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Mittwoch, 18 August 2021 13:28

Schleswig-Holstein: Arbeiten an der Klappbrücke über die Schlei gehen im November weiter

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DB AG / Volker Emersleben., Deutsche Bahn AG/Bärbel Koppe.

Die Deutsche Bahn erneuert seit September letzten Jahres die Klappbrücke über die Schlei bei Lindaunis auf der Strecke Kiel–Flensburg. Die Brücke, deren älteste Teile aus dem Jahr 1892 stammen, wird durch eine komplett neue Klappbrücke ersetzt.

Im Juni mussten die Arbeiten an den Fundamenten und dem Baugrund unterbrochen werden. Grund dafür waren durch die Bauarbeiten hervorgerufene Setzungen an der alten Brücke im Millimeterbereich. Dadurch wurde der komplexe Klapp- und Schließmechanismus der Brücke gestört. Um ein verlässliches Öffnen und Schließen in der Sommersaison sicherzustellen, hat die DB die Bauarbeiten daraufhin vorerst eingestellt und die alte Brücke instandgesetzt.

In enger Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus wird die Bauplanung für den Neubau der Brücke nun angepasst.

In den kommenden Jahren werden in der Sommersaison nur Arbeiten ausgeführt, die die Nutzung der bestehenden Brücke nicht gefährden. Dazu gehören beispielsweise Betonarbeiten und die Montage der neuen Brücke.

In diesem Jahr werden die Arbeiten erst Anfang November wieder aufgenommen. Auch in den Folgejahren werden keine Gründungsarbeiten in der touristischen Sommersaison durchgeführt, um keine Störungen am Klappmechanismus zu erzeugen. So soll auch eine planbare Durchfahrt für den Schiffsverkehr sowie Überfahrten für die weiteren Verkehrsteilnehmer:innen ermöglicht werden.

Verkehrs- und Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz zeigte sich mit dem neuen Fahrplan zufrieden: „Für den Tourismus samt Schifffahrt auf der Schlei sollte das unter diesen Umständen ein noch akzeptabler Weg sein und ich bleibe guter Hoffnung, dass es den Ingenieur:innen und Baufirmen gelingen kann, die alte Klappbrücke so zu stabilisieren, dass wir sie bis zur Inbetriebnahme des Neubaus weiter nutzen können – und sei es nur für Fußgänger und den Radverkehr.“

Manuela Herbort, Konzernbeauftragte der Deutschen Bahn für die Länder Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen: „Wir wissen, wie wichtig die Klappbrücke über die Schlei für den Tourismus in der Region ist. Mit dem neuen Bauablauf wollen wir einerseits möglichst bald die neue Brücke fertig stellen, aber auch die bestehende Brücke funktionstüchtig halten.“

Während der Arbeiten im Winter kann die Brücke nicht geklappt werden, da die Gefahr von neuen Setzungen besteht.

Als zusätzliche Sicherheitsvorkehrung ist die Brücke während der Wintermonate nur noch für Fußgänger:innen und Radfahrende passierbar. Für den Kfz-Verkehr wird eine Umleitung eingerichtet, der Zugverkehr wird durch Busse ersetzt.

Wie geht es weiter?

Ab November werden die Baugrubenumschließung für die neuen Brückenpfeiler und die Gründung für die neue Brückenunterbauten weiter gebaut und verankert. Für den neuen Damm, auf dem künftig das neue Gleis und die Straße verlaufen, stellt die DB außerdem die Bodenbefestigungen her.

Im nächsten Jahr wird dann der neue Damm und die drei Meter dicke Lage aus einem Sand/Kies-Gemisch auf dem neuen Damm zur Festigung des Untergrundes aufgebracht. Diese Lage wird etwa 30 Wochen für die Setzung des Dammes sorgen. Geologen arbeiten daran, die Dammfestigung zu beschleunigen. Auch mit dem Bau der drei neuen Brückenpfeiler in der Schlei wird begonnen.

Es folgen alle weiteren Arbeiten, wie der Bau der Widerlager, die Errichtung des neuen Betriebsgebäudes, der Einbau der Brücke sowie die Herstellung der Straße und Schiene.

Die Inbetriebnahme der Brücke ist für Ende 2025 geplant.

Aufgrund des neuen Bauablaufes belaufen sich die Kosten für die neue Klappbrücke auf voraussichtlich rund 84 Millionen Euro. Auch die Fertigstellung der Brücke verschiebt sich voraussichtlich um zwei Jahre auf Ende 2025.

Die neue Brücke

Für den Straßenverkehr wird nach dem Umbau je Fahrtrichtung ein eigener Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Auch für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen wird einseitig ein separater, gemeinsamer Geh- und Radweg gebaut. Bei einer Zugdurchfahrt werden künftig nur die Kfz-Fahrstreifen gesperrt. Fußgänger:innen und Radfahrer:innen können ungehindert in sicherem Abstand neben dem Zugverkehr die Brücke passieren.

Weiterführende Infos zum Projekt gibt es im Internet unter:bauprojekte.deutschebahn.com/p/bruecke-lindaunis

Die Anwohner:innen und weitere Betroffene werden seit Baubeginn frühzeitig informiert. Dies geschieht mit Postwurfsendungen und die Anwohnerinfo im ständig aktualisierten Internetauftritt.

Pressemeldung Deutsche Bahn

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