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Freitag, 14 August 2020 08:19

NRW: Produktionsmängel - Rheinbahn stoppt Annahme der neuen HF6-Bahnen von Bombardier Transportation

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Fotos Rheinbahn, Bombardier.

Die Rheinbahn hat die Annahme der neuen Hochflurbahnen HF6 vom Hersteller Bombardier Transportation mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres gestoppt. Grund für diese Entscheidung sind Fertigungsmängel, die im Rahmen einer Erstmusterprüfung festgestellt worden sind.

Die hieraus erwachsenen Fragen und Folgen im Hinblick auf die Sicherheit und Langlebigkeit der Fahrzeuge sollen nun zunächst von einem unabhängigen Gutachter bewertet werden. Die geplante Taktverdichtung, für deren Umsetzung die Rheinbahn die zusätzlichen Bahnen benötigt, wird angesichts der Qualitätsprobleme des Herstellers im Oktober nicht stattfinden können.

Hierzu erklärt Michael Richarz, Vorstand Technik und Betrieb: "Die jüngsten Entwicklungen belasten unser Verhältnis zu Bombardier derzeit stark. Wir müssen davon ausgehen, dass die Fahrzeuge nicht im vertraglich vereinbarten Zustand produziert worden sind. Welche Auswirkungen dies auf die Verkehrssicherheit und Langlebigkeit der Bahnen hat, muss nun zunächst bewertet werden. Wir haben die Geschäftsführung von Bombardier aufgefordert, den Sachverhalt umgehend und transparent aufzuarbeiten. Bis auf weiteres werden wir daher keine weiteren Fahrzeuge mehr annehmen, uns eng mit der Technischen Aufsichtsbehörde (TAB) abstimmen und behalten uns die Geltendmachung weiterer Ansprüche vor."

Die Produktionsmängel waren bei der Kontrolle eines Fahrzeuges durch ein von der Rheinbahn beauftragtes Unternehmen aufgefallen. So gibt es Abweichungen von den Bauunterlagen im Bereich der Schweißnähte, beim verwendeten Grundmaterial bei der Herstellung des Wagenkastenuntergestells sowie bei der Tür- und Trittstufensteuerung.

Michael Richarz weiter: "Bombardier hatte uns noch vor wenigen Tagen zugesichert, dass wir die Taktverdichtung im Oktober realisieren können. Wir erwarten, dass die Bahnen aufgrund der aktuellen Erkenntnisse keine Freigabe von der Technischen Aufsichtsbehörde erhalten werden. Daher gilt es zunächst, die Zulassungsfähigkeit und die Langzeitfolgen der Fertigungsmängel zu bewerten. Wir erwarten von Bombardier die mängelfreie Lieferung der Bahnen, um die Verkehrswende in Düsseldorf mit modernen, leistungsfähigen Fahrzeugen vorantreiben zu können."

Insgesamt hat die Rheinbahn seit 2015 59 HF6-Fahrzeuge im Wert von 167 Millionen Euro bei Bombardier Transportation bestellt, von denen 43 ältere Bahnen ersetzen sollen. 16 Bahnen waren für die Taktverdichtung ab 2020 vorgesehen.

Pressemeldung Rheinbahn

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