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Montag, 01 März 2021 18:55

Baden-Württemberg: Stadt Meßkirch seit heute für den Bahnbetrieb der Ablachtalbahn zuständig

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Bürgermeister Arne Zwick, Frank von Meißner. Fotos Stadt Meßkirch.

In Baden-Württemberg gibt es seit heute (01.03.2021) einen neuen Eisenbahnstrecken-Betreiber: die Stadt Meßkirch mit Ihrer kommunalen Ablachtalbahn. Nachdem die Gemeinde Sauldorf und die Stadt Meßkirch die 38 km lange Strecke Mengen – Stockach von den privaten Eigentümern gekauft hatte, ist seit heute die Stadt als Eisenbahninfrastruktur-Unternehmen für den Bahnbetrieb zuständig.

Ziel ist es, die Strecke für den lokalen Güterverkehr zu ertüchtigen, wieder durchgängig zwischen Mengen und Stockach befahrbar zu machen und kurzfristig Ausflugsverkehr an Wochenenden einzurichten.

Zum 1. März hat die Stadt Meßkirch nun auch die Betriebsführung als Eisenbahninfrastruktur-Unternehmen übernommen: „Zusammen mit unserem tatkräftigen Team haben wir alle erforderlichen behördlichen Genehmigungen sowie Verträge geschlossen, um nun die Strecke in eigener Regie betreiben zu können“, freut sich Meßkirchs Bürgermeister Arne Zwick.

Frank von Meißner, als Eisenbahnbetriebsleiter nebenberuflich für die Stadt Meßkirch beratend tätig, ergänzt: „Nach arbeitsreichen Wochen für meine Betriebsleiter-Kollegen und mich ist das ein schöner Zwischenschritt, von der Landeseisenbahnaufsicht nun die Betriebserlaubnis für den Güterverkehr zu haben. Unser nächstes Ziel ist, auch eine Betriebserlaubnis für Personenverkehr zu bekommen, um ab ca. Juli dann auch Ausflugszüge auf dieser wunderschönen Nebenbahn fahren lassen zu können.“

Züge müssen seltener an Bahnübergängen stoppen

Auch äußerlich hat sich schon viel an der Strecke getan: Zusammen mit dem Förderverein Ablachtalbahn e.V. und lokalen Firmen haben die neuen Eigentümer Bahnübergänge und Strecke freigeschnitten, um die Sicherheit zu erhöhen und die bisher an einigen Übergängen praktizierte Postensicherung zu vermeiden. Dort hält der Zug also nicht mehr an, um mit Posten den Bahnübergang abzusperren, sondern der Zug passiert den Übergang mit langsamer Geschwindigkeit. Autofahrer müssen sich an einigen Bahnübergängen also umgewöhnen und werden zu entsprechender Vorsicht aufgerufen.

Frank Von Meißner weiter: „Wir wollen uns auch bemühen, schnell möglichst viele der bestehenden Schranken- und Lichtzeiten-Anlagen an den Bahnübergängen wieder stabil zum Laufen zu bekommen. Unsere Techniker gehen schnellstmöglich die Reparaturarbeiten an den Bahnübergängen an. Bis 2022/2023 wollen wir auch einige Bahnübergänge mit neuen Schrankenanlagen komplett erneuern, um die Sicherheit des Zugverkehrs wie auch des Straßenverkehrs zu erhöhen." Genutzt werden sollen für diese Investitionen das Zuschussprogramm (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz GVFG) des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg, das 75 % der Kosten trägt.

Bürgermeister Arne Zwick ist optimistisch, dass mit gezielten Investitionen in die Strecke die Ablachtalbahn auch für den Güterverkehr attraktiver wird: „Wir hoffen neben den Bestandsverkehren unter anderem auf Holz-Güterverkehre, für die wir Lademöglichkeiten entlang der Strecke neu einrichten wollen: Z.B. in Krauchenwies oder auch in Schwackenreute.“ Und auch die geplanten Ausflugszüge werfen ihre Schatten voraus: „In Vorbereitung für den Personenverkehr haben wir am alten Bahnhof Meßkirch schon die Sanierungsarbeiten des ehemaligen Bahnsteigs begonnen,“ so Bürgermeister Arne Zwick.

Informationen zur Strecke gibt es auf der städtischen Internetseite unter www.messkirch.de/ablachtalbahn für Eisenbahnverkehrsunternehmen und Frachtkunden geben.

Zum Hintergrund zur Bahn

Die oberschwäbische Ablachtalbahn, die Mengen, Meßkirch und Stockach verbindet, wurde nach langen Jahren der Diskussion Ende 2020 von den Anliegerkommunen Sauldorf und Meßkirch gekauft. Ziel ist, die Strecke sowohl im Güterverkehr wie auch im Freizeitverkehr zu entwickeln.

Pressemeldung Stadt Meßkirch, EIU Ablachtalbahn

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Letzte Änderung am Montag, 01 März 2021 19:02