english

Dienstag, 30 Juli 2019 15:20

Saarland: Plattform Mobilität fordert ein Museums-/Tourismusbahnbahn-Konzept

hunsruckbahnlok 26 mit sonderzug in dellborner muhle merzig ost 02.08.2015 4xkl21

Die Plattform Mobilität SaarLorLux will eine stärkere Verzahnung von Museumsbahnen und touristischen Angeboten. Angesichts der erfolgten teilweisen Sperrung der Museumsbahnstrecke Losheim-Merzig fordert die Plattform Mobilität für das Saarland ein Museums-und Tourismusbahnkonzept.

gare de bitche reinigung 6 25.08.2018kof 11098 mit sonderzug rf im ostertal bei hof lenzenthal 27.08.2016 4kl2

"Derzeit gibt es weder auf Landes, noch auf Kreisebene sowie in der Tourismuszentrale entsprechende nachhaltige Zukunftspläne", kritisiert Erhard Pitzius aus Felsberg, Sprecher der Plattform.

Auch die Ostertalbahn und die Pläne für eine Museenbahn Stahl und Kohle im Rosseltal und Warndt sind nach Überzeugung des stellvertretenden Vorsitzenden in ein Konzept mit einzubinden.

Wichtig ist auch die Einbeziehung des Nationalparks Saar-Hunsrück sowie in diesem Zusammenhang die Erhaltung der Bahnstrecke Türkismühle-Hermeskeil (Hochwaldbahn). "Das Land Rheinland-Pfalz hat einen Haushaltsposten für Museums-und Touristenbahnen. Dieser umfasst für fünf Jahre insgesamt 23 Millionen Euro zur Verbesserung der Infrastruktur".

Und weiter: "In einem Tourismusbahnkonzept für das Saarland können Verbindungen zwischen den einzelnen Bahnstrecken und Zugangeboten der Museums-und Tourismusbahnen hergestellt werden."

Dies bedeutet, dass auch die vom Museumseisenbahn-Club Losheim (MECL) betriebene Strecke zwischen Dellborner Mühle - Losheim und Merzig, die Hochwaldbahn sowie die Ostertalbahn in dieses Konzept des kombinierten Bahn- und Radtourismus mit eingebunden werden sollen.

Die MECL muss wieder bis Merzig Süd fahren können, damit Bahntouristen direkt am Bahnhof Merzig in die Museumsbahn einsteigen können.

Wie ein kombinierter Bahn-, Radtourismus aussehen kann, skizziert die Plattform Mobilität wie folgt: "Der Radfahrer kann mit der Losheimer Museumsbahn zur Dellborner Mühle fahren, danach über den Primstalradweg über Büschfeld nach Nonnweiler. Dort kann sich der Radfahrer entscheiden: "Fahre ich weiter Rad oder setze ich mich in die Hochwaldbahn und fahre zum Beispiel nach Türkismühle, um weiter mit dem Rad nach Schwarzerden zu fahren und dort in die Ostertalbahn einzusteigen oder weiter nach Kusel mit Regionalbahnanschluss?"

Dies ist nur ein Beispiel, wie eine Symbiose Bahn/Rad eine Anreise ohne Auto möglich macht. Dazu muss der touristische Bahnverkehr aufgewertet werden, so die Aussage von Erhard Pitzius: "Wie in Rheinland-Pfalz muss das Saarland aus Regionalisierungsmitteln touristische Verkehre bestellen, die zusätzlich zu den Fahrtagen der Museumsbahnen auf der MECL, der Ostertalbahn und der Hochwaldbahn verkehren oder das Land zahlt auch Fahrten der Museumszüge durch Regionalisierungsmittel.

Für den Betrieb auf Hochwaldbahn, MECL und Ostertalbahn sind ca. 500.000 € im Jahr zu veranschlagen, welche das MWAEV aus Regionalisierungsmitteln zuschießen kann.

Die Plattform Mobilität auch dazu: "Allerdings müssen die Strecken dazu ertüchtigt werden, und/oder die Mitglieder der Museumseisenbahnen helfen beim Betrieb mit, zum Beispiel bei der Sicherung von Bahnübergängen oder als Zugbegleiter."

Mit bestellten Verkehren werden nach Überzeugung der Plattform Mobilität auch von den Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen (Gemeinde Losheim – Landkreis St. Wendel) Einnahmen generiert, die zum Erhalt der Infrastruktur verwendet werden müssen". Idealerweise sollen die Tourismusbahnen und Museumsbahnen-Strecken technisch aufgewertet werden. Dazu braucht es natürlich eine Grundinvestition in die Strecken.

"Ca. sechs Millionen Euro für die drei Bahnstrecken (Museumsbahn Losheim, Hochwaldbahn, Ostertalbahn) sind aus Sicht der Plattform Mobilität als Grundinvestition von saarländischer Seite vorzusehen. Zusätzlich müssen Lücken im Rad- und Wanderwegnetz geschlossen werden.

Die Plattform Mobilität ist überzeugt: "Ein solches Bahnkonzept im Saarland hat in Verbindung mit Rad-und Wanderwegen ein Alleinstellungsmerkmal in der Region." Das Saarland als Tourismusland wird von solch einer Lösung profitieren. "Durch ein touristisches Konzept (Nationalpark, Naturpark Saar-Hunsrück) mit Einbindung der Tourismusbahnen können auch Zuschüsse aus der EU beantragt werden. Viele Bundesländer, etwa Thüringen, Sachsen, Hessen, Bayern, beweisen, dass ein touristischer Bahnverkehr von den Besuchern gut angenommen wird", betont die Plattform Mobilität abschließend, dort werden auch ELER/LEADER Mittel für Tourismusbahnen eingesetzt.

Auch bei unseren Nachbarn in Frankreich tut sich was. Der Verein T2SB (Train Touristique Sarreguemines-Bitche) möchte gerne einen Museumsbahnbetrieb zwischen Saargemünd und Bitsch einrichten. Die Plattform Mobilität kooperiert mit T2SB und hilft auch vor Ort bei den Sanierungsarbeiten. Im Zuge der "Frankreichstrategie" wurde nun auch eine Zusammenarbeit zwischen MECL Losheim, T2SB und der Plattform Mobilität SaarLorLux vereinbart.

Pressemeldung Plattform Mobilität SaarLorLux

Zurück