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Dienstag, 24 Dezember 2019 11:07

Bayern: Zeitplan zur Staudenbahn-Reaktivierung in Gefahr

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So könnte zeitgemäßer Nahverkehr im "Naturpark Westliche Wälder" westlich von Augsburg aussehen: Ein NE 81 der "Stauden Verkehrs Gmbh" (ex RBG) hält am 14.12.19 anlässlich der "Christkind-Takt" genannten Sonderfahrten zwischen Augsburg und Markt-Wald im idyllischen Bahnhof Reichertshofen /Schwaben.

Der Bahnhof strahlt wie der leider zunehmend verfallende Nachbarbahnhof Mittelneufnach (Bild 2) noch das besondere Nebenbahnflair dieser Strecke aus, die ihren planmäßigen Reiseverkehr im Mai 1991 verloren hat.

Seit Stilllegung durch die DB vor über 20 Jahren unterhält die hierfür gegründete "Firmengruppe Staudenbahn", die mittlerweile deutschlandweit als EIU und EVU tätig ist, das fast 30 km lange Streckenband nur mit Güter-und Sonderverkehren über Wasser.

Nun soll zumindest das 13 km lange Teilstück (Augsburg -) Gessertshausen - Langenneufnach nach dem Willen der Bayerischen Staatsregierung reaktiviert werden. Der Verkehr ist ab Dezember 2022 bestellt und Teil des Dieselnetzes Augsburg, für das die zur TRANSDEV -Gruppe gehörige "Bayerische Regiobahn" bereits den Zuschlag erhalten hat.

Leider ist der Eröffnungstermin nun in Gefahr, da es dem Infrastrukturbetreiber nicht möglich ist, entsprechende Kredite für die Streckenertüchtigung zu generieren. Die "Bestellgarantie" der BEG, die zudem nicht einredefrei ist und bei Ausfall der Züge etwa durch Personalmangel keine Einnahmen generieren würde, ist den Banken so "keinen Pfifferling" wert.

Hintergrund ist, dass nämlich private Infrastrukturbetreiber - im Gegensatz zur bundeseigenen DB Infrastruktur, die derzeit mit einem wahren Geldsegen aus Berlin überschüttet wird - den Streckenausbau komplett mit Eigenmitteln bezw. Krediten bestreiten müssen und dann jedoch in Folge nur den DB-Satz für die Streckennutzung vom Verkehrsunternehmen verlangen dürfen.

In völliger Verkennung dieser offensichtlich politisch gewollten Schieflage macht man in der Politik nun die "Firmengruppe Staudenbahn" mit ihrem Infrastrukturbetreiber BBG-Stauden für die Probleme - die übrigens bei nahezu allen bayerischen Reaktivierungsprojekten bestehen - verantwortlich und übersieht dabei, dass es ohne die unermüdlichen Staudenbahnaktivisten hier heute nichts mehr zu reaktivieren gäbe!

Schon bringt man aus der Lokalpolitik andere (kommunale) Betreiber ins Spiel und riskiert damit auch die Zukunft der weiteren Strecke hinter Langenneufnach, die(noch!) nicht zur Reaktivierung ansteht und somit für ein rein kommerziell agierendes EIU wertlos wäre.

Ob also in Reichertshofen und Mittelneufnach tatsächlich irgendwann wieder einmal Planzüge halten steht also mehr denn je buchstäblich in den "Sternen"!

Alexander Bauer

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