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Dienstag, 08 Oktober 2019 13:50

Bayern: Einsatz einer ferngesteuerten Mähraupe verhindert Verbuschung des Magerrasens

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Ferngesteuerte Mähraupe an einem Bahndamm bei Holzkirchen. Quelle: Landschafts-Pflegeverband Miesbach e. V.

Im Landkreis Miesbach ziehen mehrere Akteure an einem Strang, um einen wertvollen Magerrasen an einem Bahndamm bei Holzkirchen zu entwickeln und zu erhalten. Die Maßnahmen werden im Rahmen des BayernNetzNatur Projekts "Magerrasenverbund Oberland" durchgeführt, das sich unter anderem eine landkreisübergreifende Vernetzung von Magerstandorten entlang der Bahnlinien zwischen Bad Tölz, Kreuzstraße und München-Grünwald zum Ziel gesetzt hat. Das Projekt wird aus Mitteln des Bayerischen Naturschutzfonds gefördert.

In Verlängerung von einem natürlich vorhandenen Magerrasen wurde an einer Böschung neben der Bahnlinie Holzkirchen – Rosenheim eine Fläche gerodet und ein Magerrasen angelegt. Die Grünfläche belässt man weitgehend als „Brache“, auf der sich Pflanzen ungestört entwickeln und Insekten Unterschlupf und Nahrung finden.

Damit die Fläche nicht verbuscht, muss sie einmal im Jahr gemäht werden. Bei den Mäharbeiten am steilen Bahndamm kommt eine ferngesteuerte Spezial-Mähraupe zum Einsatz. Dadurch braucht sich keine Person im Gefahrenbereich der Bahnböschung aufhalten.

Das Projekt wurde nur durch intensive Kooperation mehrerer Akteure möglich:

Die Deutsche Bahn fällte auf ihrer Fläche die standortfremden Fichten und arbeitet mit den anderen Projektbeteiligten z.B. bei den Sicherheitsvorkehrungen eng zusammen.

• Das Landratsamt Miesbach hat die Magerrasenfläche angelegt und finanziert das Projekt gemeinsam mit dem Bayerischen Naturschutzfonds.
• Der neu gegründete Landschaftspflegeverband (LPV) Miesbach hat 2019 die Pflege der Flächen übernommen und organisiert die dazu notwendigen Arbeiten.
• Im Auftrag des LPV führt die Pro Communo AG die Mäharbeiten mit einer ferngesteuerten Spezial-Mähraupe durch und sorgt für den Abtransport des Mähguts.
• Die Diplom-Biologin Gabriela Schneider entwickelte das Konzept für Entwicklung und Pflege der Flächen und begleitet als Projektbetreuerin die Pflegemaßnahmen durch Beratung und Monitoring.

Magerrasen als selten gewordenes Biotop

Am Rand der Bahnlinie: ein buntes Blütenmeer mit leuchtenden Margariten, blauem Salbei und violetten Distel-Köpfen. Dazwischen tanzt ein schwarz-weißer Schmetterling, der zurecht den Namen „Schachbrett“ trägt. Unauffällig mischen sich gelbe Farbtupfer in das Bild: eine seltene Ginster-Art, die auf den mageren, der Sonne ausgesetzten Bahndämmen einen Rückzugsraum gefunden hat, wo sie gegen wüchsigere Pflanzen konkurrieren kann.Dieses Bild ist prägend für unsere oberbayerische Landschaft, wenn man die Welt aus dem Zugfenster betrachtet. Aber der Lebensraum, der dieses Bild schafft, der Magerrasen, benötigt Pflege und die richtige Behandlung, damit er erhalten bleibt. Daher ist er selten geworden. Und mit ihm auch die wertvollen Tiere und Pflanzen.

Pressemeldung Deutsche Bahn

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