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Montag, 06 September 2021 13:25

Bayern: Integration der Schienenstrecke Markt Schwaben - Dorfen in den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV)

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Foto StMB.

Ein Netz, ein Ticket, ein Fahrplan: In Verkehrsverbünden profitieren die Fahrgäste von einheitlichen Informationen und einheitlichen Tarifen bei Bus und Bahn. Deshalb wird die Bahnstrecke zwischen Markt Schwaben und Dorfen im Landkreis Erding in den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) integriert.

Der Freistaat beteiligt sich maßgeblich an den Kosten. „Wir wollen, dass möglichst der gesamte ÖPNV in allen Landkreisen und kreisfreien Städten in Bayern Teil von leistungsstarken Verkehrsverbünden ist“, erklärt Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer. „Das erleichtert die Nutzung des ÖPNV und hat für die Fahrgäste viele Vorteile. Wir sorgen dafür, dass die Fahrgäste auf der gesamten Strecke von München nach Dorfen von den attraktiven MVV-Tarifen profitieren.“

Seit mehr als 40 Jahren ist der Landkreis Erding Teil des MVV. Einzige Ausnahme ist bisher die Bahnstrecke zwischen den Haltepunkten Markt Schwaben und Dorfen Bahnhof. Das wird sich bald ändern: Der Abschnitt der nicht nur für Pendler wichtigen Bahnstrecke München – Mühldorf wird in das MVV-Tarifgebiet integriert. Dadurch sind die MVV-Fahrkarten künftig bereits von und bis zur Haltestelle Dorfen Bahnhof gültig. Die Einführung ist für Dezember 2024 geplant, denn die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) schreibt den Regionalzugverkehr im Linienstern Mühldorf, zu dem auch die Bahnstrecke München – Mühldorf gehört, für den Zeitraum von Dezember 2024 bis Dezember 2032 neu aus. Mit dem Start des neuen Verkehrsdurchführungsvertrags im Dezember 2024 gilt der MVV-Tarif dann bis einschließlich Dorfen.

Einen Großteil der Kosten für die Einführung des Verbundtarifs übernimmt mit fast 910.000 Euro jährlich der Freistaat. Auch der Landkreis Erding beteiligt sich an der Finanzierung.

„Mit rund 80.000 Euro beteiligt sich der Landkreis Erding an den Kosten. Damit machen wir die Südostbayernbahn und den Landkreis Erding noch attraktiver. Mir war es seit Jahrzehnten ein großes Anliegen, dass unsere Landkreisbürgerinnen und -bürger, die täglich diese wichtige Verbindungsstrecke als Pendler oder in ihrer Freizeit benötigen, die Vorteile des MVV nutzen können“, bestätigt Landrat Martin Bayerstorfer. Durch die MVV-Verbundintegration steigt auch die Lebensqualität im Landkreis. In naher Zukunft werden die Zugreisenden ab Dorfen einfacher nach München und zurückfahren können, da es sowohl bei den Fahrgastinformationen als auch beim Ticketkauf durch ein einheitliches Tarifsystem zu Erleichterungen kommen wird. Hierfür hat sich der jahrelange Einsatz gelohnt“, freut sich der Landrat weiter.

„Mit der Verbundintegration der Schienenstrecke zwischen Markt Schwaben und Dorfen wird eine bislang bestehende Lücke im MVV-Tarifraum geschlossen und das ÖPNV-Angebot im östlichen Landkreis Erding gewinnt noch einmal deutlich an Attraktivität“, so MVV-Geschäftsführer Dr. Bernd Rosenbusch. „Wir freuen uns, dass Freistaat und Landkreis diesen Schritt gemeinsam ermöglichen. Pendlerinnen und Pendler aus Dorfen und Umgebung profitieren so ab Dezember 2024 auch auf der Schienenstrecke in Richtung München vom Verbundgedanken: 1 Netz. 1 Fahrplan. 1 Ticket.“

Großer Vorteil von Verkehrsverbünden ist es, dass Tickets in der Regel einheitlich in allen öffentlichen Verkehrsmitteln gültig sind. Außerdem werden Fahrpläne aufeinander abgestimmt und spiegeln sich auch in abgestimmten Fahrgastinformationen wider, was den Zugang zum ÖPNV erleichtert. Der Freistaat Bayern unterstützt deshalb bayerische Kommunen, die derzeit noch keinem Verkehrs- und Tarifverbund aus Bus und Bahn angehören, auf ihrem Weg in einen solchen Verbund. Unter anderem findet derzeit eine Grundlagenstudie zur möglichen Erweiterung des MVV um zehn Landkreise und kreisfreie Städte statt.

Nach der Einführung der neuen Förderung für Verbundintegrationen ist schon ein Großteil der bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte, die derzeit noch nicht Teil eines leistungsfähigen Verbunds sind, auf dem Weg dorthin. „Das ist ein großer Erfolg!“, so Schreyer.

Pressemeldung Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

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Letzte Änderung am Montag, 06 September 2021 13:27