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Donnerstag, 27 Juli 2017 10:36

Mali/Senegal: Rettungsversuche zur Sanierung der Eisenbahnlinie Dakar - Bamako

Die Weltbank hat zwei Szenarien für die Zukunft der Eisenbahnlinie Dakar - Bamako untersucht: Vollständiger Wiederaufbau innerhalb von drei Jahren zu einem Gesamtpreis von 1.470 Mrd. FCfa (2,24 Mrd. Euro) oder Sanierung mit Wiederherstellung der Betriebsfähigkeit bei einer Streckengeschwindigkeit von 80 km/h innerhalb von drei bis fünf Jahren mit Kosten von 232 Mrd. FCfa (350 Mio. Euro) für die Infrastruktur und 135 Mrd. FCfa (210 Mio. Euro) für das Rollmaterial.

Nach Vorstellung der Studie am 23.07.17 in Dakar schätzt die Weltbank, dass auf Basis der zweiten Option realistisch ein Verkehr von 1,4 Mio. t im Jahr 2030 erreicht werden könnte, der den Wiederaufbau wirtschaftlich und finanziell rechtfertigen würde.

Der jetzige Zustand ist seit Monaten von Streitigkeiten zwischen Angestellten und Management der Eisenbahngesellschaft Dakar-Bamako Ferroviaire (DBF) gekennzeichnet. Der Verkehr auf der Bahn war zu Beginn dieses Jahres infolge fehlender technischer und finanzieller Mittel fast zum Erliegen gekommen. Es waren nur noch zwei von ehemals 22 Lokomotiven betriebsfähig. Nach Arbeitsniederlegungen Anfang Juli kündigte Senegals Infrastrukturminister Mansour Elimane Kane die Bereitstellung von insgesamt 7,5 Mrd FCfa (110 Mio. Euro) der beiden beteiligten Staaten Senegal und Mali zur "Wiederaufnahme der Aktivitäten" der Eisenbahn an.

Eine weitere Kooperation zur Unterstützung der Dakar-Bamako Ferroviaire wurde durch das Zementwerk Dangoté Ciment Sénégal (DCS) angekündigt, dass 3,5 Mrd. FCfa zur Sanierung zweier Lokomotiven und von 70 Wagen zur Verfügung stellen will, damit jährlich 100.000 t Zement transportiert werden können.

Die Eisenbahn Dakar – Bamako durchlief mehrere Umstrukturierungen. Im Jahr 2003 hatte Transrail, seit 2006 eine 51-prozentige Tochter der französischen Gruppe Advens, die Konzession zum Betrieb erhalten. Im Dezember 2014 wurde ein Umstrukturierungsplan verabschiedet, der auch die Unterstützung der Gewerkschaften fand. Im Dezember 2015 wurde die Dakar Bamako Ferroviaire gegründet, die von Joseph Gabriel Sambou aus Senegal und Djibril Nama Keïta aus Mali geleitet wird

WKZ, Quelle Le Soleil, PressAfrik

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