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LOK Report – Freitag, 13.01.17

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TOP-Themen
Willkommen beim LOK Report
ICE-Höchstgeschwindigkeit
auf 200 km/h reduziert

Absatzlinie
Alstom und Bombardier erhalten
Vertrag über neue RER-Züge

Absatzlinie

Trenitalia breitet sich
nach Großbritannien aus
Absatzlinie
WESTbahn unterbreitet
Initiativangebot Vorarlberg

Absatzlinie
Weiter Streit um Crossrail-Löhne
Willkommen beim LOK Report

Foto links: Kai Michael Neuhold

Verkehr, Verkehrspolitik, Industrie

Verkehrspolitik im Bund

RechteckDeutsche Bahn: ICE-Höchstgeschwindigkeit auf 200 km/h reduziert
Angesichts des für die nächsten Tage angekündigten Wintereinbruchs mit starkem Schneefall und Eisbildung senkt die Deutsche Bahn (DB) ab morgen mit Betriebsbeginn bis auf Weiteres die Höchstgeschwindigkeit ihrer ICE-Züge auf 200 km/h ab. Damit sollen Zugausfälle und Verspätungen durch Flug von Eisklumpen und Schotter vermieden werden. Für die Fahrgäste auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken im Fernverkehr ergeben sich dadurch Fahrzeitverlängerungen von 10 bis 20 Minuten.
Die Reduzierung der Geschwindigkeit betrifft folgende Strecken:
• Hamburg–Berlin
• Hannover–Berlin
• Hannover–Würzburg
• Mannheim–Stuttgart
• Köln–Frankfurt/Main
• Nürnberg–Ingolstadt–München
• Erfurt–Halle (Saale)/Leipzig
Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass durch Geschwindigkeitsreduzierungen ein deutlich stabilerer Zugverkehr sichergestellt werden kann. Die Fahrzeitverlängerungen werden im Laufe des heutigen Nachmittags in die Auskunftssysteme der Deutschen Bahn eingepflegt. Die Reisenden werden gebeten, sich vor ihrer Fahrt über bahn.de/liveauskunft, den DB Navigator, m.bahn.de oder die zentrale Service-Nummer 0 180 6 99 66 33* über ihre Verbindung zu informieren.
Schotterflug entsteht, wenn während der Fahrt Eisklumpen vom Zug auf das Gleisbett herabfallen. Dabei werden insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten Schottersteine aufgewirbelt, die an den Unterböden der Fahrzeuge Schäden verursachen und zu Zugausfällen führen können. Die wirksamste betriebliche Maßnahme gegen Schotterflug ist eine präventiv auf 200 km/h reduzierte Geschwindigkeit. Im Regelfall fahren die ICE-Züge mit Höchstgeschwindigkeiten von 230 bis 300 km/h. Die Geschwindigkeitsbegrenzung wird flächendeckend eingeführt, da die Eisklumpen in der Regel auf wärmeren Streckenabschnitten abfallen, nachdem der Zug vorher auf einer Strecke mit geschlossener Schneedecke entsprechende Anhaftungen aus Schnee und Eis "aufgesammelt" hat (Pressemeldung Deutsche Bahn, 13.01.17).

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LOK Report

Reinhard Schulz, Sigurd Hilkenbach
Mit der Straßenbahn durch das Berlin der 60er Jahre

• Band 1: Die Linien 1, 11 und 2 ISBN 978-3-935909-31-0
• Band 2: Die Linien 3 und 4 ISBN 978-3-935909-32-7
• Band 3: Die Linien 6, 13 und 22 ISBN 978-3-935909-33-4
• Band 4: Die Linien 15 und 25 ISBN 978-3-935909-34-1
• Band 5: Die Linien 19, 26, 27 und 46 ISBN 978-3-935909-35-8
• Band 6: Die Linien 44, 47 und 49 ISBN 978-3-935909-36-5

Jeweils 96 Seiten, Format 210 x 240 mm, zahlreiche Fotos (Duoton), gebunden, 22,80 Euro (zzgl. Versand)

Industrie

RechteckENERCON / e.g.o.o.: Netz-Logistik im Dienste der nachhaltigen Windenergie




Zeile 1: Der Standort Magdeburg gehört zu den beiden größten Produktionsstandorten des Windenergienalagen-Hersteller ENERCON in Deutschland. Um die riesigen Anlagen-Komponenten zwischen den Produktionsstandorten und den Baustellen transportieren zu können, ist ein umfangreiches Logistik-Netz erforderlich, was bei der ENERCON u.a. in das eigene Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) e.g.o.o. mündete.
Zeile 2: Zwischen den Produktions-Standorten Magdeburg und Aurich (Ostfriesland) pendelt täglich ein Güterzug im Nachtsprung. Zum Einsatz kommen auf dieser Relation Diesellokomotiven der Baureihe ER20 aus dem Hause Siemens.
Zeile 3: Die Zugbildung erfolgt hier u.a. im Industriehafen Magdeburg. Zur Zugbildung werden nicht nur Lokomotiven, sondern auch Zweiwegefahrzeuge eingesetzt. Bei dichtem Schneetreiben wartet die 223 141 der e.g.o.o. im Industriehafen Magdeburg auf den nächsten Nachtzug-Einsatz nach Aurich.
Zeilen 4 und 5: Neben den fertigmontierten Komponenten transportieren die ENERCON-Güterzüge auch Container mit Bauteilen. Aber auch Fremdunternehmen wie DHL oder Krombacher nutzen bereits die ENERCON-HUBs um ihre Container zu verladen und von der e.g.o.o. im Nachtsprung transportieren zu lassen. Im Stellwerk des Magdeburger Industriehafens findet man noch die bewährte Stellwerks-Technik mit klassischem Stelltisch. Doch eine Modernisierung ist auch hier in den nächsten Jahren geplant.

Seit über 30 Jahren zählt die Unternehmensgruppe ENERCON zu den führenden Windenergieanlagen-Herstellern weltweit. Das Produktportfolio umfasst derzeit Anlagen von 800 bis 7.580 Kilowatt. Bislang hat ENERCON über 26.500 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 43,5 Gigawatt errichtet. An verschiedenen Produktionsstandorten, u.a. in Aurich, Magdeburg und Ludwigshafen entstehen die verschiedenen Anlagen-Komponenten.
Die Versorgung der einzelnen Standorte mit Betriebsstoffen, aber auch der Austausch von Anlagen-Komponenten, nicht zuletzt die Anlieferung der kompletten Anlage an die Baustelle setzt eine umfangreiche Logistik voraus, die sich vom konventionellen Transportgeschäft in der Industrie erheblich abhebt. Die enormen Ausmaße und das Gewicht der Anlagen setzt regelmäßig eine Flut von Sondergenehmigungen, verbunden mit Einschränkungen der Wegeführung voraus. Unzählige Schwerlast-LKW, aber auch Güterzüge mit Lademaß-Überschreitung (LÜ) sind nahezu täglich erforderlich, um den Betrieb der Unternehmens-standorte abzusichern.
Um den Aufwand der Organisation und Durchführung der Schwerlast-Transporte im Rahmen zu halten, entschloss man sich im Hause ENERCON frühzeitig dazu in der Unternehmensgruppe ein eigenes Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) zu etablieren. Seit 2007 ünterstützt die e.g.o.o. - die Eisenbahngesellschaft Ostfriesland-Oldenburg mbH - den Windkraftanlagenhersteller beim Schienentransport seiner Anlagenkomponenten. Zudem wickelt die e.g.o.o. einen Großteil der Zuliefer- und Zwischenwerksverkehre für ENERCON ab und führt Transporte für externe Kunden durch.
2012 stieg die e.g.o.o. ins Drittkundengeschäft ein. Fortan bietet das EVU seine Transportdienstleistungen auch allen Verladern in Deutschland und Europa an. Zeitgleich wurde das Streckennetz ausgebaut, neue HUBs in den Fahrplan aufgenommen und weitere Kooperationen mit regionalen und überregionalen Eisenbahnen geschlossen. Entsprechend des steigenden Bedarfs baut die e.g.o.o. ihr Streckennetz kontinuierlich aus.
Über 25 Züge verkehren täglich zwischen den Knotenpunkten Emden / Aurich, Magdeburg, Lippstadt, Dörpen, Ludwigshafen und München mit Weiterverbindung nach Österreich, Italien, Portugal und in die Türkei. Im "Ems-Isar-Express" (EIX), der täglich zwischen Ostfriesland und München pendelt, setzt die e.g.o.o. E-Loks ein, die mit 100-prozentigem Ökostrom betrieben werden. Hier kommen derzeit Vectron-Lokomotiven zum Einsatz. Ab März 2017 kommt hier auch eine Bombardier E-Lok der Baureihe 187 mit LastMile-Antrieb zum Einsatz, welche bereits in diesen Tagen erfolgreich erprobt wird. Somit erfolgt der Transport auf dieser Strecke CO2-neutral.
Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der e.g.o.o. ist die Kompetenz im Bereich Schwerlast-Transport und Handling von Ladung mit Sondermaßen. Aufgrund seiner langjährigen Transporttätigkeit für ENERCON verfügt die e.g.o.o. in diesem Bereich über umfangreiche Erfahrung, von der auch externe Drittkunden profitieren.
Entsprechend ihrem Transportangebot verfügt die e.g.o.o. über eigenes Equipment, das für vielfältige Einsätze geeignet ist. Zum Bestand gehören sieben Lokomotiven, zwei Zweiwegefahrzeuge sowie über 450 Güter-Waggons verschiedener Gattungen.
Der Lokomotiv-Fuhrpark der e.g.o.o. besteht derzeit aus 2 Rangierloks der Baureihe V100 (Modernisiert bei Alstom), 2 Langstrecken-Dieselloks vom Typ Siemens ER20, 1 E-Lok vom Typ Siemens Vectron AC, 1 Mittelstreckenlok Voith Gravita, sowie einer Diesellok Vossloh G1206 (Kai Michael Neuhold, www.verkehrsfotografie.de, 13.01.17).

RechteckKapsch TrafficCom: Erwerb von 75 Prozent an Fluidtime
Die im Prime Market der Wiener Börse notierte Kapsch TrafficCom AG (ISIN AT000KAPSCH9) und Fluidtime Data Services GmbH (Fluidtime) schließen sich zusammen, um gemeinsam integrierte Mobilitätslösungen zu entwickeln. Dafür beteiligt sich Kapsch TrafficCom zu 75 Prozent an Fluidtime. 
Mit der Beteiligung an Fluidtime stärkt Kapsch seine Position als Anbieter von Plattformen und Services im Bereich von Mobility-as-a-Service (MaaS)-Lösungen für Städte, Unternehmen und Verkehrsbehörden. Fluidtime entwickelt und betreibt seit 2004 Softwarelösungen und benutzerfreundliche mobile Services für intermodales Reisen im urbanen Raum. Die Mobilitätsplattform von Fluidtime ist Marktplatz für intermodale Ticketkäufe sowie für die Buchung aller integrierten Transportmittel.
Die Mobilitätsplattform von Fluidtime versorgt Fahrgäste in Stadtgebieten mit Echtzeitinformationen über Beförderungsmöglichkeiten und multimodale Alternativrouten. Zudem bietet sie Buchungs- und Zahlungsdienste und beinhaltet Informationen zu Bahn, U-Bahn, Bus und Straßenbahn sowie Car- und Bike-Sharing-Diensten, Taxis und individuell abrufbaren Fahrzeugflotten. Die integrierte Mobilitätsplattform greift auf verschiedene Echtzeitdaten wie Fahrpläne, Standortdaten von Car-Sharing-Diensten oder Tarifinformationen zurück, vereint diese Daten, erstellt intermodale Routen und bietet die Möglichkeit, über Anwenderprofile diese Routen in einer einzigen App nach bestimmten Kriterien zu optimieren.
Eines der bedeutendsten Forschungsprojekte im Bereich MaaS ist das Projekt "smile" der Wiener Stadtwerke und der ÖBB, das unter dem Namen "WienMobil Lab" angeboten wird. Fluidtime zeichnete sich für die technische Leitung, die Umsetzung der Mobilitätsplattform und die App-Lösung verantwortlich. Als eines der wenigen Projekte, die Mobilitätsservices für Routenplanung, Buchung und Zahlung vollständig integrieren, ist "smile/WienMobil Lab" ein internationales Vorzeigeprojekt für integrierte Mobilität. Aus diesem Grund erwähnten Arthur D. Little in der Studie "The Future of Urban Mobility 2.0" und die UITP (Union Internationale des Transports Publics) "smile" als eines der innovativsten Projekte am Markt.
Gemeinsam mit Kapsch ist Fluidtime darüber hinaus Technologiepartner in verschiedenen Forschungsprojekten im Rahmen des EU-Programms "Horizont 2020", wie zum Beispiel "Bonvoyage" und "OPTIMUM". Der Fokus und die Hauptverantwortung innerhalb dieser Projekte liegen auf der Entwicklung von Mobilitätsplattformen sowie Schnittstellen- und App-Design.
Die von Fluidtime entwickelte App "qando" steht in den fünf größten Städten Österreichs zur Verfügung und ist die am weitesten verbreitete urbane Mobilitätsapp. Angeboten wird die App, die basierend auf Echtzeitdaten die schnellste Verbindung von A nach B berechnet, von den jeweiligen Unternehmen im öffentlichen Personennahverkehr. Mehr als 1,5 Millionen Nutzer haben die App seit ihrer Veröffentlichung in Wien im Jahr 2009 heruntergeladen. Pro Monat verzeichnet die Anwendung über 35 Millionen Informationsabfragen (Pressemeldung Kapsch AG, 13.01.17).

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Bahnberufe

Aus den Ländern

RechteckBW: Bahn setzt geologische Erkundung in Freiburg St. Georgen fort
Die Deutsche Bahn setzt die Erkundung der Geologie im Bereich des Gleiseinschnitts in Freiburg St. Georgen fort. Hierzu werden geotechnische Gutachten erstellt für
-  den Hang entlang des Gleises Freiburg–Basel ab Höhe Heinrich-Finke-Straße/'Teufelsbrücke' bis zum Haltepunkt Freiburg St. Georgen und im Anschluss für
-  den Hang entlang des Gleises Basel–Freiburg vom Haltepunkt Freiburg St. Georgen bis zum bereits gesicherten Bereich.
Vor den eigentlichen Erkundungen muss die Vegetation entfernt werden, um Bohrungen und Sondierungen durchführen sowie eventuelle Risse, Verformungen und Veränderungen der Hangoberflächen sehen und beurteilen zu können. Entlang des Gleises Basel–Freiburg beschränken sich Vegetationsarbeiten auf den Rückschnitt von Büschen und Sträuchern und das Fällen einzelner Bäume.
Die Vegetationsarbeiten finden in Tagschichten vom 16. bis geplant 27. Januar 2017 jeweils montags bis freitags statt. Die Arbeiter werden dabei mit akustischen Warnsignalen vor Zugfahrten gewarnt.
Die Vegetationsarbeiten sind mit der unteren Naturschutzbehörde abgestimmt (Pressemeldung Deutsche Bahn, 13.01.17).

RechteckHamburg/Schleswig-Holstein: Glückstädter Fortuna schmückt nordbahn-Zug

Zu beiden Seiten der beiden Führerstände des nordbahn-Zuges mit der Nummer ET 6.08 prangt sie: Die farbenfrohe Glücksgöttin Fortuna wirbt gut sichtbar für die Stadt und ihre Feierlichkeiten im Jahr 2017. Mit Fortunas feierlicher Enthüllung und anschließender, stilgerechter Taufe mit Elbwasser gaben der Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit und Technologie des Landes Schleswig-Holstein, Reinhard Meyer, nordbahn-Geschäftsführer Nis Nissen und die Bürgermeisterin der Stadt Glückstadt, Manja Biel, heute am Bahnsteig in Glückstadt den Startschuss: Die nordbahn ist ab heute rollender Botschafter der 400-Jahr-Feier.
Verkehrsminister Reinhard Meyer zeigt sich sehr zufrieden: "Die Verbundenheit der Glückstädterinnen und Glückstädter mit "ihrer" Bahn und das Interesse an einer guten Verbindung wird heute feierlich dokumentiert: Die nordbahn wird von heute an das Jubiläumslogo zum 400-jährigen Bestehen Glückstadts stolz durch die Region tragen."
Die "Vielfalt" in Glückstadt präsentiert sich über das ganze Jubiläumsjahr 2017 hinweg in zahlreichen Veranstaltungen aus den Bereichen Kultur, Historie, Sport und Maritimes. Die Farben des bunten Jubiläumslogos sind zugleich symbolische Wegweiser für diese Veranstaltungen:
- Rot für Kultur
- Grün für Historie
- Gelb für Sport
- Blau für Maritimes
Der offizielle Auftakt der 400-Jahr-Feier, der im Frühjahr folgt, wurde von der Bürgermeisterin auch bereits gleich angekündigt: " Das Gründungsfest findet am 22.03.2017 im Rahmen der Veranstaltungsreihe Kulturmärz statt. Die Aktionen aus den vier Bereichen der "Vielfalt" von Glückstadt in den Zügen werden den Bahnreisenden ein besonderes Erlebnis bieten und sie auf die 400-Jahr-Feier von Glückstadt aufmerksam machen", so Bürgermeisterin Biel.
Die nordbahn freut sich nicht nur über einen farbenfrohen Glücksbringer am Zug, sondern auch bereits auf die weiteren Veranstaltungen. "Unsere Züge werden zu rollenden Botschaftern des Stadtjubiläums", so nordbahn-Geschäftsführer Nis Nissen. "Die Fahrgäste können sich auf abwechslungsreiche Unterhaltung freuen. Glückstadt wünschen wir für das Jubiläumsjahr viele glückliche Besucher."
Die Aktionen in der nordbahn: "Vielfalt malt sich" (März, Bereich Kultur), "Wussten Sie schon …?" (Mai, Bereich Historie), "Yoga auf Reisen" (Juni/Juli, Bereich Sport) und Chorgesang durch Shanty-Chor "De Molenkieker" plus Matjeshäppchen (September, Bereich Martimes). Alle Aktionen finden während ausgewählter Zugfahrten von und nach Hamburg statt, und sie werden vorab über Plakate und Flyer beworben (Pressemeldung NBE nordbahn Eisenbahngesellschaft mbH & Co. KG, 13.01.17).

RechteckNRW: Güterzug überfährt Geldautomaten am Bahnhof Dinslaken

Im Bereich des Bahnhof Dinslaken haben bislang unbekannte Täter in der Nacht einen Geldautomaten auf die Gleise gelegt. Ein aus den Niederlanden kommender Güterzug überfuhr gegen 2.36 Uhr den zuvor aus dem Bahnhof Dinslaken entwendeten Automaten. Durch die Wucht des Aufpralls entgleiste der Triebwagen. Personen wurden bei dem Unfall nicht verletzt. Die Höhe des Sachschadens muss noch ermittelt werden (Pressemeldung Bundespolizeidirektion Sankt Augustin, 13.01.17).

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Farrail Tours

Museum, Veranstaltungen, Sonderfahrten, Kultur

RechteckTermine am Wochenende
Termine am Wochenende finden Sie auf unserer Terminseite (LOK Report, 13.01.17).

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LOK Report 1/17

LOK Report Ausgabe 1/17

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Mit der Kamera notiert

RechteckRegioNova


Die RegioNova (ČD-Baureihe 814, umgebaute Büchsen) konnten am 04.01.17 fotografiert werden (JKHalle Verkehrsfotografie, Jan Krehl, 13.01.17).

RechteckWinter und Frühling

Am 11.01.17 hatte ich das Glück mit der 151 138-5 der HSL. Sie hing auch noch mit der grünen Seite vorn. Hier zu sehen mit einem Containerzug in Jößnitz/V. Am 23.04.10 war ich in Haldensleben und konnte die beiden Nohab bei der Ausfahrt aufnehmen (Alexander Hertel, 13.01.17).

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Tanago

Europa

RechteckBelgien: SNCB-Patronin muss Restaurant schließen
Wie berichtet, soll der neue CEO der SNCB, Sophie Dutordoir, am 07.03.17 ihr Amt antreten. Wie die Zeitschrift L'Avenir schreibt und mit einem Bild belegt, hatte sie sich nach ihrer Tätigkeit bei Electrabel das Feinkost-Restaurant "Poppeia" aufgebaut.
Nun hat sie als SNCB-CEO keine Zeit mehr, zu kochen und muss ihr Restaurant schließen. So hart ist das Leben als SNCB-CEO (WKZ, Quelle l'Avenir, 13.01.17).

RechteckFrankreich: Alstom und Bombardier erhalten Mega-Vertrag über neue RER-Züge

Die drei Bereiche im RER NG für kurze (grün), mittlere (blau) und längere Reisen (rot). Grafik STIF.
Der Verwaltungsrat der SNCF hat am 11.01.17 das Angebot des Konsortiums aus Alstom und Bombardier zur Produktion von RER-Zügen der neuen Generation (RER-NG) für die Linien D und E der Île-de-France angenommen. Die Investition über 3,75 Mrd. Euro geht von geschätzten 255 Zügen (RER D 125 und RER E 130) aus und entspricht der größten jemals vom Verkehrsverbund STIF finanzierten Bestellung.
Alstom, im Konsortium mit Bombardier wird die neue Generation von Doppelstockzügen bauen. Die erste Phase dieses Projektes umfasst die Lieferung von 71 Zügen (56 Züge für 112 m und 15 Züge für 130 m Länge) für einen Betrag 1,55 Mrd. Euro (70% Alstom und 30% Bombardier), der zu 100% vom STIF finanziert wird. Diese ersten 71 Züge werden ab 2021 in Betrieb gehen. Um dieses Großprojekt durchzuführen, sind insgesamt etwa 2000 Menschen beteiligt, die an acht Produktionsstandorten von Alstom arbeiten, während Bombardier in Crespin die Mittelwagen fertigt.
Valérie Pécresse, Präsidentin der Region Île-de-France und des STIF: "Diese Entscheidung der SNCF konkretisiert eine im Juli 2016 erfolgte historische Entscheidung für den STIF. Über 700 Züge werden gekauft oder renoviert, um die in Betrieb befindlichen Fahrzeuge zu modernisieren, deren Durchschnittsalter 30 Jahre überschreitet. Die positiven Auswirkungen dieser Bestellung werden auch auf dem Rest des Netzes zu spüren sein: 15% des Verkehrs auf der Linie RER A werden auf die verlängerte Linie E ab 2022 nach Nanterre und ab 2024 nach Mantes-laJolie verlagert werden."
Die vollständig durchgängigen Doppelstockzüge vom Typ "Boa" (in Anlehnung an die schlangenartig durchgängigen einstöckigen Francilien-Züge von Bombardier) tragen den Namen X'Trapolis Cityduplex und sind speziell auf den Verkehr in der Region Île-de-France abgestimmt. Breiten Türen ermöglichen eine größere Fluidität beim Ein- und Auszeigen. Drei verschiedene Zonen können vom Passagier je nach seiner Reisezeit gewählt werden: Die Bahnsteigbereiche (zones plateforme) für kurze Reisen von 5 min, die unteren Bereiche (zones bases mixtes) stehend oder sitzend für eine Fahrt auf regionaler Basis von weniger als 20 Minuten, und der Dachbereich (zones en hauteur au confort régional) mit mehr Platz für längere Fahrten von 50 min.
Ein Zug von 130 m Länge kann bis zu 1.860 Passagiere befördern, bei 112 m Länge sind es 1563 Reisende. Mehrere Innovationen werden den Energieverbrauch auf 25% im Vergleich zu früheren Generationen reduzieren (WKZ, Quelle STIF, 13.01.17).

RechteckGroßbritannien/Italien: Trenitalia will c2c-Franchise erwerben

National Express Group PLC hat am 11.01.17 die grundsätzliche Zustimmung erteilt, damit Trenitalia, das Schienenpersonenverkehrsunternehmen der Gruppe FS Italiane, das von NXET (National Express Essex Thameside) betriebene Franchise c2c erwerben kann. Der Abschluss der Akquisition ist abhängig von der endgültigen Zustimmung des Ministeriums für Transport und wird in den nächsten drei bis vier Wochen erwartet.
Das Franchise c2c (City to Coast) umfasst Dienste innerhalb von 26 Stationen in East London und Süd-Essex zwischen Fenchurch Street und Shoeburyness. Der Gesamtkaufpreis wird in der Größenordnung von 70 Mio. GBP liegen, was zu einem kleinen Nettogewinn für National Express führen wird.
Nach ersten Diskussionen über eine Partnerschaft in Bezug auf zukünftige Franchise-Ausschreibungen, machte Trenitalia UK ein Angebot, das das Board von National Express für fair gegenüber seinen Aktionären einstufte. National Express hatte in den letzten Jahren ein deutliches Wachstum in Nordamerika und Kontinentaleuropa zu verzeichnen und sieht seine weiteren Wachstumschancen in diesen Märkten.
Die Akquisition ist der erste Schritt von Trenitalias Plänen, in Einklang mit den Internationalisierungsplänen der gesamten FS-Gruppe seinen Einfluss auch auf Schienenverkehr in Großbritannien zu erweitern. Im Dezember 2015 erhielt Trenitalia den Pre-Qualification Questionnaire Passport (PQQ), mit dem die Firma für alle kommenden Ausschreibungen in den nächsten 4 Jahren am vereinfachten Ausschreibungsverfahren teilnehmen kann (WKZ, GK, Quelle FS Italiane, National Express, 13.01.17).

RechteckItalien: Neuordnung der Ferrovie del Sud Est
Die italienische Staatsbahn FS Italiane hat als Alleinaktionär am 10.01.17 auf der Hauptversammlung der Ferrovie del Sud Est e Servizi Automobilistici srl (FSE) einen neuen Verwaltungsrat (Consiglio di Amministrazione) berufen. Er setzt sich zusammen aus Luigi Lenci (Präsident), Andrea Mentasti, Maria Rosaria Gradilone, Francesca Serra und Mauro Ghilardi. Der Verwaltungsrat bestätigte anschließend Andrea Mentasti als Geschäftsführer (amministratore delegato).
Der Verwaltungsrat hat während der Sitzung außerdem beschlossen, vor dem Gericht von Bari ein Vergleichsverfahren vor der Insolvenz zu beantragen. Das Verfahren ist für die Durchführung eines Sanierungsplans notwendig, der mit der Beteiligung der italienischen Staatsbahn am Kapital der FSE begonnen hat, und unter Einhaltung eines für die Gläubiger transparenten Verfahrens einen neuen Businessplan erstellen soll (WKZ, GK, Quelle FS Italiane, 13.01.17).

RechteckÖsterreich: WESTbahn Initiativangebot Vorarlberg

Bis nach Innsbruck sind die Triebwagen der WESTbahn schon gelangt. Fotos GK.
Die WESTbahn hat am 10. Januar 2017 auf eigene Initiative beim Bundesministerium für Verkehr, Infrastruktur und Technologie (BMVIT) und beim Land Vorarlberg ein Angebot für den Vorarlberger Nahverkehr eingereicht. Das Unternehmen möchte den gesamten Eisenbahn-Nahverkehr des Bundeslandes ab Dezember 2018 auf neue Beine stellen. Das WESTbahn-Angebot beinhaltet ein Einsparungspotential von bis zu 25 Millionen Euro an Steuergeld über den Vertragszeitraum von 10 Jahren bei zumindest gleich hoher Qualität, mit neuen Fahrzeugen sowie dem bereits in vielen Regionen Österreichs bewährten "WESTbahn-Modell" für Pünktlichkeit, Freundlichkeit und Zuverlässigkeit. Zumindest die gleich hohe Qualität bei geringeren Kosten: Die Vorarlberger können durch das Angebot nur gewinnen. 
"Unser Angebot ist eine gute Nachricht für alle Vorarlberger und Vorarlbergerinnen! Wir bieten Bundesminister Leichtfried und Landeshauptmann Wallner die Chance zu höchster Qualität zu bestmöglichen Konditionen. Eine Entscheidung für die WESTbahn bringt doppelten Erfolg: Unsere Pünktlichkeit und Verlässlichkeit sind außerordentlich hoch und die schlanke Kostenstruktur senkt die allgemeine Steuerbelastung.", begründet Dr. Erich Forster, CEO der WESTbahn Management GmbH, die Angebotslegung.
Hintergrund der Einreichung war die Ankündigung des BMVIT vom Juli 2016, dass der Nahverkehr im Bundesland Vorarlberg ab Dezember 2018 für zehn weitere Jahre beauftragt werden soll. Die WESTbahn hält die Direktvergabe in der durchgeführten Form für nicht rechtmäßig. Aus diesem Grund wurde von der WESTbahn gegen eine Erstentscheidung des Bundesverwaltungsgerichts Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof eingelegt.
Unabhängig von der Antwort des Verwaltungsgerichtshofs und um auf der objektiven Basis eines Initiativangebots aktiv eine Neubewertung der Vorgangsweise durch das BMVIT zu ermöglichen, hat die WESTbahn am 10. Januar 2017 dem BMVIT und dem Land Vorarlberg das folgende Angebot unterbreitet: Unter Einhaltung der durch den Besteller in der Vorankündigung veröffentlichten Rahmenbedingungen führt die WESTbahn im Vertragszeitraum ab Mitte Dezember 2018 den Verkehr für 10 Jahre um insgesamt rund 25 Millionen Euro günstiger durch (im Vergleich zu der in Medienberichten genannten Auftragssumme von rund 400 Millionen Euro). Die WESTbahn garantiert gleichzeitig die gesicherte Lieferung von neuen Zügen, um zwischen April und Juni 2019 die gesamte neue Flotte im Interesse des Verkehrs in Vorarlberg bereitzustellen.
Der österreichische Nahverkehr auf der Schiene ist aktuell in hohem Maße durch den Verkehrsdienstvertrag (VDV) geregelt. Der Bund bestellte 2011 über den VDV die Durchführung aller Nahverkehrs-Strecken bis Dezember 2019 bei der Staatseisenbahn. Als Gegenleistung bekommt diese eine jährliche Abgeltung, die für 2015 bei rund 644 Millionen Euro lag.
Die Europäische Union (EU) steht allerdings gleichzeitig seit 2001 für die Liberalisierung der Eisenbahn im Rahmen ihrer Eisenbahnpakete ein. 2007 beschloss diese eine deutliche Stärkung des Wettbewerbsgedankens im bestellten Verkehr. Mitte Dezember 2016 wurde mit der "Marktsäule" des Vierten Eisenbahnpakets der Wettbewerb noch weiter gestärkt. Alle Mitgliedsstaaten müssen in einigen Jahren verpflichtend wettbewerbliche Ausschreibungen für bestellte Verkehre durchführen. Wirtschaftlich denkende Behörden wie zum Beispiel die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) – Bayern ist etwa so groß wie Österreich – taten und tun dies unabhängig vom Gesetzeszwang der EU aus Eigeninteresse, um für ihre Kunden eine bessere und günstigere Qualität auf der Schiene zu erreichen. Auch Schweden führt eindrucksvoll vor, wie Wettbewerb die Qualität von Öffentlichem Verkehr beflügeln kann.
Aus Sicht der WESTbahn ist es höchste Zeit, das System freihändiger Direktvergaben (die, wenn es um Staatsausgaben oder Länderbestellungen geht, an sich kritisch sind) rasch zu beenden. Die WESTbahn bekennt sich klar zum Wettbewerb. "Wettbewerbliche Ausschreibungen im Nahverkehr bedeuten, dass sich jedes Unternehmen anstrengt, um zu gewinnen. Die bestellenden Behörden und die Kunden können dabei nur profitieren. Die WESTbahn möchte Angebote legen dürfen, deren Qualität und Preis von einer kompetenten Stelle diskriminierungsfrei geprüft wird – und diese Stelle wird in vielen Fällen erkennen, dass die WESTbahn den bestellten Nahverkehr besser und günstiger durchführen wird und demzufolge Verkehre an uns vergeben. Das ist eine Win-Win-Win Situation.", betont Erich Forster.  
Die WESTbahn arbeitet mit führenden Zuglieferanten zusammen und ist bereit, die Lieferung zugelassener Fahrzeuge in Vorarlberg für 2019 zu garantieren. "Vorarlberg will sich beim Weltgymnastikfest Gymnaestrada im Juli 2019 vor internationalem Publikum von seiner besten Seite zeigen – auch mit seinem leistungsstarken Nahverkehr.", sagt der CEO der WESTbahn und fügt hinzu: "Wir haben sehr gute Verbindungen zu renommierten Zuglieferanten und können gemeinsam den Vorarlberger Nahverkehrs-Auftrag mit neuen Zügen rechtzeitig auf Schiene bringen."
Die WESTbahn hofft, dass das BMVIT sich rasch ernsthaft mit dem abgegebenen Angebot beschäftigt und die erstmals gegebene Chance vergleichbarer Offerte nutzt, um beim Einsatz von Steuergeld die Wirtschaftlichkeit noch weiter zu steigern. Das BMVIT hat gemeinsam mit Vorarlberg jetzt die Chance, die richtigen Weichen für den Weg des Nahverkehrs in die Zukunft zu stellen (Pressemeldung WESTbahn, 13.01.17).

RechteckSchweiz: BAV beurteilt Löhne der italienischen Lokführer bei Crossrail als branchenüblich
Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat wie vom Bundesverwaltungsgericht gefordert die Arbeitsbedingungen bei Schweizer Unternehmen im internationalen Schienengüterverkehr erhoben. Auf dieser Basis beurteilt es die Löhne der italienischen Crossrail-Lokführer mit Dienstort Brig als branchenüblich und damit gesetzeskonform.
2015 hatte das BAV im Zusammenhang mit einer von der Gewerkschaft SEV eingereichten Anzeige entschieden, dass die Löhne der von Crossrail neu angestellten italienischen Lokführer mit Dienstort Brig für den Verkehr mit Italien branchenüblich sind. Nach einer Beschwerde des SEV beim Bundesverwaltungsgericht beauftragte dieses das BAV, den Entscheid gestützt auf eine Erhebung der konkreten Arbeitsbedingungen in der Branche zu überprüfen und eine neue Verfügung zu erlassen.
Bei der Frage, welchen Lohn Crossrail seinen Lokführern in Brig zu zahlen hat, hatte das BAV zwei Interessen abzuwägen: Einerseits den Willen des Parlaments, welches mit der Definition der "Branchenüblichkeit" im Gesetz die Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs und damit die Verlagerungspolitik stärken wollte, andererseits das berechtigte Interesse der Arbeitnehmenden und Sozialpartner am Schutz vor Dumpinglöhnen.
Die Erhebung der Arbeitsbedingungen bei zehn im Schienengüterverkehr tätigen Schweizer Unternehmen hat ergeben, dass auch ohne den "Fall Crossrail" bei den in der Schweiz ansässigen, im internationalen Schienengüterverkehr tätigen Transportunternehmen bereits eine beträchtliche Spannweite bei den Löhnen besteht. Der Unterschied zwischen den höchsten und tiefsten Löhnen (Bruttostundenlohn inklusive Zulagen) beträgt - ohne Berücksichtigung der Löhne der italienischen Crossrail-Lokführer - rund 20 Prozent. Die Entschädigungen sind das Resultat von Lohnverhandlungen und bilden Marktverhältnisse ab. Ähnliche Bandbreiten sind auch im Regionalverkehr bekannt, welcher dem Wettbewerb weniger ausgesetzt ist als der Güterverkehr.
Für die Beurteilung des Falls "Crossrail" ist zu berücksichtigen, dass die Lokführer in Italien wohnhaft sind und rund 70 Prozent ihrer Arbeit in Italien leisten, wo die Lebenshaltungskosten rund 30 Prozent tiefer sind als in der Schweiz. Sie haben so mehr Kaufkraft als Lokführer, die in der Schweiz wohnen und schwergewichtig hier arbeiten. Unter Berücksichtigung dieser Umstände ist eine Differenz von rund 15 Prozent gegenüber den bisher tiefsten Löhnen für in der Schweiz tätige Lokführer gerechtfertigt und die bei Crossrail bezahlten Löhne sind als branchenüblich und damit gesetzeskonform einzustufen (Pressemeldung BAV, 13.01.17).

RechteckSchweiz: Der SEV akzeptiert die Haltung des BAV im Fall Crossrail nicht
Das Bundesamt für Verkehr hat heute die Klage der SEV abgewiesen. Der SEV forderte seit 2014, dass dem Bahnunternehmen Crossrail der Netzzugang entzogen wird, da Crossrail Löhne zahlt, die weit unter dem branchenüblichen Niveau liegen. Das BAV kommt in seiner Begründung hingegen zum Schluss, Crossrail zahle branchenübliche Löhne. Der SEV stellt sich klar gegen die Definition der Branche, wie sie das BAV vornimmt. Er wird den Entscheid des BAV analysieren und einen Weiterzug ans Bundesverwaltungsgericht prüfen.
«Die Definition der Branche, die das BAV macht, stützt sich ausschliesslich auf eine wirtschaftliche Sichtweise», kritisiert Barbara Spalinger, Vizepräsidentin des SEV und Leiterin des Rechtsdienstes. Der SEV war bereits im Mai 2015 in dieser Sache ans Bundesverwaltungsgericht gelangt. Damals hatte das BAV auf eine Eingabe des SEV entschieden, dass der Güterverkehr nicht eine einzige Branche bilde, sondern zwischen Inlandgüterverkehr und grenzüberschreitendem Güterverkehr zu unterscheiden sei. Beim grenzüberschreitenden Verkehr seien auch die Löhne ausländischer Unternehmen beizuziehen, um den branchenüblichen Lohn festzulegen.
Auf den Rekurs des SEV hin entschied das Bundesverwaltungsgericht Ende 2015, das Bundesamt für Verkehr müsse die Branchenüblichkeit für Lokführer im Güterverkehr definieren. Das Gericht hatte damals bestätigt, die Beurteilung der Rechtslage ergebe, «dass sich die Branchenüblichkeit im Sinn von Art. 8 d Abs. 1 Bst. d des Eisenbahngesetzes an den schweizerischen Verhältnissen orientiert.» Und das Gericht stellte ergänzend fest: «Der Auffassung der Vorinstanz, die Arbeitsbedingungen definierten sich nach allen schweizerischen und europäischen EVU, die grenzüberschreitenden Schienengüterverkehr anbieten, kann nicht gefolgt werden.» Massgebend für die Frage, ob Crossrail die Arbeitsbedingungen der Branche einhält oder nicht, sind laut Bundesverwaltungsgericht ausschliesslich die Verhältnisse bei den schweizerischen Bahnen.
«Seit überhaupt von Liberalisierung bei den Bahnen in Europa gesprochen wird, heisst unser Grundsatz ‹Schweizer Löhne auf Schweizer Schienen›, und das hat das Bundesver-waltungsgericht damals bestätigt», bekräftigt SEV-Präsident Giorgio Tuti. «Aber das BAV hält an seiner Position fest und definiert die Branchenüblichkeit erneut unter Einbezug der Löhne ausländischer Bahnunternehmen. Der SEV wird den Entscheid gründlich studieren und die Möglichkeit eines Rekurses ans Bundesverwaltungsgericht prüfen», ergänzt Tuti. Seit Frühling 2014 kämpft der SEV hartnäckig gegen das Lohndumping, das Crossrail plante, als sie ihre Lokführer von Domodossola nach Brig verlegen wollte, zu Löhnen von 3600 Franken im Monat, also rund 2000 Franken unter den Löhnen der Schweizer Güterbahnen SBB Cargo, SBB Cargo International und BLS Cargo. Für den SEV war von allem Anfang an klar, dass Crossrail mit diesen Löhnen gegen Artikel 8 d des Eisenbahngesetzes verstösst. (Pressemeldung SEV, 13.01.17).

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