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Donnerstag, 27 Juli 2017 07:13

Äthiopien/Djibouti: Eisenbahn Addis-Abeba - Djibouti nimmt im Herbst den kommerziellen Betrieb auf

Die 756 km lange Neubaustrecke zwischen der äthiopischen Hauptstadt Addis-Abeba und der Hafenstadt Djibouti des gleichnamigen Nachbarstaates wird im Herbst den kommerziellen Betrieb vollständig aufnehmen, wie der äthiopische Minister für Verkehr, Ahmed Shide, am 23.07.17 verkündete. Die Strecke wird Addis-Abeba in 10 h mit dem Roten Meer verbinden, während auf der Straße derzeit mehrere Tage benötigt werden.

"Wir hoffen , dass dieses Eisenbahnprojekt den Ausbau der Fertigung der industrielle Produktion erleichtern und Äthiopiens Wettbewerbsfähigkeit stärken wird, indem die Zeit erheblich reduziert wird, um äthiopische Exporte zum Hafen von Djibouti zu bringen", sagte der Minister. Entlang der Strecke sollen Industrieparks in Dire Dawa und Adama als "Game Changer" errichtet und 90% der äthiopischen Güter transportiert werden. "Die Eisenbahn wird nicht nur eine Transportlinie sein, sondern auch ein Entwicklungskorridor, der Investitionen insbesondere im verarbeitenden Gewerbe erleichtert", fügte er hinzu.

Auf der im Oktober 2016 eingeweihten Strecke finden derzeit noch Testfahrten statt, die aber offenbar erfolgreich verlaufen. Die Ethiopia Railways Company hat dazu seit Mai 30 Lokomotiven im Besitz, je 30 für Personen- und Güterzüge. Die Strecke wird auch dem Personenverkehr dienen, mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 120 km/h und einem einzelnen Wagen für 118 Passagiere.

Ein erster 320 km Abschnitt der Strecke zwischen Sebeta und Mieso wurde von der China Rail Engineering Corporation gebaut, während die China Railway Group die restlichen 436 km zwischen Mieso und dem Hafen von Djibouti gebaut hat.

Die Strecke Äthiopien - Djibouti wurde in Meterspur zwischen 1897 und 1917 errichtet. Der Betrieb wurde dann 2010 eingestellt. Im Jahr 2013 beschlossen die beiden Regierungen, auf der alten Trasse eine neue elektrifizierte, zweigleisige Strecke in Normalspur mit 20 Bahnhöfen zu bauen.

Im östlichen Afrika bauen chinesische Partner derzeit ein Netz von fast 5.000 km Länge auf, aufgeteilt in acht Korridore zwischen Kenia, Südsudan, Sudan und Djibouti. Djibouti gilt am Horn von Afrika als relativ sicherer Umschlagspunkt zwischen den instabileren Ländern Somalia und Eritrea, so dass China hier derzeit nicht nur infrastrukturmäßig, sondern auch militärisch seinen Einfluss ausbaut.

WKZ, Quelle APA Afrique, New China

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Letzte Änderung am Donnerstag, 27 Juli 2017 07:51