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Freitag, 22 März 2019 13:29

Sachsen: Bahn hat Planungen für Eisenbahn-Neubaustrecke Dresden–Prag begonnen

Im Mai gehen die Planungen für die Eisenbahn-Neubaustrecke Dresden–Prag in eine neue Phase. Die Landesdirektion Sachsen lädt die DB als Vorhabenträgerin, die Zulassungsbehörde sowie Träger öffentlicher Belange zur so genannten „Antragskonferenz“ ein, in der das Vorhaben beschrieben und der Untersuchungsraum sowie Untersuchungskriterien bestimmt werden. Damit startet die Betrachtung verschiedener Trassenvarianten unter einheitlichen Kriterien wie Auswirkungen auf Mensch und Landschaft, Natur, Lärm, Geologie, Topografie.

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Im Ergebnis des Raumordnungsverfahrens wird die Landesdirektion Sachsen mit einem Gutachten über die Verträglichkeit des Vorhabens mit den Zielen der Landesplanung entscheiden. Auf der Grundlage dieses Gutachtens können dann die nächsten Planungsschritte zur Genehmigung einer konkreten Trasse vorbereitet werden.

Mit der Vorbereitung des Raumordnungsverfahrens setzt die Bahn den vom Bund erteilten Planungsauftrag weiter um. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit der Tschechischen Bahn.

„Bei allen Planungsschritten ist uns der Dialog mit den Bürgern wichtig“, bekräftigt Kay Müller, Projektleiter für Dresden–Prag bei der DB Netz AG. Deshalb werde die Bahn in den kommenden Wochen bei den Bürgern vor Ort sein und über das Projekt informieren. Start ist am 9. April in Pirna.

Termine für den Bürgerdialog

Dienstag, 09. April 2019, 15 - 19.30 Uhr, Pirna, Berufliches Schulzentrum für Technik und Wirtschaft Pirna (Aula) (Pillnitzer Str. 13a)

Dienstag, 16. April, 15 bis 19.30 Uhr, Heidenau, Gemeinde- und Begegnungszentrum Christuskirche (Rathausstraße 6)

Mittwoch, 17. April, 15 bis 19.30 Uhr, Dohma (OT Cotta), Landgasthof Heidekrug (Cotta A Nr. 50) 

Hintergrundinformationen zum Projekt

Dresden und Prag rücken auf der Schiene zusammen – und das Klima wird geschont. Die DB fährt bereits heute im Fernverkehr Hundert Prozent mit Ökostrom, bis 2050 will die DB komplett klimaneutral sein.

Die Fahrzeit zwischen Dresden und Prag soll künftig ca. eine Stunde - statt über zwei Stunden heute – betragen. Damit kommen sich die beiden dynamisch wachsenden Metropolen auf Pendlerdistanz nahe.

Auch zwischen Prag, Dresden und Berlin wird es künftig schneller gehen. Zweieinhalb Stunden von der Moldau an die Spree werden mit der Neubaustrecke möglich.

Die Strecke ist auch Teil einer überregionalen europäischen Verkehrsachse, dem EU-Korridor Orient/östliches Mittelmeer. Mit einer Länge von 5.900 Kilometern durchquert er dabei neun Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Schneller Austausch von Waren und Dienstleistungen, Mobilität über die Grenzen hinweg sind die Grundlage unseres wirtschaftlichen Erfolges.

Verstopfte Straßen, bedrohtes Klima – beides sind Gründe dafür, die Mobilität künftig stärker auf die Schiene zu setzen.

Ein gemeinsames Projekt

Sachsen und Böhmen haben dieses Projekt angeschoben und mit dem Europäischen Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) ein dauerhaftes Unterstützungsgremium geschaffen, Tschechien und Deutschland haben die Umsetzung vereinbart. Die Schienen-Sparte der Deutschen Bahn, die DB Netz AG, sowie der Tschechischen Bahn, die SŽDC, arbeiten eng bei Planung und Umsetzung zusammen.

Daten und Fakten zur Strecke

Verkürzung der Strecke zwischen Dresden und Prag auf ca. 140 Kilometer. Neubau einer zweigleisigen Schnellfahrstrecke zwischen Heidenau und Ústi nad Labem einschließlich Tunnel und Brücken. Neubau der Schieneninfrastruktur auf der Neubaustrecke für Tempo 200 im Personenverkehr, Tempo 120 für Güterzüge. Wegen der Güterzüge darf die maximale Streckenneigung nur 12,5 Promille betragen.

Kernstück der Neubaustrecke wird ein mind. 25 Kilometer langer Tunnel durch das Erzgebirge. Geplant ist auch der Bau eines Überholbahnhofes auf der Neubaustrecke. Einfädelung der Neubaustrecke in das bestehende Streckennetz auf deutscher Seite in Heidenau und auf tschechischer Seite in Ústi nad Labem. Ausrüstung der Strecke mit dem europäisch einheitlichen Zugsteuerungssystem ETCS (European Train Control System).

Pressemeldung Deutsche bahn

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