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Dienstag, 05 Oktober 2021 10:33

Baden-Württemberg: Kommt die Reaktivierung des „Klepperles“?

foto pm reaktivierung klepperle
Foto VCD/Thomas Kaiser.

Wird die ehemalige Bahntrasse der Hohenstaufenbahn zwischen Schwäbisch Gmünd und Göppingen – dem früheren „Klepperle“ wiederbelebt werden? Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche fand dazu in Schwäbisch Gmünd eine Informationsveranstaltung über die Potentiale und Möglichkeiten einer Reaktivierung statt.

Matthias Lieb, der Landesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD und Vorsitzender des Fahrgastbeirates Baden-Württemberg, berichtete über die Landesinitiative zur Reaktivierung von Eisenbahnstrecken als ein wichtiger Beitrag zu einer Verkehrswende und als Beitrag zum Klimaschutz.

„Der Verkehrssektor hat in den letzten 30 Jahren keinen Beitrag zum Klimaschutz geleistet, nun soll in 10 Jahren der CO2-Ausstoß halbiert werden – mit einem weiter-so klappt das nicht“, kommentierte Matthias Lieb die Klimaschutzziele der Bundesregierung. Deshalb wollen Bund und Land in den nächsten Jahren die Fahrgastzahlen im Bus- und Bahnverkehr verdoppeln. Dass der Eisenbahnverkehr viel energieeffizienter und klimafreundlicher als der Straßenverkehr sei, zeigte Lieb mit einem einfachen Beispiel auf – der Schienenbus, der bis 1972 zwischen Schwäbisch Gmünd und Böbingen – Heubach unterwegs war, hatte bei 54 Sitzplätzen 150 PS Antriebsleistung. Im Jahr 2020 hatte ein neu zugelassener PKW durchschnittlich schon 165 PS Leistung – mit höchstens fünf Sitzplätzen.

Mit einer Reaktivierung der früheren Bahn zwischen Schwäbisch Gmünd und Göppingen soll aus VCD-Sicht nicht der Bahn- gegen den Radverkehr ausgespielt werden: „Der Radweg auf der alten Bahntrasse ist beliebt und hat seine Berechtigung. Als moderne Bahn mit Stadtbahntriebwagen braucht eine neue Hohenstaufenbahn nicht mehr nur von Bahnhof zu Bahnhof fahren. Zukünftig sind Direktverbindungen aus den Umlandgemeinden in die Innenstädte von Göppingen und Schwäbisch Gmünd möglich“, stellt Matthias Lieb die Vorzüge der neuen Technik vor. Mit kleinen Radien und starken Steigungen und abschnittsweiser Straßennutzung sei eine neue, bessere Trasse möglich. Politik und Verwaltung, aber auch die Bürger seien gefordert, kreative Lösungen für die Planung einer neuen Hohenstaufenbahn zu entwickeln. Bund und Land fördern mit bis zu 95% der Kosten solche neuen Streckenreaktivierungen, so Lieb abschließend.

Moderiert wurde die folgende Diskussion von Thomas Kaiser, Sprecher der Lokalen Agenda 21 Schwäbisch Gmünd. Heiko Stobinski vom Fahrgastbeirat Göppingen berichtete dabei über erste Planungen für eine neue Trasse durch die Innenstadt von Göppingen.

Pressemeldung Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Baden-Württemberg e.V.

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