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Donnerstag, 10 September 2020 14:30

NRW: Zweite Sperrzeit zwischen Köln und Bonn

Der Ausbau der Schieneninfrastruktur geht in die nächste Runde. In den Sommerferien hat die Deutsche Bahn (DB) auf der Strecke zwischen Köln und Bonn Oberleitungsarbeiten sowie Kabel-, Gleis- und Signalarbeiten ausgeführt. In einer zweiten Sperrpause der linken Rheinstrecke in den Herbstferien bündelt die DB wieder ein umfangreiches Bauprogramm, um die Sperrzeiten bestmöglich zu nutzen.

Es stehen Arbeiten an den Elektronischen Stellwerken (ESTW) Köln Hbf und „Linke Rheinseite“ an. Gleichzeitig treibt die DB Modernisierungsarbeiten am Bahnhof Köln-Süd und Arbeiten für die Ausstattung der Strecke mit ETCS voran. Damit kann die DB langfristig die Qualität des Eisenbahnverkehrs im Knoten Köln deutlich steigern.

In der zweiwöchigen Sperrung zwischen dem 9. und dem 26. Oktober sind bis zu 150 Bauarbeiter gleichzeitig für eine starke Schiene vor Ort im Einsatz. Allein in den Herbstferien verbaut die DB hier rund 25 Millionen Euro. Um die komplexe Baulogistik steuern zu können, sind die Bauabläufe dreidimensional nach dem sogenannten BIM-Verfahren (Building Information Modelling) simuliert worden. Insgesamt müssen 400 Bauaktivitäten koordiniert werden, Auch beim Maschineneinsatz setzt die DB auf Innovation und Geschwindigkeit: Mit einem neuartigen Umbauzug für Kabeltiefbauarbeiten können die geplanten Arbeiten in geeignetem Gelände viermal schneller ausgeführt werden als mit herkömmlicher Technik.

Arbeiten an den ESTW Köln Hbf & ESTW „Linke Rheinseite“ und ETCS

Die DB führt umfangreiche Arbeiten für die beiden ESTW Köln Hbf und ESTW „Linke Rheinseite“ durch. Mit dem Bau der neuen elektrischen Stellwerke rüstet die DB die Stellbereiche gleichzeitig mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS aus. Für das künftige ESTW Köln Hbf finden zwischen Köln Hauptbahnhof und Köln-Hansaring Kabeltiefbauarbeiten statt. Auch für ETCS stehen Kabeltiefbauarbeiten auf dem Programm.

Vorbereitend für das ESTW „Linke Rheinseite“ verlegt die Deutsche Bahn rund fünf Kilometer Kabelkanäle und erstellt rund 25 Gleisquerungen. Außerdem errichtet sie zahlreiche Fundamente für neue Signale und baut acht Signalbrücken und Signalausleger. Insgesamt werden allein für das ESTW „Linke Rheinseite“ 22 Signalbrücken- und Ausleger und über 100 neue Signale errichtet. Für eine durchgängige Befahrung des Streckenabschnittes von den Niederlanden über Deutschland, Schweiz bis nach Italien muss die Strecke zwischen der niederländische Grenze entlang der rechten und linke Rheinseite mit dem European Train Control System (ETCS) ausgestattet werden.

Modernisierungsarbeiten Bahnhof Köln-Süd

Am Bahnhof Köln-Süd modernisiert die DB das Bahnsteigdach auf dem Bahnsteig an Gleis 1/2. Außerdem werden die Fundamente für zwei neue Bahnsteigdächer auf dem Bahnsteig an Gleis 3/4 erstellt. Parallel installiert die DB ein Blindenleitsystem im Empfangsgebäude und auf den beiden Bahnsteigen.

Weitere Baumaßnahmen während der Sperrung

Um die Sperrpause möglichst effizient zu nutzen finden außerdem Gleis- und Weichenerneuerungen sowie Kabeltiefbau- und Lärmschutzarbeiten statt. Die DB erneuert die Gleise zwischen Köln-Kalk Nord und Köln Süd und tauscht vier Weichen in Köln West aus.

Ausbau für den wachsenden Metropolenverkehr

Durch das neue ESTW wird auch eine Voraussetzung für den Ausbau der S 11 geschaffen. Bis 2021 werden zunächst die S-Bahngleise an die neue Stellwerkstechnik angebunden. Bis Ende 2024 folgen dann der Regional- und Fernverkehr. Das ESTW ist Grundlage für die weitere Digitalisierung der Schiene in Deutschland. Durch die neue Technik kann nicht nur die Störanfälligkeit der Signaltechnik verringert werden. Sie sorgt außerdem für eine höhere Flexibilität im Bahnverkehr.

Pressemeldung Deutsche Bahn

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