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Mittwoch, 06 Dezember 2017 13:09

NRW: Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung hat Ermittlungen aufgenommen

Die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) hat die Zugkollision zwischen Abzw Weißenberg und Meerbusch-Osterath am 05.12.2017 als Unfall gemäß Artikel 20 Abs. 1 der europäischen Sicherheitsrichtlinie eingestuft. Die BEU hat die Untersuchungen zur Ursachenermittlung aufgenommen. Die Schadenshöhe dürfte einen Wert von zwei Millionen Euro überschritten haben.

Nach Beseitung der heruntergefallenen Oberleitung sollen im Laufe des Tages die entgleisten Wagen des Güterzuges mit Hilfe eines Krans geborgen werden. Die Waggons waren leer, sonst wäre der Unfall möglicherweise nicht so glimpflich abgelaufen.

Wie die Rheinische Post und die FAZ berichten, hatte der Güterzug ordnungsgemäß gehalten und auf das Signal zur Einfahrt in den Bahnhof Meerbusch-Osterath gewartet. Damit sei diese Strecke zwischen Krefeld und Köln für den nachfolgenden Verkehr eigentlich gesperrt gewesen. „Der Personenzug hätte in den Abschnitt nicht reinfahren dürfen“, sagte Gerd Münnich von der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchungen. Dies sei keine Schuldzuweisung an den Lokführer. Es müsse erst geklärt werden, ob die Signale falsch geschaltet waren oder vom Lokführer übersehen wurden. Die Fahrtenschreiber beider Züge seien sichergestellt worden. Auch in den Stellwerken seien Informationen gesichert, der Bahnfunkverkehr sei ebenfalls aufgezeichnet worden.

Um 12 Uhr fand im Rathaus Meerbusch eine Pressekonferenz statt, bei der es aber vornehmlich um den Einsatz der Rettungskräfte ging. Hier wurde auf eine vorbildliche Zusammenarbeit mit dem Norfallmanagement der Deutschen Bahn hingewiesen. Der Rettungseinsatz konnte erst durchgeführt werden, nachdem die Oberleitung geerdet wurde.

Der Lokführer des Regionalexpresses habe den Rettungskräften sofort ein klares Bild der Lage liefern können und sei der Verbindungsmann zu den Rettungskräften gewesen, als die Oberleitung noch unter Spannung stand. Der Lokführer des Güterzuges habe nur sagen können, dass es am Ende des Zuges gerumpelt habe.

Quelle BEU, Rheinische Post

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Letzte Änderung am Mittwoch, 06 Dezember 2017 13:22