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Mittwoch, 18 Oktober 2017 19:59

Berlin: 76. Jahrestag des Beginns der Deportation von Berliner Jüdinnen und Juden

Am 18. Oktober 2017 fand am Bahnhof Grunewald in Berlin die Gedenkveranstaltung zum 76. Jahrestag des Beginns der Deportation von Berliner Jüdinnen und Juden statt. Der erste Deportationszug rollte am 18. Oktober 1941 von den Gleisen des Bahnhofs Grunewald. 1013 Menschen befanden sich in dem Zug in Richtung Osten. Vor hier aus wurden in den Jahren von 1941 bis zum Kriegsende über 500.000 deutsche Juden in Arbeits- und Konzentrationslager deportiert und größtenteils ermordet. Fahrtziele waren neben Riga und Warschau die Lager Auschwitz-Birkenau und Theresienstadt.

Vertreter aus Politik und Gesellschaft, Angehörige von NS-Opfern sowie Opferverbände riefen zum Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus auf.  Die Gedenkrede hielt in diesem Jahr die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer (95), deren Familie vom Bahnhof Grunewald in das Konzentrationslager geschickt wurde. „Versuche, dein Leben zu machen,"  waren die letzten Worte, die Margot Friedländer von ihrer Mutter hörte, bevor diese ab Gleis 17 vom Bahnhof Grunewald nach Auschwitz in den Tod deportiert wurde. Friedländer erinnerte dabei an das grausame Schicksal ihrer Familie.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller: „Unter den Millionen Menschen, die in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern oder auf andere Weise ums Leben kamen, waren auch rund 50.000 Jüdinnen und Juden aus unserer Stadt. Allen Opfern der von Antisemitismus und Rassismus, von Intoleranz und Menschenverachtung getragenen nationalsozialistischen Diktatur sind wir schuldig, unsere Verantwortung für den Fortbestand von Freiheit und Demokratie, von Toleranz und Rechtsstaat wahrzunehmen. Unsere Verantwortung für den Bestand unseres freiheitlichen Gemeinwesens immer wieder durch praktisches Handeln und in diesen Tagen besonders im Kampf gegen rechte Populisten zu beweisen, ist der einzige Weg, von vorneherein dafür zu sorgen, dass so etwas wie die Shoah nie wieder geschieht.“

Müller weiter: „Das Mahnmal am Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald ist einer der Orte in unserer Stadt, mit dem sich die Erinnerung an das menschenverachtende Geschehen der von den Nationalsozialisten euphemistisch so benannten ‚Osttransporte‘ verbindet. Es ist richtig und wichtig, dass sich u.a. dank der Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum an diesem authentischen Ort historischen Geschehens ein regelmäßiges Erinnern etabliert hat.“

Quelle Pressemeldung Land  Berlin

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