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Freitag, 12 April 2019 14:25

Bayern: Stadtrat Erlangen votiert für StUB-Regnitzquerung über Wöhrmühle

erlangen

Der Erlanger Stadtrat hat sich dafür ausgesprochen, die Bürgervariante über die Wöhrmüh- linsel als sogenannte Vorzugstrasse in das Raumordnungsverfahren für die Stadt-Umland- Bahn (StUB) einzubringen. In einer detaillierten Bewertung durch den Zweckverband StUB hatte diese Variante sowohl bei der planerischen Beurteilung als auch bei der Nutzen-Kos- ten-Betrachtung am besten abgeschnitten.

Der Zweckverband StUB untersuchte insgesamt 13 unterschiedliche Querungen über die Regnitz tiefgehender, fünf dieser Querungen wurden in der zweiten Stufe des formalisierten Auswahlverfahrens weiter betrachtet. In diesem Zuge wurden unter anderem eine genauere Kostenermittlung sowie eine Analyse der Nachfrage im Verkehrsmodell vorgenommen. Da- bei wurde untersucht und errechnet, wie sich das Verkehrsverhalten der Bürgerinnen und Bürger verändern würde, gäbe es die StUB auf der jeweiligen Strecke. Einen wichtigen As- pekt bildete ferner das Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV), das über 1,0 liegen muss, um För- dermittel von Bund und Land zu erhalten. „Die Zahl der Menschen, die einpendeln, ist in den vergangenen Jahrzehnten immer größer geworden. Diese Menschen kommen nicht mit dem Fahrrad. Sie kommen manchmal mit dem Bus. Vor allem aber kommen sie mit dem Auto. Wenn wir eine Verkehrswende wollen, dann müssen wir ein besseres Angebot im ÖPNV machen. Wir wollen die StUB als moderne und klimafreundliche Alternative zum Auto ver- wirklichen“, erläuterte Oberbürgermeister Florian Janik.

Nur die beiden mittleren Querungen der Regnitz schaffen im Rahmen des formalisierten Auswahlverfahrens den Sprung zur Förderfähigkeit durch Bund und Land. Die Wöhrmühlin- sel landet mit einem Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,3 auf Platz eins, gefolgt von der ur- sprünglichen Planung, der Kosbacher Brücke, mit einem Wert von 1,1. Eine Linienführung der StUB im Bereich des Dechsendorfer oder Büchenbacher Damms ist nicht förderfähig. Beide Nutzen-Kosten-Verhältnisse liegen deutlich unter eins (Dechsendorfer Damm: NKV 0,8, Büchenbacher Damm: NKV 0,7). Die Ergebnisse der Prüfung wurden in einem umfang- reichen Dia-logverfahren transparent gemacht und mit der Bevölkerung besprochen.

Im Mai entscheiden die Erlanger Stadtratsgremien dann noch über weitere Varianten im Be- reich Tennenlohe, Erlangen Süd sowie in der Erlanger Innenstadt und Büchenbach, die vom Zweckverband StUB und den beauftragten Ingenieurbüros derzeit untersucht werden. Nach dem Votum des Stadtrats muss der Zweckverband für die gesamte StUB-Strecke eine Vor- zugstrasse festlegen, die anschließend der Regierung von Mittelfranken im Rahmen des Raumordnungsverfahrens zur Prüfung vorgelegt wird. Die weiteren geprüften Querungs- möglichkeiten werden in diesem Verfahren ebenfalls betrachtet.

Der Stadtrat beauftragte den Zweckverband, parallel zur Vorbereitung des Raumordnungs- verfahrens auch noch das NKV für die Querung über den Büchenbacher Damm in Verbin- dung mit der sogenannten Büchenbacher Spange errechnen zu lassen. Diese Variante war nach der ersten Prüfung im Rahmen des formalisierten Auswahlverfahrens aufgrund ihres Abschneidens ausgeschieden. Das Fehlen einer NKV-Berechnung wird aber aus verschie- denen Teilen der Bevölkerung kritisiert. „Wir sind uns darüber bewusst, dass jede Regni- tzquerung einen Eingriff in die Natur bedeutet. Bei dieser zentralen Frage wollen wir mit diesem weitergehenden Prüfungsschritt die noch vorhandenen Zweifel in der Bevölkerung aufnehmen und das Nutzen-Kosten-Verhältnis dieser Variante berechnen“, sagte Janik.

Pressemeldung Zweckverband Stadt-Umland-Bahn

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