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Dienstag, 06 April 2021 21:09

Bayern: Eine Chance für die Steigerwaldbahn

Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt, dass die Thüringer Eisenbahn den Antrag für die Betriebsgenehmigung für die Steigerwaldbahn gestellt hat. Dieses Verfahren hat bereits bei der Ilztalbahn erfolgreich deren Entwidmung verhindert. Von der bayerischen Staatsregierung fordert der Verband derweil mehr Transparenz.

Die Thüringer Eisenbahn (ThE) hat einen Antrag nach §6 des allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG) auf Betriebsgenehmigung gestellt. Das bedeutet, dass das Unternehmen zukünftig bereit ist, die Infrastruktur zu betreiben. Sollte der Antrag erfolgreich sein – eine Ablehnung dürfte der zuständigen Behörde schwerfallen zu begründen – dann kann die ThE in der Folge damit beginnen, die Infrastruktur in Stand zu setzen. Der örtliche Förderverein wird dabei unterstützen, die Internationale Gesellschaft für Eisenbahnverkehr aus Hersbruck soll als Verkehrsunternehmen die Fahrten organisieren. Dass die Strecke einem Schrotthändler gehört, der in der Hoffnung auf die Baldige Entwidmung der Strecke diese erworben hat, spielt beim Antrag keine Rolle. Ein ähnliches Vorgehen hatte bereits 2007 bei der Ilztalbahn Erfolg.

Für den Fahrgastverband PRO BAHN ist das eine sehr gute Nachricht: „Die ThE lässt sich nicht von kurzsichtigen örtlichen Politikern wie Staatssekretär Eck – der sich immer noch aufführt, als wäre er im Verkehrsministerium – einschüchtern, sondern hat erkannt, dass jetzt Tatsachen geschaffen werden müssen“, freut sich Dr. Lukas Iffländer, stellvertretender Bayerischer Vorsitzender des Fahrgastverbands. „Es ist leider nicht das erste Mal, dass Bayern beim Thema Bahn Hilfe aus den neuen Bundesländern bekommen muss. Nachdem Hof bereits von Sachsen aus elektrifiziert wurde, braucht es jetzt ein Thüringer Unternehmen, um die Infrastruktur zu erhalten. Eine Blamage für die Verkehrspolitik des Freistaats.“

Dessen Bestellerorganisation, die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), hatte vor einiger Zeit ein Gutachten herausgegeben, dass der Steigerwaldbahn ein unzureichendes Fahrgastpotenzial für eine Reaktivierung attestiert. Im Gutachten fehlen aber häufig die verwendeten Parameter und die Rechenwege sind nicht oder nicht nachvollziehbar dargelegt. Neben diesen Schwächen sorgt es für große Skepsis, dass das Gutachten noch lange Zeit beim bayerischen Verkehrsministerium zur Freigabe lag. „Der Freistaat muss hier die Karten auf den Tisch legen“, fordert Iffländer. „Ein derart kurzes Gutachten, in dem so viele Informationen fehlen, hat mit wissenschaftlicher Arbeit wenig zu tun. Die Geheimnistuerei sorgt dafür, dass viele Beteiligte glauben, dass das Gutachten manipuliert ist. Der Freistaat muss die Details offenlegen, wenn er diesen Verdacht ausräumen will!“

Pressemeldung PRO BAHN Bayern e.V.

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