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Donnerstag, 14 Januar 2021 15:01

Saarland: Plattform Mobilität fordert Förderung für Tourismus-, Museums- und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen

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Fotos Erhard Pitzius.

Die Plattform Mobilität fordert von der Saarländischen Landesregierung und dem MWAEV (Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr) ein Umdenken in der Förderungspolitik für Tourismus-, Museums- und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen.

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Die Saarländische Landespolitik nimmt seit Jahren einen wirtschaftlichen und touristischen Standortnachteil in Kauf. Bundesländer wie Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern unterstützen ihre Tourismus- und Museumseisenbahnen, sowie die Infrastruktur von Nichtbundeseigenen Eisenbahnen (NE Bahnen) teilweise mit regelmäßigen finanziellen Mitteln, sie es durch direkte Förderung, als auch durch bestellte Verkehre.

Im Saarland betrachtet man die Tourismus- und Museumsbahnen (MECL Merzig - Losheim - Dellborner Mühle & Ostertalbahn Ottweiler Schwarzerden) eher als lästig, auch die Tourismuszentrale des Saarlandes verkennt das Potential dieser Bahnen schon seit Jahren. Aber auch die Tourismusbüros in den Landkreisen lassen eine ansprechende Werbung vermissen.

Förderung touristische Verkehre

Rheinland-Pfalz, Thüringen, Sachsen oder Sachsen-Anhalt zum Beispiel bestellen aus Regionalisierungsmitteln des Bundes auch touristische Verkehre (Bundenthaler - Weinstraßen Express - Harzer Schmalspurbahnen - Rennsteigshuttle, Erzgebirgsaussichtsbahn uvm.). Auch sind die dortigen Tourismus- und Museumsbahnen ständiger Bestandteil der Tourismusstrategie im jeweiligen Bundesland und werden auch überregional beworben. Dadurch wird das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder gewürdigt und unterstützt und die Infrastruktur wird erhalten.

Das Saarland kann mit nur 200.000 - 400.000 € jährlich die Zukunft der Tourismus- und Museumsbahnen sichern, indem das MWAEV über Regionalisierungsmittel touristische Fahrten bestellt. Dies kann ähnlich wie im Bayerischen Wald an 35 Fahrtagen zwischen Mai und Oktober geschehen. Ca. 17.000 - 20.000 Zugkilometer könnten durch Bestellung finanziell abgesichert werden, im Vergleich zu anderen Bundesländern eine kleine Zahl aber ein wichtiger Baustein für die ehrenamtlichen Vereine und die Betreiber der Infrastruktur (Gemeinde Losheim - Landkreis St. Wendel)

Durch die Vernichtung der Hochwaldbahn hat sich das Saarland eh schon eines touristischen Highlights entledigt, umso mehr sollten die verbleibenden Strecken gefördert werden.

Förderung Nichtbundeseigener Eisenbahnen

Bundesländer wie Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen oder Baden-Württemberg fördern auch die Infrastruktur von Nichtbundeseigenen Eisenbahnen (NE Bahnen). Dadurch werden Bahnstrecken erhalten und für Verkehre ertüchtigt, auch für Güterverkehre.

Im Saarland fallen folgende Bahnstrecken in die Zuständigkeit der Landeseisenbahnaufsicht:

• Bahnstrecke Merzig - Losheim - Dellborner Mühle - Homanit Niederlosheim (Infrastrukturbetreiber Gemeinde Losheim und Besitzer)
• Ostertalbahn Ottweiler - Schwarzerden (Infrastrukturbetreiber Landkreis St. Wendel - Besitzer DB Netze)
• Primstalbahn Übergangstelle Dillingen Weiche Ford - Schmelz-Limbach (Infrastrukturbetreiber RST/Meiser - Besitzer DB Netze)
• Köllertalbahn Walpershofen - Lebach (bestellter SPNV - Infrastrukturbetreiber und Besitzer Saarbahn)

Besonders die Primstalbahn und die Bahnstrecke Merzig - Niederlosheim haben Infrastrukturprobleme und es müssen für die Sanierung ca. 5 - 8 Millionen € investiert werden.

Die Eisenbahninfrastrukturunternehmen (RST/Meiser - Gemeinde Losheim) hoffen schon seit Jahren auf Unterstützung des Landes aber es tut sich nichts. Man sei dafür nicht zuständig so die Aussage des MWAEV, was aber vollkommen unrichtig ist, was die Förderung in anderen Bundesländern beweist.

Durch diese ablehnende Haltung ist ebenfalls der Wirtschafts- und Tourismusstandort Saarland gefährdet, denn auf den NE Bahnen kann und darf auch Güterverkehr stattfinden, wie zum Beispiel auf der Primstalbahn und sporadisch auf der Ostertalbahn und wie angedacht auf der Strecke Merzig - Homanit Niederlosheim. Durch diese ablehnende Haltung kam es schon zur Einstellung des Güterverkehrs auf der Bisttalbahn (Autotransporte MOSOLF) im Jahr 2016.

Die Landesregierung verkennt, dass wenn die Güterverkehre auf die Straße verlagert werden, dies erhebliche Nachteile für die Umwelt und die Menschen hat und auch die Ausgaben für die Sanierung von Land- und Gemeindestraßen steigen.

Durch Verpachtung fallen Strecken die im Besitz von DB Netze sind aus dem Bereich der Bundeseisenbahnaufsicht (Eisenbahnbundeamt) und der DB und fallen in den Bereich der Landeseisenbahnaufsichten und der Pächter. Diese Vorgehensweise ist sehr problematisch, weil sich die DB als Besitzer aus der Verantwortung verabschiedet und es nach Jahren passiert, dass die Strecken abgewirtschaftet wurden und eine Stilllegung in Betracht gezogen wird.

Daher fordert die Plattform Mobilität ein bundesweites Infrastrukturerhaltungsgesetz, welches auch Mittel für Nichtbundeseigene Eisenbahnen zur Verfügung stellt.

Pressemeldung Plattform Mobilität SaarLorLux e.V., https://plattform-mobilitaet.eu/

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