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Mittwoch, 15 September 2021 13:46

Schleswig-Holstein: Schleibrücke Lindaunis - IHK Flensburg fordert mehr Tempo beim Neubau und Priorisierung der Schifffahrt

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Foto Deutsche Bahn AG/Bärbel Koppe.

In einem Schreiben an den Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz und an die DB Netz AG fordert die IHK Flensburg, den Neubau der Schleibrücke Lindaunis zu beschleunigen. Anlass ist der von der Deutschen Bahn Ende August veröffentlichte neue Bauablaufplan. Dieser sieht unter anderem einen Baustopp bis Ende Oktober und eine Verlängerung der ursprünglich geplanten Bauzeit um zwei Jahre vor.

„Wir begrüßen den Baustopp bis zum Saisonende. Dies gibt den betroffenen Akteuren in der Region eine gewisse Planbarkeit. Eine Verlängerung der Bauzeit bis 2025 lehnen wir allerdings ab“, sagt Anja Bauer, Vizepräsidentin der IHK Flensburg. Die Folge wäre, dass die unsichere Lage für die maritimen Betriebe und den Tourismus über Jahre fortgeschrieben wird. „Das Problem ist, dass die Schifffahrt keine Ausweichmöglichkeit hat. Sie ist darauf angewiesen, dass der Klappmechanismus funktioniert. Fällt dieser aus, ist die maritime Wirtschaft abgekoppelt“, so Bauer. Nach Auskunft der Deutschen Bahn birgt jeder Klappvorgang das Risiko einer Störung. Dieses Risiko hat sich durch die Bauarbeiten weiter erhöht.

„Je länger der Neubau dauert, desto größer wird die Gefahr für einen Totalausfall mit unabsehbaren Folgen für die maritimen Betriebe, den Tourismus und das Image des Standorts. Das muss unbedingt verhindert werden“, sagt Stefan Wesemann, Geschäftsstellenleiter der IHK in Schleswig.

Um die Bauzeit so gering wie möglich zu halten, schlägt die IHK eine Priorisierung der Wasserverbindung vor. „Wenn es keinen zuverlässigen Klappbetrieb geben kann, sollte die Brücke komplett geöffnet oder ausgehängt werden. Zumindest von Ostern bis Oktober“, so Wesemann. Zudem müsse ein zuverlässiger und regelmäßiger Schienenersatzverkehr eingerichtet werden, um die Behinderungen auf dem Landweg zu kompensieren.

„Die Kappung des Landverkehrs hat erhebliche Auswirkungen zur Folge, das steht außer Frage. Dennoch sehen wir darin die einzige Möglichkeit, den funktionierenden Seeverkehrsweg während der andauernden Bauzeit zu sichern“, so Bauer. Sollte diesem Vorschlag nicht gefolgt werden, müsse die Bahn alles dafür tun, um die Funktionalität der alten Brücke während der kompletten Bauzeit zu garantieren. Zudem fordert die IHK Flensburg das Land auf, bei einem Totalausfall der Brücke ein Hilfsprogramm für betroffene Betriebe aufzusetzen.

„Ohne Garantien führt die Verlängerung der Bauzeit zu einem unzumutbaren Bedrohungsszenario für den Tourismus und für die maritime Wirtschaft der Schleiregion“, so Wesemann. Schon jetzt habe die Situation einen Vertrauensverlust bei Gästen und Kunden bewirkt, die vermehrt den inneren Bereich der Schlei meiden würden. „Es besteht die Gefahr, dass die Region dauerhaften Schaden nimmt.“

Pressemeldung IHK Flensburg

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