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Mittwoch, 29 Juli 2020 10:57

Bayern: Weiteres Etappenziel für bessere Schienenanbindung des Münchner Flughafens

PM 155
Foto StMB.

Mit dem Zug zum Flug – eine bessere Schienenanbindung des Flughafens München ist ein Kernanliegen des Bahnausbaus in der Region München. Jetzt hat das Vorhaben ein weiteres wichtiges Etappenziel erreicht. Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer und der DB-Konzernbevollmächtigte für den Freistaat, Klaus-Dieter Josel, unterzeichneten den Realisierungs- und Finanzierungsvertrag zum Bau der Strecke vom Flughafen bis Schwaigerloh.

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Grafik DB Netz.

Die rund vier Kilometer lange Strecke ist Teil des „Erdinger Ringschluss“, mit dem eine durchgehende Schienenverbindung von Freising über den Münchner Flughafen nach Erding geschaffen werden soll.

Der „Erdinger Ringschluss“ ist das zentrale Projekt zur Verbesserung der Schienenanbindung des Flughafens und ermöglicht im weiteren Verlauf auch Verbindungen für Züge aus Richtung Salzburg und Mühldorf. Die Ende 2018 in Betrieb gegangene Neufahrner Kurve stellte die erste Etappe dieses 30 Kilometer langen Ringschlusses dar. Seither rollen Regionalzüge aus Nordostbayern direkt an den Flughafen München.

Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer: „Die stündliche und umsteigefreie Verbindung für Fahrgäste aus Richtung Regensburg, Landshut, Moosburg und Freising ist ein großer Erfolg. Jetzt greifen wir auch Richtung Südostbayern an. Wer heute mit den Öffentlichen von Erding zum Flughafen fahren will, braucht knapp 40 Minuten. Mit dem Lückenschluss nach Erding werden wir diese Fahrzeit auf knapp 10 Minuten verkürzen. Und schon durch die Teilstrecke bis Schwaigerloh werden die Fahrgäste deutliche Verbesserungen spüren: Insbesondere der Bau der neuen Abstell- und Wendeanlage macht den Zugbetrieb zum Flughafen zuverlässiger, außerdem können dann auch mehr Züge zum Flughafen fahren.“

Mit dem Bau der Strecke vom Flughafen bis Schwaigerloh nimmt die zweite Baustufe des „Erdinger Ringschluss“ weiter in Richtung Erding Gestalt an. Der Freistaat Bayern hatte die Planungen übernommen und übergibt jetzt den Staffelstab für den Bau an die DB. Die neue zweigleisige elektrifizierte Strecke schließt östlich am heutigen Flughafen München an und führt zunächst durch einen rund 1,8 Kilometer langen Tunnel, den die Flughafen München GmbH auf eigene Kosten realisiert. Insgesamt wird die Strecke rund 4,5 Kilometer lang sein und in einer Abstell- und Wendeanlage enden. Diese zusätzlichen Gleiskapazitäten entlasten das bisherige Nadelör, den Flughafenbahnhof. Zudem errichtet die DB ein neues elektronisches Stellwerk für die Steuerung des Zugverkehrs am Flughafen.

Klaus-Dieter Josel, DB-Konzernbevollmächtigter für Bayern: „Bayern braucht eine starke Schiene, um für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein – und darum sind wir dankbar für den finanziellen Rückenwind von Freistaat und Bund, der auch in diesen Zeiten Investitionen ermöglicht. Im guten Zusammenwirken auch mit der Flughafen München GmbH bringen wir das Projekt gemeinsam voran – mit dem Ziel, die Flughafenanbindung noch attraktiver zu machen.“

Auch die Region profitiert von dem Bauvorhaben. Denn in Schwaigerloh entsteht ein neuer Bahnhof mit zwei Außenbahnsteigen und einer barrierefreien Personenunterführung (Rampen). Damit auch der Straßenverkehr die neuen Gleise kreuzen kann, umfasst das Projekt noch den Bau mehrerer Brücken.

Mit der Unterzeichnung des Realisierungs- und Finanzierungsvertrags kann die DB mit der Vergabe der Bauleistungen und anschließend mit dem Bau beginnen. Ziel ist eine Inbetriebnahme im Jahr 2025. Insgesamt sind Investitionen in Höhe von rund 95 Millionen Euro vorgesehen. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) durch den Bund, den Freistaat und die DB sowie mit Unterstützung der Flughafen München GmbH.

Jost Lammers, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH, blickt auf die Bedeutung des Gesamtprojektes Erdinger Ringschluss: „Für den Flughafen München verbindet sich damit die Chance auf ein deutlich verbessertes Angebot im S-Bahn und Regionalzugverkehr sowie die langfristige Möglichkeit einer unmittelbaren Anbindung an das Fernbahnnetz. Das wäre im Hinblick auf die Vernetzung der Verkehrsträger Schiene und Luft, die ja auch unter dem Aspekt des Klimaschutzes ein dringendes Gebot der Stunde ist, ein echter Quantensprung.“

Auf dem Bild zu sehen von links nach rechts: Jost Lammers (Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH), Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer, Klaus-Dieter Josel (DB-Konzernbevollmächtigter für Bayern)

Pressemeldung Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

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