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Sonntag, 01 Dezember 2019 20:00

Bayern: Pro Bahn zum beginnenden Abriss der Steigerwaldbahn

Während überall im Lande bessere Verkehrskonzepte für die Zukunft gefordert werden, rücken der Steigerwaldbahn die Bagger zu Leibe, um ihr den Garaus zu machen. Der Fahrgastverband PRO BAHN protestiert und fordert alle staatlichen Instanzen auf, ihre aggressiv destruktive Verkehrspolitik endlich zeitgemäß umzukrempeln.

Reingefallen! Wer geglaubt hatte, die Notwendigkeit der Verkehrswende sei endlich in den Köpfen der staatstragenden Politiker angekommen und würden entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen, hat sich ordentlich hinters Licht führen lassen: Während vorne herum die Verkehrswende populär und in aller Munde ist, wird hinten herum alles Erdenkliche unternommen, um sie auch über die eigene Abwahl hinaus unmöglich zu machen.

"Wieder einmal zeigt sich, dass Reden und Handeln führender Politiker nicht übereinstimmen. Glaubt die Bundesregierung als Besitzerin der Deutschen Bahn AG wirklich, dass sie so ihre selbst gesetzten Klimaziele erreichen kann?“ fragt Winfried Karg, Vorsitzender von PRO BAHN Bayern.

Die Steigerwaldbahn steht hierfür exemplarisch und ist nur ein weiteres Beispiel dafür, dass derzeit wieder aggressiver gegen die Eisenbahn vorgegangen wird. „Initiativen zur Reaktivierung müssten eigentlich offene Scheunentore einrennen. Hingegen werden sie wie Staatsfeinde behandelt,“ so Matthias Beß von PRO BAHN Unterfranken. „Wo immer möglich, werden sie behindert und vollendete Tatsachen geschaffen.“

Allein in Bayern und nur in der jüngsten Vergangenheit und Gegenwart gibt es mehrere traurige Beispiele. So wurde die Sinntalbahn Jossa – Wildflecken schnell beseitigt, als sich eine Initiative um die Wiederherstellung der Befahrbarkeit bemühte. Derzeit prozessiert der Freistaat Bayern gegen eine Initiative, die den Anschluss der Stadt Wasserburg a. Inn an die Bahn erhalten bezeihugnsweise wiederherstellen möchte.

Auch bei der Steigerwaldbahn reicht nun die jahrzehntelange Vernachlässigung – auch 74 Jahre nach Kriegsende sind die Schäden von damals noch nicht beseitigt – nicht mehr aus: Die Gleise müssen weg, um die Latte für eine Reaktivierung noch höher zu legen. Denn es liegt nicht am fehlenden verkehrlichen Potential, wenn eine Strecke nach so langer Totalblockade keine Fahrgäste mehr hat, sondern an den politischen Fehlentscheidungen.

„Die Bewohner des Steigerwalds wollen mobil sein. Besucher wollen ihre Ziele erreichen können. Unternehmen brauchen Transportwege. Wer hier keine Chancen für eine Eisenbahn sieht, muss mit Blindheit geschlagen sein – oder die Bahn aus anderen Beweggründen verhindern wollen,“ so Beß.

Was für ein zeitgemäßes, attraktives Verkehrsangebot wirklich gebraucht wird, ist ein Wiederanschluss der Strecke an die Hauptbahn Nürnberg – Würzburg, wie er historisch in Kitzingen bestanden hat. Eine gute Anbindung an den ICE-Knoten in Würzburg macht den Steigerwald überregional gut erreichbar, eine dichte Taktung lässt die Strecke auch für alltägliche Besorgungen der Anlieger attraktiv werden. „So einfach geht gute Verkehrspolitik,“ meint Beß: „Worauf warten wir noch?“

Pressemeldung PRO BAHN Bezirksgruppe Unterfranken

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