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Mittwoch, 20 Mai 2020 13:13

NRW: Förderbescheid für innovativen ÖPNV an die Stadt Münster übergeben

Verkehrsminister Hendrik Wüst hat einen Förderbescheid über 5 Millionen Euro an die Stadt Münster übergeben. Das Geld gibt es für die Erprobung eines bedarfsgesteuerten On-Demand-Shuttlesystems. „Hiltrup-on-Demand“ heißt das Projekt, mit dem sich Münster beim Landeswettbewerb „Mobil.NRW – Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum“ durchgesetzt hat.

Dabei ist der Einsatz von zehn barrierefreien und möglichst emissionsarmen Fahrzeugen geplant, die per App oder Telefon nach Bedarf angefordert werden können. So soll das Angebot im ÖPNV in bestimmten Stadtteilen verbessert werden.

„Gerade im ländlichen und suburbanen Raum muss das Angebot im ÖPNV besser werden, damit Pendler vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen können. Deshalb unterstützen wir die Kommunen bei der Entwicklung von innovativen Mobilitätskonzepten. Ich gratuliere der Stadt Münster zur Förderung und danke herzlich für das Engagement für eine bessere und saubere Mobilität“, sagte Verkehrsminister Hendrik Wüst.

On-Demand-Shuttles sollen in den Stadtteilen Hiltrup, Amelsbüren und Berg Fidel sowie in bestimmten Wohngebieten in Gremmendorf, Mecklenbeck und Münster-Mitte eingesetzt werden. Abseits der Hauptverkehrsachsen werden dort bislang TaxiBus-Linien angeboten. Die neuen Shuttles können je nach Bedarf rund 230 bestehende Bushaltestellen und zusätzlich bis zu 1000 virtuelle Haltestellen im Projektgebiet anfahren. Viele Zustiegs- und Ausstiegsmöglichkeiten sollen sicherstellen, dass Kunden die On-Demand-Shuttles nahe am Start- und Zielort nutzen können.

„Die Förderung des Landes unterstützt den Ausbau des bedarfsgerechten öffentlichen Personennahverkehrs in Münster. Mit dem neuen Angebot ‚Hiltrup on Demand‘ wird ein weiterer Baustein des Masterplans Mobilität Münster 2035+ auf den Weg gebracht, der den ÖPNV auch klimafreundlicher macht“, freut sich Oberbürgermeister Markus Lewe über die Zuwendung.

Ziel von „Hiltrup-On-Demand“ ist auch die Vernetzung des neuen Angebots mit lokalen und überregionalen Bus- und Bahnlinien sowie die Integration in die bestehende Tarifstruktur (Westfalentarif). Künftig sollen Mobilstationen die Möglichkeit der Vernetzung verschiedener Mobilitätsangebote weiter steigern und in das Gesamtprojekt integriert werden.

„Möglichst noch in diesem Jahr sollen die Busse für das Pilotprojekt auf Hiltrups Straßen fahren. Die Stadt und Stadtwerke arbeiten intensiv daran“, erläutert Stadtbaurat Robin Denstorff.

Hintergrund Landeswettbewerb

Das Verkehrsministerium hat in einem Landeswettbewerb „Mobil.NRW – Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum“ Kommunen, kommunale Zweckverbände und SPNV-Aufgabenträger aufgefordert, innovative Konzepte für den ÖPNV im ländlichen Raum zu entwickeln.

Durch die Modellprojekte sollen Wege aufgezeigt werden, wie in eher ländlich geprägten oder suburbanen Räumen ÖPNV-Angebote neu geschaffen oder die bestehenden Angebote attraktiver gestaltet werden können.

Städte, Kreise und Gemeinden, kommunale Zweckverbände sowie die SPNV-Aufgabenträger waren daher aufgerufen, Projektskizzen aus zwei Kategorien einzureichen:

1. Entwicklung und Umsetzung eines für Kunden attraktiven, leistungsfähigen und wirtschaftlich zweckmäßigen ÖPNV-Systems im ländlichen Raum;

2. flächendeckender Einsatz von bedarfsgesteuerten Verkehren in peripheren Stadtteilen bzw. suburbanen Gebieten, wie z.B. On Demand-Lösungen.

Für die Erprobung der Modellprojekte stehen bis zum Jahr 2023 insgesamt 30 Millionen Euro bereit. 75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten können gefördert werden. Die maximale Höhe der Zuwendung über die Laufzeit beträgt 5 Millionen Euro für ein Projekt.

Insgesamt wurden 38 Projektvorschläge eingereicht. Eine Experten-Jury hat die Bestplatzierten ausgewählt. 15 Projekte wie „Hiltrup-On-Demand“ können von der Landesförderung profitieren.

Hintergrund ÖPNV-Offensive des Verkehrsministeriums

Die Förderung von innovativen Modellvorhaben im ländlichen Raum ist Teil der ÖPNV-Offensive, die das Verkehrsministerium gestartet hat. Hierfür sind bis 2031 insgesamt 120 Millionen Euro eingeplant. Darüber hinaus stellt das Land bis 2031 eine Milliarde Euro für die dringend notwendige Erneuerung der Stadt- und Straßenbahnen zur Verfügung. Außerdem fließen in den nächsten 12 Jahren rund 100 Millionen Euro in Schnellbus-Linien im ländlichen Raum. Rund 180 Millionen Euro investiert Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit der Bahn und den Aufgabenträgern in ein robustes Schienennetz. Außerdem fördert das Verkehrsministerium die Reaktivierung stillgelegter Schienenstrecken.

Pressemeldung Ministerium für Verkehr

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Letzte Änderung am Mittwoch, 20 Mai 2020 13:15