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Dienstag, 19 Januar 2021 08:34

Sachsen: Sächsische Mobilitätsgesellschaft ohne Fahrgäste?

Das Sächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) hat gestern mit den Landkreisen und kreisfreien Städten eine Vereinbarung zur Weiterentwicklung des ÖPNV getroffen. Die Hauptthemen dabei waren das Plus- und TaktBus-Netz, das Bildungsticket sowie der Aufbau einer Sächsischen Mobilitätsgesellschaft. Der Fahrgastverband PRO BAHN Mitteldeutschland begrüßt positive Entwicklungen, sieht jedoch die Fahrgastperspektive bei der Mobilitätsgesellschaft nicht berücksichtigt.

"Es ist erfreulich, dass Herr Staatsminister Dulig seine Wahlversprechen zur Verbesserung des ÖPNV in Sachsen auch während der Corona-Pandemie vorantreibt", urteilt Anja Schmotz, stellvertretende Vorsitzende des Fahrgastverbands PRO BAHN Mitteldeutschland. Die Verein-barungen zum Plus- und TaktBus-Netz sind ein Schritt in die richtige Richtung zur Herstellung nötiger Flexibilität bei der Weiterentwicklung des Busnetzes. Dies muss jedoch noch weiter-geführt werden. "Oft sind die verschiedenen Produkte des ÖPNV kaum oder nur unzureichend miteinander verzahnt. Hier fordert der Fahrgastverband PRO BAHN eine bessere Abstimmung und die Herstellung durchgehender Reiseketten", so Schmotz.

"Die Einführung eines Bildungstickets für Schülerinnen und Schüler von maximal 15 EUR im Monat ist gut und richtig, um junge Menschen mit attraktiven Tarifen die ÖPNV-Nutzung zu ermöglichen", erklärt Markus Haubold, Vorstandsmitglied des PRO-BAHN-Landesverbands Mitteldeutschland. "Dass dies jedoch auf die einzelnen Verkehrsverbünde beschränkt bleibt, wirft – wie schon beim Azubi-Ticket – Probleme im Bereich der Verbundgrenzen auf. Wir fordern ein sachsenweites Ticket statt Kleinstaaterei", macht Haubold klar.

Des Weiteren ist eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des SMWA und der kommunalen Partner geplant, die Vorschläge zur Ausgestaltung der Sächsischen Mobilitätsgesellschaft erarbeiten soll. Schmotz meint dazu: "Um den ÖPNV in Sachsen wirklich voranzubringen, ist eine ganz-heitliche Sichtweise notwendig. Wir sehen diese gefährdet, wenn das Ministerium und die Gebietskörperschaften allein und ohne Einbeziehung von Fahrgastverbänden die Struktur und Aufgaben der Mobilitätsgesellschaft planen. Die Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer des ÖPNV muss bereits bei der Konzeption berücksichtigt werden. Sonst bleiben die Defizite er-halten, unter denen die Fahrgäste bisher leiden."

Pressemeldung Pro Bahn Mitteldeutschland

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