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Dienstag, 22 August 2017 08:00

Japan: Mitsubishi Heavy Industries steigt aus Magnetbahnprojekt aus

Mitsubishi Heavy Industries wird sich aus dem Magnetbahnprojekt Chūō-Shinkansen von 82 Mrd. USD zurückziehen, da Einkommensverluste den japanischen Hersteller dazu zwingen, seine Geschäftsfelder zu überprüfen.

Mitsubishi Heavy hat an der Entwicklung und Produktion der Prototypen für die Maglev-Zugwagen mitgewirkt, die in der Präfektur Yamanashi in Zentraljapan getestet wurden. Das war der erste Ausflug des Unternehmens in das Hochgeschwindigkeitsbahngeschäft und eine Gelegenheit, gegenüber den heimischen Konkurrenten Hitachi und Kawasaki Heavy Industries aufzuholen, schreibt Nikkei Asia.

Der Hauptkatalysator hinter der Entscheidung war eine Meinungsverschiedenheit mit Central Japan Railway Co. (JR Tokai) über die Kosten zur Herstellung der Maglev-Zugwagen. Die Eisenbahngesellschaft will die Magnetbahn Chūō-Shinkansen im Jahr 2027 in Betrieb bringen. Die Reisezeit der 286 km langen Verbindung zwischen Tokyo and Nagoya soll von derzeit 1,5 h auf 40 min reduziert werden. Verzögerungen bei der Entwicklung von Japans erstem Regionalflugzeug Mitsubishi Regional Jet (MRJ) sowie von Kreuzfahrtschiffen zwangen Mitsubishi aber dazu, sich auf die Kerngeschäfte zu konzentrieren.

Der Bau der Maglev-Linie begann im Jahr 2014 mit dem Ziel, die erste Etappe zwischen Tokio und Nagoya im Jahr 2027 zu starten. Der Betrieb wird voraussichtlich bis 2037 westlich nach Osaka ausgedehnt, um die Reisezeit von Tokio nach Osaka auf 67 Minuten zu reduzieren.

Der Rückzug von Mitsubishi Heavy soll sich nicht auf die geplante Eröffnung auswirken, da die Produktion der Maglev-Wagen wahrscheinlich von Nippon Sharyo durchgeführt werden kann, einer Tochter von JR Tokai, die schon die Prototypen zusammen mit Mitsubishi Heavy entwickelt hat. Die benötigten supraleitenden Magneten werden voraussichtlich von Toshiba und Mitsubishi Electric geliefert werden können.

WKZ, Quelle Nikkei Asia

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