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Montag, 10 Februar 2020 15:03

Thüringen: Fahrgastverbände kritisieren pauschale Einstellung des Schienenverkehrs wegen Sturmtief Sabine

Mit Kritik reagieren der VCD in Gera und Weimar sowie der Fahrgastverband PRO BAHN Thüringen auf die flächendeckende Einstellung des Schienenverkehrs durch die Verkehrsunternehmen DB Regio und die Erfurter Bahn in der Nacht von Sonntag auf Montag. Die Erfurter Bahn hatte von 20 Uhr bis gegen 8 Uhr eine generelle Betriebseinstellung beschlossen, DB Regio folgte in der Nacht, obwohl der Schienennetzbetreiber DB Netz nur eine reduzierte Geschwindigkeit in der Nacht angeordnet hatte.

Auch als längst klar war, dass der Sturm in Thüringen weniger stark als erwartet war und obwohl die Gleise frei waren, sah sich die Erfurter Bahn nicht in der Lage, den Frühverkehr aufzunehmen. So fuhr beispielsweise der erste Zug von Weimar nach Jena erst um 8:21 Uhr, nach Gera noch einiges später. Erschwerend kam hinzu, dass die Anzeigen an den Bahnhöfen in vielen Fällen die Züge als planmäßig anzeigten, obwohl sie nicht verkehrten.

"Wir haben volles Verständnis für begründete Vorsorgemaßnahmen, die dem Schutz von Mensch und Material dienen. Aber über all dem darf der Fahrgast nicht ins Abseits geraten. Übertriebene pauschale Betriebseinstellungen, wie sie in letzter Zeit zunehmend zu beobachten sind, die dann zu allem Überfluss auch noch nicht in den Auskunftssystemen angezeigt werden, frustrieren die Fahrgäste und sind keine Werbung für den ÖPNV", so Olaf Behr, Vorsitzender des Fahrgastverbandes PRO BAHN Thüringen. Gilbert Weise, Vorsitzender der VCD-Ortsgruppe Gera, ergänzt "Wenn im Eichsfeld der Orkan tobt, muss im Thüringer Wald oder in Ostthüringen der Zugverkehr noch lange nicht automatisch auch eingestellt werden. Regionale Trassen sollten – wenn die Streckenbetreiber entschieden haben, dass dies möglich ist – auch befahren werden. In der Nacht von Sonntag auf Montag hätte es völlig gereicht, wenn Erfurter Bahn und DB Regio den Anweisungen von DB Netz gefolgt und mit reduzierter Geschwindigkeit gefahren wären. Dass dies möglich war, zeigte u.a. Abellio, deren Züge - wenn auch wegen der reduzierten Geschwindigkeit mit Verspätungen - überwiegend planmäßig fuhren. Auch Güterzüge waren unterwegs."

Pressemeldung Pro Bahn/VCD

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