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Freitag, 23 Juli 2021 18:21

Berlin/Brandenburg: Alstom stellt Nachprüfungsantrag gegen S-Bahn-Ausschreibung

Alstom geht nach Informationen des Tagesspiegels juristisch gegen die gerade angelaufene Ausschreibung der Berliner S-Bahn zum Bau und Betrieb der neuen Züge vor. Am 24.6.2021 wurde bei der Vergabekammer des Landes Berlin ein Nachprüfungsantrag zum Vergabeverfahren gestellt, sagte ein Sprecher von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne).

Derzeit läuft das Vergabeverfahren für zwei Teilnetze - Nord-Süd und Stadtbahn - der Berliner S-Bahn. Für die Ausschreibung haben sich Branchenkreisen zufolge zwei Konsortien aus Zugherstellern und Betreibern gebildet: Ein Gemeinschaftsunternehmen aus Deutsche Bahn, Siemens und Stadler auf der einen sowie Alstom (ex-Bombardier) und Transdev auf der anderen Seite.

Siemens und Stadler bauen derzeit für die S-Bahn die neuen Züge der Baureihe 483/484, die seit Januar 2021 im Fahrgastbetrieb unterwegs ist. Das Trio mit der Deutschen Bahn hat deshalb ohnehin einen Riesenvorteil gegenüber Alstom. Für die Ausschreibung muss kein neues Fahrzeug mehr konstruiert werden.

Senatorin Günther wollte ursprünglich eine sogenannte "Loslimitierung" durchsetzen - dann wären beide Netze automatisch an unterschiedliche Bewerber gegangen. Günther ist dabei am heftigen Protest von SPD, Linkspartei und Gewerkschaften gescheitert. Bei einer Aufteilung der Netze würde sich Alstom Vorteile in Bezug auf die Arbeitsplätze in Hennigsdorf versprechen.

Die voraussichtliche Erteilung des Zuschlags dürfte sich auf November 2022 verzögern.

WKZ, Quelle Tagesspiegel

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