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Dienstag, 05 Oktober 2021 11:48

Sachsen: Sonderfahrt nach Berlin sorgt für Rückenwind der Bahninitiative Chemnitz

Viele Menschen in der Stadt und Region Chemnitz haben die InterRegio-Verbindung nach Berlin noch in guter Erinnerung. Damals verkehrten die weiß-blauen Züge von Chemnitz über Riesa und Elsterwerda direkt nach Berlin. Doch 2006 wurde dieses Angebot eingestellt. Seit mehr als 15 Jahren wurde kein adäquater Ersatz für diese Verbindung gefunden und Berlin ist nur noch mit Umsteigeverbindungen über Dresden, Leipzig oder Elsterwerda erreichbar.

Am vergangenen Wochenende (2. und 3. Oktober 2021) bot die Mitteldeutsche Regiobahn gleich zwei Sonderfahrten von Plauen über Chemnitz nach Berlin und zurück an. Laut Sebastian Drechsler, Sprecher der Bahninitiative Chemnitz, „eine Fernbahnanbindung auf Probe“. Vertreter der Bahninitiative und des Fahrgastverbandes PRO BAHN Mitteldeutschland waren am Sonntag mit an Bord und verschafften sich so einen Eindruck vom Angebot.

„Wir hatten die Wahrnehmung, dass die Sonderfahrten gut angenommen wurden. Dies wurde zwischenzeitlich durch die MRB bestätigt: Insgesamt nutzten ca. 300 Fahrgäste das Angebot. In zahlreichen Gesprächen haben wir häufig den Wunsch nach einer regelmäßigen Verbindung nach Berlin vernommen“, so Markus Haubold vom Fahrgastverband PRO BAHN. „Eine gute Auslastung auf einer Sonderfahrt ohne historisches Wagenmaterial ist keine Selbstverständlichkeit“ fügt Martin Steudtner, ebenfalls Mitglied der Bahninitiative und im Fahrgastverband PRO BAHN, hinzu.

Die gute Nachfrage der Sonderfahrten stärkt die Bahninitiative in ihrer Forderung nach einem Stundentakt in Richtung Berlin. So ist die Anbindung Chemnitz – Berlin neben dem zweigleisigen Ausbau Chemnitz – Leipzig und die Verlängerung des RE1 TH (Göttingen – Erfurt – Chemnitz) ein wichtiger Bestandteil des Sofortkonzepts „Fernbahn 21“. „Es ist denkbar, dass der verlängerte InterCity Rostock – Berlin – Dresden im Zweistundentakt nach Chemnitz kommt und durch einen ebenfalls im Zweistundentakt verkehrenden Regionalexpress auf der Verbindung Chemnitz – Riesa – Berlin ergänzt wird“, so Sebastian Drechsler zu den Bemühungen für eine bessere Fernbahnanbindung nach Berlin. Auch die Reisezeit spricht für eine Verbindung über Riesa. „Besonders überraschte uns die Fahrzeit: Ursprünglich wurde laut Fahrplan der Sonderzüge mit einer Fahrzeit von 2 ¾ Stunden zwischen Chemnitz Hauptbahnhof und Berlin Hauptbahnhof gerechnet. Die Züge waren jedoch zumindest am Sonntag um einiges schneller, sodass wir mehrere „Zwangspausen“ von bis zu 25 Minuten hatten“, berichtet Martin Steudtner.

Die Bahninitiative Chemnitz sieht sich in ihren Bestrebungen gestärkt: „Für ein Wochenende wurden „Fakten“ geschaffen – nur einen Halt in Mittweida habe ich vermisst! Trotz dessen wurde erneut aufgezeigt, dass eine schnelle Direktanbindung nach Berlin möglich und notwendig ist“, fasst Sebastian Drechsler zusammen. Auch Markus Haubold bekräftigt: „Chemnitz benötigt dringend den großen Wurf bei der Fernbahnanbindung – alle Maßnahmen im Sofortkonzept der Bahninitiative Chemnitz sind für die Stadt und Region von großer Bedeutung“.

Erste Erfolge können aber schon verbucht werden: So fördert der Freistaat Sachsen die Planungen für den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung zwischen Chemnitz und Geithain. Auch hier wird die Bahninitiative Chemnitz weiterhin genau beobachten und am Ball bleiben, denn der größte finanzielle Aufwand für den Ausbau steht noch bevor. Der Freistaat Sachsen muss vorausschauend die entsprechende Finanzierung bereitstellen, welche für den zweigleisigen Ausbau des Abschnitts Geithain – Bad Lausick – Leipzig schon gesichert ist.

Das vollständige Sofortkonzept „Fernbahn 21“ kann unter www.bahn-initiative.de abgerufen werden.

Pressemeldung Bahninitiative Chemnitz

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