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Freitag, 24 Juli 2020 17:47

NRW: Eurobahn bildet auch während der Pandemie aus

Seit dem 27. April gilt in Nordrhein-Westfalen auf dem Bahnhofsgelände, an den Bahnsteigen und in den Zügen die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung. eurobahn-Betreiber Keolis Deutschland weist seine Fahrgäste seitdem auf der Homepage auf das Tragen von Mund-Nasenbedeckungen hin. Darüber hinaus informieren regelmäßige Durchsagen in den Zügen über alle Maßnahmen.

Sollten Fahrgäste keine Community-Masken oder Schals tragen, werden diese durch die eurobahn-Kundenbetreuer an Bord gebeten, diese anzulegen. "Das klappt grundsätzlich sehr gut", resümiert Keolis-Sprecherin Nicole Pizzuti das vergangene Vierteljahr. "Sollte die Schutzmaßnahme konsequent vom Reisenden verweigert werden und der Fahrgast hier kein Einsehen haben Erklärungsversuche, warum dieses wichtig ist, machen wir von unserem Hausrecht Gebrauch", ergänzt sie. In sehr schwierigen Fällen wird die Bundespolizei zur Hilfe gerufen, dies musste bisher jedoch sehr selten erfolgen.

Urlaubs- und Freizeit- /Ausflugsreisen zu den Hauptverkehrszeiten vermeiden

Durch die schrittweise Öffnung des öffentlichen Lebens nutzen wieder mehr Fahrgäste die Züge. Zusätzlich bewirken die Sommerferien, dass viele Reisende Tagestouren innerhalb des eigenen Landes vornehmen. Attraktive Sonderaktionen bewirken, dass Familien das Angebot sehr gut nutzen und einzelne Linien ein erhöhtes Fahrgastaufkommen verzeichnen. "Wir unterstützen das offene System der Bahnen in Deutschland, Fahrgästen ohne Reservierung ihre Reisen zu ermöglichen", betont Nicole Pizzuti. "Urlaub im eigenen Land und / oder Tagesausflüge mit der Bahn sind insbesondere dieses Jahr eine willkommene Abwechslung, können jedoch auch zu erhöhtem Fahrgastaufkommen führen. Am besten ist es, die Fahrten außerhalb der Pendlerfahrten bzw. Hauptverkehrszeiten zu tätigen", ergänzt Pizzuti.

Tests belegen: Lüftungs- und Klimaanlagen der Fahrzeuge bieten Schutz vor Viren

"Zugfahren ist sicher", sagt Nicole Pizzuti und ergänzt: "Das gilt auch für die Sommermonate mit Klimaanlagen, die auf Hochtouren laufen". Die Frage, inwiefern sich Lüftungs- und Klimaanlagen in Bezug auf Covid-19 auswirken, haben Experten der UTP mit Sitz in Frankreich erörtert und geprüft. Hier wurden die Anlagen von Schienenfahrzeugen explizit untersucht. Resultierend wurde festgestellt, dass eine Lüftungs- oder auch Klimaanlage kein Ausbreitungssystem ist, noch birgt dieses ein Kontaminationsrisiko. Die Verwendung dieser technischen Anlagen wird umso mehr empfohlen, um sowohl Schutz vor Hitze, Viren als auch inhärenten Betriebsstörungen zu gewährleisten.

eurobahn-Fahrgastumfrage

Über die eurobahn-Webseite und über die Fahrzeugmonitore lud das Unternehmen ein, im Zeitraum vom 08. bis 26. Juni an einer Online-Umfrage teilzunehmen. Rund 400 Fahrgäste haben die insgesamt 14 Fragen beantwortet, mit denen das Unternehmen das Sicherheitsgefühl und die Reisegewohnheiten nach dem Lockdown im Detail abfragte. Die Auswertung zeigt, dass die Teilnahme relativ gleichwertig auf alle vier Netze verteilt ist. Rund ein Drittel der Fahrgäste war zwischen Mitte März und Ende April genauso regelmäßig wie vor der Pandemie in den eurobahn-Zügen unterwegs, davon die Mehrheit aus beruflichen Gründen. Während die meisten Fahrgäste während der Pandemie auf andere Verkehrsmittel, wie Pkw, Fahrrad oder auch Pedelec umgestiegen sind, geben 86 % der Reisende an, künftig wieder den Schienenpersonennahverkehr zur Mobilität nutzen zu wollen. Fast zwei Drittel der Fahrgäste fühlt sich in den Fahrzeugen sicher. Die größten Fahrgastsorgen sind Mitreisende, die sich nicht an das Tragen von Community-Masken oder Schals halten sowie die Einhaltung von Abstandsregelungen in den Zügen. Auch an den öffentlichen Bus- und Bahnstationen und Haltestellen fühlen sich die Fahrgäste sicher. Informationen zu ihrer Reise holen sich die Fahrgäste mehrheitlich über die eurobahn-Webseite und die Service-Hotline, ein Teil informiert sich zudem über die zentrale Webseite aller Eisenbahnverkehrsunternehmen mobil.nrw.de. Nicole Pizzuti freut besonders das Lob für das hohe Engagement und die Freundlichkeit ihrer Kolleg*innen: "Jeder einzelne unserer Mitarbeiter*innen hat im wahrsten Sinne des Wortes in den letzten Monaten alles bewegt, um unseren Fahrgästen eine stabile Grundversorgung zu bieten. Unsere Kolleg*innen auf den Zügen waren dabei besonders gefordert."

Keolis Deutschland bleibt Ausbildungsbetrieb

Viele Betriebe sind in Folge der Corona-Krise nach wie vor in Kurzarbeit, die Bahnen in NRW fahren konsequent ein straffes Ausbildungs- und Einstellungsprogramm. Nicht zuletzt die Corona-Krise hat gezeigt, wie "systemrelevant" die Branche ist. Der Schienenpersonennahverkehr ist nicht konjunkturabhängig, sondern bietet krisenfeste Berufe. Die Zukunftsperspektiven in der Branche bleiben auch in unsicheren Zeiten, denn die Mobilitätswende geht weiter und dafür wird Personal benötigt. Keolis besetzt dieses Jahr insgesamt acht Ausbildungsplätze. Erstmalig wird am Zentralstandort in Hamm zum Fachinformatiker*in für Systemintegration ausgebildet. Los geht's für den ersten Azubi bereits am 01. August. Darüber hinaus starten vier Schulabsolventen die dreijährige Berufsausbildung zum/zur Eisenbahner*in im Betriebsdienst. Auch das Heessener Werkstattteam freut sich auf Zuwachs und bildet drei Mechatroniker*innen aus.

Quereinstieg und Corona

Für die Bewerbungs- und Informationsgespräche sind bei Keolis trotz der Corona-Pandemie weder Mindestabstände noch Mund-Nasenbedeckungen nötig. Das bewährte Recruiting-Format "Bock auf Lok", das seit 2018 Bewerber und Interessenten für freie Stellen und Ausbildungen mit einem Informationsstand persönlich an Bahnhöfen und zentralen Orten begegnete, konnte dieses Jahr bereits zweimal online stattfinden. Statt einer Aktionsfläche in den Bahnhofshallen gab es nun die Möglichkeit, virtuell mit den Personalreferent*innen und Kolleg*innen aus den Fachabteilungen in Kontakt zu treten. Die interessierten Bewerber wurden per Facebook und Webseite eingeladen, in Echtzeit per LiveChat auf der Webseite oder über die Hotline telefonisch in den Kontakt zu treten. Das bisherige Fazit zur Aktion war sehr positiv. "Mutig, flexibel und wunderbar direkt" - so kommentierten die Teilnehmer*innen das neue Angebot.

Erster Qualifizierungskurs startete dieses Jahr im Februar

Insgesamt werden dieses Jahr in acht Kursen Quereinsteiger zum/zur Triebfahrzeugführer*in ausgebildet. Mit der Bildung eines VDEF-Kurses (Verband Deutscher Eisenbahnfachschulen) werden zudem Synergien geschaffen, um auch effizient Kurse mit Wettbewerbern gemeinsam füllen zu können. Dies dient zum einen den künftigen "Lokführer*innen" ihre Ausbildung zum frühmöglichsten Zeitpunkt starten zu können und zum anderem auch dem straffen Ausbildungszeitplan der Unternehmen. Das Klassenzimmer wurde hierbei online verlegt, sodass der Unterricht qualitativ fortgesetzt wird. Im praktischen Ausbildungsteil wurden die Gruppengrößen reduziert und auf dem Führerstand in ein konstantes 1:1-Modell zwischen Ausbilder und Auszubildendem geändert. Auch für die verpflichtenden Schulungen des ausgebildeten Personals wurden Vorkehrungen getroffen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten: Zwischen Ausbildungsplätzen an Simulatoren dienen Plexiglas-Scheiben den Sicherheitsvorkehrungen, der regelmäßige Fortbildungsunterricht (RFU) findet online statt.

Pressemeldung Keolis

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