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Donnerstag, 29 Juli 2021 11:52

Baden-Württemberg: S21-Kritiker mit neuem Info-Zentrum am alten Platz

Am Sonntag, 1. August, öffnet die „Mahnwache 2.0“ gegenüber dem Stuttgarter Hauptbahnhof mit einem neuen Domizil. Die Gegner*innen des Immobilienprojekts Stuttgart 21 haben nach elf Jahren Mahnwache – sieben Tage pro Woche, 24 Stunden am Tag in Doppelbesetzung – ihr in die Jahre gekommenes Zelt durch eine stabilere und ansehnlichere Holz-Behausung in „Bewegungsgrün“ ersetzt.

In den Nachtstunden kann die neue Mahnwache nun gut verschlossen bleiben. Was ausgerechnet CDU-Bürgermeister Nopper ermöglicht und damit anerkannt hat, dass die Mahnwache „eine Institution“ in dieser Stadt ist.

Weiterhin wollen die Mahnwächter*innen Kommunikationszentrale sein zwischen Passant*innen und den verschiedenen Teilen der Bewegung – „erst mal für weitere elf Jahre; der kleine Tiefbahnhof wird bis dahin sicher nicht fertiggestellt sein“, wie Gerhard Kiunke vom neuen Orgateam der Mahnwache schmunzelnd in Aussicht stellt.

Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 gratuliert den weit über 100 Aktiven der Mahnwache nicht nur zu ihrem Neustart und ihrem Durchhaltevermögen, sondern vor allem zu ihrer wichtigen Rolle in der Bürgerbewegung gegen S21. Sprecher Martin Poguntke: „Stuttgart 21 konnte bis heute nur gebaut werden, weil die Öffentlichkeit mit einer Vielzahl von Lügen und Falschdarstellungen in die Irre geführt wurde. Dagegen war und ist die Mahnwache der zentrale Infopunkt gegen Fake-News. Je absurder die Entwicklung des Projekts, wie jetzt mit der Idee eines zusätzlichen unterirdischen Kopfbahnhofs, desto wichtiger die Mahnwache!“

Als aktuelles Beispiel nennen die S21-Gegner*innen den „Stresstest“, dessen Veröffentlichung sich dieser Tage zum zehnten Mal jährt: Bis heute behaupten Bahn und Politik, er habe eine deutliche Leistungssteigerung durch den Tiefbahnhof ergeben. Tatsächlich wusste Verkehrsminister Herrmann bereits 2011, dass der bestehende Kopfbahnhof mehr Züge bei besserer Fahrplanqualität bewältigt als der im Bau befindliche Tiefbahnhof (siehe VM-Link weiter unten). Stuttgart 21 war als zu klein erkannt, längst, bevor die Bundesregierung eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen proklamierte – aber seither erst recht.

Pressemeldung Aktionsbündniss gegen Stuttgart 21

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