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Dienstag, 10 September 2019 11:35

Bayern: 7. Dialogforum zur Stadt-Umland-Bahn - Mit einer Straßenbahn auf Besichtigungstour

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Beim mobilen Dialogforum zur Stadt-Umland-Bahn ging es mit einer angemieteten Straßenbahn auf Besichtigungstour durch das Nürnberger Stadtgebiet. Foto Grischa Jäger / ZV StUB.

Der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn (ZV StUB) lud am Montagabend, 9. September 2019, zu einem mobilen Dialogforum nach Nürnberg ein. Die rund 70 Teilnehmenden fuhren mit einer angemieteten Straßenbahn durchs Stadtgebiet und besichtigten gemeinsam mit Vertretern der VAG unterschiedliche Haltestellenanlagen.

Während das Raumordnungsverfahren noch läuft, läutet der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn bereits die nächste Dialogphase zur Planung der Stadt-Umland-Bahn ein. „Nach der landesplanerischen Beurteilung, also dem Abschluss des Raumordnungs- verfahrens, wollen wir mit den Erkenntnissen hieraus Anfang 2020 in die detailliertere Planung einsteigen. Dann geht es unter anderem um die konkrete Gleisführung und die genaue Lage sowie Gestaltung der Straßenbahnhaltestellen. Aus diesem Grund wollen wir bereits heute gemeinsam die verschiedenen Arten von Haltestellen näher kennenlernen und mehr insbesondere zum Thema Barrierefreiheit erfahren“, erläuterte Dr. German Hacker, Verbandsvorsitzender des Zweckverbands Stadt-Umland-Bahn und Erster Bürgermeister der Stadt Herzogenaurach, zu Beginn des mobilen Dialogforums.

Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly ergänzte: „Seit 140 Jahren gibt es die Straßenbahn in Nürnberg. Wir konnten bereits viel Erfahrung in puncto Straßenbahnbe- trieb sammeln. Neben Haltestellen nach den modernsten Standards zeigen wir Haltepunkte in engen Straßen, in denen ganz andere Rahmenbedingungen für den Bau vorlagen. Die Teilnehmenden erhalten heute einen Einblick in die Praxis.“ Neben den drei Stadtoberhäuptern aus Herzogenaurach, Erlangen und Nürnberg sowie festen Mitgliedern des StUB-Dialogforums hatten sich auch interessierte Bürgerinnen und Bürger zum mobilen Dialogforum angemeldet.

Erster Halt: Am Wegfeld

Startpunkt für die Besichtigungstour war die Haltestelle „Am Weg- feld“, die nördlichste Haltestelle des Nürnberger Straßenbahnnet- zes und der Anknüpfungspunkt für die Stadt-Umland-Bahn in Rich- tung Erlangen. John Borchers, Leiter des Geschäftsbereichs Pla- nung, und Konrad Schmidt, Leiter des Geschäftsbereichs Fahrweg, von der VAG informierten die Teilnehmenden zunächst über die Konzeption der Haltestelle „Am Wegfeld“. Durch die Verknüpfung von Bus und Straßenbahn an einem Haltepunkt kann der Fahrgast direkt von Tür zu Tür umsteigen. Neben der komplett barrierefreien Gestaltung wurde eine Park- & Ride-Anlage und ein Bike- & Ride- Platz in unmittelbarer Nähe eingeplant. „Auch wir benötigen ent- lang der StUB-Strecke Abstellmöglichkeiten für Kraftfahrzeuge und Fahrräder. Erlangen ist eine Fahrradstadt. Vor allem in der Erlan- ger Innenstadt ist eine Bike- & Ride-Anlage wichtig, um einen Um- stieg auf den öffentlichen Nahverkehr möglich und attraktiv zu ma- chen“, betonte Erlangens Oberbürgermeister Dr. Florian Janik.

Verschiedene Haltestellen im Blick

Mit einer Straßenbahn ging es dann weiter zum Plärrer, einem der zentralen Knotenpunkte von Bus, Straßenbahn und U-Bahn in Nürnberg. Des Weiteren wurden die Haltestellen „Landgrabenstra- ße“, „Holzgartenstraße“, „Heynestraße“ und „Doku-Zentrum“ be- sichtigt. Die Straßenbahnexperten erklärten den Interessierten da- bei die unterschiedlichen Haltestellentypen – von Haltestellen im Straßenraum über Haltestelleninseln bis hin zu Kap-Haltestellen, deren Bordstein bis zum Straßenbahngleis vorgezogen ist.

Endhalt: Historisches Straßenbahndepot St. Peter

Die Sonderfahrt endete am historischen Straßenbahndepot St. Peter. Bei einer Führung durch die Ausstellung erfuhren die Teil- nehmenden mehr über die Entwicklung der Straßenbahn – von der ersten Pferdestraßenbahn bis hin zum modernen Niederflurwagen. Zudem berichtete Daniel Große-Verspohl, Geschäftsleiter des ZV StUB, in einem Vortrag über den aktuellen Sachstand der Planungen: „Derzeit läuft zwar das Raumordnungsverfahren, wir sind aber nicht untätig. So untersuchen wir bereits mögliche Optimierungspo- tenziale der Vorzugstrasse insbesondere mit Blick auf den Umwelt- und Naturschutz. Ebenso werden wir die Rückmeldungen zum Raumordnungsverfahren, die uns seitens der Regierung von Mittel- franken weitergeleitet werden, genau prüfen. Ende 2019 rechnen wir mit dem Abschluss des Raumordnungsverfahrens. In den dann folgenden Schritten der Planung werden wir die Bürgerinnen und Bürger wieder aktiv einbinden.“

Der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn

Der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn (ZV StUB), mit seiner Geschäfts- stelle in Erlangen, ist für die Planung, den Bau und Betrieb der StUB zu- ständig. Mitglieder des ZV StUB sind die drei Städte Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach. Verbandsvorsitzender ist derzeit Dr. German Ha- cker, Erster Bürgermeister der Stadt Herzogenaurach. Bei der Stadt- Umland-Bahn handelt es sich aktuell um eines der größten Straßenbahn- projekte in Deutschland.

Das Dialogforum

Bereits seit Anbeginn seiner Arbeit setzt der Zweckverband Stadt- Umland-Bahn auf eine aktive Bürgerbeteiligung. Neben einer Onlinebetei- ligungsplattform, über die in den verschiedenen Planungsphasen Vor- schläge der Bürgerinnen und Bürger gesammelt werden, veranstaltet der ZV StUB regelmäßig Veranstaltungen. Herzstück ist das sogenannte
„Dialogforum“. Dieses besteht aus einem festen Kreis an Teilnehmenden, der sich aus zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern sowie Ver- tretern verschiedener Organisationen, Verbände und der Politik zusam- mensetzt. Zusätzlich können alle interessierten Bürgerinnen und Bürger an den Dialogforen teilnehmen, sich aktiv einbringen und über den aktuel- len Stand des Projekts informieren.

Das Raumordnungsverfahren

Das Raumordnungsverfahren (ROV) beurteilt bauliche Vorhaben, die eine überörtliche Bedeutung haben, auf ihre Raumverträglichkeit. Gesetzliche Grundlage ist das Bayerische Landesplanungsgesetz (BayLplG). Beteiligt werden sollen alle von der raumbedeutsamen Maßnahme berührten öf- fentlichen Planungsträger. Seitens der Landesplanungsbehörde werden die verschiedenen fachlichen Interessen abgewogen. Das Verfahren wird mit einer landesplanerischen Beurteilung, das heißt einer Befürwortung ohne oder unter Auflagen bzw. einer Ablehnung, abgeschlossen.

Pressemeldung Zweckverband Stadt-Umland-Bahn

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