english

Mittwoch, 02 Juni 2021 11:36

Hamburg: Instandhaltung - Hygiene - Sauberkeit im und um den Bahnhof Altona

prellb
Foto Prellbock Altona.

Immer noch wollen mehr als 70% der Bürger*Innen den zentralen Bahnhof Altona erhalten wissen. Sie wollen keine Bahnhofsverlagerung an den Diebsteich. Die Politik hat dieses Anliegen der Bürger
*innen nicht entkräften können.

Die Antwort des Senats auf eine schriftliche kleine Anfrage des Bürgerschaftsabgeordneten Metin Kaya zu den Besitzverhältnisse am Bahnhof Altona (Drs. 22/4278) verheißt aber nichts Gutes für den jetzigen Bahnhof Altona.

Die wortkarge Antwort des Senats lässt sich wie folgt zusammenfassen:

•  Die Besitzverhältnisse am Bahnhof bleiben so zersplittert wie jetzt.
Die geplante Ausübung des Vorkaufsrechts des Senats für den Kaufhausteil des Bahnhofsgebäudes mit Mediamarkt, Lidl und Rossmann als Ankermieter umfasst nicht das Parkhaus, welches besonders verdreckt ist und nach wie vor einem spekulationsgetriebenen irisch/südafrikanischen Immobilienfonds gehört.

•  Der Streit um das Vorkaufsrecht liegt immer noch vor Gericht.
Den Kaufhausteil des Bahnhofsgebäudes wollte die Volksbank Braunschweig-Wolfsburg (BRAWO) im August 2019 von einem Spekulationsfonds zu überhöhten Preisen erwerben. Der Senat will über den Landesbetrieb Immobilienwirtschaft und Grundvermögen (LIG) sein Vorkaufsrecht für diesen Teil ausnutzen, muss aber dafür auch den überhöhten Preis bezahlen. Seit bald zwei Jahren streiten sich beide Parteien darüber nun vor Gericht. Ausgang unbekannt: „eine Prognose der Verfahrensdauer entzieht sich der Kenntnis und dem Einfluss des Senats“. Über die Erfolgsaussichten der Klage hüllt sich der Senat in Schweigen.

•  Der Senat sieht erst eine Neuordnung des Bahnhofskomplexes und -umfeldes nach Verlegung des Bahnhofs Altona an den Standort Diebsteich.
Der Senat erwartet dies „nicht vor 2027“ Die DB nennt aber schon heute 2028 für die geplante Fertigstellung des Fern- und Regionalbahnhofs Diebsteich. Dementsprechend führt der Senat in der Antwort aus: „Langfristiges Ziel für den heutigen Bahnhofskomplex und den umgebenden Freiraum ist die Steigerung der Leistungsfähigkeit der Busanlage, die Verbesserung der Situation für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen, Schaffung einer besseren Aufenthaltsqualität sowie die Stärkung der Verbindung in Richtung Elbe. Konkrete Planungsabsichten liegen aber noch nicht vor“.

•  Das Zuständigkeitschaos am Bahnhof, was die Pflege und Reinigung der Bestandsanlagen angeht, darf sich jetzt nicht fortsetzen.
Senat und Bezirk machen es sich zu einfach, indem sie jegliche Verantwortung von sich weisen: „Für das Facility Management sind die derzeitigen privaten Eigentümer zuständig“! Dazu sei angemerkt, dass die Stadt ja die Gleisflächen und damit auch die Bahnsteige von
der DB erworben hat. Die DB darf diese bis 2025 kostenfrei nutzen, Danach muss sie Miete dafür zahlen. In welcher Höhe? Dazu wird natürlich nichts gesagt. Bleibt die Frage, wer ist jetzt und dann ab 2025 für Instandhaltung, Reinigung und Reparaturen auf diesen Flächen verantwortlich.

•  Verbesserung der Hygiene-Situation am und um den Bahnhof Altona direkt notwendig.Stadt
Ganz offen gibt der Senat zu, dass er derzeit über keine Räumlichkeiten am Bahnhof Altona verfügt, in denen z.B. kostenlose öffentliche Toiletten oder beheizte Aufenthaltsräume für Fahrgäste ohne Konsum- zwang eingerichtet werden könnten. Dabei gäbe es in dem nur unzureichend genutzten Parkhaus an der Hein-Plessen-Straße nicht nur dafür Platz, sondern auch Raum für ein großzügiges Fahrradparkhaus.

Fazit

•  Die problematischen hygienischen Zustände am Bahnhof Altona bleiben. Bisher keine wirklichen Lösungsansätze. Das Taubenproblem im und um den Bahnhof Altona ist für viele Bürger*Innen ein Hygiene-Skandal.
•  Eine dringend erforderliche Erweiterung des Busbahnhofs wird es auf absehbare Zeit nicht ge- ben, ebenso wenig eine verbesserte ebenerdige Zugangsmöglichkeit von der Busanlage zu den Bahnsteigen des Regional- und Fernverkehrs, obwohl der Senat dies in dem Verständigungspapi- er vom 12.2.2020 zugesagt hat.
•  Eine Verbesserung der Abstellsituation für Räder ist nicht in Sicht, obwohl Bedarf für ein Fahrrad- parkhaus mit mindestens 2.500 Stellplätzen besteht und dafür in dem wenig genutzten Parkhaus Platz dafür •  Eine Beseitigung der Stolperfallen im Bahnhofsumfeld? Fehlanzeige!

 Dazu Michael Jung, Sprecher der Bürgerinitiative Prellbock Altona e. V.: Wenn Stadt und Bahn kein Geld in die Hand nehmen, ist eine weitere Verwahrlosung des Bahnhofs Altona vorprogrammiert. Prellbock kann keine substanziellen proaktiven Maßnahmen zur Verbesserung der Situation an diesem wichtigen Bahnhof erkennen. Für die DB scheint die Schaffung eines „FoodCourts“ mit weiteren Imbissständen wichtiger zu sein, als die Reisenden durch dichte Bahnsteigdächer vor Regen zu schützen oder Sanitäranlagen zu errichten, die kostenfrei und 24 Stunden am Tag zu nutzen sind.

Prellbock Altona e. V. fordert daher:
•  Ausstattung des „Runden Tisches Bahnhof Altona“ zur Situation am und um den Bahnhof Altona mit ausreichenden finanziellen Mitteln, um die vorliegenden Projektideen auch umzusetzen.
•  Schaffung eines zentralen, für den gesamten Bahnhofskomplex zuständigen Facility-Managements unter Verantwor- tung des Bezirkes.
•  Einstellung des Diebsteich-Projektes und Sanierung des Bahnhofs Altona an Ort und Stelle. Dies entspricht den Wünschen der Bürger und Bürgerinnen, der Fahrgäste sowie den verkehrspolitischen Notwendigkeiten des Deutschlandtaktes.

Pressemeldung Prellbock Altona e.V.

Zurück