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Montag, 25 November 2019 13:11

Bayern: FDP fordert Entwicklung des Bahngeländes in Hochfeld

Die Freien Demokraten fordern die Stadt Augsburg auf, die städtebauliche Entwicklung des ehemaligen Bahnbetriebswerks in Hochfeld nicht länger zu blockieren. Auf der Fläche an der Firnhaberstraße könnten gemeinsam mit dem historischen Bahnpark ein neues Stadtviertel mit einer interessanten Mischung aus Wohnungen, Gewerbe und Kultureinrichtungen entstehen. Dazu ist eine sogenannte Freistellung von Bahnbetriebszwecken notwendig – doch diese droht ausgerechnet der städtische Baureferent Gerd Merkle mit negativen Stellungnahmen gegenüber dem Eisenbahnbundesamt zu verhindern.

„Wir müssen leider feststellen, dass das Bemühen, knapp 700 neue Wohnungen in einer guten innerstädtischen Lage zu schaffen, von der Stadt derzeit massiv behindert wird“, sagt Lars Vollmar, Oberbürgermeisterkandidat der Freien Demokraten. Dass der bisherige Eigentümer des 80 Hektar großen Areals südlich des Bahnparks, die Münchner Isaria, entnervt aufgegeben habe und das Bahngelände an das Unternehmen Solidas verkauft habe, wertet die FDP als Warnsignal. „Wieder einmal hat es die Stadt Augsburg nicht geschafft, ein für Investoren attraktives Klima zu schaffen.“

Das Verhalten von Baureferent Merkle ist für die Liberalen mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung unverständlich. „Augsburg wird in Kürze die Marke von 300.000 Einwohnern überschreiten und soll in den nächsten 15 Jahren noch einmal um 40.000 Menschen wachsen. Wir können es uns nicht leisten, solche Gelegenheiten, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, entgehen zu lassen.“

Die FDP hält es für schädlich, dass Merkle nicht auf eine Entscheidung des Eisenbahnbundesamtes hinarbeitet, dass das Gelände nicht mehr für den Bahnbetrieb erforderlich ist. Merkles negative Stellungnahme ist aus Sicht der Freien Demokraten nur wenig überzeugend

„Wir halten die Aussage, dass die Flächen weiterhin Potenzial für schienengebundene oder bahnaffine Nutzungen hätten, für eine massive Fehleinschätzung.“ Der OB-Kandidat verweist darauf, dass die britische Bahngesellschaft „Go ahead“ ab 2021 das Regionalbahnnetz im Großraum Augsburg übernehmen wird und bereits angekündigt habe, ein neues Betriebswerk bei Langweid zu bauen. Für Vollmar ist deshalb höchst unwahrscheinlich, dass auf dem Augsburger Bahngelände eine bahnaffine Nutzung zu erwarten ist.

Die weitere Argumentation der Stadt, dass der Denkmalschutz und Verkehrsprobleme in Hochfeld einer Freistellung im Weg stünden, sind für die Freien Demokraten ebenfalls nicht überzeugend. Die denkmalgeschützten Gebäude seien vor allem auf dem Areal des historischen Bahnparks, der bei der Bebauung kaum Bedeutung habe. Für die Planung der Verkehrsanbindung hinsichtlich einer verbesserten Anbindung von Hochfeld an den öffentlichen Nahverkehr habe die Stadt nun ausreichend Zeit.

Weiterhin ist Vollmar aber auch enttäuscht vom Umgang der Stadt mit dem historischen Bahnpark. „Wir haben mit dem Bahnpark ein einzigartiges bayerisches Industriedenkmal in Augsburg und ich habe den Eindruck im Stadtrat ist dies bisher noch nicht angekommen.“ Es gelte deshalb alles zu tun, um die Zukunft des historischen Bahnparks zu sichern.

Pressemeldung FDP Augsburg

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