english

Dienstag, 11 Februar 2020 11:17

Sachsen: Marienberger Bahnanbindung - Nagelprobe für neue Regierung

Ein Gutachten, welches im Auftrag des sächsischen Innenministeriums erstellt wurde, kommt laut einem Bericht der Freien Presse vom 08.02.2020 zu dem Schluss, dass eine Reaktivierung des Abschnitts Pockau-Lengefeld - Marienberg machbar ist, wird aber vom sächsischen Verkehrsministerium unter Verschluss gehalten. Der Fahrgastverband PRO BAHN unterstützt die Bemühungen zur Reaktivierung der Strecke und fordert die Landesregierung auf, ihren eigenen Koalitionsvertrag einzuhalten.

Der Koalitionsvertrag der neuen sächsischen Landesregierung sieht vor, 80% der Bevölkerung an einen vertakteten Nahverkehr anzubinden. Die Reaktivierung von Bahnstrecken spielt dabei eine zentrale Rolle zur Wiederanbindung des ländlichen Raums an die Ballungszentren. Eine positive Potentialanalyse ist die im Koalitionsvertrag genannte Voraussetzung für die Reaktivierung von Bahnstrecken.

Im Falle der Stadt Marienberg liegt ein solches befürwortendes Gutachten nun vor, das Potenziale für ausreichend Fahrgäste in die Weltkulturerbestadt nachweist und begleitende Maßnahmen wie die Abstimmung der Busverkehre auf den künftigen Fahrplan der Bahn empfiehlt. Die Strecke befindet sich schon heute in einem guten Zustand, da sie erst 2002 das letzte Mal saniert wurde. Eine zeitnahe Aufnahme des Betriebes wäre daher möglich. Umso unverständlicher ist die Position des Verkehrsministeriums, obwohl der Bund mit der Reform des GVFG bereits vorgelegt und ein deutliches Zeichen für die Reaktivierung von Bahnstrecken gesetzt hat.

"Die Tinte unter dem Koalitionsvertrag ist kaum trocken, da werden zentrale Aussagen schon gebrochen", so Markus Haubold, Sprecher für Südwestsachsen des Fahrgastverbandes PRO BAHN. "Mit einer solchen Blockadehaltung seitens des SMWA gleich zu Beginn der Diskussion um eine Reaktivierung der Strecke wird man sicher keine Stärkung des ÖPNV abseits der Großstädte erreichen, die man im Vertrag verspricht."

Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert den Freistaat Sachsen und insbesondere das SMWA auf, die Machbarkeitsstudien zu veröffentlichen und sich einer sachlichen Diskussion zu stellen.

Pressemeldung PRO BAHN Landesverband Mitteldeutschland e.V.

Zurück