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Montag, 04 September 2017 09:34

Kanada: Bombardier fürchtet sich vor Trump

Die Flugzeugabteilung von Bombardier und die Regierungen in Kanada und Québec bereiten sich in einem Handelsstreit, der die Flugzeuge der C-Serie von Bombardier und den US-amerikanischen Flugzeuggiganten Boeing betrifft, "auf das Schlimmste" vor, wie die kanadische Medien berichten. Das von Ottawa mitfinanzierte Programm der C-Serie diente vor nicht allzu langer Zeit dazu, Bombardier zu helfen, aus der Krise herauszukommen. Diese finanzielle Beteiligung der kanadischen Regierung wird von den USA als unerlaubte Subvention angesehen. 

Am 25. September wird die Kommission für internationalen Handel der USA (ITC) entscheiden, ob sie, wie von Boeing gefordert, Ausgleichszölle auf die C-Serie erheben wird. Das gesamte Flugzeugprogramm könnte in diesem Fall entgleisen, wie vertraute Quellen dem "Journal de Montréal" bestätigten. "Wir bereiten uns auf das Schlimmste vor", liess eine dieser Quellen verlautbaren. Erschreckend sei dabei, dass Boeing-Chef Dennis Muilenburg als enger Freund von Präsident Donald Trump gilt.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Stelle, die die Beschwerde von Boeing prüft, eine Gebühr von 75 % auf den Preis der bestellten Flugzeuge der C-Serie von Delta Airlines erheben könnte. Wenn das der Fall wäre, würden Bombardiers Flugzeuge Millionen mehr kosten. Delta könnte den Kauf von Bombardier-Flugzeugen vollständig aufgeben.

Für Bombardier-Chef Alain Bellemare könnte die ITC-Entscheidung "entscheidend für die Zukunft des Unternehmens" sein, wird eine weitere Quelle zitiert. Auch ein chinesischer Wettbewerber könnte an Bombardier oder dem C-Serie-Programm beteiligt werden, um das Überleben des Unternehmens zu sichern.

WKZ, Quelle TVA Nouvelles

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