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Sonntag, 22 November 2020 10:45

Rheinland-Pfalz/Saarland/Baden-Württemberg/Grand Est: Startschuss für die Ausschreibung der grenzüberschreitenden Schienenverbindungen mit Frankreich

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Fotos Fritz Engbarth.

Mit der Veröffentlichung der sogenannten ´Vorinformation´ im EU-Amtsblatt (2020/S 227-560262) haben die französischen und deutschen Aufgabenträger (Région Grand Est, Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd und Nord, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr Saarland, Ministerium für Verkehr Land Baden-Württemberg) des Schienenpersonenregionalverkehrs den Startschuss für die Vergabe aller SPNV-Leistungen über die derzeit im SPNV genutzten sieben Grenzübergänge gestartet.

Damit ist, nach der Bestellung der hierfür nötigen, grenzüberschreitend einsetzbaren neuen Fahrzeuge durch die französische Partnerregion Grand Est, ein zweiter wesentlicher Schritt getan, um ab Dezember 2024 ein attraktives vertaktetes und umsteigefreies Zugangebot anzubieten.

Geplant ist, dass die Zugangebote der Strecken

• Neustadt - Landau - Wissembourg - Haguenau - Strasbourg,
• Karlsruhe - Wörth - Lauterbourg - Strasbourg,
• Trier - (Obermoselstrecke) Perl - Metz

• Saarbrücken - Forbach - Metz,
• Saarbrücken - Strasbourg,

• Offenburg - Strasbourg sowie

• Müllheim - Mulhouse,

als gemeinsames Projekt konzeptionell entwickelt und im Wettbewerb vergeben werden.

Basis für die Vergabe sind die 30 neuen Triebzüge der Firma Alstom vom Typ ´Coradia Polyvalent´, die in Reichshoffen (Elsaß) gebaut werden. Sie werden für beide, in Deutschland und Frankreich verwendeten Signalsysteme ausgerüstet und können ebenfalls, im rein elektrischen Betrieb, unter deutscher und französischer Oberleitung fahren. Weil ein Großteil der Strecken jedoch noch nicht elektrifiziert ist, verfügen sie ferner über ein Dieselaggregat, das den Elektromotor mit Energie versorgt. Die französische Staatsbahn setzt Fahrzeuge dieses Typs im rein nationalen Verkehr unter dem Namen ´Régiolis´ ein.

Partner bei der Ausarbeitung der im Übrigen zweisprachigen Vergabeunterlagen und dann auch des künftigen Verkehrsvertrages sind, neben den beiden rheinland-pfälzischen Aufgabenträgern SPNV Nord und ZSPNV Süd und der französischen Region Grand Est, das Saarland und das Land Baden-Württemberg.

Für den Bereich Obermosel und die Stadt Trier bedeutet das im Grunde völlig neue Zugangebot eine durchgreifende Verbesserung der Anbindung an die französischen Nachbarn und tägliche umsteigefreie Fahrten zwischen Trier und Metz im Zweistundentakt. Die Züge werden zusätzlich zu den stündlichen Regionalbahnen an der Obermosel verkehren. Die Detailplanungen werden gemeinsam mit den Partnern im Saarland intensiv vorangetrieben, da der Teilabschnitt Nennig - Perl zum benachbarten Bundesland gehört.

Zwischen Neustadt/W, Landau und Wissembourg werden die derzeitigen stündlichen Fahrten in das beliebte französische Grenzstädtchen durch die neuen umsteigefreien Verbindungen nach Haguenau und Strasbourg ersetzt. Auf französischer Seite wird das Zugangebot zwischen Wissembourg und Haguenau erheblich ausgeweitet.

Auch die Linie Karlsruhe - Wörth - Strasbourg wird deutlich aufgewertet: In einem ersten Schritt müssen die stündlich verkehrenden umsteigefreien Züge aus der elsässischen Metropole im südpfälzischen Knotenbahnhof Wörth enden, weil die derzeitige Infrastruktur der DB Netz AG keine weiteren Züge über die Rheinbrücke nach Karlsruhe zulässt. Es wird jedoch Vorsorge dafür getroffen, dass nach der beabsichtigten Modernisierung des Bahnhofs Wörth auch zwischen Strasbourg und Karlsruhe umsteigefreie Regionalverkehrsverbindungen angeboten werden.

Die weiteren Schritte zur Vorbereitung dieser grenzüberschreitenden Angebote werden die Fertigstellung der umfangreichen Vergabeunterlagen und deren Veröffentlichung sein. Für den Betrieb dieser Leistungen kommen alle Eisenbahnunternehmen in Frage, die eine Zulassung für das französische und deutsche Schienennetz besitzen werden. Die nun erfolgte Vorabbekanntmachung versetzt die interessierten Unternehmen in die Lage, die speziellen Anforderungen kennenzulernen. Hierzu gehören auch die besonderen Bedingungen zur Übernahme des Personal der DB und SNCF, die für die heute schon bestehenden Zugleistungen eingesetzt werden. Deren Interessen werden durch nationale Vorschriften beiderseits der Grenze und spezielle Vergabeanforderungen gewahrt.

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Die Fahrzeuge vom Typ Régiolis sind für die grenzüberschreitenden Züge vorgesehen und durch die Région Grand Est schon bestellt. Sie werden dem Gewinner der Ausschreibung explizit zur Durchführung der Verkehre zur Verfügung gestellt. Sie fahren schon seit einigen Jahren für die SNCF in französischen Regionalverkehr, so auch im Bereich der Region Grand Est. Im Jahr 2017 stand ein Fahrzeug dieses Typs als TER nach Sarreguemines abfahrtbereit in Strasbourg, also auf einer der Linien, die integraler Bestandteil der Vergabe ist. Das Foto rechts zeigt einen Régiolis in Ingwiller/Alsace. Fotos Fritz Engbarth.

Pressemeldung Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd

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Letzte Änderung am Sonntag, 22 November 2020 11:42