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Freitag, 26 Juni 2020 13:00

Niedersachsen: Felix Schoeller Group in Osnabrück

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Die Felix Schoeller Group mit Hauptsitz in Osnabrück ist einer der weltweit größten Produzenten von Spezialpapieren für fotografische Anwendungen, für Digitaldrucksysteme, für den Verpackungsmarkt, für selbstklebende Anwendungen wie zum Beispiel Labels, sowie Dekorationspapier für die Möbel-, Holzwerkstoff- und Tapetenindustrie.

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Für den Wagenaustauch mit der DB verfügt das Werk über eine Dampfspeicherlokomotive vom Typ C-fl mit Nummer 03 189, die regelmäßig eingesetzt wird. Das Anschlussgleis ist ca. 800 Meter lang.

Am Dienstag (23. Juni 2020) war ich eingeladen, das Werk zu besuchen. Die Gastfreundschaft war großartig. Die Lok wurde extra an Stellen gefahren, wo sie normalerweise nicht hinkommt.

Ähnlich wie in vielen anderen Ländern war um 1980 auch die DDR von der weltweite Ölkrise betroffen. Es wurden zahlreiche Anstrengungen unternommen, den industriellen Rohölbedarf deutlich zu senken.
So wurden bei der Deutschen Reichsbahn viele Dampflokomotiven von Öl- auf Kohlefeuerung rückgebaut oder ausgemustert. Für den Bereich der Werkbahnen wurde über 10 Jahre nach der letzten Fertigung von Dampfspeicherlokomotiven beschlossen, eine neue Serie zu produzieren. Weil sich der frühere Hersteller Lokomotivbau Karl Marx in Babelsberg (LKM) aus dem Lokbau zurückgezogen hatte, wurde das Raw "Helmut Scholz" in Meiningen mit dem Bau beauftragt.

Zurückgegriffen wurde auf die alte LKM-Konstruktion. Das Baumuster mit der Fabriknummer 03 001 wurde im Dezember 1983 vorgestellt. Ab Februar 1984 lief die Auslieferung dieser C-Kuppler an. Ende März 1988 wurde die letzte Lok der aus insgesamt 202 Stück bestehenden Serie ausgeliefert.

Die Auslieferung gemäß planwirtschaftlichen Vorgaben und die politische Entwicklung führten dazu, dass viele der Neubaulokomotiven nur kurz oder zum Teil gar nicht zum Einsatz kamen. Einige sind erhalten geblieben, obwohl sich der Bestand deutlich reduziert hat.

Die Lok mit der Seriennummer 03 189 wurde am 29.12.1987 an den VEB Bergbau- und Hüttenkombinat “Albert Funk” in Freiberg (Sachsen) ausgeliefert. Danach kam sie an die Freiberger Zellstoff- und Papierfabrik zu Weißenborn, die nach der Wiedervereinigung von Schoeller übernommen wurde. Seit 1991 wird die Maschine in Osnabrück-Lüstringen eingesetzt. Die jüngste Hauptuntersuchung wurde August 2016 durchgeführt und die nächste folgt bald.

Von den insgesamt nur sechs regelmäßig in Deutschland verkehrenden Dampfspeicherlokomotiven befinden sich zwei im Westen des Landes: bei Schoeller in Osnabrück und bei Ineos in Herne. Die übrigen Lokomotiven sind im Großkraftwerk Mannheim, im Braunkohletagebau bzw. beim Wachsproduzenten Romonta in Amsdorf und (zwei Stück) bei Ciech Soda in Staßfurt im Einsatz. Weitere betriebsfähige Exemplare sind beheimatet im Bayerischen Eisenbahnmuseum in Nördlingen und im Sächsischen Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilfersdorf.

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