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Freitag, 09 August 2019 17:19

Sachsen-Anhalt: Städte- und Gemeindebund fordert Neustart beim Eisenbahn-Fernverkehr

Sachsen-Anhalts Städte- und Gemeindebund (SGSA) hat eine rasche Veränderung des Schienenverkehrsnetzes im Land gefordert. „Wir können nicht über Klimawandel und abgehängte Regionen sprechen und dann nichts tun, um den Problemen entgegenzuwirken,“ meint SGSA-Präsident Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. „Bund und Land müssten jetzt ein deutliches Zeichen setzen“.

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Vorschlag für ein Fernverkehrsnetz 2020.

„Im Dezember 2019 haben wir nach weitgehendem Abschluss der Bauarbeiten in Halle, Dessau, Köthen und Magdeburg praktisch ein runderneuertes Bahnnetz, aber es fahren kaum zusätzliche Züge. Für weitere Regionalzüge fehlen Gelder aus dem Regionalisierungsgesetz, für den Fernverkehr braucht die Deutsche Bahn mehr Mittel des Bundes, um die Regionen besser anbinden zu können“, erläuterte Trümper weiter. Es sei der Bevölkerung kaum zu vermitteln, dass über Verkehrswende und gleichwertige Lebensverhältnisse gesprochen werde, aber nichts geschehe. „Mit einem verbesserten Bahnangebot kann man kurzfristig ein sichtbares Zeichen setzen“, meint der SGSA-Präsident.

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Ergänzendes Interregio-Netz Mitteldeutschland.

„Schon im Jahr 2009 hat der SGSA eine Konzeption vorgelegt, um mit Blick auf den neuen Fernbahnknoten in Halle ein ergänzendes Netz von IC-Zügen und RE-Zügen einzurichten“.

Jetzt gelte es, rasch neue Akzente zu setzen, um die neue Fernbahn mit dem Land zu vernetzen und die Oberzentren qualifiziert an Berlin, Hamburg, Hannover und Süddeutschland anzubinden.

„Es ist mir völlig unverständlich, dass die Deutsche Bahn keinen Weg findet, um Magdeburg mit Berlin und Hamburg zu verbinden, zumal die Altmark damit deutlich bessere Verkehrsanbindungen bekommen kann“, meinte Dr. Trümper. Wenn der Fernverkehr nicht über Salzwedel und Lüneburg geführt werden könne, sollte die Route über Wittenberge und Ludwigslust gewählt werden.

Zentrale Forderung des SGSA ist es auch, Magdeburg über Potsdam qualifiziert mit Berlin zu verbinden. „Es kann doch nicht sein, dass die beiden Landeshauptstädte nur mit Regionalzügen und S-Bahnen an Berlin angebunden sind, die Fahrt Berlin - Magdeburg länger dauert, als Berlin - Hamburg“, monierte Dr. Trümper. Gleiches gelte im Übrigen auch für Dessau, das praktisch von Fernverkehr abgekoppelt sei.

„Die Bahn bekommt eine neue Bedeutung. Jetzt gilt es, die Weichen richtig zu stellen“, betonte der Präsident des SGSA. Die Netzvorschläge des SGSA aus dem Jahr 2009 hätten nichts an ihrer Aktualität verloren.

Pressemeldung SGSA

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Letzte Änderung am Freitag, 09 August 2019 17:34