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Montag, 29 Juni 2020 17:33

Sachsen: PRO BAHN begrüßt Grundsatzbeschluss des Verkehrsverbundes Mittelsachsen zu Reaktivierungen

In einem Grundsatzbeschluss spricht sich der Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) für die Reaktivierung von vier Bahnstrecken in Verbandsgebiet aus. PRO BAHN sieht darin ein positives Beispiel auch für andere Aufgabenträger, fordert zugleich aber die Sicherung der Finanzierung durch den Freistaat Sachsen.

Die Verbandsversammlung des ZVMS stimmte in ihrer Sitzung am 26.06.2020 einem Grundsatzbeschluss zur Reaktivierung von Eisenbahnstrecken zu. Der ZVMS bekennt sich dazu, die Streckenreaktivierung der Relationen

• Pockau‐Lengefeld – Marienberg,
• Narsdorf – Rochlitz – (Grimma),
• Döbeln – Meißen – (Dresden) sowie
• Holzhau – Moldau (Moldava)

zu unterstützen und beabsichtigt die Bestellung von Verkehrsleistungen.

"Erstmals seit Jahren bekennt sich der VMS klar zur Reaktivierung von Eisenbahnstrecken in der Region und möchte diese aktiv unterstützen. Das ist ein Kurswechsel und bindet endlich die Mittelzentren wieder an das Schienennetz an.", freut sich Markus Haubold, Sprecher des Fahrgastverbandes PRO BAHN für die Region Südwestsachsen über diese positive Entscheidung.

Ein Beispiel für das Umdenken ist die Strecke Pockau‐Lengefeld – Marienberg: Auf dieser wurden nach dem Wiederaufbau nach den Hochwasserschäden 2006 die Zugleistungen durch den ZVMS abbestellt. Dies führte zur Betriebseinstellung auf der Strecke. "Noch fahren aber keine Züge.

Es handelt sich zunächst nur um einen Grundsatzbeschluss, welcher unter einem Finanzierungsvorbehalt steht.", so Haubold. Nun ist auch der Freistaat Sachsen gefordert, die Finanzierung insbesondere der Investitionen in die Strecken sicherzustellen, damit die Reaktivierungen schnell umgesetzt werden können. Das klare Bekenntnis des ZVMS ist hierfür eine wichtige Voraussetzung. Erfreulich ist, dass auch die Anbindung von Rochlitz enthalten ist. Im Zuge des ohnehin geplanten Ausbaus der Strecke Chemnitz‐Leipzig kann so ein Wiederanschluss der Strecke Narsdorf – Rochlitz an die Haupttrasse gleich mit erfolgen.

"Wir freuen uns, dass der ZVMS hier vorangeht. Dies kann durchaus als Beispiel für die anderen Aufgabenträger in Sachsen und Sachsen‐Anhalt gelten.", so Anja Schmotz, stellvertretende Vorsitzende von PRO BAHN Mitteldeutschland. Seit den 90er Jahren wurden zahlreiche Bahnstrecken stillgelegt, einige gar erst in den letzten Jahren abbestellt. Gerade bei Strecken, welche durch das Gebiet mehrerer Aufgabenträger führen, verfolgen die Aufgabenträger unterschiedliche Ziele. Ein Beispiel hierfür ist die Reaktivierung der Strecke Döbeln‐Meißen‐ (Dresden). "Wir fordern, dass in diesem Fall auch der Zweckverband Verkehrsverbund Oberelbe ein klares Bekenntnis für die Reaktivierung abgibt.“, so Schmotz.

Pressemeldung Pro Bahn Mitteldeutschland

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