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Freitag, 15 Oktober 2021 10:15

Mecklenburg-Vorpommern: Pro Bahn und VCD stellen Fahrplan für klimaschonende Verkehrspolitik in Mecklenburg-Vorpommern vor

Angesichts der unerledigten Hausaufgaben der bisherigen Landesregierung in Schwerin und dem insbesondere im Verkehrssektor bestehenden akuten Handlungsbedarf haben der VCD Nordost und PRO BAHN M-V ein Aktionsprogramm für Klimaschutz und nachhaltige Mobilität vorgelegt. Hauptforderung der beiden Vereine ist die Verdoppelung der Fahrgastzahlen in Bahnen und Bussen bis zum Jahre 2030. Ein wesentlicher Beitrag soll dabei eine Mobilitätsgarantie an 365 Tagen im Jahr auch in kleinstädtischen und ländlichen Räumen liefern, um insbesondere ein Umsteigen im Berufs-, Einkaufs- und Freizeitverkehr vom PKW auf die Öffis zu ermöglichen.

Da im Ranking der 16 Bundesländer M-V sowohl bei der Erreichbarkeit von Haltestellen und Bahnhöfen als auch bei der Zahl von ÖPNV-Fahrten das Schlusslicht bildet, sollte der neu gewählte Landtag in Schwerin einen verbindlichen Fahrplan für eine klimaschonende Verkehrspolitik in M-V beschließen. In den letzten Jahrzehnten wurde in beispielloser Weise das Straßennetz in M-V neu- bzw. ausgebaut. Daher sollte jetzt die Reaktivierung und der Ausbau des Schienennetzes Priorität erhalten; dementsprechend schlagen die Verkehrsvereine vor, alle in M-V geplanten Straßenbauprojekte auf ihre Umweltverträglichkeit zu überprüfen und Verlagerungspotenziale auf den Bahn-, Bus- und Radverkehr darzustellen. Für Marcel Drews, Landesvorsitzender von PRO BAHN, sollte das Land mit gezielten Förderprogrammen den Neubau und Ausbau von Bahnstrecken (z.B. Rostock - Stralsund, Neustrelitz
- Stralsund) in M-V fördern, um die Leistungsfähigkeit (Taktdichte, Höchstgeschwindigkeit) und die Erschließungsfunktion des vom Land verantworteten Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) deutlich zu verbessern. Teilweise
sind hierzu auch nur kleinere punktuelle Ausbaumaßnahmen erforderlich.

Um das Ziel der Verdoppelung der Fahrgastzahlen in Bahnen und Bussen mit Nachdruck bis 2030 zu erreichen, fordern VCD Nordost und PRO BAHN ein übergreifendes Dachmarketing für den öffentlichen Nahverkehr in M-V. Bislang spielen diese Aktivitäten sowohl bei den Verkehrsunternehmen als auch bei der Verkehrsgesellschaft M-V (VMV) so gut wie keine Rolle. Mit deutlich höheren Fahrgastzahlen könnte zum einen die notwendige CO 2- Reduzierung im Verkehrssektor erreicht werden, zum anderen die Wirtschaftlichkeit des SPNV und der kommunalen Verkehrsbetriebe verbessert werden. Ein MV-Tarif, der u.a. das unkomplizierte Umsteigen zwischen Bahn und Bus mit nur einem Fahrschein ermöglicht, sollte nach dem Vorbild anderer Bundesländer stufenweise eingeführt werden und könnte einen wichtigen Beitrag für einen attraktiven ÖPNV liefern.

Als weitere Maßnahme empfehlen VCD Nordost und PRO BAHN die Einführung eines Netzes von landesbedeutsamen Buslinien als Ergänzung des bestehenden und künftigen Schienennetzes. Für Dr. Wilfried Kramer, Vorstandsmitglied im VCD Nordost, sind nach dem Vorbild anderer Bundesländer und mit Finanzierung des Landes für wichtige Verkehrsrelationen neue Linienangebote auch in M-V zu schaffen. Damit könnten auch wieder konkurrenzfähige Fahrzeiten des Bahn- und Busverkehrs gegenüber der PKW-Nutzung erreicht werden. Die neue Landesregierung sollte darüber hinaus auch neue Akzente für eine übergreifende Mobilitätsforschung und -bildung setzen, um auch im Flächenland M-V sowohl Klimaschutzziele, geringeren Ressourcenverbrauch und deutlich weniger Verkehrsunfälle Realität werden zu lassen; dabei sind auch in M-V neue Strategien für eine geänderte Raum- und Stadtplanung (z.B. Neuaufteilung des öffentlichen Straßenlandes) umzusetzen.
V.i.S.d.P.:

Pressemeldung VCD Nordost, PRO BAHN M-V

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