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Mittwoch, 04 März 2020 14:01

NRW: DB zum VRR-Stationsbericht

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Vandalismusschäden im VRR-Bereich.Fotos Deutsche Bahn.

Die Ergebnisse des VRR-Stationsberichts sind für die Deutsche Bahn (DB) in NRW sehr wichtig. Erfreulich ist, dass rund drei Viertel aller getesteten NRW-Bahnhöfe in der Ampel-Bewertung von den VRR-Testern eine grüne oder gelbe Bewertung erhalten haben (217 von 289 Bahnhöfen). Es wird auch deutlich: Modernisierte Stationen mit ihren neuen Aufzügen, Schildern oder Sitzbänken werden in ihrer Funktion erheblich besser bewertet als Stationen, die noch nicht erneuert worden sind.

Dennoch sorgen Vermüllung und Vandalismus dafür, dass Bahnhöfe zum Teil schlechter bewertet werden, obwohl die DB jährlich Millionenbeträge in die Sauberkeit und Behebung von Vandalismusschäden investiert. „Wir wollen bei allen Stationen gute Ergebnisse haben“, so Stephan Boleslawsky, Regionalbereichsleiter der DB Station&Service. „Die Resultate sind für uns ein Ansporn, die Bahnhöfe mit einer schlechten Bewertung noch einmal stärker unter die Lupe zu nehmen.“

Vandalismusschäden an NRW-Bahnhöfen

Allerdings ist der Kampf gegen Vandalismus und Graffiti ein Kampf gegen Windmühlen. Allein im letzten Jahr gab es an den NRW-Bahnhöfen Vandalismus- und Graffitischäden in Höhe von 3,6 Millionen Euro – ein Anstieg von mehr als 27 Prozent zum Vorjahr (2019: 2,8 Millionen Euro). Dieses Geld würde die DB lieber zum Nutzen ihrer Kunden einsetzen. Das optische Erscheinungsbild einiger Stationen wird durch teils schweren Vandalismus allerdings enorm getrübt. Zwei Beispiele aus den letzten Wochen:

• Beispiel 1: Bahnhof Langenfeld (Rheinl.)-Berghausen: Zerstörtes Wetterschutzhaus am 24. Februar 2020. Schadenshöhe im mittleren vierstelligen Bereich. Reparatur ist umgehend beauftragt, Strafanzeige ist gestellt.

• Beispiel 2: Bahnhof Essen Holthausen, 18. Februar 2020: Türen zweier Aufzüge zerstört und Scheibe eines Wetterschutzhauses eingeschlagen. Schadenshöhe: rund 80.000 Euro. Auch hier ist Strafanzeige gestellt, die Aufzüge sind aufgrund der Ersatzteillieferung leider immer noch nicht in Betrieb.

Vandalismusschäden im VRR-Bereich

Zerstörtes Wetterschutzhaus am Bahnhof Langenfeld (Rheinl)-Berghausen[12] Zerstörte Aufzugstür am Bahnhof Essen-Holthausen[13] Beschädigtes Wetterschutzhaus am Bahnhof Essen-Holthausen[14]
Grundsätzlich werden alle Bahnhöfe von unseren Mitarbeitern regelmäßig inspiziert und gereinigt. Schäden werden dabei – wenn möglich – kurzfristig repariert. Sollte an einem Bahnhof außerplanmäßig Reinigungsbedarf bestehen (z.B. nach Großveranstaltungen), kümmern sich unsere Mitarbeiter darum, die Station schnellstmöglich zu säubern. So hat die DB im vergangenen Jahr allein an den NRW-Bahnhöfen rund eine halbe Million Euro zusätzlich investieren müssen, um Stationen außerhalb der regulären Reinigung vom Dreck zu befreien.

Modernisierte Stationen mit besseren Bewertungen

Die Ergebnisse des VRR-Stationsberichts zeigen aber auch: Die Investitionen in Bahnhofsmodernisierungen wirken – so wird der bauliche Zustand von modernisierten Stationen grundsätzlich erheblich besser bewertet. Die Anstrengungen von DB, Aufgabenträgern und Land NRW werden daher fortgesetzt: So werden im Rahmen der Initiative „1von150: Moderne Bahnhöfe für NRW“ insgesamt rund 150 Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen umfangreich modernisiert. Zwischen 2016 und 2023 investieren Land, Aufgabenträger und DB rund eine Milliarde Euro in die Modernisierung von Bahnhöfen. Neben dem Bau und der Installation neuer Aufzüge und barrierefreier Rampenanlagen werden die Beschallung und die Beleuchtung neu installiert. Allein in diesem Jahr schließt die DB die Modernisierung von insgesamt 49 Bahnhöfen in NRW ab, im letzten Jahr sind an 37 Stationen Modernisierungsprojekte abgeschlossen worden.

Maßnahmen gegen Schmierereien am Bahnhof

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In Auftrag gegebene Graffiti. Fotos DB.

Die Deutsche Bahn steht auch ohne zusätzliche Finanzierung durch Land und Aufgabenträger weiter zur Graffiti-Offensive und wird auch in Zukunft – ganz im Sinne des Kunden – Schmierereien so schnell wie möglich entfernen.

Um das Erfolgserlebnis der Sprayer zu schmälern, beseitigt die DB die Schäden möglichst innerhalb von 24 bis 72 Stunden. Bei Hinweisschildern, Informationstafeln oder –vitrinen mit Fahrplanaushängen ist die schnelle Entfernung des Graffitis besonders wichtig. Die Entfernung von Graffiti erfordert Erfahrung und Fachwissen. Speziell geschulte Mitarbeiter der DB müssen die einzelnen Farbschichten in häufig zeitintensiver und mühsamer Handarbeit Schicht um Schicht abtragen. Darüber hinaus setzt die DB auf Präventivmaßnahmen: So sind an mehreren Bahnhöfen in NRW, unter anderem in Hagen, Recklinghausen-Süd und Hochdahl, die Personenunterführungen künstlerisch gestaltet worden. Unter Sprayern gilt, dass in Auftrag gegebene Graffitis hoch anzusehen sind und nicht beschmiert werden dürfen. Dies verbietet der Ehrenkodex. Unsere Erhebungen zeigen, dass sich unsere Kunden in den bunt gestalteten Personenunterführungen deutlich wohler fühlen.

Pressemeldung Deutsche Bahn

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