO Luc Lallemand frankofon, dem Verwaltungsrat steht seit 2009 die Flämin Christine Vanderveeren (CD&V) vor. Diese ist aber zum 01.07.16 zur neuen Finanzdirektorin von Infrabel ernannt worden, was neue Konstellationen möglich macht und das Personenkarussel weiterdreht.
Wenn jetzt ein frankofoner Nachfolger für Jo Cornu gefunden werden würde, muss ein Flame den Platz von Fontinoy im Verwaltungsrat einnehmen. Der Chef von Infrabel sollte dann im Gegenzug Flame sein, was aber Luc Lallemand auf das Abstellgleis befördern könnte.
Die einfachste Lösung wäre dagegen, Jo Cornu durch einen Flamen oder eine Flämin zu ersetzen. Das würde vor allem die Regierungspartei MR entlasten, die schon den Infrastrukturminister François Bellot, den SNCB-Verwaltungsratspräsidenten Jean-Claude Fontinoy und den neuen SNCB-Finanzdirektor Olivier Henin, stellt und von der es heisst, dass sie nicht sämtliche Aufgaben der zur Zeit angeschlagenen belgischen Eisenbahn auf ihren Schultern tragen wolle.
Damit würde auch dem Wunsch des Regierungspartners N-VA Rechnung getragen werden, eine "strategische Spitzenposition" einnehmen zu können. Im Minimum, könnte die N-VA den Präsidenten des Verwaltungsrats von Infrabel beanspruchen. Als möglicher N-VA-Kandidat käme Johnny Thijs (ex bpost) in Frage. "Infrabel ist gesund und leicht zu steuern" wird eine anonyme Quelle zitiert. Damit könnte auch Luc Lallemand weiter Vorstandsvorsitzender von Infrabel bleiben.
In diesem Zusammenhang werden dieses Jahr weitere Stellen frei: Vincent Bourlard (PS, Eurogare und Michel Bovy (HR Rail). Auch diese Stellen müssen neu besetzt werden und geben weitere Spielräume für Rochaden (WKZ, Quelle La Libre, 23.06.16).

RechteckDänemark: Ausbau der Fehmarnbelt-Anbindung bis Nykøbing/Falster
Bis 2021 wird die Strecke Ringsted-Nykøbing durchgehend zweigleisig und bis 2014 elektrifiziert. Im März hatten sich die an den politischen Vereinbarungen zum Bau der festen Verbindung zwischen Lolland und Fehmarn beteiligten Parteien im Folketing auf eine Streckung der Bauprojekte bei den dänischen Landanbindungen des Milliardenvorhabens verständigt. Doch trotz dieses Beschlusses läuft der Ausbau der Bahnverbindung zwischen Kopenhagen und Lolland weiter, jedenfalls auf Teilstrecken.
Bis 2021 wird die Bahnverbindung zwischen Ringsted und Nykøbing/Falster durchgehend zweigleisig ausgebaut und technisch für eine Höchstgeschwindigkeit der Züge von 200 Stundenkilometern eingerichtet. Bis spätestens 20124 wird die Strecke elektrifiziert.
Auch ohne Eröffnung eines Tunnels unter dem Fehmarnbelt verbessert sich die Verkehrsanbindung des wirtschaftlich schwachen Bereichs Lolland-Falster, denn nach der Elektrifizierung wird die Bahnreisezeit zwischen Nykøbing und Kopenhagen auf unter eine Stunde schrumpfen. Ab 2021 dauert es auch nur noch eine Stunde und drei Minuten. Derzeit reist man auf dem Abschnitt mehr als eineinhalb Stunden. Zehntausende Pendler können sich auf die Verbesserungen freuen.
Die künftige Tunnelanbindung profitiert auch von der Fertigstellung der im Bau befindlichen Schnellfahrstrecke Kopenhagen - Ringsted. Die rund 60 Kilometer lange und 10,4 Milliarden Kronen teure Bahn ist für Tempo 250 ausgerüstet. Sie kann ab 2018 befahren werden. Allerdings verfügen die Dänischen Staatsbahnen (DSB) nicht über Züge, die schneller als 200 Stundenkilometer fahren können. Positiv wird sich auswirken, dass die Bahnkapazität auf Seeland deutlich erhöht wird, was den heute häufigen Verspätungen der Züge entgegenwirken dürfte.
Nur der Ausbau auf Lolland ist so lange in der Warteschleife, bis geklärt ist, wann die feste Verbindung zwischen Lolland und Fehmarn in Betrieb gehen kann, die die Reisezeit Hamburg-Kopenhagen auf zwei Stunden und 31 Minuten verringern wird.
Die frühere SR-Regierung hatte 2014 vorbereitende Arbeiten bei der Landanbindung des Fehmarnprojektes vorgezogen. Auch war politisch der Neubau einer Brücke über den Storstrøm zwischen Falster und Seeland beschlossen worden. Dieses Bauwerk soll nach aktuellem Zeitplan 2024 festig werden. Derzeit fürchten Fachleute, dass die 3.000 Meter lange Brücke, die 1937 eingeweiht worden ist, bis zur Inebtriebnahme eines Ersatzbauwerks nicht mehr voll nutzbar ist. Wegen gravierender Schäden in den Stahlbauteilen war es mehrfach zu Sperrungen der Brücke gekommen. 2013 war ein Neubau für ca. 3,9 Milliarden Kronen beschlossen worden, für zwei Bahngleise sowie Autofahrbahn und Rad/Fußgängerweg (Volker Heesch, mit freundlicher Genehmigung des Nordschleswigers, 22.06.16).

RechteckItalien: Lombardei



Die Lombardei weist etliche reizvolle Bahnlinien zwischen Mailand und der Schweizer Grenze, vom Lago Maggiore bis zum Gardase auf, die sich sehr preiswert mit Tageskarten (1, 2, 3 und 7 Tage = 16 - 43 €; für Regionalzüge, Tram, Metro, Bus, Schiff und Seilbahn) bereisen lassen. Das Fahrplanangebot ist um Mailand sehr dicht, kann aber auf den Außenästen zum Stunden- oder 2-Stundentakt ausgedünnt sein. Auf einigen wenigen Dieselstrecken ruht der Verkehr am Wochenende. Eine gute Fahrplanauskunft bietet die Android-App 'Zugfahrplan IT'.
Neben TAF-Doppelstock ET in mehreren Farbvarianten, Wendezügen mit E464, einstöckigen ET älterer und ganz neuer Bauart gibt es auch Diesel-GTW. Auf der Strecke nach Tirano kann man alle Arten von Elektrozügen antreffen, am bequemsten und chicsten sind jedoch die neuen ETR 425 von Alstom im Design von Bertone. Die Aufnahmen vom 19.06.2016 zeigen ETR 425.026 in Tirano, eine Parallelausfahrt von ATR 125.009 und einem ETR 426 in Monza sowie zwei Varianten des TAF in der alten Lackierung der FNM, die 2009 mit der regionalen FS zur Trenord fusioniert hat, im Turmbahnhof Cesano-Maderno. In Varese Nord ruhte E640.08 der Güterverkehrssparte.
Unweit des Bahnhofs Saronno beherbergt das 'Museo delle Industrie e del Lavoro del Saronnese' auf engem Raum in einem ehemaligen Depot der FNM auch einige Eisenbahn-Exponate, darunter die E600.6 von 1929, den ET EB700.09 von 1931 sowie einen Kranwagen aus der Maschinenfarbrik Esslingen, Baujahr 1888. (Jürgen Recknagel, 24.06.16).

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Übersee

RechteckJapan: Nippon Institute of Technology

Während meines Besuchs an Japan habe ich das Nippon Institute of Technology in Miyashiro besucht, wo die 125-jährige Dampflokomotive 2109 unter Dampf stand. Der Empfang war großartig. Alle Leute waren äußerst freundlich und hilfreich.
Die 2109 ist in 1891 von Dübs & Co. in Glasgow mit Fabriknummer 2774 gebaut worden und wurde im gleichen Jahr in Japan eingeführt. Sie war die zehnte Lok der Reihe 2100. Ähnliche Maschinen sind nicht nur in Großbritannien, sondern auch in Deutschland und in den Vereinigten Staaten hergestellt worden. Insgesamt kamen 534 dieser Lokomotiven nach Japan.
Der erste Entwurf kam von Richard Francis Trevithick (1845–1913) als er noch Chef-Lokkonstrukteur der Kobe Werke bei den japanischen Eisenbahnen war. Das Original war auf einer existierende britische Lokomotive basiert. An Dübs wurde gefragt die Zeichnungen zu überprüfen und ein Prototype zu bauen.Die erste Lok war ein Erfolg und bald wurden die 2100er in Japan vor Personen- und Güterzügen auf Gebirgstrecken eingesetzt.
Nach vielen Jahren auf Hauptstrecken wurden sie schließlich in den sechziger Jahren zu Rangierlokomotiven heruntergestuft. Interessant war dass diese Lokserie einer der wenige war mit einer senkrechte Stephenson Steuerung, die bei höheren Geschwindigkeiten sehr gut funktionierte und außerdem auch leicht zu pflegen war. Weil sie jedoch schwer und robust war, ist sie viel später von einer Walschaert's-Steuerung ersetzt worden.
Von Anfang an gehörte die 2109 der Nippon Railway. In 1929 diente sie im Bezirk Matsumoto bei Nagoya, wurde dann aber von der Seino Eisenbahn übernommen, wo sie Kohlezüge beförderte bis die Lok in 1966 von Diesellokomotiven abgelöst wurde. In 1970 wurde die Maschine an die Oigawa Eisenbahn abgegeben mit als Ziel die Maschine betriebsfähig zu erhalten.
Die Aufarbeitung war sehr mühselig. Alle benötigten Teile wurden in den eigenen Werkstätten de Oigawa Eisenbahn angefertigt. Nach sieben Jahren wurde die Arbeit jedoch stillgelegt und die 2109 wurde als statisches Denkmal in den, zu der Oigawa Eisenbahn gehörenden, Bahnhöfen von Senzu und Kanaya aufgestellt.
Nachdem in 1992 die japanische Gesellschaft für industrielle Archäologie die 2109 zum wertvollen Kulturerbe erklärt hatte, wurde sie an das Nippon Institute of Technology in Miyashiro abgegeben. Die Oigawa Eisenbahn fing am 1. Oktober 1992 erneut an die Lok betriebsfähig aufzuarbeiten und schon am 20. August 1993 konnte die 125-jährige Maschine angeheizt werden. Die Lok ist in einem Schuppen mit einem 120 m. Schienenanschluss untergebracht und wird einmal im Monat unter Dampf gebracht (Ad van Sten, 24.06.16).

RechteckUsbekistan: Eisenbahnmuseum Taschkent




In der usbekischen Hauptstadt Taschkent liegt schräg gegenüber des Hauptbahnhofs ein sehenswertes Eisenbahnmuseum. 51 Exponate überwiegend russischer Lokomotivtechnik sind im Freigelände in einem langgezogenen Oval ausgestellt. In der Mitte befindet sich eine kurze Schmalspurbahn für Pendelfahrten innerhalb des Museums.
Die Lokomotiven befinden sich überwiegend in einem optisch guten bis sehr guten Zustand. Ansprechend ist die meist aufgelockerte Position der Exponate, die schöne Fotos auch ohne extremen Weitwinkel ermöglicht.
Für uns vielleicht etwas ungewohnt ist die oft farbenfrohe Gestaltung einzelner Baugruppen - in einem Land der Seidenstraße voll bunter Kleider und Stoffe passt dies aber ganz gut zusammmen (Rainer Hartmann, 24.06.16).

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