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Mittwoch, 04 September 2019 10:05

Baden-Württemberg: Untersuchung zur Verdoppelung des ÖPNV bis 2030

Das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg hat im Amtsblatt der Europäischen Union eine Untersuchung zur Verdopplung des ÖPNV in Baden-Württemberg bis 2030 ausgeschrieben (2019/S 170-415654).

Das Land Baden-Württemberg plant einen fundierten Ausbau des bestehenden ÖPNV- und SPNV-Systems. Die Ausbaustrategie des Landes zielt auf einen signifikanten Zuwachs an Fahrgästen (Nachfragesteigerung) bei Bus und Bahn bis 2030 ab. Vor diesem Hintergrund sollen nun 2 Untersuchungen zum Status quo erfolgen, die sich zum einen mit einer möglichen Reaktivierungsstrategie für SPNV-Strecken (Los 1) und zum anderen mit der aktuellen, räumlichen Betrachtung der Angebots- und Nachfragesituation im ÖPNV in Baden-Württemberg (Los 2) befassen.

Los 1

Das Land Baden-Württemberg will eine Verdopplung der Fahrgastzahlen des öffentlichen Verkehrs bis 2030 erreichen. Dafür muss das Zugangebot im Land flächendeckend verbessert werden, da nur auf diese Weise neue Fahrgäste gewonnen werden können. Neben der Verbesserung des Angebotes auf bestehenden Strecken ist in diesem Zusammenhang auch die Reaktivierung von stillgelegten Bahnlinien mit einem ausreichenden Fahrgastpotential ein Bestandteil dieser Strategie. Aus den stillgelegten Bahnstrecken sind die geeignetsten auszuwählen. Bei der Beurteilung spielt unter anderem der Umstand, ob überhaupt eine Reaktivierung der Strecke für einen SPNV-Betrieb nach der EBO infrastrukturell möglich ist, eine besondere Rolle.

Es muss zudem eine vereinfachte Abschätzung der mittelfristig (innerhalb von 5 Jahren nach der Inbetriebnahme) erzielbaren Fahrgastzahlen vorgenommen werden, da für eine Reaktivierung nur Strecken in Frage kommen, bei denen ein ausreichendes Fahrgastpotential besteht. Ergänzend zu der streckenbezogen fokussierten Potentialuntersuchung auf 41 möglich zu reaktivierenden SPNV-Strecken soll die hierzu angewandte Untersuchungsmethodik analog auch auf das gesamte SPNV-Standardnetz (bestehender Strecken) in Baden-Württemberg zur Anwendung kommen. Die Analyse der SPNV-Bestandsstrecken ist eine Eventualposition, die im Angebot insbesondere inhaltlich umrissen werden muss.

Das Los 1 sieht als Option die vollumfängliche Analyse bestehender SPNV-Strecken in Baden-Württemberg analog zum Vorgehen der zu untersuchenden 41 möglicherweise zu reaktivierenden Strecken vor. Mit dieser Option soll zusätzlich auch im Bestandsnetz des SPNV eine Abschätzung des Fahrgastpotentials vorgenommen werden. Da der AG zum Zeitpunkt des Zuschlages von Los 1 aus fachlichen Gründen noch nicht entschieden hat, ob der Untersuchungsbestandteil zur Potentialabschätzung auf SPNV-Bestandsstrecken tatsächlich beauftragt werden soll (Option), sind die hiervon betroffenen Arbeitspakete in Los 1 entsprechend im Kalkulationsblatt jeweils so auszufüllen, dass die Bepreisung der Option (Analyse der SPNV-Bestandsstrecken) gesondert ausgewiesen ist.

Los 2

Der Auftrag umfasst die Erstellung einer ausführlichen Studie mit dem Schwerpunkt der raumbezogenen Betrachtung der ÖPNV-Angebots- und ÖPNV-Qualitätssituation in Baden-Württemberg. Dafür soll der aktuelle Stand des bestehenden ÖPNV übersichtlich dargestellt (auch im Zeitreihenvergleich zu zurückliegenden Jahren), räumliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten hervorgehoben und noch zu aktivierende Potentiale und Ausbaustrategien ("Wo und wie und durch welche Maßnahmen können noch mehr Fahrgäste gewonnen werden?") identifiziert werden. Ziel der Studie soll eine Offenlegung der Potentiale und Defizite des ÖPNV in Baden-Württemberg nach einzelnen Land- und Stadtkreisen sein.

Quelle EU-Amtsblatt

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Letzte Änderung am Mittwoch, 04 September 2019 10:12