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Freitag, 20 Dezember 2019 11:33

Baden-Württemberg: Elektrifizierung Südbahn liegt im Terminplan

Über 2.000 Oberleitungsmasten zwischen Ulm und Lindau aufgestellt, mehr als 120 Kilometer Oberleitung montiert, 400 Meter Stützwände zwischen Ulm und Donautal gebaut: Die Bahn zieht zur Projekthalbzeit eine positive Zwischenbilanz zum aktuellen Projektfortschritt beim Ausbau der Südbahn.

Auf den insgesamt vier Bauabschnitten der 120 Kilometer langen Baustelle zwischen Ulm und Lindau koordiniert das Projektteam um Projektleiter Martin Glaser umfangreiche Arbeiten und musste auch 2019 einige technische Herausforderungen meistern, um die Elektrifizierung der Südbahn pünktlich bis zum Dezember 2021 abzuschließen. Martin Glaser betont dabei die engagierte Leistung des gesamten Projektteams: „Unser Projektteam arbeitet seit Baubeginn vor zwei Jahren eng mit den Baufirmen zusammen. Die erste „Halbzeit“ haben wir erfolgreich und unfallfrei geschafft. Für die zweite Hälfte bin ich sehr zuversichtlich.“

Bauarbeiten im Abschnitt Ulm–Aulendorf und Friedrichshafen–Lindau vor dem Abschluss

In den ersten beiden Abschnitten im nördlichen Bereich zwischen Ulm und Aulendorf wurde über die eigentlichen Elektrifizierungsarbeiten mit Masten und Kettenwerk hinaus auch der Gleisoberbau erneuert. Besondere Baumaßnahmen waren die Stützwände südlich der Adenauerbrücke, die neue Straßenbrücke in Ulm-Donautal, die Anhebung des Stegs im Bf Biberach und Bahnübergangsumbauten. Teilprojektleiter Andreas Blätzinger: „Die große Herausforderung ist die zeitliche und logistische Koordinierung der vielen einzelnen Arbeiten entlang der Strecke.“ Dass dabei immer wieder auch vorher nicht erwartete Probleme zu lösen sind, zeigt sich zum Beispiel beim Bau der neuen Eselsbergbrücke in Biberach. Kabelführungen und ein unerwartet schwieriger Baugrund haben den Bauablauf erschwert und mehr Zeit erfordert. Bis zum April/Mai 2020 werden aber auch dort die Arbeiten fertig gestellt.

Der Schwerpunkt im Abschnitt 4 zwischen Friedrichshafen und Lindau im Jahr 2019 lag neben den Elektrifizierungsarbeiten mit rund 350 Masten inklusive Kettenwerk beim Kabeltiefbau und bei den Arbeiten zur Anpassung von insgesamt 16 Bahnübergängen. Teilprojektleiter Tobias Haas: „Das absolute Highlight und die größte Einzelbaumaßnahme bei der gesamten Elektrifizierung war aber hier der Bau der neuen Argenbrücke. Pünktlich am 14. November haben wir die neue Brücke in einer spektakulären Aktion eingehoben“. Die Arbeiten im gesamten Abschnitt werden im Frühjahr 2020 abgeschlossen.

Bauschwerpunkt 2020 im Abschnitt Aulendorf-Friedrichshafen

Im Jahr 2020 wird der Schwerpunkt der Bauaktivitäten dann im Abschnitt 3 zwischen Aulendorf und Friedrichshafen liegen. Allein 40 Kilometer Oberleitung sind in diesem Streckenabschnitt sowie in den Bahnhöfen Aulendorf, Ravensburg und Friedrichshafen zu bauen. Kabeltiefbau, Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik, aber auch Brücken- und Gleisbauarbeiten stehen an. Dazu kommen die Teilerneuerung der Stellwerke Aulendorf und Bad Schussenried mit dem zugehörigen Umbau der zwei Bahnübergänge in Bad Schussenried und der Neubau des Umrichterwerkes in Niederbiegen zur Stromversorgung der Strecke.

Bewährtes Schienenersatzverkehrskonzept sichert Verkehrsbedienung

Bedingt durch eine Änderung bei Arbeiten an der Stellwerktechnik ist es notwendig, den Zugbetrieb zwischen Friedrichshafen und Lindau auch im Zeitraum zwischen 21.12.19 und 12.01.20 durch SEV zu ersetzen. Für die Fahrgäste bedeutet das, dass auf dieser Verbindung der SEV durchgehend bis einschließlich 28. Februar 2020 gefahren wird. Positiv für die Fahrgäste im SEV: Bei den bislang bekannten Fahrzeiten und Haltestellen gibt es keine Veränderungen. Damit kann das seit September 2019 gefahrene Schienenersatzverkehrskonzept weitergeführt werden.

Um diese komplexen Arbeiten im Abschnitt Aulendorf–Friedrichshafen durchführen zu können, sind im Jahr 2020 zwei Teilsperrungen der Strecke mit Schienenersatzverkehr (SEV) notwendig. Vom 2. März bis zum 7. Juli 2020 fahren zwischen Aulendorf und Ravensburg Busse, der Bahnverkehr ist in diesem Zeitraum unterbrochen. Vom 14. September bis zum 12. Dezember 2020 ist die Strecke zwischen Ravensburg und Friedrichshafen für die Bauarbeiten gesperrt. Die Fahrgäste werden auch hier mit einem bewährten Schienenersatzverkehrskonzept bedient.

Pressemeldung Deutsche Bahn

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