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Dienstag, 16 Februar 2021 16:09

NRW: Pro Bahn sieht VRR-Konzept zur S-Bahn im Raum Düsseldorf als eine Chance für die Verkehrswende

Der Verkehrsbund Rhein-Ruhr (VRR) hat Ende 2020 Überlegungen zum S-Bahn Konzept des Düsseldorfer S-Bahn-Knotens in öffentlichen Fachgremien präsentiert. Darin ist eine Umstellung auf einen 15-Minuten-Grundtakt vorgesehen. Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt die Überlegungen im Grundsatz und wünscht sich eine Prioritätensetzung im Interesse der Fahrgäste.

Problemfälle mit Bruchstellen im Takt gegenüber Nachbargebieten (Duisburg, Wuppertal, Essen) sind als Ärgernis für Fahrgäste richtig erkannt. Die vorgeschlagene Angleichung des Düsseldorfer Grundtaktes von derzeit 20 Minuten auf den im Ruhrgebiet gefahrenen 15/30-Minuten-Takt kann dieses Problem lösen. Durch die Bündelung mehrerer Linien wird somit ein attraktiver 5-Minuten Takt auf den Kernstrecken in Nord-Süd (S1, S6, S7) und Ost-West-Richtung (S8, S11, S28) möglich.

Neue Direktverbindungen sind für das Konzept essenziell. Die vorgeschlagene direkte Verbindung von Düsseldorf nach Remscheid mit einer verlängerten S 7 und einer neuen, beschleunigten RB 37 – beide mit batterie-elektrischen Fahrzeugen zu fahren – ist eine überzeugende Lösung. Die Ratinger Weststrecke ist als wichtige Säule im VRR-Konzept enthalten. Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert die Reaktivierung mit Nachdruck. Die derzeit geplante Ausführung in teilweise eingleisiger Variante ermöglicht nur einen 30-Minuten-Takt, der langfristig nicht ausreichen wird.

Richtigerweise erkennt das Konzept den Bahnhof Gerresheim als derzeitigen Engpass. Nach Realisierung des dringend benötigten Bahnhofsumbaus ist auch die höhengleiche Einfädelung der S28 in die Haupttrasse Düsseldorf-Wuppertal anzudenken (z.B. durch Überwerfungsbauwerke).

Der Fahrgastverband PRO BAHN unterstützt das Konzept von beschleunigten Express-S-Bahn-Linien und langsamen Linien, auch wenn dabei einzelne schwach genutzte Haltepunkte tagsüber etwas seltener als heute bedient werden. Aus PRO BAHN-Sicht überwiegen die Vorteile einer solchen Lösung auf Strecken, auf denen bislang nur S-Bahnen verkehren, die Nachteile eindeutig. Nur so lassen sich auf längeren Relationen wie z. B. Remscheid – Düsseldorf Fahrzeiten erzielen, die mit dem Autoverkehr konkurrenzfähig sind.

Verwundert ist der Fahrgastverband PRO BAHN über die fehlende Verlängerung der S28 Richtung Viersen im VRR-Konzept. Eine weitere kritische Frage wird sein, wie die kommunalen Aufgabenträger mit dem neuen Takt umgehen. Vor allem in den Kreisen Mettmann und Neuss müsste dann auf zahlreichen Linien anders gefahren werden. Auf Stammstrecken im Düsseldorfer Stadtgebiet sieht der Fahrgastverband PRO BAHN keine gravierenden Probleme, da ohnehin im dichten Takt gefahren wird.

Pressemeldung Pro Bahn NRW

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