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Mittwoch, 16 September 2020 10:50

Rheinland-Pfalz: Übergabe des Förderbescheids über 6,7 Millionen Euro für die Zellertalbahn

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Foto Fritz Engbarth.

Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing hat bei der Übergabe des Förderbescheids über 6,7 Millionen Euro für die Zellertalbahn die strukturpolitische Bedeutung der Bahn hervorgehoben und Landrat Rainer Guth für das Engagement des Kreises gedankt. Die Zellertalbahn ist nach der Brohltalbahn die zweite nicht-bundeseigene Eisenbahn, deren Streckenertüchtigung nach der Förderrichtlinie für NE-Bahnen finanziert wird.

„Ich freue mich, heute ein so wichtiges und bedeutendes Projekt für die Menschen hier in der Region freigeben zu dürfen!“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing bei der Übergabe des Förderbescheids für die Zellertalbahn an den Landrat des Donnersbergkreises, Rainer Guth. Das Land Rheinland-Pfalz übernimmt mit 6,7 Millionen Euro gut 85 Prozent der Kosten für die Ertüchtigung der Schienenstrecke. Die ausstehende Finanzierung übernehmen der Landkreis, sowie der Nachbarkreis Alzey-Worms und die anliegenden Verbandsgemeinden.

Wissing hob in seiner Eigenschaft als Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau die vielfältigen Vorzüge der Bahn hervor: „Die Zellertalbahn verbindet die beiden größten deutschen Weinbaugebiete Rheinhessen und die Pfalz. Sie ist wie geschaffen für touristische Ausflugsverkehre – was natürlich auch den Anwohnern zugutekommt. Als Tourismusminister kann ich Ihnen verraten, dass das Zellertal mit seinem Zellertalweg gerade jetzt im goldenen Herbst ein attraktives Ziel ist. Die strukturpolitische Bedeutung der Bahn wird nochmals gesteigert durch die Möglichkeit, hier Güterverkehr fahren zu lassen“, sagte der Minister.

Der Wirtschaftsminister dankte auch Landrat Guth für dessen Einsatz: „Der Donnersbergkreis hat einen großen Anteil am Gelingen des Projektes.“ Der Kreis habe unmittelbar nach Veröffentlichung der Förderrichtlinie im Jahr 2016 den Kontakt zum Land aufgenommen. „Gemeinsam haben wir alles unternommen, um das Zukunftsprojekt Zellertalbahn wahr werden zu lassen“, so Wissing.

Hintergrund

Die Zellertalbahn wurde 1872 in Betrieb genommen. Zeitweise verkehrten über die Strecke sogar internationale Schnellzüge von München über Worms und Kaiserslautern nach Paris. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Bahn nicht mehr an ihre Glanzzeiten anknüpfen und wurde 1998 stillgelegt. Bereits im Mai 2001 wurde die Bahnstrecke mit der Aufnahme saisonaler touristischer Ausflugsverkehre reaktiviert. Nach 17 Jahren mussten die Fahrten aus Sicherheitsgründen eingestellt werden.

Die Förderrichtlinie NE-Bahnen wurde im Jahr 2016 vom Land Rheinland-Pfalz erlassen. Sie betrifft Bahnstrecken, die nicht von der Deutschen Bahn AG betrieben werden (NE-Bahnen) und ein wichtiger touristischer und auch strukturpolitischer Faktor für die jeweiligen Regionen sind. Das Land unterstützt daher Reaktivierungs- und Ertüchtigungsprojekte entsprechender Bahnstrecken ohne täglichen SPNV überall dort, wo sich Kommunen finanziell engagieren.

Pressemeldung Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau

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Letzte Änderung am Mittwoch, 16 September 2020 10:55